Irrtum Wissenschaft


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Das Wissenschaft irrt, ist keine gewagte Behauptung sondern profane Realität. Im Grunde ist Wissenschaft, unabhängig ihrer Disziplin, eine lange Kette von Irrtümern, die solange als Wahrheit postuliert wurden, bis eine Neue sie ersetzte. Der eigentliche Zauber der Wissenschaften liegt nicht in den, nie von ihr gefundenen Wahrheiten, sondern in ihrer Fähigkeit, trotz der, scheinbar endlos langen, Kette von Irrtümern, den gerade aktuellen Irrtum als glaubhafte Wahrheit zu propagieren. Diese der Wissenschaft, seit der Epoche der Aufklärung, inne wohnende demagogische Befähigung, führt zu beängstigend naiven Dogmen, über die ich im folgenden sprechen möchte.

Wissenschaften dienen uns zur Erklärung der Realitäten, nicht aber der Wahrheiten und genau dort liegt ihr Problem. Solange sie sich selbst den Anspruch geben, wahrheitsfindend sein zu können, solange werden sie ihre Aufgabe nicht erkennen.

Nach ihren eigenen Thesen, besteht die Welt in der wir leben, nur zu 5% aus messbarer Energie und sichtbarer Materie, die den Ansprüchen der Wissenschaften, nach Kausalität und Verifizierbarkeit folgen und somit 95% dessen was unsere Welt ist und ausmacht aus unbekannter indeterministischer Materie und Energie, die sich wissenschaftlichem Erkennen und Messen entzieht.

Der Wissenschaft jedoch ihre Daseinsberechtigung abzusprechen, wäre trotz ihrer Irrtümer, ein Verkennen ihrer Wichtigkeit zur Erklärung der Realitäten, die trotz ihres geringen Anteils an Wahrheiten, von großer Relevanz für den Menschen sind, da es der einzige Teil der Welt ist, die er erfahren kann. Von mindestens ebenso großer Bedeutung ist aber auch die Offenbarung ihrer Irrtümer um nicht falschen Wahrheiten zu erliegen. Eine dieser Offenbarungen, begann spektakulär mit dem Versuch, mit Hilfe der Wissenschaften die Welt im Großen zu erklären. Nach einer Epoche der bedingungslosen Wissenschaftsgläubigkeit, die mit dem Zeitalter der Aufklärung eingesetzt hatte, führte dieser Versuch ungewollt zu der Erkenntnis, das Wissenschaften zwar geeignet sind neues Wissen zu offenbaren, jedoch ungeeignet, einen Blick auf die Dinge im Ganzen zu werfen oder universelle Erklärungen zu liefern und zeigte nachhaltig, das wissenschaftliche Alleinvertretungsansprüche, oder Dogmen, ganzheitliche Erkenntnisse verhindern.

Ein Mitarbeiter des Eidgenössischen Patentamtes der Schweiz veröffentlichte eine Theorie, die so nachhaltig die Sicht des Menschen, auf die ihn umgebende Welt veränderte, dass die Auswirkungen des gesamten Ausmaßes dieser veränderten Sichtweise noch heute, nicht im Bewusstsein der Massen angelangt ist. Albert Einstein veröffentlichte seine Relativitätstheorie. Seit Isaac Newton existierte die Vorstellung, dass der Raum im Universum eine Art gigantischer Behälter aller Dinge ist, in dem sich eine Uhr befindet, deren Lauf die absolute Zeit angibt. Sie ist für alle Objekte und Orte gleich. Eine Sekunde ist für einen stillstehenden Beobachter genauso lang wie für ein sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit bewegendes Teilchen. Ein Meter ist für den Beobachter in Ruhe genauso weit wie für das mit Lichtgeschwindigkeit davon eilende Elektron. Einstein wagte es diese Vorstellungen von Raum und Zeit, die bislang als vollkommen selbstverständlich akzeptiert wurden, in Frage zu stellen. Der Begriff Relativitätstheorie umfasst eigentlich zwei Theorien. Die erste Theorie wird als Spezielle Relativitätstheorie bezeichnet. Sie vergleicht die Erfahrungen von Beobachtern, die sich zueinander gleichförmig, also geradlinig und mit konstanter Geschwindigkeit, bewegen. Die Spezielle Relativitätstheorie entstand 1905 und beinhaltet die weltberühmte Formel E = mc². Diese Formel wurde zu einem neuen Maßstab in der Physik: Die Masse eines Körpers ist ein Maß für dessen Energiegehalt. Da Energie jedoch zum Beispiel in Kilowattstunden, Masse aber in Kilogramm gemessen wird, braucht man einen Umrechnungsfaktor;. Energie ist dann gleich Masse mal Umrechnungsfaktor. Dank Einstein wissen wir, dass dieser Umrechnungsfaktor genau dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit entsprechen muss. Energie (E) ist gleich Masse (m) mal Lichtgeschwindigkeit im Quadrat (c²): E = mc².

