Auf der Suche nach dem Sinn

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Wir alle sind auf der Suche nach dem Sinn.
Der Sinn offenbart die Bedeutung des oftmals Verborgenen. Wertloses gewinnt durch einen Sinn an Wert, so auch Wertvolles seines Sinnes beraubt, seinen Wert verliert. Der Wert einer Sache ist sein Sein und sein Sinn.

Um den Sinn eines Umstandes, oder unseres eigenen Handelns zu erkennen, bedarf es zuvor einer Antwort auf die Frage, was wir da eigentlich auf seinen Sinn überprüfen wollen. Hier ist in Wahrheiten und Realitäten zu unterscheiden.
Wahrheiten sind die Summe aller, einer Sache oder einen Umstand, umfassenden Bestandteile und Zustände, also alle Bestandteile, die wir auf Grund unserer Sinneswahrnehmung erfassen können, aber auch jene die wir nicht erfassen können. Als Beispiel ließe sich hier das Licht anbringen. Die Wahrheit um das Licht umfasst auch den Teil des Lichtes, den wir nicht sehen können, wie zum Beispiel den infraroten Anteil. Die Wirkung von Licht ließe sich aber, ohne diesen für uns nicht sichtbaren Teil des Lichtes nicht erklären. Aufgrund der Beschränktheit unserer sensorischen Wahrnehmung, können wir Wahrheiten nicht erkennen.
Das was wir zu der Frage der Sinnhaftigkeit überprüfen können, sind Realitäten.
Realitäten, sind der Teil der Wahrheiten, der mit unseren sensorischen und kognitiven Möglichkeiten erfassbar ist. Auf das Beispiel des Lichtes angewandt, nur der sichtbare Anteil des Lichtes, ohne seinen infrarot- oder ultravioletten Anteil.
Durch die individuell verschiedenen Erfassungsmöglichkeiten der Sinneswahrnehmungen jedes einzelnen Individuums, sind Realitäten sehr persönliche Sichtweisen, auf eine im Ganzen nicht erfassbare universelle Welt.

Die Suche nach einem Sinn von Wahrheiten ist also bereits sinnfrei, da jede mögliche Antwort, auf das Ganze, das nicht Erfassbare, Bezug nehmen müsste. Ebenfalls sinnfrei ist daher auch der Versuch nicht individuelle Erkenntnisse, gemeinschaftliche Werte und Ideologien mit einem Sinn beseelen und somit legitimieren zu wollen, da diese Aufgrund der fehlenden Individualität nicht Realität sein können. Sinn kann ausschließlich als Bestandteil der Realitäten, den persönlichen Bewußtseinszuständen sowie individuellen Gedankenmodellen und Geisteshaltungen angenommen werden.

Realitäten sind in Systeme eingebunden, die auf sie wirken, wie auch sie auf diese wirken, wobei die ihnen inne wohnende Eigenschaften, ihre Funktion innerhalb dieser Systeme definieren. Realitäten erhalten einen Sinn, wenn sie über Eigenschaften verfügen, die von ihnen ausgehen und individuell bestimmbar sind.
Bei genauer Betrachtung ist zu erkennen, das den Realitäten gleich zweifach ein Sinn zu Grunde liegt, ein universeller der sich aus der Funktion der Realität in Bezug auf die Systeme ergibt mit der sie sich in Interaktion befindet, sowie ein individueller Sinn, der sich aus der Funktion der Realität in Bezug auf das sie bewertende System ergibt, also unsere Betrachtung der Realität ergibt. Der universelle Sinn einer Realität ergibt sich aus der Realität selber und stellt sich als Funktion dar, die sie ihrem Ursprung nach erfüllt, also vorab einer individuellen Betrachtung. Dieser Sinn weist auf die natürliche Bestimmung innerhalb eines Systems hin und kann daher auch als natürlicher Sinn benannt werden. Der individuelle Sinn entsteht in Bezug auf das Wertesystems des Betrachters, als bemessende Größe und iost damit von seinen seiner Idealen und Werte abhängig. Aus diesem Umstand heraus lassen sich Fragen zum Sinn einer Realität nur dann beantworten, wenn die Fragestellung zuvor insoweit präzisiert wurde, das aus ihr erkennbar ist, auf welchen Sinn, einen universellen, oder einen individuellen, die Antwort gerichtet sein soll, wobei die Frage selbst sinnfrei wird, wenn eine solche Antwort auf den ideellen Sinn eines anderen Individuums, oder einer gemeinschaftlichen Ideologie zielt, da der ideelle Sinn eines anderen, oder eine gemeinschaftliche Ideologie nicht vollumfänglich bekannt sein kann.

