Mut zur Zufriedenheit

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Ein zufriedenes Leben zu führen ist schwer.

Mit allem was wir denken und durch unser Handeln manifestieren stehen wir in Interaktion zu anderen. Diese Anderen sind nicht nur jene, die wir selbst in unser Umfeld gewählt haben, sondern auch jene die Teil der Gesellschaft sind in der wir leben. Unser handeln ruft Reaktionen hervor. Reaktionen die im besten Fall unser denken bestätigen, aber auch allzu oft dieses in Frage stellen. Solange die Reaktionen bestätigend sind, sind sie für unser Denken und Tun im Grunde irrelevant, weil sie uns nicht zu einer Veränderung dieser nötigen.

Eine ablehnende Haltung jedoch, lässt sich nur in begrenztem Maße ignorieren, da diese nicht nur zu tatsächlichem Missempfinden, sondern unter Umständen auch zu Konsequenzen in unserem Alltag führen kann. Beginnend im Kleinen, als Person gemieden oder verleumdet zu werden, über Beschränkungen in der Lebensführung, wie zum Beispiel die Erschwerung einen bestimmten Beruf auszuüben, bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung, wenn die Gesellschaft eine besondere Diskrepanz zwischen ihren moralischen und juristischen Normen und dem eigenen Denken ausgemacht hat. Dennoch gilt.

Garant für ein Leben in Einklang mit sich selbst und den Dingen an sich, ist ein aus freiem Willen geschaffenes, Regelwerk individueller Werte, welches vorab jedem Gesetze und jeglicher Moral, seine Anwendung und bindende Gültigkeit findet.

Nur der Einklang mit uns selbst, vermag uns den Frieden mit uns selbst zu verschaffen. Das Ziel alles menschlichen Handelns als Individuum sollte sein, nicht im Zwiespalt mit den Dingen zu stehen, die man tut und denen die man denkt. Dies setzt zwingend voraus, dass wir einem eigenen Regelwerk folgen, welches wir uns aus freiem Willem selbst gegeben haben. Ein Regelwerk welches den Erkenntnissen aus den Ereignissen unseres persönlichen Lebens folgt und als Basis ausschließlich unsere individuellen, physischen und kognitiven Möglichkeiten zu Grunde legt.

Moral und Gesetz eigenen sich als persönliches Regelwerk nicht. Sie sind fiktiv angenommene Regelwerke der Gesellschaft die ausschließlich einem Zweck dienen, der möglichst reibungslosen Verwaltung von Gesellschaften. Die Tatsache das Moral und Gesetz nie mehr sein können, als der kleinste gemeinsame Nenner aller Gesellschaftsteilnehmer berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse und Erkenntnisse des Einzelnen nur ungenügend.  Die eigene Persönlichkeit ist Ausdruck eines Ich und steht in direktem Widerspruch zu einem Wir, der Gesellschaft. Ich und Wir, folgen unterschiedlichen Maßgaben und Zielen. Die Entscheidung für das Ich oder das Wir, ist immer auch eine Entscheidung gegen das andere.

Die Entscheidung für das Ich, die Gestaltung eines Lebens nach einem eigenen Regelwerk, ist nur dann wirklich erfolgt, wenn die argumentativen Zwangsketten des Wir gesprengt wurden und die Belange des Wir nicht mehr Grundlage für uns selbst sind. So sind auch Bedenken wie; „ Aber wie sollen wir ohne gemeinschaftliche Regeln, wie Moral und Gesetz in der Gesellschaft miteinander Leben?“, nicht relevant. Diese Fragen sind Ausdruck der Bedenken einer Gesellschaft, eines Wir, die durch das Wir überhaupt erst entstehen und für ein Ich keine Bedeutung haben, da das Ich kein kein Wert für das Wir ist. Gesellschaften sind Verwaltungsformen von Massen und können keine Antworten für die Lebensgestaltung einer individuellen Persönlichkeit bieten, so wie diese auch im umgekehrten Falle nicht denkbar ist.

Da die Gesellschaften jedoch auch jene Zwangsvereinnahmen, die an ihnen nicht teilnehmen wollen und das Individuum dem Zwang der Masse ausgesetzt ist, ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht des Ich ein selbst bestimmtes Sein zu haben, eine Frage des eigenen Willens die Konsequenzen zu ertragen, die sich aus der unterschiedlichen Zielrichtung des Individuums und der Gesellschaft ergeben.

Der Wert einer eigenen Meinung richtet sich nicht nach Ihrem Inhalt, da Wahrheiten nicht erkannt werden können, sondern nach dem Mut, den es bedurfte sie zu vertreten.

Jene die sich für ein Wir entscheiden, mögen sich geschäftig in ihrer Sorge um das Wir verlieren, um den Verlust des Ich nicht zu bemerken. Jene aber die sich für das Ich entscheiden mögen sich von der Gesellschaft abwenden, um ihr Ich nicht zu verlieren.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

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