Die zweite Theorie – die Allgemeine Relativitätstheorie – wurde von ihm 1915 veröffentlicht und untersucht alle möglichen relativen Bewegungen, also auch kurvenförmige und mit nicht konstanter Geschwindigkeit verlaufende Bewegungen. Die wichtigste beschleunigte Bewegung, die mit der Allgemeinen Relativitätstheorie beschrieben werden kann, ist die Schwerkraft oder präziser ausgedrückt die Gravitationskraft. Gravitation ist nach Einstein, eine von der Masse und der Dichte eines Körpers bestimmte und ausgehende Verformung der Raumzeit und Raumzeit ein Koordinatensystem welches jedem Objekt eine Koordinate im Raum, also einen Ort und eine Koordinate in der Zeit, also eine Geschwindigkeit zuordnet. Aus der Verzerrung der Raumzeit durch die Gravitation folgt die Erkenntnis, dass die Erde nicht deshalb um die Sonne kreist, weil diese eine Anziehungskraft ausübt, sondern weil die Masse der Sonne das Gebilde der Raumzeit um sie herum krümmt. Das lässt sich folgendermaßen veranschaulichen: Würde man auf der Erde immer geradeaus gehen, käme man auch wieder am Ausgangspunkt an. Das ist so, weil die Oberfläche gekrümmt und nicht eben ist. Ebenso ist der Einfluss der Gravitation zu verstehen: ein Körper fällt nicht beschleunigt, weil die Schwerkraft auf ihn wirkt, sondern weil er sich zwar auf einer Geraden, jedoch in einer gebogenen Raumzeit bewegt. Da in dem ganzen uns bekannten Universum Körper vorkommen, die alle auch auf diesem Weg den Raum um sich herum krümmen, galt somit als erklärt das die Gravitationskraft universell, im ganzen Universum wirksam ist. So bahnbrechend die Erkenntnisse Einsteins auch sind und so sehr sie auch unsere Sicht auf die Welt veränderten, so wenig waren sie jedoch auch im Stande zu erklären, warum Körper durch ihre Masse und Dichte die Raumzeit krümmen, oder geeignet uns die Welt im Ganzen zu erklären.

Der größte Fehler in dem Konzept der Relativitätstheorien lag in ihrem System. Sie waren im Gegensatz zu der Welt, die uns umgibt, rein Deterministisch. Den weitaus größten Teil seines Lebens versuchte Einstein eine Erkenntnis zu ignorieren, die er selbst geschaffen hatte: die Konstante der Lichtgeschwindigkeit. Licht bewegt sich mit ca. 300.000 Kilometer pro Sekunde und es ist konstant; es kann nicht schneller. Diese Feststellung führte dazu, dass die beiden Naturwissenschaften, denen sich Einstein bediente: die Physik und die Mathematik als ihr universelles Instrument nicht mehr kompatibel waren. Der Anspruch der Mathematik die universelle Sprache der Naturwissenschaften und unfehlbar zu sein, zerplatzte. Dies lässt sich an einem einfachen Beispiel erläutern: Die Mathematik lehrt uns, dass 1 + 1 = 2 ist und, dass es immer so ist, solange 1 + 1 = 2 ist. Dies bedeutet, dass Lichtgeschwindigkeit also 300.000 Kilometer pro Sekunde + eine weitere Lichtgeschwindigkeit mit 300.000 Kilometer pro Sekunde = 2 X Lichtgeschwindigkeit, also 600.000 Kilometer pro Sekunde ergibt. Da die Lichtgeschwindigkeit aber konstant ist, lässt sie sich nicht addieren und 2 X Lichtgeschwindigkeit ist genauso schnell wie 1X Lichtgeschwindigkeit, also gilt in diesem Falle 1 + 1 = 1. Gemäß dem Anspruch der Mathematik bedeutet das, dass 1 + 1 nicht immer 2 und somit die Mathematik nicht universell anwendbar. Der Versuch die Mathematik in ihrer Universalität zu retten und zu beweisen, dass die Lichtgeschwindigkeit doch nicht konstant sei, scheiterte ebenso wie der Versuch der Mathematik ihre Fehler nachzuweisen. Hiervon auszugehen und eine andere Sichtweise ist aus unserem heutigen Kenntnisstand nicht möglich, heißt die Konsequenzen der Relativitätstheorie zu akzeptieren, als auch die in vielen Bereichen hohe Zuverlässigkeit, mathematischer Aussagen. Da aber beide in einigen Punkten nicht miteinander kompatibel sind, gilt es zu erfassen und das in erster Linie für die Mathematik, da diese in einem weit höherem Maße unsere Welt erklärt, in welchen Bereichen ihre Aussagen für uns als ausreichend wahrscheinlich angesehen werden können. Wir müssen also von einer anderen Grundannahme ausgehen und eingestehen, dass mathematische Berechnungen falsch sein können und Mathematik uns nur in definierten Teilbereichen der Naturwissenschaften verlässliche Ergebnisse liefert. Als Konsequenz hieraus, dass die Mathematik im Besonderen, in dem Bereich der Konstanten, keine verlässlichen Aussagen liefert. Einstein brachte noch nicht den Mut auf die heilige Kuh der Wissenschaft, die Mathematik zu schlachten und versuchte Zeit seines Lebens die Unvereinbarkeiten, die sich aus dem Universalitätsanspruch der Mathematik und seinen Erkenntnissen der Relativitätstheorie ergeben, zu überbrücken, woran er zwangsläufig scheiterte.

