Gesundheit


 

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Gesundheit ist hohes Gut und jeder ist bestrebt sie zu besitzen und zu erhalten. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation ist Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Es ist die Krankheit, die das Fehlen der Gesundheit offenbart, als Abwesenheit des definierten Zustandes der Gesundheit. Wir haben nur ein schwaches Empfinden für Gesundheit und entwickeln ein Verständnis um sie zumeist erst aus dem Leidensdruck ihrer Abwesenheit. Die Betrachtung der Gesundheit aus dem Standpunkt der Krankheit heraus führte zu einem Zerrbild, welches bestimmend für unser Gesundheitssystem und die Medizin wurde.

Die Zahl der tödlichen Krankheitsverläufe, nimmt zwar bei einigen Krankheitsbildern ab, jedoch nicht in ihrer Gesamtheit, da sich die Zahl der auftretenden Krankheiten deutlich vermehrt. Wir werden heute älter als unsere Vorfahren, aber können auch beobachten, dass die Anzahl der Krankheiten, die wir durchleben stetig steigt. Noch vor wenigen Jahrzehnten war ein Krankheitsfall bei einem unter vierzig jährigen, die Ausnahme. Heute ist ein zwanzig jähriger der noch keine Krankheit hatte, die Ausnahme. Einen Teil der Zunahme dieser Häufigkeit ist auf die größere Umweltbelastung und zunehmend falsche Ernährung zurück zu führen. Ein weiterer Teil ergibt sich durch die veränderte Sicht die wir zu unserer Gesundheit gebildet haben. Es hat sich eine Sichtweise etabliert die uns zunehmend krank macht.

Das Gesundheitswesen und die Medizin folgen nicht der Definition der Weltgesundheitsorganisation, in der das Wohlergehen des Einzelnen im Mittelpunkt steht, sondern den Verwaltungen der einzelnen Staaten, denen sie direkt unterstehen. Durch die politischen und wirtschaftlichen Forderungen haben sich Gesundheitssysteme gebildet, deren oberstes Ziel nicht die Heilung von Krankheiten, sondern die Aussetzung der von Krankheiten hervor gerufenen Symptome ist. Gesund ist heute wer arbeiten kann, die Einschränkung der Gesundheit bemisst sich in Erwerbsminderungsstufen und Ärzte attestieren keine Krankheiten sondern Arbeitsunfähigkeiten. Wer mit diesen Vorgaben an die Behandlung von Krankheiten geht, kann als Ziel nicht die Gesundung haben.

Unabhängig bei welcher Krankheit, ergibt sich die Gesundung aus drei Phasen. Die erste Phase ist die Abstellung der, die Krankheit auslösenden Ursachen. Die zweite Phase ist die Überwindung der körperlichen Reaktionen, des Krankheitsbildes. Die dritte Phase ist die Rekonvaleszenz, die Erholung des Körpers von der krankheitsbedingten Schwächung und die Wiederaufnahme der körperlichen Funktionen. Erst nach Abschluss der dritten und entscheidenden Phase, die immer mindestens so lange dauert wie das Krankheitsbild selbst, kann eine Gesundung eintreten. Wir erleben heute eine Medizin die sich im Wesentlichen auf das Krankheitsbild, die Symptome beschränkt und ihre Aufgabe darin versteht, eine möglichst zügige Wiedereingliederung in den Erwerbsprozess zu gewährleisten. Das Abstellen der die Krankheit auslösenden Ursachen, sowie die Rekonvaleszenz sind nicht, oder kaum Bestandteil der Medizin. Die Folgen der fehlenden Gesundung sind offensichtlich und erklären die Häufigkeit neuer Krankheiten, für die ein geschwächter Körper anfälliger ist, als auch das erneute auftreten von scheinbar überwundenen Krankheitsbildern. Ein medizinisches Wesen, welches sich nach den Forderungen des Arbeitsmarktes zu richten hat, sieht nur das Krankheitsbild. Das hat auch unsere Sicht verändert, so dass auch wir nur dann und auch nur so lange wie wir Symptome erkennen, einen Grund sehen auf eine Krankheit einzugehen.

