Ende der Zivilisation


EndederZivilisation

Jedes menschliche Konstrukt und jedes von Menschen erdachte System, hat aus sich heraus Grenzen. Grenzen die sich aus den tatsächlichen Gegebenheiten ergeben die das System umgeben und schon gezogen sind, als das System erdacht wurde.

Allein aus der Begrenzung der menschlichen Befähigung, die Interaktion eines von ihm geschaffenen Systems mit anderen Gegebenheiten und die sich daraus ergebenden Folgen in ihrer Gänze, durch die Unmöglichkeit des Erkennens aller beeinflussenden Faktoren, zu überblicken, ergibt sich das Dilemma seiner Entwicklung. Die Schwierigkeit des Menschen im Umgang mit dieser Begrenztheit innerhalb der von ihm erdachten Systeme, liegt in dem Widerspruch des vermeintlich erkennbaren Erfolges, die als Kern das System zu bestätigen scheinen, zu den ebenso systemimmanenten Misserfolgen, die wir geblendet durch die Erfolge als Randprobleme verstehen wollen und sie an die Peripherie drängen.

Die Ur-Angst vor den Unwägbarkeiten des Lebens haben wir ebenso aus den Höhlen unserer frühzeitlichen Entwicklung mitgebracht, wie den Wunsch nach der Sicherheit unserer Behausung, in der die Gefahren immer draußen lauerten.

So geschieht es auch heute noch mit unserer neuen Behausung, dem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, welches soweit expandiert ist, das es kein außerhalb mehr gibt, in das die Gefahren verschoben werden können. Die Gefahren und offensichtliche Probleme unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems, welches nicht zuletzt durch die Globalisierung auf diesem Planeten keine Grenzen mehr kennt, sind ein internes und damit ein Problem des Kerns selber geworden.

Es ist nicht grundsätzlich falsch, das Menschen sich eine Gesellschaft schaffen und ihre benötigten Ressourcen mittels eines Wirtschaftssystems teilen. Falsch ist aber an einem System festzuhalten, das sich nicht mehr bewährt. Wesentlicher Bestandteil unserer Entwicklungsgeschichte war die Veränderung, die uns überhaupt erst ermöglichte zu werden, was wir heute sind. Diese Veränderungen führten immer dazu, das wir das System verließen, in dem wir uns zuvor eingerichtet hatten und sie waren immer den gleichen Zwängen zur Veränderung ausgesetzt. Unserer wachsenden Population und den sich daraus ergebenden neuen Anforderungen an den Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Unsere Entwicklungsgeschichte wäre schnell zu Ende gewesen, wenn wir in den Höhlen geblieben wären. Wir haben sie verlassen, weil unsere wachsende Population nicht mehr eine ausreichende Anzahl von Höhlen fand und die lebensnotwendigen Ressourcen für die größere Anzahl von Menschen nicht mehr ausreichten. Wir fanden den Mut unser damaliges Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zu verlassen. Ein Schritt der für uns damals gefährlich war, uns unserer Sicherheit beraubte und doch unser überleben sicherte.

Die Lösung unseres damaligen Problems hieß Expansion. Wir breiteten uns aus, erschlossen neue Ressourcen und strukturierten uns immer wieder neu. Immer größer zu werden war das neue Erfolgsrezept. Es sicherte den stetig wachsenden Sozialverbänden, die in Familien begannen und in Staaten endeten die Versorgung und damit ihr Überleben. Aber auch die Expansion ist ein zeitlich begrenztes Modell. Es fand seinen Höhepunkt aber auch sein Ende im Zeitalter der Kolonialisierung, in der die großen Ressourcenvorkommen verteilt wurden. In der zweiten Hälfte des 19.ten Jahrhunderts gelangte das über lange Zeit erfolgreiche Modell der Expansion an seine natürlichen Grenzen, der Mensch hatte die Erde erobert.