Für Einstein mag dieser Einschnitt dramatisch gewesen sein und seine Schwierigkeit damit wird nachvollziehbar, wenn wir uns bewusst machen, in wie vielen Teilbereichen unseres Alltagslebens dieses noch dramatischere Auswirkungen hat. Wir gehen wie selbstverständlich davon aus das 1 Liter Wasser immer die gleiche Menge beschreibt, sowie ein Pfund Mehl oder ein Kilo Zucker, also Konstanten sind. Wenn sie dieses aber sind, so können nach unserem heutigen Stand des Wissens über die Mathematik, 2 x 1 Liter Wasser nicht 2 Liter Wasser sein. Da 2x 1 Liter Wasser aber offensichtlich mehr sind als 1 Liter Wasser, bleibt nur die Konsequenz, das 1 Liter Wasser ebenso wenig wie 1 Pfund Butter, eine konstante Größe beschreibt. Eine solche Konsequenz stellt unser Alltagsbild auf den Kopf und ist doch schon lange zuverlässig beschrieben. Würde man, was wir nicht können die Anzahl der H2O Moleküle eines Liter Wasser zählen, so würde man bei dem zweiten Liter eine andere Anzahl finden. Entgegen unserem Alltagsverstand ist es uns sehr viel präziser möglich, eine für die menschliche Vorstellungskraft unvorstellbar große Konstante, wie die Lichtgeschwindigkeit zu verifizieren, als ein Alltagsmaß des Kleinen, wie ein Liter genau zu bestimmen. Einstein beschrieb mit Hilfe von deterministischen Systemen, der Gravitation und der Mathematik scheinbar zuverlässig das Universum und die Interaktion von Körpern in ihm, jedoch stellte sich bei genauerer Beobachtung heraus, dass die von ihm vorher gesagten Interaktionen von Körpern im Kosmos nur dann eintraten, wenn man wesentliche größere interaktive Massen zu Grunde legte. Es war unter anderem, zu beobachten das Galaxien aufgrund der sichtbaren Materie und messbaren Energien, nicht ihre Strukturen halten dürften. Anhand der Wirkungen, als beobachtbare Reaktionen der Interaktionen, besteht das Universum nur aus ca. 5% sichtbarer Materie und messbarer Energie und zu 72 % aus nicht messbarer Energie, sowie zu 23% aus nicht sichtbarer Materie.
Der indeterministische Anteil des Universums, der nicht verifizierbare und nicht kausal zu begründende, liegt bei ca. 95%, gegenüber einem deterministischen, verifizierbaren und kausal zu begründendem Anteil von 5%. Dieser überwiegend indeterministische Anteil des Universums wird heute, dunkle Materie und dunkle Energie genannt, wobei sich der Zusatz, Dunkel, nicht auf eine Farbgebung, sondern auf den Umstand des im dunklen Liegens, also dem Unbekannten bezieht. Wir verdrängen leider allzu häufig, dass das Universum nicht nur aus Systemen besteht, die in den unermesslichen Weiten des Kosmos, in Form ferner Galaxien, erkennbar sind, sondern das wir in gleichem Maße und bis in den kleinsten Teil unseres Lebens und unserer Umwelt, Teil dieses Universums sind und seinen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Die indeterministische Welt der dunklen Materie ist kein kosmologisches Phänomen, sondern maßgeblicher Anteil, all dessen was uns umgibt und verdeutlicht uns, das die uns so vertraute Umwelt zu 95%, von uns weder erkannt noch gemessen werden kann.

Die Verbindung dieser Welten des unvorstellbar Großem, gemäß seiner Relativitätstheorie und des sehr Kleinem, wie den Verhaltensweisen der Sauerstoff- und Wasserstoffatome in einem Liter Wasser, war die selbst gestellte Lebensaufgabe Einsteins, an deren Erfüllung er scheiterte und die einen weiteren Irrtum der Naturwissenschaften offenbart. Die Welt des sehr Kleinen ist das Erklärungsgebiet der Quantenphysik, deren Phänomene noch viel tief greifender und weit reichender für die menschliche Erkenntnis sind, als die der Relativitätstheorie und von einem Großteil der menschlichen Bevölkerung noch nicht ansatzweise in ihrer Aussage und insbesondere nicht in ihrer Konsequenz verstanden wurden. Die Theorien der Quantenphysik sind bereits über sechzig Jahre bekannt und beschreiben die Entitäten sicherer und genauer als alle anderen uns vorliegenden wissenschaftlichen Welterklärungsmodellen. Sie beschäftigen sich mit den Eigenschaften subatomarer Teilchen, so genannten Elementarteilchen und gehen davon aus, dass Energie nicht kontinuierlich, sondern Paketweise, also in Form von Quanten existiert.
Früher dachte man, dass Licht aus Wellen besteht und Elektronen, Neutronen und Protonen Teilchen sind. Man hat jedoch festgestellt, dass Licht manchmal einen Wellencharakter und manchmal einen Teilchencharakter hat und das gilt auch für die anderen oben genannten Teilchen. In dem wohl bekanntesten Versuch der Quantenphysik, den ich hier beschreiben möchte, ist der Teilchencharakter des Lichts zu beobachten. Man nimmt eine Metallplatte und bestrahlt diese mit Licht. Nun ist festzustellen, dass bei einigen Atomen der Metallplatte ein Elektron die Atomhülle verlässt. Wenn wir jedoch den Fall annehmen, dass keine Elektronen die Atomhülle verlassen würden, antwortet die klassische Physik, dass die Intensität zu gering ist und entweder eine stärkere Lichtquelle zu nehmen sei oder die Lichtquelle der Metallplatte genähert werden müsste. Licht besteht aber aus Photonen und, auch wenn man eine größere Intensität hat und somit mehr Photonen auf die Elektronen zuströmen, absorbiert jedes Elektron nur ein Photon. Das heißt, dass die Energie der Photonen dafür verantwortlich ist, ob ein Elektron die Atomhülle verlassen kann oder nicht. Die Elektronen werden nämlich vom positiv geladenen Atomkern festgehalten, so dass sie eine bestimmte Energie brauchen, um den Elektronenverband verlassen zu können. Man muss also in einem solchen Fall Strahlung mit einer kürzeren Wellenlänge nehmen, damit sich Elektronen lösen können. Je kürzer die Wellenlänge ist, desto größer sind die Energie und die Frequenz. Dieser so genannte Photoeffekt ist abhängig von der Wellenlänge.
Wenn man die genaue Position anhand der Geschwindigkeit eines Teilchens messen will, muss man dazu Licht beziehungsweise Strahlung mit einer anderen Wellenlänge benutzen. Je größer die Wellenlänge ist, die man wählt, desto ungenauer ist die Position, aber die Geschwindigkeit wird von der Messung selbst wenig beeinträchtigt. Wenn man nun jedoch Strahlung mit einer kürzeren Wellenlänge nimmt, wird die Position genauer; die Geschwindigkeit wird von dieser Strahlung jedoch stark beeinflusst. Das heißt, je genauer wir das eine messen wollen, desto ungenauer wird das andere.

