Finanzkrise oder Systemcrash?


eurokrise

Krisen erschüttern die Welt und in ihrer Folge Europa. Die verantwortlichen Finanzmanager und Politiker reagieren hektisch, getrieben von Kursschwankungen der internationalen Finanzmärkte. Es scheint, als haben sie das Heft des Handelns aus den Händen verloren und ihr, zuweilen kopflos anmutender Aktionismus, verliert sich in hilflosen Erklärungsversuchen.

Einer erstaunten Öffentlichkeit, werden hasadeurische Finanztransaktionen als Alternativlos dargestellt, um gleich anschließend in monoton sich wiederholende Beruhigungsfloskeln zu verfallen. Doch die Ruhe an den Märkten will sich einstellen und so erleben wir eine Abfolge von Krisen, die jährlich neu mit dem Etikett, der zu stopfenden Lücke versehen wird. Der Bankenkrise 2008, folgte 2009 eine Wirtschaftskrise, die in einer Währungskrise in 2010 mündete und im Folgenden dann Staatsschuldenkrise genannt wurde.

Zu verstehen sind solche Krisenabfolgen nicht durch das erschreckte Bestaunen der Folgen, wie sie uns allabendlich durch die Mainstream Medien in die Wohnzimmer gebracht werden, sondern durch die Betrachtung der Ursachen dieser Krisen. Eine ursächliche Betrachtung lässt erkennen, dass die Banken-, Wirtschafts-, Währungs- und Staatsschuldenkrisen, nicht eine zufällige Abfolge einzelner und unabhängiger Krisen sind, sondern das Ergebnis einer viel größeren Krise, die nicht unerwartet kam. Es handelt sich um eine Systemkrise des Kapitalismus, die eine Auflösung der Finanz- und Wirtschaftsmärkte zur Folge haben wird. Der öffentliche Fokus wird bewusst auf die aktuelle Bezeichnung der Krisenlage gerichtet und verhindert somit die Auseinandersetzung mit den zu Grunde liegenden Problemen der Systemkrise des Kapitalismus. Die notwendigen Veränderungen innerhalb des Finanzsystems bleiben aus, nicht zuletzt in Folge höchst subtiler und effektiver Lobbyarbeit der Finanzwirtschaft. Wie groß der Einfluss der Finanzlobbyisten auch in diesem Land ist, wird an der Haltung der Bundeskanzlerin deutlich, die im Laufe der Krisen es immer wieder verstanden hat, Schaden von der Finanzbranche abzuwenden, zumeist zu Lasten der Sozialsysteme. Auffallend dabei ist das einer ihrer engsten Berater, Förderer und Begleiter ihrer politischen Karriere, ausgerechnet für das einflussreichste und weltweit größte Bankhaus, Goldmann und Sachs tätig ist.

Der vermeintliche Motor von Wohlstandes und Freiheit ist ins stocken geraten. Rückwirkend betrachtet wird deutlich, das die Krise schon viele Jahre zuvor ihren Ursprung hatte.
Bis zur Auflösung der kommunistischen Ostblockstaaten in den Jahren 1990/91, hatte der Kapitalismus den eigenen Anspruch an sich, eine freie und soziale Marktwirtschaft und somit nicht nur das wirtschaftliche, sondern auch das politische Gegenstück zum Kommunismus zu sein. Seine Aufgabe war die Aufrechterhaltung eines demokratischen Systems durch die Sicherung freier Märkte, mit sozialen Komponenten. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung des Kommunismus, verlor der Kapitalismus seinen politischen Gegenpart und entband sich von seinen politischen Pflichten, der Aufrechterhaltung der westlichen Demokratien.