Quantitativ hatte der Mensch eine Erfolgsgeschichte durchlebt, jedoch qualitativ konnte er seinem rasanten Aufstieg nicht folgen. Er war noch immer in seiner Ur-Angst gefangen, die ihm vorgaukelte noch immer in seiner Höhle zu sitzen, aus denen er die Unwägbarkeiten des Lebens zu verbannen suchte. Diese Angst vor einer neuen Veränderung, für die nunmehr hunderte Millionen Menschen hätten gewonnen wären müssen, führte zu folgenschweren Fehlentscheidungen, die heute unser Dilemma sind. Die damals bestimmenden Eliten aus Adel und Industrie wollten ihre Machtstellungen nicht für eine Veränderung in Gefahr bringen und etablierten ein neues System welches dem Veränderungsdruck entgegen wirkte, in dem es durch die Aufrechterhaltung der Grundpfeiler des alten Systems, eine Sicherheit vorgaukelte, die sich durch eine gedachte weitere Expansion ergab. Eine Expansion, die aber das erste Mal in der Geschichte des Menschen nicht einer tatsächlichen Expansion entsprach, sondern sich eines Hilfsmittels bediente, das keiner natürlichen Begrenztheit mehr unterlag, weil es fiktiv wurde. Dem Geld.

Geld hatte sich als Tauschmittel in wachsenden Gesellschaften bewährt, in denen allein aufgrund der Anzahl ihrer Mitglieder, es dem einzelnen nicht mehr möglich war, seine Lebensgrundlagen zu erwirtschaften. Seinem Sinn nach war es ein Tauschmittel, dessen Besitz die tatsächliche Möglichkeit darstelle den Gegenwert in Naturalien zu nutzen. Unter dem Zwang in einer nicht weiter expansionsfähigen Gesellschaft dennoch die bewährten Mechanismen der Expansion weiter wirken zu lassen, wurde das Geld, das aufgrund seiner ursprünglichen Bedeutung als tatsächlicher Ersatzwert für Naturalien akzeptiert war, zum Träger der weiteren Expansion. Einer Expansion, die den Glauben vermittelte auch die vermeintlich dahinter stehenden Naturalien würden sich vermehren und doch nicht mehr war als eine Illusion, die dadurch aufrecht erhalten wurde, dass die in gleichem Verhältnis fortschreitende Entwertung des Tauschmittels verschleiert wurde, die analog seiner nominellen Vermehrung auftrat. Ein unausweichlicher Effekt, der sich aus den nicht expansionsfähigen und damit nicht weiter wachsendem naturalen Gegenwert zwingend ergibt.

Auch diese Entwicklung hatte ihre zeitliche Begrenzung. Eine Begrenzung die heute nicht mehr zu verschleiern ist, da sie eine fatale Wirkung mit sich führte. Bis die Menschheit die natürliche Grenze ihrer Expansion erreicht hatte, lebte sie mit den natürlichen Gegebenheiten und mehr oder weniger im Einklang mit dem sie umgebenden ökologischen System. Als sie jedoch ein expandierendes System aufrecht erhielt, welches keine natürliche Expansion mehr zur Grundlage hatte, generierte sie diese Expansion durch eine in gleichem Maße ansteigende Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, die im weiteren Verlaufe nun zu einer Gefährdung des gesamten Ökosystems wurde.

Jedem der heute nicht mutwillig seine Augen verschießt kann an nahezu jedem Ort des Globus feststellen, dass das ökologische Gleichgewicht nicht mehr vorhanden ist. Es ist offensichtlich das wir diesen Planeten ausbluten lassen um unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, von dem wir zu Unrecht glauben das es Alternativlos sei. Es wäre schon schlimm genug wenn es nur um diese Tatsache gehen würde, die eine immense Schuld auf uns lädt, als nur eine Rasse auf diesem Planeten, die den Lebensraum aller anderen Rassen die mit uns diese Welt bewohnen zerstören oder zumindest gefährden. Es gibt einfach kein Recht, aus welchem wir unsere egoistische und Leben verachtende Handlungsweise begründen können. Fataler für uns ist die Tatsache, dass wir mit unserem Handeln in nicht einmal 150 Jahren ,unsere eigene Existenz so sehr vergiftet haben, dass unsere Zukunft als Einzelner oder als Menschheit konkret in Gefahr ist. Dies ist ein Fakt, genauso wie es ein Fakt ist, dass wir das getan haben, in dem wir zuließen, das eine profitierende Elite die Folgen nicht sehen wollte, die wir in der ängstlichen Sorge um unsere Sicherheit und der Begrenztheit unseres intellektuellen Horizonts nicht sehen konnten.