Dieses Phänomen wird als die Heisenbergschen Unschärferelation benannt und widerspricht einer naturwissenschaftlichen und mathematischen Grundregel, welche besagt, das eine immer genauere Beobachtung, oder Berechnung, auch ein immer genaueres Ergebnis zur Folge haben muss. Es ist also nicht so, dass die Elektronen schön geordnet den Atomkern umkreisen, sondern man muss sich vorstellen, dass sie sich auf bestimmten Energieniveaus befinden. Es gibt jedoch so genannte Orbitale, in denen es am wahrscheinlichsten ist, dass sich Elektronen aufhalten, aber sicher ist es nicht. In der Quantenphysik rechnet man also mit Wahrscheinlichkeiten. Es ist also so, das die kleinsten Teilchen, aus denen wir und die uns umgebende Welt bestehen, nicht berechenbar sind und das nicht, weil wir das nicht vermögen, sondern weil jede genauere Berechnung allein schon aus der Tatsache das wir sie vornehmen, diese unberechenbarer macht.
Ein weiteres Phänomen welches nicht den als universell geltenden naturwissenschaftlichen Gesetzen folgt, ist die Teilchen-Welle-Dualität. Sie lässt sich durch einen weiteren, einfachen und faszinierenden Versuch darstellen. Benötigt werden eine Lichtquelle, eine Trennwand mit zwei Löchern und ein Schirm. Auf der einen Seite steht die Lichtquelle und auf der anderen der Schirm. Dazwischen befindet sich die Trennwand. Wenn wir nun Licht durch die Trennwand hindurchschicken, sehen wir am Schirm ein Interferenzmuster. Die Maxima liegen bei diesem Interferenzmuster nicht hinter den beiden Löchern, sondern es befindet sich ein Maximum zwischen den beiden Löchern, denn sonst wäre es kein Interferenzmuster. Rechts und links von diesem Maximum gibt es dunkle Flächen und wieder helle, die aber nicht so hell sind wie das Maximum in der Mitte. Danach folgen wieder zwei dunkle Flächen. Dieses Ergebnis verwundert nicht, wenn man die Annahme verlässt es würde sich um Teilchen handeln und erkennt, dass es Wellen sind und, da einige Wellen einen weiteren Weg von der Lichtquelle zum Schirm zurücklegen müssen als andere, verstärken sich die Wellen an manchen Stellen und an anderen heben sie sich auf. Dort, wo zwei Wellenkämme auf einander treffen, verstärken sie sich und dort, wo ein Wellenkamm und ein Wellental aufeinander stoßen, heben sie sich auf. Wenn man ein Loch zuhält, liegt das Maximum nur hinter dem offenen Loch. Nun ersetzen wir jedoch die Lichtquelle gegen eine Elektronenquelle und führen den Versuch noch einmal durch. Auch bei den Elektronen erhalten wir, wenn beide Löcher offen sind, ein Interferenzmuster. Das beweist den Wellencharakter von Elektronen, welche entweder Welle oder Teilchen sein können. Anschließend lassen wir nicht mehr einen Strom von Elektronen durch die Trennwand durch, sondern nur ein Elektron nach dem anderen. Wenn nur ein Elektron nach dem anderen die Apparatur durchläuft, kann es sich nicht selbst behindern und, da es nur durch das eine oder durch das andere Loch fliegen kann, würden der physikalischen Annahme nach hinter den beiden Löchern die beiden Maxima erscheinen und kein Interferenzmuster. Es entsteht jedoch ein Interferenzmuster und nur beim Schließen eines Loches entsteht kein Interferenzmuster mehr. Das ließe aber die Annahme zu, dass Elektron müsste wissen ob beide Löcher offen sind oder nur eins und das auch noch vor seinem Start, da es aufgrund der Geradlinigkeit seiner Flugbahn schon vorher eine festlegen musste. Wenn wir versuchen zu messen durch welches Loch das Elektron durchgeht, entsteht am Ende wieder kein Interferenzmuster, sondern zwei Maxima hinter den beiden Löchern. Es ist also falsch zu sagen, dass das Elektron durch das eine oder das andere Loch durchgeht, aber es lässt sich feststellen, dass es durch beide gleichzeitig oder durch keines der beiden Löcher geht. Daraus folgt also, dass nichts real ist bis es ein Beobachter gesehen hat.

Man kennt zwar keine direkte Wechselwirkung zwischen dem Elektron, dem Beobachter und der Apparatur, aber trotzdem muss es eine solche Wechselwirkung geben. Es gibt also viele Möglichkeiten für ein Elektron und erst durch unsere Beobachtung muss sich das Elektron entscheiden einen der möglichen Wege zugehen. Wenn es also durch eines der Löcher geht, ist es klar, dass hinter den beiden Löchern die Maxima entstehen werden. Das bezeichnet eine Wahrscheinlichkeitswelle, einen Kollaps der Wellenfunktion und es ist nicht mit Sicherheit zu sagen wo sich ein Teilchen befindet, sondern nur zu erkennen wo es am wahrscheinlichsten ist, dass es sich befindet. Daraus folgt, dass so lange wir etwas beobachten, es real ist und sobald wir es nicht mehr beobachten, es nicht mehr real ist. Ein auf diese Schlussfolgerungen aufgebautes Gedankenexperiment wurde nach dem Haustier eines bekannten Quantenphysiker benannt: Schrödingers Katze. Hierzu steckt man eine Katze in eine Kiste, in der sich eine radioaktive Probe und ein Fläschchen Gift befinden. Der radioaktive Zerfall geschieht spontan und kann nicht vorher gesagt werden. Sobald in der verschlossenen Kiste ein Atom dieses radioaktiven Präparates zerfällt, wird das Fläschchen zerbrochen und die Katze stirbt.