Wir haben eine Sichtweise auf Krankheiten entwickelt, die uns diese in einem gewünschten gesellschaftlichen Konsens zeigen, diese grundsätzlich als negativ darstellen und uns dadurch kränker gemacht, als wir es sind. Wir alle kennen eine Grippe und wenn wir unter ihr leiden, fühlen wir uns krank und gehen zum Arzt. Es ist die Medizin die uns die Symptome als Beweis einer Krankheit erklärt. Dabei wissen wir seit Großmutters Zeiten, dass eine Grippe ohne Arzt 14 Tage dauert und mit Arzt 2 Wochen. Eine Grippe ist die Abwehrreaktion unseres Körpers auf einen Eindringling und das Fieber ist unser Versuch den Eindringling durch Erhöhung der Körpertemperatur zu schwächen. Im Grunde ist eine Grippe also keine Krankheit, sondern das Zeichen eines funktionierenden Immunsystems. Vieles was unser Wohlbefinden beeinträchtigt ist nicht Zeichen einer Krankheit, sondern wurde von uns zu einer Krankheit gemacht, weil uns die Medizin in dem Glauben an die Erreichbarkeit eines körperlichen Idealzustandes bestärkt. Ein solcher körperlicher Idealzustand ist eine verallgemeinernde Definition, aus der die Medizin ihre Tätigkeit begründet, aber innerhalb biotischer Systeme, die in ständiger Interaktion und Abwehr mit ihrer Umwelt stehen, nicht zu erreichen ist. Viele der uns heute bekannten Krankheiten, haben ihre Daseinsberechtigung als Krankheit ausschließlich aus dem Anspruch der Medizin, ihre Symptome bekämpfen zu können.

Die Errungenschaften der Medizin sind wertvoll und hilfreich und ihre Möglichkeiten sind beeindruckend. Die Gefahr die sich aus der Medizin für uns ergibt, beruht zum einen auf dem Anspruch der sich aus den politischen und wirtschaftlichen Forderungen an sie richtet und zum zweiten durch unseren pseudoreligiösen Glauben an sie. Dieser Glauben der universellen Einsetzbarkeit, einer allwissenden Heilslehre. Wir sollten kritischer mit der Medizin umgehen. Die Medizin befindet sich wie jede andere Wissenschaft in einer beständigen Entwicklung und so waren viele medizinische Behandlungen die heute als schädlich abgelehnt werden, lange Zeit die Grundlage, mit denen unzählige Menschen zu Tode behandelt wurden. Auch die heutigen Behandlungsmethoden werden in Zukunft nicht besser gesehen werden. Gemäß einer Studie des Statistischen Bundesamtes sterben in Deutschland 17.000 Menschen jährlich, an den Folgen ärztlicher Behandlungsfehler und weitere 25.000 Menschen pro Jahr durch Neben- oder Wechselwirkungen ärztlich verschriebener Arzneien. Bei Verkehrsunfällen sterben pro Jahr 8.000 Menschen und wir reagieren mit Gesetzesänderungen und Vorsicht. Durch die Behandlung von Krankheiten sterben jedes Jahr 42.000 Menschen in Deutschland, das sind 115 Menschen am Tag, oder jede Stunde 4 Menschen und wir glauben immer noch das alles richtig ist, was die Medizin für unsere Krankheitsbehandlung vorsieht.

An diesen erschreckenden Zahlen tragen wir selbst die größte Schuld, weil wir zu oft und zu schnell zum Arzt gehen und eine Heilung von der Medizin erwarten, wo keine nötig wäre. Nach internationalen Schätzungen werden heute zu mehr als 40% Krankheiten behandelt die keine Krankheiten sind, oder die Folge von Medikamenten sind deren Einnahme für eine Gesundung nicht notwendig gewesen wären, wenn anstatt dessen eine Rekonvaleszenzzeit eingehalten worden wäre.