Obwohl sich aus der Unterschiedlichkeit der Funktionen in einem natürlichen System und einem ideellen System, unterschiedliche Sinne zu einer Realität ergeben, so ist es dennoch nicht möglich sie im Einzelnen als gegeben anzusehen. Der natürliche Sinn einer Sache geht zwar unabhängig vom Betrachter von dem die Realität umgebenden System aus, stellt aber erst einen Sinn innerhalb der Parameter des Betrachters dar. Der Sinn entsteht also erst in der Beobachtung, da das bemessende Wertesystem auch bereits von einem Beobachter angenommen werden muss. Somit ergibt sich der Sinn einer Realität nur durch die Zusammenfügung des natürlichen Sinn und des ideellen Sinn.

Gesetzt dem Falle, es stellt sich nun die Frage nach dem Sinn eines Gottes, so ist nunmehr zuerst zu klären, wessen Sinn nun gemeint ist. Ist die Antwort auf jemanden anderen als dem Fragenden selbst, oder eine Mehrzahl bezogen, so ist es besser keine Antwort zu geben, da in Unkenntnis des Wertesystems des oder der anderen keine Antwort auf den ideellen Sinn gegeben werden kann und obwohl ein natürlicher Sinn erkannt werden kann, der ideelle Sinn, der notwendig ist zur Zusammenfügung eines Sinn als solchen, verborgen bleibt. Hieraus wird deutlich dass die Sinngebung in Bezug auf andere nicht möglich ist.

Die Überprüfung von Ideologien, oder Theorien oder Gedankenmodellen anderer auf ihren Sinn hin, ist uns nur auf dem Umweg möglich, das wir diesen ihren Fremd- oder Allgemeingültigen Charakter entnehmen und sie zur Prüfung als unsere individuell erkannten, eigenen Erkenntnisse annehmen. Dadurch fügen wir sie unserem eigenen Wertesystem hinzu und ermöglichen somit eine Prüfung eines ideellen Sinn innerhalb eines neuen Systems, dem eigenen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sie dem ursprünglichen System, dem sie entstammen, dem Gehirn und der Wertewelt eines anderen, als natürliches System verlassen. Zur Bestimmung des nun fehlenden natürlichen Systems, als Basis der Erkenntnis eines natürlichen Sinn, ist innerhalb der Theorie, dem Ideal oder dem Gedankenmodell eine genaue Bestimmung eines hypothetischen Systems notwendig, auf welches es sich beziehen soll, z.B. einer Realität, einer definierten Menge von Realitäten oder den Realitäten generell.

Die Frage nach dem Sinn einer hypothetischen Realität, wie zum Beispiel nach dem Sinn eines Gottes, findet also ihre Antwort in der Zusammenführung des Sinns einer Gottheit, in Bezug auf das System auf den die Gottheit wirken soll, also z.B. auf einen Menschen oder die Vielzahl von Menschen und dem Sinn eines Gottes innerhalb des ideellen Wertesystems.

Die Frage als auch die Beantwortung der Frage, nach dem Sinn der Dinge ist also möglich, jedoch nur wenn die Antwort sich auf den persönlichen Sinn von Realitäten oder allgemein gültigen Sinn von Theorien, Idealen und Gedankenmodellen bezieht, nicht aber auf den persönlichen Sinn in Bezug auf andere, seien es Einzelne oder Viele, was dazu führt das auch unser Handeln und Denken nur in Bezug auf uns selbst oder der von uns angenommenen Ideale, Theorien oder Ansichten vorher bestimmbar sinnvoll sein kann, während dieses in Bezug auf andere zwar die Möglichkeit beinhaltet sinnvoll zu sein, eine solche Sinnvolligkeit aber nicht vorher bestimmbar ist.

Der Sinn ist der prüfbare Indikator eines Wertes, der wiederum die Basis einer definierten Menge von Werten ist, einem Wertesystem. Daraus ergibt sich das ein Wertesystem auf dem Sinn der zu Grunde gelegten Werte beruht, also das Ergebnis der Zusammenführung eines natürlichen und eines ideellen Sinns auf Grund einer individuellen Betrachtung ist. Wertesysteme haben somit keinen Allgemeinbezug und in Folge dessen lässt sich aus ihnen auch kein Allgemeinanspruch ableiten. Hieraus folgt zwingend, die Sinnhaftigkeit des Handeln und Denken eines Einzelnen unüberprüfbar voraus setzen zu müssen, wie eine solche Sinnhaftigkeit in Bezug auf eine Gemeinschaft oder die Allgemeinheit ablehnen zu müssen.

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Wasser, Elexier des Lebens

Wasser ist das Elixier des Lebens. Jede Pflanze, jedes Tier und auch der Mensch ist auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Wasser angewiesen. Für unsere Industriegesellschaften ist Wasser von elementarster Bedeutung, mehr noch als Öl. Die Tatsache das Öl weit mehr in unseren Fokus geraten ist als Wasser, ergibt sich aus der Begrenztheit des Erdöls, eine Begrenztheit die beim Wasser nicht gegeben schien. Nun stehen wir an der Wende, die uns die Begrenztheit des Wassers offenbart und unser Handeln zu einer Problematik verlangt, zu der wir bisher nicht einmal das Empfinden hatten, dass eine solche existent sei.