Die Quantenphysik beweist, solange nicht nachgeschaut wird, ist die Katze entweder lebendig und gleichzeitig tot oder weder lebendig noch tot, da ein Ergebnis sich erst einstellt, wenn wir nachschauen. Diese Phänomene sind nicht nur mit Hilfe naturwissenschaftlicher Gesetze nicht vorhersagbar, sondern würde man eine universelle Gültigkeit der uns bekannten Naturgesetze annehmen, auch unmöglich. Die Tatsache das diese Phänomene aber auftreten, lässt zwar die Vermutung zu, das sie Naturgesetzen folgen, die uns nicht bekannt sind, besagt aber auch, das die uns bekannten Naturgesetze keine Gültigkeit, zumindest keine Allgemeingültigkeit haben, was einer Nichtgültigkeit gleichkäme, da ihr Anspruch von Seiten der Naturwissenschaften universell ist.
Ein weiteres Phänomen ist die Raum-Zeit. Alles, was mit menschlicher Erkenntnis erfasst werden kann, also der Raum und die Zeit, werden als Raum-Zeit bezeichnet. Dies umfasst drei räumliche Dimensionen und eine vierte: die Zeit. Es gibt so genannte Raum-Zeit-Diagramme. So wird es möglich auf der senkrechten Achse die Zeit zu bezeichnen und auf der waagerechten Achse den Raum. In ein solches Diagramm können Weltlinien eingezeichnet werden. Wenn wir also an einem Punkt stehen, ist die Weltlinie eine Parallele zur Zeitachse, da hier nur die Zeit verstreicht. Je schneller wir uns bewegen, desto mehr nähert sich die Weltlinie der Raumachse. Die Weltlinie eines Objekts, das sich mit einer unendlichen Geschwindigkeit ausbreitet, wäre eine Parallele zur Raumachse, also, ohne dass Zeit verstreicht. Die uns bekannten Bewegungen können also durch Weltlinien beschrieben werden, die von unten nach oben, von unten links nach oben rechts gehen oder die von unten rechts nach oben links gehen. Weltlinien, die jedoch von oben nach unten gehen, von oben rechts nach unten links und von oben links nach unten rechts, würden Bewegungen in der Zeit rückwärts darstellen. Für uns sind jedoch Bewegungen in der Zeit rückwärts etwas Unvorstellbares, für Photonen jedoch, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten ist es egal, ob sie sich in die Vergangenheit oder in die Zukunft begeben. Daraus folgt, dass aus Nichts etwas entstehen kann. Nach der bekannten Gleichung E=mc2 Albert Einsteins kann man Materie in Energie und Energie in Materie umwandeln. Aus einem nicht existierenden Photon kann also ein Elektronen – Antielektronen Paar entstehen, das wieder miteinander kollidiert, um ein Photon zu erschaffen. Das geht deshalb, weil Photonen keinen Unterschied zwischen der Vergangenheit und der Zukunft kennen. Wenn man nun die Raum-Zeit so stark verzerren würde, dass die Zeit eine der drei Raumdimensionen einnehmen würde und diese Raumdimension die Zeitdimension einnehmen würde, so wären Zeitreisen denkbar, weil wir uns im Raum vorwärts und rückwärts bewegen können. Es ist in der Praxis jedoch nahezu unmöglich die Raum-Zeit so stark zu verzerren, denn dafür braucht man ein unbegrenzt starkes Gravitationsfeld. Auch hier ist zu erkennen, das naturwissenschaftliche Grenzen der Unmöglichkeiten nicht existieren die sich auf eine definierte Welt Realität beziehen. Wobei es nicht nur unmöglich ist eine Realität mittels den Naturwissenschaften zu definieren, sondern sogar nicht einmal angenommen werden kann, dass nur von einer Realität auszugehen ist.
Wir müssen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es viele Realitäten gibt. Dass heißt, dass wir dann wieder sagen können, dass das Elektron beim Doppelspaltversuch in der einen Realität durch das eine Loch geht und in einer anderen durch das andere. Es erfolgt also eine Spaltung. Man kann sich das ganze wie einen Baum vorstellen, bei dem sich die Zweige in immer weitere Zweige spalten. Man könnte dann auch sagen, dass in unserer Welt Schrödingers Katze entweder tot oder lebendig ist und in einer anderen Realität genau das Umgekehrte geschehen ist, wobei beide Realitäten nur einen Ausschnitt aus einer unbegrenzten Anzahl von möglichen Realitäten wiedergibt und zwar die, die von unserem Beobachtungs- oder Messpunkt abhängig sind. Bei Zeitreisen nach dem Modell Einsteins Relativitätstheorie geht man davon aus, dass, wenn man seinen Vater noch vor seiner Geburt tötet, man selbst verschwindet. Wenn jedoch eine unbegrenzte Anzahl von Realitäten vorliegt, ist es möglich, dass man seinen Vater nur in einer Realität umbringt, man selbst aber trotzdem in einer anderen weiter Existieren kann, da dort der Vater ja noch lebt.