Mitte des 19.ten Jahrhunderts stand die Menschheit mit dem Ausgang des Kolonialzeitalters, wieder an einem Punkt, an dem sie ihr altes System hätte aufgeben müssen um ihren Fortbestand zu sichern, wie sie es schon oft in ihrer Geschichte getan hatte. Sie tat es nicht und so haben schon eineinhalb Jahrhunderte ausgereicht um uns an den Abgrund unserer eigenen Existenz zu führen. Es ist ein evolutionäres Gesetz das Rassen, denen es nicht gelingt nachhaltig ihre Lebensgrundlage zu sichern, dem Untergang geweiht sind und es wird keinen Einfluss auf diese evolutionäre Entwicklung haben, dass der von uns fälschlicher Weise beschrittene Weg aber der bequemste für uns war. Die rasante Vernichtung unserer Lebensgrundlage verdeutlicht, wie wenig Zeit uns noch bleibt und es ist fraglich wie viel, insofern uns ein Richtungswechsel überhaupt gelingt, wir von unserer jetzigen Zivilisation retten können, da ein großer Teil dieser, Mechanismen folgt oder auf Grundlagen basiert, die sich aus einer Illusion ergeben und sich als gefährlicher Irrtum für uns alle heraus gestellt hat.

So offensichtlich wie die Schädigung des gesamten Ökosystems, welches die unersetzliche Grundlage auch unserer Zivilisation und nahezu allen Lebens auf der Erde ist, auch sichtbar ist, so wenig ist auch die Bereitschaft zu erkennen dieses in seiner Wirkung auf uns und uns alle zu erkennen. Vorherrschend sind noch immer die Versuche der Beschwichtung und Beruhigung, die auch weiterhin die Illusion der Sicherheit aufrecht halten soll und nur einem Ziel folgen, der weiteren Aufrechterhaltung des Systems.

Dieser Versuch, das System aufrecht zu erhalten ist heute schon fast so zerstörerisch wie das System selbst. Die sich daraus aufrecht Erhaltung ergebenden Folgen werden von mal zu mal schwerwiegender, da sie ein immer größeres Missverhältnis zwischen unserer zivilisatorischen Lebensweise und den ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten kaschieren muss. Es ist nicht zu erwarten, dass die heutigen Entscheidungsträger eine tatsächliche Veränderung bewirken werden. Dabei liegt es nicht daran, dass sie nicht genügend Vernunft aufbringen könnten, die Sachlage zu erfassen, sondern an dem Umstand das es ihnen verboten ist, das zu zu tun. Wir beschäftigen Staatsdiener, die wir dafür bezahlen dieses System zu verwalten und haben Politiker berufen uns zu vertreten, mit nur einem Auftrag, dieses System zu erhalten.

Wir können nicht erwarten, dass die, die wir explizit beauftragt haben, den Status Quo zu erhalten, nun die sein werden, die ihn verändern. Insbesondere leider auch dann nicht, wenn dieses eigentlich zu unserem Schutz geschehen würde. Die Entscheidungsträger unserer Gesellschaften folgen ihrem Auftrag und versuchen aus diesem heraus auf die Missstände zu reagieren. Sie entscheiden immer zuerst unter ihrer obersten Prämisse, der Aufrechterhaltung des Systems. Daher gelingt es ihnen auch nicht tatsächliche Veränderungen zu bewirken, die nur erreicht werden können, wenn der Grund unserer gefährlichen Probleme, nämlich der Kern unseres Systems in Frage gestellt werden würde. Von daher ist auch falsch die Politik zu beauftragen, eine Lösung für die existentielle Krise der Menschheit zu finden, sowie es auch falsch ist diese zu kritisieren, für die Tatsache das es ihnen nicht gelingt eine zu finden.