Die Folge des von da an ungezügelt expandierenden Kapitalismus war die Globalisierung der Märkte. Die eingeleitete Globalisierung verschaffte den Industrienationen den ungehinderten Zugang zu den letzten Rohstoffressourcen. Es war der Zenith einer weltumspannenden freien Marktwirtschaft und zugleich der Beginn ihres Endes, der Grundstein zu der Krise, deren Auswirkungen wir heute zu spüren bekommen. Durch den systembedingten Zwang des Zinses, der Grundlage des Wirtschaftssystems ist, muss ein immer mehr erwirtschaftet werden, um den Zins zu befriedigen. Die Märkte sind gezwungen immer weiter zu wachsen um nicht zu kollabieren. Selbst eine Stagnation führt zu Verlusten und macht einen Kollaps wahrscheinlich, da sie in Bezug auf andere, weiter wachsende Systeme, bereits einen Rückgang darstellt. Die Märkte sprechen von der Erwirtschaftung eines Mehrwertes, welcher heute mehr als zuvor einen Existenz bestimmenden Wert hat und von so immenser Wichtigkeit ist, das wir die Funktionsfähigkeit ganzer Staaten, an ihrem Wirtschaftswachstum bemessen.

Außer Acht lassen wir dabei, eine einfache aber unumstößliche Erkenntnis, die lautet: Systeme unbegrenzten Wachstums sind innerhalb geschlossener Systeme nicht realisierbar. Die Märkte sind wie wir selbst, an diese Erde gebunden und können sie nicht verlassen, daher handelt es sich um ein geschlossenes System. Somit sind auch alle Ressourcen, die Basis allen wirtschaftlichen Handelns begrenzt. Ein Wirtschaftssystem, welches eines immer mehr bedarf um nicht zu kollabieren, ist aber auf ein immer mehr an Ressourcen angewiesen und damit nur zeitlich begrenzt denkbar.

Schon zu Beginn des neuen Jahrtausends standen die Wirtschafts- und Finanzmärkte vor dem Problem, nicht mehr in dem Maße neue Ressourcen erschließen zu können, wie das für die Erhaltung des Wirtschaftswachstums notwendig gewesen wäre. Mit der stillschweigenden Zustimmung der Politik, die alles unterließ was die Finanzwelt in ihrem Vorwärtsdrang hätte beeinträchtigen können, lösten sich die Finanzmärkte endgültig von dem Modell der Besicherung des Geldes durch reale Werte. So entkoppelt von der Notwendigkeit realer Gegenwerte entwickelte sich stetig eine gigantische Blase gedachten Geldes. Es war die Boomzeit der Finanzmärkte, die mit immer neu erdachten Finanzprodukten, spekulative Gewinne erwirtschafteten und die Volkswirtschaften trugen. Die Notenbanken der einzelnen Staaten hatten gänzlich die Kontrolle über das Geld verloren und aus dieser Position der Schwäche, sah sich die Politik gezwungen, deregulierend den Finanzmärkten freie Hand zu lassen, um das Wirtschaftswachstum und damit sich selbst, nicht zu gefährden. Dieses erzwungene Vertrauen in die Freien Märkte sollte sich rächen.

Die Märkte forderten massiv die Einführung des Euro und die damit verbundene Schaffung eines grenzenlosen europäischen Binnenmarktes. Dieser versprach effektivere und schnellere Gewinnmöglichkeiten ohne regulative Eingriffsmöglichkeiten einzelner Regierungen. Der Euro kam und es wurde möglich grenzüberschreitend Gewinne zu erwirtschaften, ohne auf die Wünsche und Belange einzelner Staaten eingehen zu müssen. Diese verordnete Währungsgemeinschaft vereinte im Grunde nicht kompatible nationale Marktwirtschaften, unter dem Diktat der führenden Eurowirtschaftsnationen und Zwang die schwächeren Länder zur Aufgabe der einzigen Möglichkeit gegenüber wirtschaftlich stärkeren Ländern, konkurrenzfähig zu bleiben, der Abwertung der eigenen Währung. Dieser Schritt machte die zehn Jahre zuvor eingeleitete Krise unabwendbar, da er die europäischen Nationen gegeneinander ausspielte.

