Wasser, Elexier des Lebens

Wasser ist das Elixier des Lebens. Jede Pflanze, jedes Tier und auch der Mensch ist auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Wasser angewiesen. Für unsere Industriegesellschaften ist Wasser von elementarster Bedeutung, mehr noch als Öl. Die Tatsache das Öl weit mehr in unseren Fokus geraten ist als Wasser, ergibt sich aus der Begrenztheit des Erdöls, eine Begrenztheit die beim Wasser nicht gegeben schien. Nun stehen wir an der Wende, die uns die Begrenztheit des Wassers offenbart und unser Handeln zu einer Problematik verlangt, zu der wir bisher nicht einmal das Empfinden hatten, dass eine solche existent sei.

Obwohl 2/3 der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, können nur 6 Prozent der Wassermenge als Trinkwasser genutzt werden. Dies liegt darin begründet, dass 94 Prozent des Wassers auf die Ozeane entfallen und damit Salzwasser sind und nur 6 Prozent auf Grundwasser, polare Eismassen, auf Flüsse, Seen und Wasser in der Atmosphäre, also Süßwasser. Mehr als 2/3 alles zur Verfügung stehenden Süßwassers wird bereits genutzt und davon entfallen mehr als 70 Prozent auf die Landwirtschaft. In Deutschland verbraucht jeder Mensch im Durchschnitt 125 Liter Wasser pro Tag zum Wäschewaschen, für die Toilette, aber auch zum Trinken. Dennoch liegt der pro Kopf Verbrauch pro Tag bei 4000 Liter. Das liegt daran, dass unser indirekter Verbrauch, also der Verbrauch an Wasser für die Herstellung unserer Konsumgüter, so hoch ist. Zum Beispiel werden für die Herstellung von einem Liter Bier 75 Liter Wasser verbraucht, für die Herstellung eines Kilos Röstkaffee 21.000 Liter und die Herstellung eines PKW verbraucht 400.000 Liter Wasser.

Über eine Milliarde Menschen auf dieser Welt haben keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird es in zwanzig Jahren bereits in jedem fünften Land ein ernsthaftes Wasserproblem geben. Da die Wasserressourcen begrenzt sind, Wasser durch nichts ersetzt werden kann und Wasser für die Selbstversorgung der Länder mit Nahrung existenziell ist, weiß die Wissenschaft schon seit langem, dass das 21. Jahrhundert das Zeitalter der Wasserkriege werden wird. Die Liste der Vereinten Nationen mit den Ländern, die die größten Wasserprobleme haben, bestätigt, dass die alten Konfliktherde vermutlich auch die neuen sein werden.

Der Lösungsgedanke, dass Salzwasser in Süßwasser umgewandelt werden kann, stellt zwar eine theoretische Lösung dar, ist aber in der Realität zumeist nicht praktikabel, da für einen solchen Prozess sehr viel Energie aufgebracht werden muss. Der Ertrag an Süßwasser steht wirtschaftlich außer Verhältnis zu der aufzuwendenden Energie und ist damit häufig, schlicht nicht bezahlbar.

Europa, insbesondere Nordeuropa ist zwar kein Wassermangelgebiet und wird das auch aller Voraussicht nach nicht werden, hat aber dennoch auch ein Wasserproblem. Die Qualität des zur Verfügung stehenden Wassers, ist hier das Problem. Der Weltwasser-Entwicklungsbericht stellt der Bundesrepublik Deutschland ein ziemlich mäßiges Zeugnis aus: Zwischen Finnland mit dem besten Wasser und Belgien mit dem schlechtesten rangiert Deutschland im Mittelfeld auf Platz 57 der 122 Länder umfassenden Rangliste. Denn Tatsache ist, dass auch bei uns die Schadstoffe der Oberfläche allmählich die Grundwasserschichten erreichen. Auch wenn wir in keinem Wassermangelgebiet leben müssen wir uns bewusst werden, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Wassermangel darauf zurück zu führen ist, dass das vorhandene Wasser aufgrund seiner Verschmutzung nicht brauchbar ist, oder schlicht und einfach nicht vorhanden ist.

Wasser wird schon heute als das blaue Gold bezeichnet und ist die Grundlage jeder zukünftigen Zivilisation. Wir werden erleben, dass dieses für uns so selbstverständliche Gut, in Zukunft einen neuen und bedeutenderen Wert darstellen wird und unseren Umgang mit diesem für uns so lebenswichtigen Element überdenken müssen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir wie selbstverständlich davon ausgehen, das alle Güter im Überfluss zur Verfügung stehen, oder aber problemlos importiert werden können. Die Zukunft wird zeigen, das Wasser nur in sehr begrenztem Maße importiert werden kann und wir gezwungen sein werden, die uns zur Verfügung stehenden Wasserressourcen zu schützen und zu bewahren.

Die Konflikte, die zweifelsohne in Zukunft um Wasser geführt werden, werden ungleich erbitterter geführt werden als die Konflikte, die wir aus der Vergangenheit um den Rohstoff Öl kannten, da der Mangel an Öl, zwar den Fortschritt gefährden konnte, der Mangel an Wasser aber unmittelbar die gesamte Existenz in Frage stellt.

Ein Gedanke zu “Wasser, Elexier des Lebens

  1. Ihre Überlegungen teile ich weitgehend
    Seit fast 30 Jahren arbeite ich international im Bereich Trink- und Reinstwasser Aufbereitung.

    Es ist ein Geschäft mit enormer Dynamik und gigantischem Wachstum.
    Ganz vorne mit dabei die Marktführer der westlichen Lebensmittel Industrie.

    Meines Wissens nach sind derzeit max. 0,3% der weltweiten Wasser ohne weitere Aufbereitung nutz und verfügbar.

    Aktuell arbeiten wir an regenerativen Entsalzungs und Wiederaufbereitungskonzepten. Dies ist auch praktisch umsetzbar, doch eine Kruecke hat die Sache, das KnowHow liegt in den Händen weniger, meist in den Wohlstandsstaaten ansässiger Unternehmen. Eben den oben genannten.

    Ich selbst arbeite frei, teile das was in Fachkreisen bekannt ist.
    Das ist aber nicht genug, zur Umsetzung in den am schlimmsten betroffenen Regionen fehlt die Bildung der Menschen dort, freies Wissen ist nicht für sie ohne weitere Hilfe verwertbar.

    Die erforderliche Hilfe wird vor der Betrachtung möglichen Profites verwehrt.

    Ein weites Thema, dies zu diskutieren sprengt sicher den Raum eines Blogs.

    Viele Ihrer Betrachtungen mag ich gerne aufgreifen und weiter mit anderen Teilen.

    Mit bestem Gruß aus Vietnam
    Peter

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