Medizin ist heute in erster Linie ein Multi-Milliarden Geschäftszweig. Ob wir behandelt werden, entscheidet der Arzt. Wie wir behandelt werden, entscheidet die Krankenversicherung und mit was wir behandelt werden, entscheidet die Pharmaindustrie. Alle haben ein gesteigertes Interesse daran das wir behandelt werden und dieses Interesse ist bei allen zuerst wirtschaftlicher Natur. Pharmakonzerne und Krankenkasse haben in ihren Jahresberichten, keine Position für geleistete Hilfe, sondern für Umsatzsteigerung und auch der Hausarzt ist in erster Linie freiberuflicher Unternehmer, der wirtschaftlichen Erfolg für sein Überleben braucht. Niemand hat ein tatsächliches Interesse an der Gesundheit des Menschen, außer ihm selber. Unser gesamtes Gesundheitssystem überlebt nur, wenn möglichst viele möglichst lange krank sind.

Unsere Gesundheit entsteht nicht in Wartezimmern oder mit Hilfe von Medikamenten die in ihrer Wirkung oft schädlicher sind als sie nutzen, sondern aus einem kritischen Verhältnis zur Medizin und einem gesunden Verhältnis zu uns selbst. Körperliche Unbehaglichkeit, Infekte und viele andere Symptome bedürfen nicht zwingend medizinischer Behandlung. Unser Körper ist ein Produkt seiner evolutionären Entwicklung. Um sein Überleben zu sichern hat er eine Vielzahl von Abwehrmechanismen geschaffen, die ihn gegen äußere Einflüsse schützen. Er hat Strategien entwickelt sich gegen Krankheiten zu wehren und komplexes System der Selbstheilung geschaffen. Dieses funktioniert jeden Tag so effektiv, das wir die meisten Krankheiten und Angriffe auf ihn nicht einmal bewusst spüren. Wie konnte unsere Spezies so lange überleben, wenn diese Mechanismen so uneffektiv sind, wie uns die Medizin und die Pharmaindustrie gerne erklärt. Krankheiten sind Umweltreaktionen oder Verschleiß unseres Körpers. Krankheiten sind daher Teil unseres Lebens und so wichtig das sie uns zum Teil erst Überlebensfähig machen. Sie sind Teil unserer Entwicklung die zum Beispiel als Kinderkrankheiten die wir durchleben, unsere Gesundheit erhalten. Wir müssen aufhören in Krankheiten die Erwerbsminderung zu sehen und sie als natürlichen Teil unseres Lebens verstehen und wir müssen aufhören uns weiß machen zu lassen, dass wir ein Leben ohne Einschränkungen und ohne Unbehagen leben könnten. Niemand ist nach medizinischen Standards gesund, Krankheiten sind Ausdruck und Teil unserer Gesundheit und unseres Alters.

Schul-Medizin ist Notfall-Medizin. Ihr Einsatz ist angezeigt, wenn es unserem Körper nicht gelingt in sein Gleichgewicht zurück zu finden und ein irreversibler Schaden droht oder Lebensgefahr besteht. Nur dann stehen die drohenden Schäden aus einer schulmedizinischen Behandlung in einem vertretbaren Verhältnis zu dem drohenden Schaden aus einer schweren Erkrankung.

In seiner Entwicklung hat der Mensch gelernt, dass Nahrung seine Gesundheit beeinflusst und er lernte spezielle Nahrungsbestandteile oder Pflanzen für die Unterstützung seiner Gesundheit zu nutzen. Die Kräuterheilkunde, aber auch andere Formen der alternativen Medizin, wie Akupunktur, Homöopathie und viele mehr haben über Jahrhunderte wertvolle Dienste geleistet. Ihr großer Vorteil gegenüber der heutigen Pharmazie und Medizin die in erster Linie Symptome bekämpft ist der Ansatz, der sich auf die Ursache richtet. Das bekämpfen von Ursachen gibt dem Körper die Möglichkeit das zu tun, was er seit dem Beginn seiner Evolution immer tat, sich selbst zu heilen. Es ist die effektivste und nachhaltigste Methode zur Erhaltung der Gesundheit. Leider ist es aber auch die unpopulärste, da sie Geduld erfordert und Symptome nicht sofort sondern nur analog des Gesundungsprozesses zurückgehen. Das aber wohl schwerwiegendste Argument gegen natürliche Gesundungsprozesse ist wohl der Glauben innerhalb unserer Gesellschaft, das alles normiert und einen wirtschaftlichen Nutzen haben muss. Ein Mensch hat einen wirtschaftlichen Nutzen wenn er gesund ist und arbeitet durch den Mehrwert den er generiert, aber auch wenn er krank ist und innerhalb des Gesundheitssystems bleibt und somit die Krankenkassen, die Pharmaindustrie und die Ärzte ihren Mehrwert generieren können.