Ein Beispiel für die desaströse Finanz- und Wirtschaftspolitik der Euro-Gemeinschaft ist Griechenland, welches nicht Täter im Sinne ungezügelter Geldverschwendung, sondern Opfer internationaler Finanz- und Wirtschaftsinteressen ist. Die heute medienwirksam dargestellte Verschwendungssucht Griechenlands, war die ungezügelte Aufnahme von Staatskrediten, zu der die schwache griechische Wirtschaft gezwungen war um mit dem rasenden Wirtschaftswachstum der führenden europäischen Länder mitzuhalten. Kredite die Griechenland erst durch die Einführung des Euro, in diesem Ausmaße bekommen konnte, da nun das gesamte Europa dafür bürgte. Mit Blick auf diesen Bürgen, waren es vornehmlich deutsche und französische Großbanken, die mit immer neuen Krediten, wissentlich und willentlich ein ganzes Volk in die Schuldenfalle trieben und den Wirtschaftswachstumsindex ihrer eigenen Staaten sicherten. Griechenland verdeutlicht die Machtstellung der Finanzmärkte gegenüber der Politik. Vor der griechischen Währungskrise hatte Griechenland schulden bei den Banken und nur ein Jahr später hat Griechenland nun Schulden bei den Staaten und damit den Steuerzahlern, die vertreten durch ihre Regierungen, für die Banken eingesprungen sind um diese vor etwaigen Verlusten zu schützen. Die der Öffentlichkeit dargestellte Notwendigkeit, bestand in dem drohenden Verlust, der kein Realverlust gewesen wäre, sondern ein Ausfall eines Teiles des Gewinns, den die Banken erwartet haben.
Es offenbarte sich ein gewaltiger Umverteilungsprozess zu Lasten der Bevölkerungen. Mitte der 1990´er Jahre betrug das von den Finanzmärkten verwaltete Privatvermögen in Europa ca. 5 Billionen Euro und die Staatsverschuldung der europäischen Länder belief sich ebenfalls auf 5 Billionen Euro. Aufgrund nicht mehr zur Verfügung stehender neuer Ressourcen in Folge ihrer Begrenzheit, fordern die Finanz- und Wirtschaftsmärkte zur Realabsicherung des Geldes nunmehr die Staaten selbst auf, die zur Erhaltung ihres Wirtschaftswachstumsmotors, gefügig dem Ruf folgen. 2010 betrug dann auch das von den Finanzmärkten verwaltete Privatvermögen 10 Billionen Euro und die europäische Staatsverschuldung ebenfalls 10 Billionen Euro. Privates Vermögen wird durch öffentliche Verschuldung in der Art gegen finanziert, das unvorstellbar hohe Gewinnmargen einiger weniger, durch die Sozialsysteme der Staaten kapitalisiert werden.

Dieses System der, durch die Verschuldung öffentlicher Haushalte, gegen finanzierte Anstieg der Privatvermögen, aus dem Zwang des immer währenden Wachstums, hätte aus finanzpolitischer Sicht noch einige Zeit fortgeführt werden können. Doch nun stößt dieses Finanzierungsmodell auf die Ablehnung der tragenden breiten Masse und damit an seine Grenzen. Es sind die kleinen Leute, die Durchschnittsverdiener, die von diesen Vorgängen nicht profitieren und ohne es zu wissen immer größere Privatvermögen ermöglichen, in dem sie immer mehr Abgaben erbringen und immer mehr Einschnitte hinnehmen müssen. Durch den wachsenden Unmut der Bevölkerung getrieben musste die Politik reagieren und tat es in der ureigensten Weise von Staaten die sich in ihrem Auflösungsprozess befinden. Sie begann die fehlende Zustimmung ihrer Bevölkerung, durch immer neue Gesetze und Verordnungen zu erzwingen.
Die Liste der, in den letzten 20 Jahren verloren gegangenen Rechte des Einzelnen, sowie die der hinzu gekommenen öffentlichen Ansprüche ist ein langer und schmerzhafter Einschnitt in die Freiheit jedes Bürgers. Unter den fragwürdigsten und unterschiedlichsten Begründungen wurden diese Einschnitte der Bevölkerung zugemutet und folgten stets einem Ziel, der Wahrung des Aufschwungs und des Fortschritts.