Die Existenz des Multiversums, also einer unendlichen Anzahl von Universen, ist die logische Konsequenz aus den Phänomenen der Quantenphysik und zeigt eine Welt, die aus einer Vielzahl von Welten besteht, in denen auch wir unendlich oft existieren, existiert haben und existieren können und die alle miteinander in Verbindung stehen können. Sie wird von den Naturwissenschaften noch immer abgelehnt, obwohl sie von den führenden Physikern, Daniel Deutsch und Stephen Hawking, mindestens ebenso hartnäckig verteidigt wird und ihre Nichtexistenz wohl nur noch deshalb postuliert wird, weil sie alle physikalischen und kulturhistorischen Werte auf den Kopf stellt.
Dem Multiversum sind zwei Annahmen zugrunde gelegt. Stark vereinfacht lauten sie: erstens, es gibt nur eine tatsächliche existente Zeit – die Gegenwart und zweitens, der Urknall ist eine physikalische Folge der Singularität und kein einmaliges Ereignis, sondern ein sich vielfach wiederholender Vorgang. Die Existenz nur einer tatsächlich existierenden Zeit anzunehmen widerspricht nicht unseren Alltagserfahrungen. Alle Ereignisse, von denen wir Kenntnis erhalten können, sind Ereignisse der Gegenwart. Alles, was in der Vergangenheit liegt und von dem wir noch Kenntnis haben beruht auf Dokumentationen und Erinnerungen, die an sich zeitlos sind, sobald wir sie betrachten auch wieder in der Gegenwart liegen und selbst wenn wir an zukünftige Ereignisse denken, tun wir dieses in der Gegenwart. Wir erklären uns die Zeit als einen Strahl, der etwas vor und etwas hinter uns zulässt und wie ein Wind über die Erde weht in einer kontinuierlich bestehenden Welt, die durch den Fluss der Zeit verändert wird. Diese Annahme ist falsch. Das Universum, die Erde und wir selbst sind nicht Zeuge einer unabhängigen Dimension: Zeit, sondern diese ist Teil von uns. Unser gesamtes Universum ist nur deshalb in dieser Form existent, weil es einen bestimmten Punkt im Raumzeitkontinuum beansprucht und, nur weil wir diesen gleichen Punkt aus einer Raum- und einer Zeitkoordinate innehaben: unsere Gegenwart, nehmen wir an diesem Universum teil und können es beobachten. Vergangenheit und Zukunft sind physikalisch nicht existent, waren nie existent und werden nie existent sein, zumindest nicht für unser Universum. Wenn wir nun wissen, dass alles Gegenwart ist und auch Geschehnisse der Vergangenheit, während sie geschahen Gegenwart waren und ebenso Ereignisse in der Zukunft Gegenwart sein werden, also Vergangenheit und Zukunft nur ein Produkt unserer Vorstellung ist, stehen wir wieder im Einklang mit einer physikalischen Gesetzmäßigkeit. Dieses bedeutet, dass in einem geschlossenen System wie unserem Universum sich nichts in nichts auflösen kann und alles, was das System beinhaltet, immer Teil des Systems war und immer sein wird, also vergangene Geschehnisse auch nicht in einer Vergangenheit verschwinden können. Alle Ereignisse, die nach unserer Vorstellung hinter oder vor uns liegen, müssen also in die gleiche Zeit verschoben werden – unsere Gegenwart. Da diese Ereignisse unserer gefühlten Vergangenheit oder Zukunft nicht jetzt und hier in unserem Bezugssystem vorliegen, aber auch nicht vor oder hinter uns liegen, lässt dieses nur einen logischen Schluss zu: sie müssen parallel von uns stattfinden in Welten, die für uns nicht einsehbar sind, den Paralleluniversen, deren Gesamtheit das Multiversum ausmachen.
Auch die zweite Annahme, dass der Urknall nicht ein einmaliges Ereignis gewesen sein kann, liegt auf der Hand. Der Urknall war das erste Ereignis nach der Singularität und das erste Ereignis in unserem Universum, das durch ihn geschaffen wurde. Die heutige Beschaffenheit unseres Universums ist eine direkte Folge aus dem Urknall. Was bedeutet, dass dem Urknall die gleichen Gesetzmäßigkeiten zu Grunde lagen wie unserer heutigen Welt, also auch die Gesetzmäßigkeiten der Physik. Von den Gesetzen der Physik wissen wir zumindest soviel, dass sie nicht nur ein einziges Mal funktionieren, sondern bei der Vorgabe der gleichen Grundannahmen immer wieder. Die Annahme, dass der Urknall kein einmaliges Ereignis war, ist nicht nur möglich, sondern von größerer Wahrscheinlichkeit als die Annahme eines einmaligen Ereignisses. Ein mehr- oder vielfacher Urknall hat die Konsequenz der Existenz mehrerer oder unendlich vieler Universen, die alle den gleichen Raum annehmen müssen, da sie demselben Grund: der Singularität entspringen.
Unsere Welt besteht aus einer unendlichen Anzahl von sich überlagernden, in sich verschränkten und parallel existierenden Universen, wobei unsere persönliche Existenz nicht auf ein Universum beschränkt sein muss, sondern in allen möglichen Formen und Arten vorstellbar ist.
Ähnlich wie bei Heisenbergschen Unschärferelation ist unser tatsächlicher Standort an einem Ort, also einem Universum, nicht sicher zu bestimmen. Wir können also in allen Welten gleichzeitig sein, wobei unser Sein in diesem Universum, also in dieser Form und Art, sich nur durch die Art unserer Betrachtung, also den Gesetzmäßigkeiten an die unsere eigene physische Existenz gebunden ist.
Einstein sagte einmal : „Gott würfelt nicht“ und bekannte sich damit zu einem deterministischen Weltbild, einer Welt in der das Kausalitätsprinzip herrscht und es keine Zufälle gibt, einer Welt in der die Naturwissenschaften mit Hilfe ihres Universalinstrumentes der Mathematik alles hinreichend genau erklären können, oder zukünftig dazu befähigt sein werden. Doch Einstein irrte und auch wir sehen die Welt noch immer durch die Brille der allfähigen Wissenschaften. Die Phänomene der Relativitätstheorien und der Quantenphysik, die so unvereinbar mit unserer Realität zu sein scheinen, sind dieses nicht mehr wenn wir eine Grundannahme ändern. Unsere Welt ist nicht Deterministisch sondern Indeterministisch.
Die Welt unserer Realitäten ist deterministisch, wir gehen davon aus, dass alle Ereignisse nach feststehenden Gesetzen ablaufen und sie durch diese vollständig bestimmt, also determiniert sind. Realität ist für uns auch, dass bei bekannten Naturgesetzen und dem vollständig bekannten Zustand eines Systems der weitere Ablauf aller Ereignisse prinzipiell vorherbestimmt ist und folglich kein echter Zufall als Geschehnis ohne kausale Begründung existieren kann. Dies hat die Berechenbarkeit jedes Systems zur Folge und führt zu dem Schluss, dass keine Wirkung ohne Ursache möglich ist, dem uns wohlbekannten Kausalitätsprinzip.

