Osama Bin Laden


Osama Bin Laden

Osama Bin Laden ist tot. Das ist die Nachricht, die Amerika an seine Verbündeten und mehr noch an seine Widersacher schickt. Sein Tod war, so wie er durch die Medien dargestellt wurde, mehr als die Beendigung seiner physischen Existenz. Es ist der Versuch einen Mythos aus den Köpfen und den Geschichtsbüchern der arabischen Welt zu tilgen, medial inszeniert durch die Feder seines Erzfeindes, der nach eigenen Ansprüchen, einzig legitimen weltpolitischen Ordnungsmacht, den Vereinigten Staaten.

Der saudische Großunternehmerssohn war das Gesicht, die Personifizierung des Terrors. In seinem Namen wurde tausendfach gemordet und gebombt, in seiner Ideologie wuchs ein militant islamisches Machtpotential gegen die westlichen Demokratien. Für die einen war der asketisch lebende Millionär, ein Heiliger und Gesandter seines Gottes, der mit Feuer und Schwert gegen die Gottlosen antrat, für die anderen ein gewissenloser Massenmörder, der seinen friedlichen Glauben in Terror und Gewalt um deutete. Unzweifelhaft ist die Tiefgläubigkeit dieses Mannes, aus der die Forderung nach Sühne wuchs, für die Demütigungen, die der Islam im Laufe seiner Geschichte hinnehmen musste.

Für uns Europäer sind die christlichen Kreuzzüge nicht mehr, als geschichtliche Ereignisse, ohne tieferen emotionalen Bezug. Für den Islam jedoch, sind sie eine immer noch schmerzende und blutende Wunde, die den Selbstanspruch an die Unbesiegbarkeit der gerechten Kämpfer Allah´s, in Frage stellt.
An dieses Fanal, sah sich Osama Bin Laden erinnert, als die gottlose Sowjetmacht in das muslimische Afghanistan einmaschierte und wurde seiner Überzeugung folgend, am Hindukush zum Gotteskrieger. In den Augen der arabischen Welt war der Rückzug der sowjetischen Armeen, nicht nur ein heroischer Sieg, der Bin Laden viele Sympathien brachte, sondern auch ein schlagender Beweis für die Stärke des Islam, der fortan keines Ungläubigen Hand, zur Hilfe brauchen würde.
Sein Hass wuchs ins Grenzenlose, als Saudi Arabien die gottlosen Armeen um Hilfe bat und ihre Stationierung im heiligen Land der Muslime zuließ. Osama Bin Laden erkannte einen neuen Feind, dessen Führer einen neuen Kreuzzug leitete und entschloss sich, dieser in seinen Augen, teuflischen Hydra aus dem Untergrund entgegen zu treten.

Das nach seiner Überzeugung, heilige Feuer der Läuterung, welches er über Teile der verwestlichten Welt brachte, löste in großen Teilen der immer noch konservativen muslimischen Bevölkerung Arabiens, Lob und Bewunderung aus, für den heldenhaften Kampf eines Märtyrers in der Ungerechtigkeit eines David gegen Goliath.
Für viele Muslime war Osama Bin Laden, jemand der die Erfüllung verhieß, die Buchstaben und Bilder des Koran, eines streitbaren Islam, der die Gottlosen mit dem Schwert verjagt, wahr werden zu lassen. Nahezu jeder in der arabischen Welt kennt seinen Namen, sein Gesicht. Seine Ideologie profitierte von seiner Popularität und diese hatte er ausgerechnet seinem ärgsten Feind zu verdanken. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, hob ihn aus der Masse der Gotteskrieger heraus. Er erklärte Osama Bin Laden zur besten Prime Time der US Medien, zu einem Top-Terroristen und zu Amerikas Feind.

Amerika hatte einen Mythos geschaffen und musste ihn nun besiegen um sein Gesicht zu wahren. Sowohl al Kaida, als auch die Vereinigten Staaten, haben die Terroranschläge, die vielen Toten und das unermessliche Leid der Betroffenen instrumentalisiert, um von ihren eigenen Taten abzulenken. Der Präsident der USA, als auch Osama Bin Laden, haben keine Skrupel gezeigt, als sie den Kampf eines terroristischen Netzwerkes gegen eine Supermacht, zu einem Kampf um die Vorherrschaft über die Welt, zwischen Gut und Böse, stilisierten.