Die globale Vernetzung der Kommunikationswege und der unbegrenzte Zugriff auf Daten, war ein Segen für die Finanz- und Wirtschaftsmärkte und wird nun ein Fluch für sie. Die Kommunikationsgesellschaft ist im Stande ihr Wissen zu vernetzen und somit Strukturen offen zu legen, die lange im Verborgenen blieben. Zwar ist weltweit zu beobachten, das alle Regierungen versuchen das Internet einzuschränken und damit dieser Vernetzung entgegen zu wirken, doch scheint für die Weltwirtschaft die Büchse der Pandora geöffnet worden zu sein.
Eine kritische Öffentlichkeit wird nur unwillig weiterhin die Lasten der Gewinnoptimierung tragen, was die Möglichkeit des immer währenden Wachstums in Gefahr bringt. Die Wirtschafts- und Finanzmärkte reagieren zunehmend nervös auf Veränderungen und die drohende Verweigerung der einzig verbliebenen Stütze des momentan existierenden Geldsystems, der Bürger und Steuerzahler, lässt Totalverluste befürchten.

In Folge dessen, ist zu beobachten, dass in allen Wirtschaftsbereichen, nicht mehr der kontinuierliche Bestand als Ziel angenommen wird, sondern die maximale Gewinnoptimierung in möglichst kurzen Zeiträumen. Diese Gewinnmitnahmen, zeigen deutlich von welchen Prognosen die Führer der Wirtschafts- – und Finanzwelt ausgehen. Sie wissen, dass das System unbegrenzter Expansion an sein Ende gekommen ist und versuchen zu retten, was aus ihrer Sicht zu retten ist. Aber sie wissen auch, dass sie dies nur solange können, wie eine Mehrheit der Menschen dies nicht weiß und somit auch nicht darauf reagiert. Somit ist es auch nicht verwunderlich das sie und unsere Regierungen alles tun werden, um die Bevölkerungen darüber bis zum letzten Moment, im Unklaren zu lassen und in Sicherheit zu wiegen. Auch unsere Regierung handelt dabei aus eigenem Interesse, da ihr bewusst ist, dass der unausweichliche Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, auch den Zusammenbruch der Regierungssysteme zur Folge haben wird.

Entgegen den nahezu propagandistisch anmutenden Versuchen, von Politik und Wirtschaft, die Sicherheit des Geldes darzustellen, ist das Gegenteil offensichtlich. Es nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wann die Märkte zusammen brechen werden. Es steht völlig außerhalb jeden Zweifels, dass dies geschehen wird. Der genaue Zeitpunkt des Zusammenbruchs lässt sich nicht seriös voraus bestimmen, aber es häufen sich die Anzeichen, dass dies schon sehr bald geschehen kann.

Wir wissen, dass die deutsche Wirtschaft ihren Boom auf Kosten der anderen europäischen Staaten finanziert, wir wissen dass der Euro ein Umverteilungssystem ist, wir wissen dass die amerikanische Wirtschaft sich von einer Zahlungsunfähigkeit zur nächsten hangelt, aber wir wollen glauben, dass das doch alles nicht so schlimm sei.
Es ist bekannt, das die fossilen Energien auf denen unsere Wirtschaften aufgebaut sind, zur Neige gehen, das unsere Meere leer gefischt, unsere Luft verschmutzt ist und bereits mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger leiden, weil andere im Überfluss leben. Egal wohin wir uns wenden, sehen wir das Ende dieses Wirtschaftssystems, aber wir schließen die Augen.

Wenn man den Prognosen glaubt, dann wird der Untergang des Kapitalismus, für die Bevölkerung der Welt, bisher nicht gekannte Not und Unruhen bringen.
Die dem Ereignis zu Grunde liegenden Fakten sind eindeutig.
Nicht die Armen werden den tiefsten Sturz erleben, da sie kaum noch was zu verlieren haben. Auch die Reichen werden nicht in Not stürzen, obwohl sie einen großen Teil ihrer Vermögen verlieren werden. Die in erster Linie Leidtragenden, wird die Mittelschicht sein, die durch die Verteuerung der Grundversorgung, den Wegfall von Millionen Arbeitsplätzen und die Nichtzahlung von Löhnen und Bezügen, ihren Lebensstandart nicht wird halten können. Den Prognosen nach, werden wir den Zusammenbruch der gesamten Bankenlandschaft, der Gesundheitsversorgung und der Sozialsysteme erleben.

