Mythos Tod


sokratestod

Der Tod ist das zentrale Thema unseres Lebens. Biologisch beginnt unser Sterben mit unserer Geburt und ist als Ergebnis des Lebens unausweichlich.

Es ist heute zu beobachten, dass die gesamte Gesellschaft mit der Angst vor dem Tod mobilisiert wird. Wir können diesen Gesundheits- und Fitnesswahn allerorten beobachten. Alles geschuldet dem Wunsch: dem Tod so spät und so vital wie möglich entgegen zu treten.

Dabei wusste schon Epikur und schrieb in einem seiner Lehrbriefe an Menoikeus: „Gewöhne dich auch an den Gedanken, dass es mit dem Tode für uns nichts auf sich hat. Denn alles Gute und Schlimme beruht auf Empfindung; der Tod aber ist die Aufhebung der Empfindung. Das angeblich schaurigste aller Übel also, der Tod, hat für uns keine Bedeutung; denn solange wir noch da sind, ist der Tod nicht da, stellt sich aber der Tod ein, so sind wir nicht mehr da“.
Die Frage ist, ob es wirklich Sinn macht sich dem Wahn – dem Tod – davon laufen zu wollen, zu unterwerfen und damit von uns sagen können, wenn wir in das finale Ziel unseres Lebens einlaufen, von dem wir nicht einmal wissen wo es ist, dass wir länger unterwegs waren als ein anderer.

Ein Wanderer, der nicht das Ziel im Auge hat und sich auf seinem Weg die eine oder andere Rast gönnt, scheint mir den besseren Weg gefunden zu haben, da er sich sicher sein kann, das Ziel nicht erreichen zu müssen, denn er wird die Ziellinie überschreiten, ohne sich dessen bewusst geworden zu sein.

Auch wenn der Tod das Ende der Empfindungen ist, scheint es doch unwahrscheinlich, dass er das Ende der Existenz ist. In der Welt der Materie, zu der wir uns auch zählen dürfen, ist es einfach unmöglich sich in nichts aufzulösen. Materie verschwindet nicht und wir somit auch nicht. Mit dem Tod kehren wir in den großen Kreislauf zurück, aus dem wir gekommen sind und uns sogar während unseres Lebens befinden.

Die phänotypische und persönliche Verkettung der Moleküle, die unseren persönlichen Auftritt in der Materie als Mensch ausmachte, löst sich mit dem Tod auf, aber nicht die Atome oder subatomaren Teilchen selbst, die in ihrer Summe uns ausmachten. Sie kehren zurück in den Kreislauf und schaffen neue Verbindungen oder schließen sich bestehenden Verbindungen an.

Der Tod ist nicht das Ende der Existenz, sondern ein Prozess der Auflösung und Umformung. Die Teile, die unser Ganzes in biologischer Hinsicht ausmachten, finden schnell neue Formen und nehmen weiter an dem Kreislauf teil in dieser einen von uns aktuell erfassten Welt – diesem Universum -, welches nur eines von einer unendlichen Anzahl anderer ist, in denen die Auflösung und Umformung in dieser Welt keine Bedeutung für eine Existenz oder Weiterexistenz in einer anderen Welt hat.

Aber was passiert mit unserer Seele oder unserem Geist? Sind unsere Gedanken dann auf ewig verloren und unsere Persönlichkeit erloschen? Gedanken lassen sich in Form von elektromagnetischer Spannung messen; eine in der Neurobiologie standardisierte Methode. Die Gedanken verhalten sich ähnlich der Quanten. Unabhängig, ob es möglich ist den Inhalt eines Gedanken zu enträtseln. So bedeutet dieser Nachweis in erster Linie, dass es sie in einer Form gibt, die physikalisch messbar ist. Alles, was physikalisch messbar ist, folgt zum Zeitpunkt der Messung auch physikalischen Gesetzen und damit trifft auf unsere Gedanken ebenfalls zu, dass sie nicht in nichts aufgelöst werden können. Auch sie bleiben existent, wobei davon ausgegangen werden kann, dass ihre Existenz in einem parallelen Universum von unserem Tod in dieser Welt nicht einmal gefährdet ist.

Da wir mit denen uns heute zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Methoden noch nicht alle Umstände dieses Vorgangs erklären können, fällt es schwer sich eine Vorstellung davon zu machen. Wenn auch aus wissenschaftlicher Sicht vieles für die Existenz eines Multiversum, also einer unendlichen Anzahl von real existierenden Welten, in denen unser jetziges, unser scheinbar vergangenes und unser mögliches zukünftiges Sein von hoher Wahrscheinlichkeit ist, bleibt es bis zur endgültigen Beweisfindung eine persönliche Überzeugung, die uns den Tod als einen Umformungsprozess darstellt, in dem nichts verloren geht, außer die persönliche Empfindung in dieser einen Welt, wie Epikur es beschrieb.

Nicht der Tod sollte uns beunruhigen, er hat nur eine Existenz und einen Schrecken in den Augen derer, die noch nicht gestorben sind, sondern das Sterben und das können wir, wenn wir uns mit der Unausweichlichkeit des Sterbens konfrontiert sehen, selber bestimmen, sofern wir die Kraft dazu aufbringen.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

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  1. Es ist einfach und leicht erklärbar, jeder wird seine Familie und sich selbst wiederfinden, man muß nur daran glauben!!!

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