Den Umstand, dass wir in der Praxis nicht alle Ereignisse in einem System vorher bestimmen können, erklärt der Determinismus mit unserer Unwissenheit bezüglich aller Naturgesetze und den Erkenntnissen der Chaosforschung. Die Chaosforschung ist die Lehre der nichtlinearen Gleichungen. Sie erklärt stark vereinfacht, dass sehr wohl alles in einem kausalen Zusammenhang steht und der Flügelschlag eines Schmetterlings in Afrika einen Tornado in Amerika auslösen kann, dass wir aber aufgrund der nahezu unbegrenzten Menge der Einflüsse, die zwischen zwei Ereignissen einwirken, eine Voraussage nicht treffen können, solange zwei Ereignisse nicht räumlich und zeitlich so nahe beieinander liegen, dass wir mit unseren begrenzten wissenschaftlichen Methoden die Berechnung anstellen können. Der Determinismus war bis Mitte des 20.ten Jahrhunderts eine unumstößliche Größe in allen Naturwissenschaften und die Basis der Gravitationstheorie Isaac Newtons und der speziellen sowie der später veröffentlichten allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins.

Der Indeterminismus bezeichnet den philosophischen Ausgangspunkt, dass im Gegensatz zum Determinismus nicht immer eine kausale Kette vorhanden sei, obwohl sie es kann. Nicht jede Entität benötigt eine Ursache und gesteht die Existenz des echten Zufalls ein.
Als Heisenberg die Quantenmechanik: die Lehre der Mikroteilchen begründete, stieß er auf seltsame Phänomene, die sich präzise beschreiben und empirisch beweisen ließen, aber in Konkurrenz zu allen anderen Wissenschaftstheorien standen. Die Lichtquanten mit denen er experimentierte verhielten sich indeterministisch und bewiesen Eigenschaften, die nach Auffassung der Naturgesetze nicht möglich sind. Durch das Doppelspaltexperiment konnte schlüssig bewiesen werden, dass kleinste Teilchen, wenn sie nicht beobachtet oder gemessen werden, sich wie Wellen verhalten, sobald man sie aber beobachtet oder misst linear agieren. Weiterhin konnte bewiesen werden, dass Quanten über größte Entfernungen sich zeitgleich auch gleich verhalten. Wenn also ein Teilchen aufgrund dessen, dass es beobachtet wird nicht mehr als Welle, sondern linear agiert, reagiert auch das Teilchen, welches ursprünglich mit ihm verbunden war ohne einen Zeitverlust linear, unabhängig der zwischen den Teilchen bestehenden Entfernung. Die den Indeterminismus aber am stärksten begründende Beweisführung war die Entdeckung der Tatsache, dass Teilchen entstehen können, ohne dass sie einer Wirkursache, also einem kausalem Grund dazu bedürfen. Quanten haben die Eigenschaft ohne jegliche naturwissenschaftliche Begründung, also ohne jegliche Wirkursache sich selbst aus dem Nichts zu schaffen, alleine aus dem Grund, dass es möglich wäre, dass es sie gibt. Die Erkenntnisse der Quantenmechanik scheinen mit unserer Realität zu konkurrieren sowie Determinismus und Indeterminismus miteinander zu konkurrieren scheinen. Diese augenscheinliche Unverträglichkeit beider Thesen stellt aber nur scheinbar eine Konkurrenz dar. Diese Konkurrenz hebt sich auf, wenn man beide Theorien nicht in Konkurrenz stellt, sondern sie unabhängig von einander zur Erklärung heranzieht. Wenn wir also akzeptieren, das unsere Welt indeterministisch ist, und bereit sind anzuerkennen, das die Dinge an sich in Ihrem Grunde indeterministisch und erst durch Interaktion deterministisch werden, so können wir mit ausreichend hoher Wahrscheinlichkeit annehmen das unsere Welt im Grunde und zum größten Anteil Indeterministisch ist, aber auch einen deterministischen Anteil zu haben scheint, der offensichtlich nicht nur der Teil ist, auf den sich die naturwissenschaftlichen Gesetze beziehen, sondern auch der einzige zu sein scheint der mit unserer Erfahrungswelt übereinstimmt, mehr noch der einzig ist, der durch unsere Sinne wahrnehmbar ist.

Naturgesetze und in Folge dessen auch Naturwissenschaften, als ihre Lehre, gelten nur für einen begrenzten, den für uns wahrnehmbaren, kleinen Teil eines Gesamten und können demnach auch nur einen begrenzten Teil der gesamten uns umgebenden Welt beschreiben. Dies hat zur Folge das unser Handeln, welches wir an unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten, in Bezug auf die uns erfahrbare Welt, noch sinnvoll sein zu scheinen vermag, dieses in Bezug auf die tatsächliche Beschaffenheit und die Gesamtheit der Dinge an sich, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ist.

Aber nicht nur der universelle Anspruch der Naturgesetze und Ihrer Wissenschaft, für alle Entitäten gültig zu sein, ist nicht haltbar, sondern auch die zeitliche Gültigkeit dieser ist sachlich nicht zu begründen. Die Naturwissenschaft sagt uns, Naturgesetze, also physikalische, chemische und biologische Gesetze sind gültig seit der Schaffung des Systems in dem sie wirken. Gemeint ist damit seit Anbeginn unseres Universums. Wir haben so gut wie keine Erkenntnisse zum Auslöser unseres Universums, dem Urknall, verfügen aber bereits über sehr detailliertes Wissen, zu der Beschaffenheit unseres Universums in der Sekunde 1 nach dem Urknall. In dieser Sekunde 1 nach dem Urknall stand das Universum noch am Beginn seiner Expansion. Weder Galaxien noch Sterne oder Körper, nicht einmal Atome hatten sich bereits gebildet, dafür war es in dem expandierenden Plasma mit einer Temperatur von vielen Millionen Grad zu heiß. In diesem Umfeld anzunehmen, es habe bereits DNA Baupläne oder Regeln zur Vererbung genetischer Muster gegeben, widerspricht den beobachtbaren Prinzipien der kosmologischen Evolution.

