Was können wir wissen?


stress

Systeme und ihre Komplexität.

Jede Entität, ob physikalisch, biologisch oder energetisch verfügt über eine strukturelle Komplexität, als eigene typische Beschaffenheit. Die uns umgebende Welt ist eine Welt der komplexen Entitäten und Systeme, die sich bilden, wenn Entitäten in Interaktion miteinander stehen. Dabei sind Systeme von höherer Komplexität als die Summe der interagierenden Entitäten.

Ihre Komplexität potenziert sich, sowie die Anzahl von möglichen Verknüpfungen von drei Faktoren in Interaktion mit weiteren drei Faktoren, nicht ihre Summe, also sechs mögliche Verknüpfungen ergibt, sondern neun mögliche Verknüpfungen, das Produkt der Potenzierung, drei zum Quadrat.

Für die menschliche Erkenntnis gilt der Grundsatz der komplexen Entitäten und Systeme analog. Dieser Grundsatz lautet: Zur Erklärung und damit zum Verständnis der Komplexität einer Entität oder eines Systems, bedarf es einer Entität oder eines Systems höherer Komplexität, als das zu Erklärende.

Hieraus ergibt sich ein zweifaches Dilemma für die menschliche Erkenntnis. Zum einen lässt sich mit menschlicher Erkenntnis, keine Wahrheit erklären, welche, durch den uns unbekannten indeterministischen Anteil, von höherer Komplexität ist, als die der menschlichen Wahrnehmung und seiner kognitiven Fähigkeiten.

Zum zweiten kann die menschliche Erkenntnis nur Entitäten und Systeme zur Hilfe nehmen, die von geringerer Komplexität als sie selbst ist. Würde sie sich einer höheren Komplexität als ihrer eigenen bedienen, würde sie durch die Interaktion mit diesem die Kontrolle und das Verständnis um sich selbst verlieren, da dieses ein Teil der ursprünglich höheren Komplexität als der eigenen werden würde.

Dennoch versucht der Mensch sich selbst zu erklären und manchmal sogar die ganze Welt.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

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  1. Hallo lieber Herr Sauren,

    wir hatten vor einiger Zeit schon einmal Kontakt via twitter. Ich hatte Ihnen Ciorans Logik des Zerfalls als Literaturempfehlung vorgeschlagen. Haben Sie schon einmal reinsehen können? Finde allein schon der erste Kurzessay über Fanatismus ist blendend gültig. Paßt strukturell auch ein bißchen zu Ihren Ausführungen von Heute zum Thema Komplexität. Ich denke in diesem Zusammenhang ist auch auf den Begriff (und sein Tun) Komplexitätsreduktion einzugehen. Ständig wachsende Komplexität durch sich permanant potenzierende Interaktivitäten – Billiarden neue e-mails pro Tag, von Twitter und facebook ganz zu schweigen – : Die Entität der virtuellen Welt, die nichts Ontisches und schon gar nichts Ontologisches hat sondern ein reines aus puren Differenzen zusammengesetztes imaginäres Etwas ist. In diesem Surrealem floaten wir und sind im Flow ohne das Bewußtsein dessen, dass uns ein System leitet, dessen Logik uns verschlossen ist. Vielmehr denken und empfinden wir im Floaten und im Flow: Wir sind eins mit dem Universum der Globalität aller Planenten aller Sonnensysteme: Wir sind im Glück. Und Glück, semantisch synonymisierbar mit Zufall wäre dann die Ebene, die hinter uns agiert, die wir aber nicht verstehen, weil wir auf das Verstehen und die Deutung ihrer Epiphänomene angewiesen sind in Form unseres Denkens, Wahrnehmens und Vorstellens. Ist also die nächst höhere Stufe der Komplexität, die die menschliche überbietet, die der glücklichen und unglücklichen Zufälle, die das Leben ausmachen?
    Wir können also nichts wissen außer das NICHTS. Und das Sein als purer Materialität der realen Widerständigkeit.

    Dr. Matthias A. Poos

    http://www.positioningconsulting.wordpress.com

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