Unabhängig der Prognosen bestehen längst Pläne für diesen Tag X. Diese Pläne der Krisenstäbe der nationalen Regierungen sehen vor, dass die Bevölkerung nicht vor gewarnt werden soll. Nicht Schlagzeilen in Zeitungen, oder Sondermeldungen im Fernsehen werden demnach die Boten sein. Die aus Sicht der Regierungen notwendigen Maßnahmen werden an einem Wochenende eingeleitet werden. Zu dieser Zeit sind die Banken geschlossen, die Wirtschaft ruht in Teilen und die Menschen befinden sich an ihren Wohnorten. Dieser Handlungsmodus konnte auch schon anlässlich vergangener Krisen beobachtet werden. Der Bevölkerung wird das bereits geschehene erst am folgenden Montag bewusst. Die Banken werden zum größten Teil geschlossen bleiben. Überweisungen und Buchungen werden nicht mehr und Auszahlungen nur noch als ein, für jeden gleicher Sockelbetrag, möglich sein. Zu der Höhe des Sockelbetrages gibt es einige Spekulationen, am wahrscheinlichsten ist aber ein Betrag von 20,- Euro pro Person und Woche. Bankguthaben werden eingefroren und nur noch in der schon jetzt festgesetzten Höhe der tatsächlich vorhandenen Geldmenge bewertet werden. Dieses gesetzlich festgelegte Maß der Geldmenge beträgt in der gesamten europäischen Gemeinschaft 2 % der tatsächlichen Privatvermögen. Lebensmittel, Benzin und Energie werden rationiert werden um Hamsterkäufe zu vermeiden und somit ein Minimum für möglichst viele Menschen, vor zuhalten. Prognosen führender Soziologen sagen im Weiteren innere Unruhen bis hin zu Bürgerkriegen, gewaltsam geschaffene rechtsfreie Räume und die Bildung von autark agierenden Microgesellschaften voraus. Um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten, werden Notstandsverordnungen von Polizei und Bundeswehr durchgesetzt und überwacht. Entsprechende Bemühungen des Einsatzes der Armeen im Inland rechtlich zu ermöglichen, sind in allen europäischen Ländern vorgenommen worden, oder sind wie aktuell in Deutschland, Gegenstand der Debatte.

Dieses Szenario ist nicht so unvorstellbar, wie es zu sein scheint, sondern ist seit Jahrzehnten an vielen Orten der Welt, immer wieder kehrender Alltag. Bisher hatte es nur noch nicht uns getroffen. In weiten Kreisen einer privilegierten Gesellschaft wird dieses Szenario als so wahrscheinlich angesehen, das es alltäglicher Bestandteil der Zukunftsplanung geworden ist. Der amerikanische Wirtschaftsprognostiker Gerald Celente, der schon die Krisen 1998, 2001, 2008 und 2009, zum Teil Jahre im voraus absolut zutreffend voraus gesagt hatte, geht von einem noch düsteren Szenario aus. Celente ist ein international angesehener Berater für Zukunftsstrategien, der elitärsten Kreise aus Politik und Wirtschaft. Die Besucherlisten seiner Vorträge, über den bevorstehenden Crash, lesen sich wie das „who is who“, der internationalen Führungseliten. Auch der österreichische Universitätsprofessor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, Franz Hörmann, sieht den Zeitpunkt des Crashs als unmittelbar bevor stehend und legt die gleichen Ursachen zu Grunde. Professor Hörmann beruft sich bei seinen Aussagen, auf eine in Österreich geltende gesetzliche Verpflichtung, nach der alle Professoren die Öffentlichkeit vor ihnen bekannten Gefahren warnen müssen, um Schaden abzuwenden.

Ein solcher Wirtschaftskollaps wäre zweifellos der gewaltigste Einschnitt in das Leben der Menschen, seit dem 2.ten Weltkrieg und würde die Wirtschaften aller Länder betreffen und wäre aller Voraussicht nach auch das Ende der westlichen Demokratien, die in ihrem Grunde nichts mehr als die Verwaltungssysteme des Kapitalismus sind.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist ein solcher Zusammenbruch ein Neustart. Ein Neustart, der aber nur dann nicht mit dem gleichen Ergebnis wieder enden würde, wenn die Vorzeichen einer zukünftigen Wirtschaft verändert würden. Eine zukünftige Wirtschaft müsste in allen Teilbereichen konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein. Sie müsste zu einer Maßhaltung gegenüber den Ressourcen verpflichtet sein und auf eine angemessenen und faire Verteilung der Güter aufbauen.
Ein zukünftiges Geldsystem müsste sich von der Schaffung gedachten Geldes befreien. Hier wären Currency Modelle denkbar, also die Einführung eines Vollgeldes, welches keine Zinsen mehr zulässt und nur in dem Maße verbucht oder im Zahlungsverkehr gebraucht werden kann, wie auch ein realer Gegenwert dazu existiert.