Gesundheit ist missbrauchter Begriff. Unsere Wirtschaft macht Milliarden-Umsätze mit vermeintlich gesunder Nahrung. Es gibt keine gesunde Nahrung, nichts was wir zu uns nehmen fördert unsere Gesundheit, alles schädigt sie. Wir können zwar feststellen das einige Nahrungsmittel, insbesondere die natürlichen, unsere Gesundheit weniger schädigen als andere, aber es gibt keine Nahrung die uns gesund macht. Was uns als Gesundheitsförderlich an einigen Nahrungsmitteln erscheint, ist ihr Effekt weniger als andere den Selbstheilungsmechanismus des Körpers zu behindern oder ihn unter Umständen sogar zu fördern. Genau so wenig gibt es eine gesund machende pharmazeutische Medizin. Diese kann nur Symptome unterdrücken, so dass wir auch bei einer Verschlimmerung unseres Gesundheitszustandes in den Glauben einer Besserung verfallen. Viele Lügen, Halb- und Unwahrheiten haben sich als vermeintlich sichere Erkenntnisse etabliert, weil sehr viel Geld investiert wird um sie zu verbreiten. Dieses Geld wir investiert weil noch mehr Geld durch die Etablierung dieser Unwahrheiten zu verdienen ist. Gesundheit ist keine Erfindung der Pharmaindustrie oder der Medizin, sie war schon immer ein Teil unseres Lebens, den wir aus wirtschaftlichen Gründen abgegeben haben.

Unser Gesundheitssystem ist ein hocheffizienter Wirtschaftskreislauf, in dem Milliarden Euro Umsätze gemacht werden. Ein Kreislauf der nur einen Kunden kennt, den Kranken. Es wäre naiv anzunehmen, das diese gewaltigen Gewinne freiwillig aufgegeben werden würden. Ein Gesundheitssystem welches die Menschen gesund machen würde, würde sich der eigenen Geschäftsgrundlage entziehen und sich gegenüber seinen Aktionären, Mitgliedern und Teilhabern strafbar machen. Das unser Gesundheitssystem nicht diesem Wunsch folgt zeigen seine jährlichen Umsatzsteigerungen.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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2 Kommentare zu “Gesundheit”

  1. Ziel der Schulmedizin ist es allerdings nicht, das Ungleichgewicht wieder in den Zustand der Homöostase zu bringen, sondern die gesellschaftlichen Bedingungen, die das Ungleichgewicht hervorrufen (Arbeitsleben oder Zustand der Arbeitslosigkeit) durch Verabreichung von Drogen, sogenannten „Medikamenten“, so weit zurechtzurücken, das der Mensch einerseits wieder arbeitsfähig wird, andererseits jedoch medikamentenabhängiger Dauerpatient bleibt.
    „Krankheit“ gibt es in unserem Gesundheitssystem daher auch nicht, sondern lediglich „Arbeitsunfähigkeit“. Sehen Sie sich bitte einmal eine im allgemeinen Sprachgebrauch als „Krankschreibung“ bezeichnete Bescheinigung an. Korrekt heißt sie „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“.
    Der Arzt verdient am Gesunden gar nichts und hat daher auch kein finanzielles Interesse an der Gesundung eines Kranken, sondern ein Interesse, den Symtomträger zu einem Dauerpatienten zu machen, der ständig ein Medikament einnehmen muss, nicht um gesund zu werden, sondern um arbeitsfähig zu bleiben.
    hier habe ich das ausgeführt: http://rudi-zimmerman.de/Das_Gesundheitswesen/das_gesundheitswesen.html
    Rudi Zimmerman
    Arzt, Autor, Webphilosoph

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