Obwohl 2/3 der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, können nur 6 Prozent der Wassermenge als Trinkwasser genutzt werden. Dies liegt darin begründet, dass 94 Prozent des Wassers auf die Ozeane entfallen und damit Salzwasser sind und nur 6 Prozent auf Grundwasser, polare Eismassen, auf Flüsse, Seen und Wasser in der Atmosphäre, also Süßwasser. Mehr als 2/3 alles zur Verfügung stehenden Süßwassers wird bereits genutzt und davon entfallen mehr als 70 Prozent auf die Landwirtschaft. In Deutschland verbraucht jeder Mensch im Durchschnitt 125 Liter Wasser pro Tag zum Wäschewaschen, für die Toilette, aber auch zum Trinken. Dennoch liegt der pro Kopf Verbrauch pro Tag bei 4000 Liter. Das liegt daran, dass unser indirekter Verbrauch, also der Verbrauch an Wasser für die Herstellung unserer Konsumgüter, so hoch ist. Zum Beispiel werden für die Herstellung von einem Liter Bier 75 Liter Wasser verbraucht, für die Herstellung eines Kilos Röstkaffee 21.000 Liter und die Herstellung eines PKW verbraucht 400.000 Liter Wasser.

Über eine Milliarde Menschen auf dieser Welt haben keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird es in zwanzig Jahren bereits in jedem fünften Land ein ernsthaftes Wasserproblem geben. Da die Wasserressourcen begrenzt sind, Wasser durch nichts ersetzt werden kann und Wasser für die Selbstversorgung der Länder mit Nahrung existenziell ist, weiß die Wissenschaft schon seit langem, dass das 21. Jahrhundert das Zeitalter der Wasserkriege werden wird. Die Liste der Vereinten Nationen mit den Ländern, die die größten Wasserprobleme haben, bestätigt, dass die alten Konfliktherde vermutlich auch die neuen sein werden.

Der Lösungsgedanke, dass Salzwasser in Süßwasser umgewandelt werden kann, stellt zwar eine theoretische Lösung dar, ist aber in der Realität zumeist nicht praktikabel, da für einen solchen Prozess sehr viel Energie aufgebracht werden muss. Der Ertrag an Süßwasser steht wirtschaftlich außer Verhältnis zu der aufzuwendenden Energie und ist damit häufig, schlicht nicht bezahlbar.

Europa, insbesondere Nordeuropa ist zwar kein Wassermangelgebiet und wird das auch aller Voraussicht nach nicht werden, hat aber dennoch auch ein Wasserproblem. Die Qualität des zur Verfügung stehenden Wassers, ist hier das Problem. Der Weltwasser-Entwicklungsbericht stellt der Bundesrepublik Deutschland ein ziemlich mäßiges Zeugnis aus: Zwischen Finnland mit dem besten Wasser und Belgien mit dem schlechtesten rangiert Deutschland im Mittelfeld auf Platz 57 der 122 Länder umfassenden Rangliste. Denn Tatsache ist, dass auch bei uns die Schadstoffe der Oberfläche allmählich die Grundwasserschichten erreichen. Auch wenn wir in keinem Wassermangelgebiet leben müssen wir uns bewusst werden, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Wassermangel darauf zurück zu führen ist, dass das vorhandene Wasser aufgrund seiner Verschmutzung nicht brauchbar ist, oder schlicht und einfach nicht vorhanden ist.

Wasser wird schon heute als das blaue Gold bezeichnet und ist die Grundlage jeder zukünftigen Zivilisation. Wir werden erleben, dass dieses für uns so selbstverständliche Gut, in Zukunft einen neuen und bedeutenderen Wert darstellen wird und unseren Umgang mit diesem für uns so lebenswichtigen Element überdenken müssen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir wie selbstverständlich davon ausgehen, das alle Güter im Überfluss zur Verfügung stehen, oder aber problemlos importiert werden können. Die Zukunft wird zeigen, das Wasser nur in sehr begrenztem Maße importiert werden kann und wir gezwungen sein werden, die uns zur Verfügung stehenden Wasserressourcen zu schützen und zu bewahren.

Die Konflikte, die zweifelsohne in Zukunft um Wasser geführt werden, werden ungleich erbitterter geführt werden als die Konflikte, die wir aus der Vergangenheit um den Rohstoff Öl kannten, da der Mangel an Öl, zwar den Fortschritt gefährden konnte, der Mangel an Wasser aber unmittelbar die gesamte Existenz in Frage stellt.