Aus Sicht der Vereinigten Staaten, ist dieser Kampf nun entschieden und folgerichtig ließ das Weiße Haus verkünden: „Die Gerechtigkeit hat gesiegt.“ Doch nicht der Tod des Al Kaida Führers, ist der Kern der Story, die über die Nachrichtenticker lief.
Amerika hat eine unüberhörbare Botschaft an die Welt gesandt. Wie so oft, bei großen Siegen, ist nicht der Inhalt, sondern die Botschaft die Nachricht.
Spekulation ist, ob Präsident Obama seine schlechten Umfragewerte im Hinterkopf hatte, als er den Einsatzbefehl gab, oder ob Amerika eine Tür suchte, sich eines unliebsam gewordenen Krieges zu entledigen.
Fakt ist, Amerika gab ein Statement ab. Es präsentierte seinen Todfeind, mit zwei Kugeln im Kopf und versenkte seinen Leichnam im Indischen Ozean. Ein tödlicher Kopfschuss schien den Strategen der amerikanischen Regierung nicht ausgereicht zu haben, um der Welt zu verkünden, dass Osama Bin Laden tot ist. Es war der amerikanischen Regierung wichtig zu bekunden, dass es zwei Kopfschüsse waren, zur Besicherung eines ganz sicheren, eines doppelten Todes. Das Versenken des Leichnams im Meer war nicht der misslungene Versuch eines Begräbnisses nach muslimischen Regeln, sondern ein symbolischer Akt für die Aussage, das er nie wieder auftauchen werde. Amerika diktierte der Welt, mit großer Symbolik und über alle sprachlichen Barrieren hinweg, die Botschaft. Sie lautet: „Diese Geschichte ist unwiederbringlich zu Ende. Es wird keine Antworten geben.“ Amerika hat sich entschieden, das all die Fragen um den Verbleib Osama Bin Ladens über fast zehn Jahre, die Gerüchte über seine etwaige Zusammenarbeit mit amerikanischen Behörden und das Ausmaß seiner tatsächliche Beteiligung an den Terror Anschlägen, nicht beantwortet werden. Amerika hat entschieden die Deutungshoheit zu übernehmen und somit, dass die Geschichte in ihrer heute diktierten Lesart, auch die zukünftige sein wird. Amerika hat verstanden, dass dieser und zukünftige Kriege von denen verloren werden, die einer zunehmend vernetzten Weltöffentlichkeit, unangenehmen Fragen beantworten müssen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, die öffentlich bekannte Freude unserer Bundeskanzlerin über den Tod Osama Bin Ladens, als Akt der vorauseilenden Unterwerfung unter das Diktat der Deutung.

Es ist unzweifelhaft das die Tötung Bin Ladens ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht, das Internationale Kriegsrecht, geltendes amerikanisches und nicht zu vergessen, pakistanische Recht war, aber es dürfte ebenso unzweifelhaft sein, dass wegen dieses Rechtsbruches der Internationale Gerichtshof in Den Haag nicht angerufen wird.

Als Kollateralschaden dieser militärischen Kommandoaktion, hat Amerika eine zweite Botschaft wissentlich in Kauf genommen und diese wurde mit besonderem Argwohn in der arabischen Welt aufgenommen.
Entgegen dem zu jedem Anlass und jeder Unzeit propagierten Anspruch an die eigene Rechtsstaatlichkeit, schien die Supermacht keine moralische Bedenken zu haben, diesen zur Bemessung der eigenen Handlung, nicht anzulegen. Dieser Anspruch an Gerechtigkeit gegen jedermann und das machte die Tötung Bin Ladens deutlich, gilt nur dann, wenn vitale amerikanische Interessen nicht tangiert sind. Sobald aber die amerikanische Regierung, ihre Reputation, oder ihre Ziele in Gefahr sieht, behält sie sich das Recht vor, jeden an jedem Ort, mit jedem Mittel und zu jeder Zeit, zur Rechenschaft zu ziehen. Rechtsstaatliche Ansprüche, wie die Prüfung der Tatbeteiligung und Anhörung des Beschuldigten, vor einem ordentlichen Gericht, werden schlicht ignoriert.

Es ist bezeichnend, dass die Weltöffentlichkeit sich regelmäßig in einem medialen Aufschrei empört, wenn dieses von einem irgend einem anderen Land gefordert wird.