Allem voran wäre aber zuerst ein Wandel in den Köpfen der Menschen notwendig, denn jeder einzelne von uns wäre nicht nur der Leidtragende des Zusammenbruchs, sondern auch sein Grund. Das maßlose Konsumverhalten jedes einzelnen, treibt die Weltwirtschaft an und macht ein solches bevorstehendes Desaster überhaupt erst möglich. Jeder von uns, trägt allein und in vollem Umfang die Verantwortung, für das, was allen geschehen wird.

Wann auch immer ein solches Szenario eintreten wird, lässt sich schon heute sagen.
Wir werden lernen müssen, dass der Wohlstand des einen, immer zu Lasten eines anderen geht und unverhältnismäßiger Reichtum, immer das Ergebnis ein Verbrechens gegen uns Menschen und die Natur im Ganzen ist.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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2 Kommentare zu “Finanzkrise oder Systemcrash?”

  1. Dieses Szenario erscheint derart unrealistisch, dass es genauer betrachtet werden sollte. Die meisten von uns Erwerbstätigen haben weder einen Krieg noch eine grössere wirtschaftliche und finanzielle Krise erlebt und sind in jeder Form abhängig und hilflos. Die wenigsten wissen wie sie eine Zeit ohne Geld, ohne Konsum ohne soziale Hilfen, mit wenigen Lebensmitteln, wenig Benzin, keine Arbeit und kein stabiles soziales Umfeld zurecht kommen sollen. Selbst wenn die Medien die Bevölkerung auf diesen Wirtschaftszusammenbruch vorbereiten würden, könnten die meisten von uns nichts damit anfangen, denn wie sollen wir so schnell lernen selbstständig und autark zu leben? Mir scheint der Krieg ums Überleben unausweichlich. Wer jetzt noch aus Europa raus kann sollte schnell mit den wichtigsten Dingen verschwinden, solange das noch möglich ist. Dieses systembedingte Chaos wird Jahre brauchen bis ein nachhaltiges neues Wirtschaften und Leben gedacht und gelebt werden kann. Erst braucht es viel Leid und Schmerz jedes einzelnen Menschen bevor so gravierende Änderungen vorgenommen werden, aber dann wird der Mensch wieder Mensch.

  2. Mit Menschenmassen verantwortungsvoll umzugehen ist Aufgabe von Regierungen:
    Wochenenden vor Krisen-Berichte zu schalten scheint mir deshalb vernünftig.

    Die Europa-Idee und die Euro-Idee kann man auch als evolutionäre fraktal entwickelte Produkte von an Zahl und in Zivilisation herangewachsenen Menschenmassen betrachten.
    Ich denke, Europa als Wirtschaftsunion war nicht zu vermeiden – hätten wir diese auch politische Entwicklung boykottiert, so hätte sie zu einem späteren Zeitpunkt dennoch stattgefunden, so aber sind wir bald an dem Punkt wo wir werden sehen müssen wie unser europäischer Weg sich ins Gesamte auf unserem Globus wird einfinden können.
    Globalisierung wird noch lange bleiben, nur wird sie sich in ihren Ausformungen und Zielsetzungen sehr verändern, was auch zu hoffen bleibt, und wofür es sich lohnt sich einzusetzen.
    Existenz unermeßlichen Reichtums Weniger im Gegensatz zu Existenz bitterer Armut Vieler ist evolutionär gesehen eine primatenhafte Sackgasse; diesen dissonierenden Schwebezustand zu überwinden wird komplexer Lösungsansätze bedürfen – global, und einfach wird da gar nichts gehen.

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