Naturgesetze waren nicht schon immer da, sie entwickelten sich mit und aus Anlass der entstehenden Entitäten, nach den Prinzipien der Machbarkeit, welches wohl eines der ersten Naturgesetze gewesen zu sein scheint und anzunehmen ihre Entwicklung sei dann irgendwann abgeschlossen gewesen widerspricht ebenfalls den beobachtbaren Prinzipien. Ein beständig fortwährender Prozess sich immer neu schaffender Entitäten bringt unaufhörlich neue Naturgesetze mit sich, die mit anderen Entitäten in Interaktion treten, mit diesen kompatibel sind oder einander verdrängen. Naturgesetze sind keine statischen Größen, sondern den Entitäten anhaftenden und durch sie bestimmte Regelwerke, die sich beständig den Veränderungen der Entitäten anpassen. Naturgesetzen eine beständige Gesetzmäßigkeit anzuhaften, hieße von den Entitäten anzunehmen, dass diese keiner Entwicklung folgen und würde der Annahme gleichen unser Universum und seine Bestandteile sei ein unveränderliches, statisches Konstrukt, welches demnach weder Anfang noch Ende haben dürfte.
Auch bezüglich unseres eigenen Lebens haben Naturgesetze keinen allgemeingültigen Anspruch. Es gibt drei wesentliche Theorien, die die Frage, nach einer allgemeingültigen Gesetzmäßigkeit des Lebens zum Inhalt haben. Die älteste dieser Theorien ist der Kreationismus, als die Auffassung, dass die wörtliche Interpretation der Heiligen Schriften der abrahamitischen Religionen die tatsächliche Entstehung von Leben und Universum beschreibt.

Der Kreationismus erklärt beides durch den unmittelbaren Eingriff eines Schöpfergottes in natürliche Vorgänge, was sich entweder auf die Schöpfung aus dem Nichts oder die Entstehung von Ordnung aus zuvor existierendem Chaos bezieht.
Der Lamarckismus ist die Theorie, dass Organismen Eigenschaften an ihre Nachkommen vererben können, die sie während ihres Lebens erworben haben. In strengem Sinne gilt diese Theorie als nicht mehr haltbar. Durch neueste Forschungsergebnisse der Genethik ist jedoch der Lamarckismus als Bestandteil des Neodarwinismus denkbar.
Der Neodarwinismus oder eigentlich synthetische Evolutionstheorie ist eine Erweiterung des Darwinismus durch die Erkenntnisse der Zellforschung, Genetik und Populationsbiologie. Der Darwinismus erklärt Evolution durch das zufällige Auftreten von Mutationen. Dieses zufällige Auftreten folgt jedoch deterministisch Regelwerken wie die Chaosforschung, die Lehre der nichtlinearen Gleichungen gezeigt hat. Mutationen sind kein evolutionäres Missgeschick, kein Unfall, sondern wichtiger und immer gewollter Teil des Prozesses – sie beeinflussen den Fortpflanzungserfolg von Mutanten positiv oder negativ. Dabei ist es eine statistische Gegebenheit, dass sich positive Mutationen auf lange Sicht in der Population anreichern und negative Mutationen aus der Population verdrängt werden. Das Kriterium für Positiv oder Negativ ist dabei aber nicht ausschließlich der Reproduktionserfolg, sondern ihre Existenz ist wertfrei, da sie durch ihre Existenz alle denkbaren Möglichkeiten eines Phänotyps durchspielen. Mutationen sind also im Sinne der Evolution nicht negativ, sie sind erbliche Veränderungen, welche die Gene und damit den Phänotyp verändern und diesen der natürlichen Auslese durch biotische und abiotische Faktoren: der Selektion aussetzen. Der Motor der Evolution ist der Selektionsdruck, der sich jeweils am Individuum selbst durchsetzt, da dieses sich zuallererst gegen seine Artgenossen durchsetzen muss. Die intraspezifische Konkurrenz ist der wichtigste Faktor, der zur Stabilität eines Genpools, einerseits und zum Auftreten neuer Merkmale andererseits beiträgt. Interspezifische Konkurrenz dagegen führt entweder zum Aussterben einer Art oder zur Konkurrenzvermeidung durch räumliche oder ökologische Verdrängung. Die Gene bestimmen einen Phänotyp, also die Spezies durch Festlegung der Bau- und Leistungsmerkmale eines Organismus. Die Struktur und Verteilung einzelner Populationen bestimmt die Entwicklung neuer Arten, wobei reproduktive Isolation hierfür die Grundvoraussetzung ist. Zu einer biologischen Art gehören damit alle Individuen, die miteinander in Genaustausch stehen und fruchtbare Nachkommen haben.
Damit liefert der Darwinismus das einzige Erklärungsmodell der Evolution, das ohne zusätzliche Annahmen auskommt. Der Darwinismus ist beinahe tautologisch, das heißt eine unvermeidliche Konsequenz aus der Tatsache, dass nur erbliche Merkmale an die kommende Generation weitergegeben werden und Mutationen gewollt, aber zufällig auftreten. Der Neodarwinismus kann als Erkenntnistheorie der Evolution nur dadurch gestürzt werden, dass man herausfindet, dass die Genetik anders funktioniert und bezieht sich nur auf alle der Biomasse zugehörigen Phänotypen.
Eine Ausnahme könnte jedoch der neuzeitliche Mensch bilden, der durch kulturelle Errungenschaften seine Umgebung zu seinen Gunsten so stark verändert hat, dass er damit verhindert, dass die darwinistische Evolution beim Menschen weiter greift. Gleichzeitig schafft er damit auch das Potential für einen bewussten Eingriff des Menschen in seine Evolution und damit eine kreationistische Evolution, wobei ironischer Weise der Schöpfergott durch den Menschen selbst ersetzt wird.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

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