Multi Kulti


Die Idealvorstellung einer Multi-Kulti Gesellschaft ist, dass eine Anzahl von Emigranten sich in das Staatsvolk eingibt und beide einen gemeinsamen ethisch, wirtschaftlichen Level einnehmen. Das hat eigentlich wenig mit Integration zu tun, da im Grunde nicht erwartet wird, dass die Emigranten in das Staatsvolk integrieren, sondern beide einen neuen, einen gemeinsamen Level schaffen. Es wird aus politischen Gründen fälschlicher Weise Integration genannt, um eine höhere Akzeptanz bei dem Staatsvolk und seinen Wählerstimmen zu erreichen, die nicht voraus zu setzen wäre, wenn man dem Staatsvolk erklären müsste, dass es gewisse soziale und wirtschaftliche Wertevorstellungen zwangsläufig nicht halten kann.
Jede Kultur hat gemeinsame Werte, welche auch die Basis des Vorhabens sind. Diese beziehen sich gewöhnlich auf Basiswerte wie z.B. die Nichtakzeptanz von Mord etc. Aber eben nicht nur gemeinsame, sondern auch deutlich differente Werte wie z.B. oft die Stellung der Frau. Diese differenten kulturellen Werte können aber nicht zur Disposition gestellt werde, da sie die jeweilige Kultur im Kern ausmachen, und ohne sie diese Kultur keinen Bestand hätte.
Sowohl der Emigrationsgruppe als auch dem Staatsvolk ist gemein, dass sie ein gewisses Harmoniebedürfnis haben und bei Kontakt versuchen ein Miteinander zu gestalten. Ein solches Miteinander beruht auf der Erkennung oder aber Schaffung gemeinsamer Werte, die als Indikator der Akzeptanz und des Verständnisses wirken. Grundsätzliche Werte sind hierbei gegeben und bedürfen keiner neuen Ausgestaltung, aber genau diese grundsätzlichen Werte kommen im Alltags miteinander, also in dem gefühlten und erlebten Kontakt, nicht zum tragen, sondern nur in Extremsituationen. Das Problem entsteht bei den vielen „kleinen“ kulturellen Werten, die eben nicht miteinander vereinbar sind.
Aus dem gefühlten Mangel an gemeinsamen Werten entsteht ein Automatismus – beide Gruppen beginnen sich gemeinsame Werte zu schaffen. Das Messen miteinander sowie die Feststellung des sozialen Ranges des jeweils anderen wird über einen gemeinsamen Wert vorgenommen. Der einzige über die kulturellen Barrieren wirkende Wert ist das Geld. Die Akzeptanz des jeweils anderen wird über seinen wirtschaftlichen Erfolg gemessen und das Verständnis des anderen um jeweilige Handlungsweisen an dem wirtschaftlichen Zweck seiner Handlungen. Das ist ein Phänomen, welches wir auch innerhalb eines Kulturkreises beobachten können, nur nicht in diesem verheerenden Ausmaße. Da zwischen der Emigrationsgruppe und dem Staatsvolk kein akzeptierter anderer gemeinsamer Wert vorliegt, führt es zwangsläufig zu einer immer höheren Bewertung des Faktors Geld. Zu befürchten ist, dass in absehbarer Zukunft der wirtschaftliche Status: das Geld, der einzige Wert sein wird, der zwischen diesen Gruppen überhaupt noch von Bedeutung ist.
Ein Entgegenwirken gegen diesen desaströsen Effekt ist von der Wirtschaft aus ihrem Eigeninteresse nicht zu erwarten, da sie ja Profiteur der Situation ist. Die zweite Kraft, die dem entgegen wirken könnte, wäre die Politik, die hier aber auch keinen Handlungsbedarf sieht, zum einen aus machtpolitischen Erwägungen, zum anderen, da ihr originäres Ziel ja eben nicht eine bessere, sondern eine besser zu verwaltende Gesellschaft ist und daher ein schlechter gemeinsamer Wert besser als kein gemeinsamer Wert ist.
Die Folgerung hieraus ist, solange es uns nicht gelingt gemeinsam akzeptierte Werte zu schaffen – die Basis für ein tolerantes Miteinander, solange ist Multi-Kulti abzulehnen und weitere Aufnahme von Emigranten zum Schutze einer nicht ausschließlich wirtschaftlichen Wertevorstellung zu unterbinden.
Es ist das Recht eines jeden Menschen eine Kultur zu besitzen, die ihm zu seiner Identität verhilft. Dieses Recht wird durch den Versuch Kulturen zu vermischen untergraben und durch den Versuch Kulturen geographisch zu verschieben gefährdet.
Ein Vermischen von Kulturen leiten wir aus der Globalisierung ab, aber diese Globalisierung hat nichts mit den Bedürfnissen von Kulturen oder Menschen zu tun, sondern dient dem Zweck der weltweiten wirtschaftlichen Expansion einen gemeinsamen Markt zu verschaffen. Kulturen leben durch ihre Differenzierung zu anderen Kulturen und sind geographisch an den Ort gebunden, der ihre Entwicklung erst zuließ. Sie stehen in Konkurrenz zu einer gemeinsamen Kultur, die es nicht geben kann, da wir nicht alle über die gleiche Geschichte verfügen, und somit in unserer Moralvorstellung andere Handlungsweisen erwachsen sind und geographische Eigenheiten, die zu grundsätzlichen Werten wurden, nur in einem begrenzten Gebiet ihre Gültigkeit haben und in einem anderen das Gegenteil bewirken würden.
Da eine Kultur geschichtlich gewachsen und örtlich gebunden ist, verbietet sich der Versuch der Schaffung einer Einheitskultur, aber auch die Wertung einer Kultur zu einer Leitkultur, die zwangsläufig zur Unterdrückung einer anderen Kultur führt.
Es macht einfach keinen Sinn Kulturen zu vereinigen, die aus sich heraus weder Basis noch Anspruch für eine Vereinigung haben, um sich dem vermeintlichen Zwang eines wirtschaftlichen – immer mehr – zu beugen.

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