Ob dies alles, für das Osama Bin Laden Symbol war, jedoch nun tatsächlich endet,wird das Ergebnis des zukünftigen Verhaltens der westlichen Welt, gegenüber den muslimischen Staaten sein. Aus ihrer Sicht, ist der Westen nichts weiter als eine gigantische seelenlose Maschinerie, die andere an den Früchten von Reichtum und Wohlstand nur teilhaben lässt, wenn sie sich dem westlich – demokratische System unterwerfen oder, nach alter Sitte der Kreuzzüge mittels des Schwertes dazu gezwungen werden.
Osama Bin Laden und jene die ihm folgen werden, begannen nicht mit dem 11. September 2001. Jene, die im Namen Allah´s, die Ungläubigen bekämpfen, fanden und finden ihre moralische Rechtfertigung im Koran und den Hadithen, aber ihre Ursache in dem Verhalten der westlichen Demokratien gegenüber dem Islam.

Es ist an uns, als den wirtschaftlich und militärisch führenden Nationen, zu akzeptieren, das jedes Volk die Freiheit hat über sein Schicksal eigenverantwortlich zu bestimmen, auch und selbst dann, wenn wir diese Entscheidungen nicht verstehen oder ihre Konsequenzen ablehnen.
Wir sind es die verstehen müssen, das nicht jedes Volk, oder Kultur unsere Lebensweise für richtig hält und jenen die einen anderen Weg wählen als wir, dieses Recht ebenso zusteht wie uns das zu unserem Weg.

Wir fordern schnell und laut die Freiheit. Wir würden es nicht tun, wenn wir uns bewusst machen würden, was Freiheit bedeutet. Freiheit der Völker zu fordern, heißt auch ihnen das Recht auf frei gewähltes Unrecht und Unfreiheit, zu gewähren.

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Veröffentlicht von

Heinz Sauren

Sozialanthropologie und Gesellschaftskritik

2 Gedanken zu „Osama Bin Laden“

  1. Wir Moslems haben mit Osama Bin Laden nie Sympatisiert
    nach der scharia würde er falls er hinter den Anschlägen sitzt in der Hölle schmoren und zwar ohne von dem Engel abgefragt zu werden.
    Bin mir sicher das Osama bin laden auf Bahamas seinen Coktail schlürft…….

  2. Was man mit Osama gemacht hat, sollte man mit den meisten Moslems machen, denn die Fanatiker unter ihnen werden immer mehr, egal ob in den westeuropäischen Ländern oder im Orient selbst. Wenn es so weitergeht mit den Geburtenraten der hier lebenden Moslems, dann werden sie sicher bald autonome Gebiete fordern in einigen westeuropäischen Ländern. Dann ist es auch nicht mehr weit zu Bürgerkriegen, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß Christen als Minderheiten im eigenen Land leben wollen. Und was Moslems mit Minderheiten und Andersgläubigen machen, wenn sie selbst irgendwo in der Überzahl sind, das dürfen wir ja in einigen Ländern das Nahen Ostens schon seit Jahrzehnten betrachten. Da wird dann unterdrückt oder gleich abgeschlachtet. So will ich in meinem eigenen Land nicht enden und die meisten anderen Einheimischen in ihren europäischen Ländern auch nicht. Deshalb sollte man schnellstmöglich einen Zuzugs-Stop für Moslems hier einführen, wie es osteuropäische Länder wie Polen schon praktizieren. DIe haben schon lange erkannt, wohin es führt, hier massenhaft Moslems herzuholen, die sich dann nicht anpassen, uns auf der Tasche liegen, kriminell sind und sich schließlich dann letztendlich radikalisieren. Das ist nunmal die traurige Realität mit den Moslems, sie denken nicht daran, sich irgendwo anzupassen oder zu integrieren. Für die sind wir nur Arschlöcher und unsere Frauen sind nur Huren für die, aber unser Geld und unsere Sozialhilfe nehmen sie gerne. Aber am schlimmsten an diesem ganzen Zeug ist, daß wir hier Verräterparteien im Land haben, wie etwa die Grünen, die mit Landesverrätern nur so gespickt sind. Wenn es nach denen geht, dann kann die einheimische Bevölkerung verrecken, Hauptsache der moslemischen Minderheit hier gehts gut. Was für ein Armutszeugnis für ein Land, wenn es dort solche Parteien gibt, die nichts mehr übrig haben für das eigene Volk.

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