Der Anachronismus unserer Gesellschaft zeigt sich besonders deutlich an den Säulen auf denen sie ruht. Dem Staatswesen, der Rechtskultur und dem Wirtschaftswesen. Unser Staats- und Rechtswesen ist aus dem altrömischen Modell entstanden. Einem Kastenwesen welches von Imperatoren und Despoten aus Geburtshierarchien bestimmt wurde, das auf Expansionskriege seine Macht begründete und Folterung, Plünderung und Mord als legitime Mittel ansah. Unser Rechtssystem begründet sich ebenfalls im römischen Recht, wobei besondere Ereignisse und Personen ihren Geist in ihm bis heute verewigten. Als nicht abschließende Aufzählung der Prägung unseres Rechtswesens seien hier die Rechtsgutachten der Inqisition, die Freibriefe des Völkerschlachtens des dreißig jährigen Krieges, das Belagerungsrecht der napoleonischen Okupation und das Sozialgesetzbuch des Dritten Reiches genannt. Unser gesamtes Wirtschaftswesen liegt in der Kolonialzeit begründet, einer Zeit in der eine unendliche Expansion und unbegrenzt neue entdeckbare Schätze und Ressourcen das denken bestimmten und wurde in der Zeit des kalten Krieges in seine jetzige Form geschliffen, in der der Kapitalismus Staatsdoktrin in der westlichen Hemisphäre war. Es ergab sich eine bis heute deutliche Prägung dieser Einflüsse, auch wenn diese sicherlich den jeweiligen zeitlichen Gegebenheiten angepasst wurden. Die moralischen Regeln, die unser miteinander bestimmen basieren auf Mythen der abrahamitischen Religionsstiftung. Unbestritten haben diese Regelwerke ihre Berechtigung gehabt, zumindest in einer Welt die hinter den Grenzen Europas zu Ende zu sein schien, in der ökologische Ungleichgewichte und globale Problemlagen unbekannt waren und auf eine Bevölkerung wirkte, deren Interessenlage am jeweiligen Dorfrand endeten und staatliche Entscheidungen aufgrund sehr langer Kommunikationswege, eine Frage von Monaten und Jahren waren. Jedoch ist nicht ernsthaft anzunehmen das mit Hilfe dieser Regelwerke, auf die existentiellen Probleme der Menschheit angemessen reagiert werden kann, weil sie zum einen nicht für die Dimension der Fragestellungen gedacht war und ebenfalls seiner originären Aufgabe unterliegt, seiner Selbsterhaltung.

Ein zukünftiger Bestand der menschliche Zivilisation ergibt sich nur und ausschließlich aus der Befähigung eine Zivilisation zu etablieren die keine Expansion braucht und mit der Erde und ihren Ressourcen nachhaltig ihre Lebensgrundlage zu sichern vermag und nicht wie bisher von der Erde durch ihre Ausbeutung lebt. Ein solches Gesellschafts- und Wirtschaftssystem steht in absoluten Widerspruch zu dem heute etablierten. Unbedingte Grundvoraussetzung für ein solches System wäre nicht die Eindämmung, sondern völlige Verhinderung jeglicher Expansion und die Aufhebung der Grundsätze, die unser heutiges System tragen und sogar erst ermöglichen. Eigentum wäre nur noch begrenzt denkbar, an Grund und Boden sogar unmöglich. Es kann keine Zinsen mehr geben und ein Mensch kann nicht nach mehr als seiner Lebensgrundlage streben, da ihm jedes mehr darüber hinaus verboten wäre. Ressourcen könnten nicht besessen werden, würden aber im Gegenzug allen Menschen wie auch allen anderen Lebewesen als gleichrangige Teilnehmer des Ökosystems uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Hortung von Gütern über die Erhaltung der eigenen Lebensgrundlage hinaus, wäre gegenüber anderen Teilnehmern der Ökogemeinschaft eine nicht zu tolerierende Vorenthaltung dieser Güter. Reichtum wäre damit strafbar. Aber auch eine Alimentierung derer, die es nicht vermögen ihre Lebensgrundlage zu erhalten wäre nicht mehr möglich. Soziale Netze wären nur in äußerst begrenztem Maße innerhalb der Möglichkeiten zu Weitergabe von Gütern aus der eigenen Lebensgrundlage denkbar. Die Folge wäre eine Auflösung aller uns bekannten Staatsformen, Gesellschafts-, Wirtschafts-, und Finanzsysteme.

Die Gesellschaft reagiert auf solche Ankündigungen mit Ablehnung und Unverständnis. Die Menschen haben sich an das bequeme Leben in dieser Gesellschaft gewöhnt und wollen es nicht mehr missen. Daher sind ihre Forderungen nach Veränderung auf Oberflächlichkeiten beschränkt und ihre Vertreter, die Politiker bleiben auch weiterhin aufgerufen, das System zu erhalten. Forderungen dieser Art werden als Sozialdarwinismus oder -neid abgetan. Sie sind weder gewillt noch befähigt zu verstehen, das ihr vermeintlich gutes Leben in der Vergangenheit eine Anleihe an eine Zukunft war, die sie dadurch unmöglich machten. Die Durchsetzung solch grundlegender Veränderungen sind eine Utopie, genauso wie eine Nichtdurchsetzung die Existenz der Menschheit zu einer Utopie macht.

Die Wissenschaft hat uns glauben gemacht das alles möglich sei. Sie hat uns sogar an die wundersame Vermehrung von Nahrung glauben lassen. Diese Ertragssteigerung von Nahrung haben wir mit unserer schleichenden Vergiftung bezahlt. Unser wissenschaftliche Fortschritt hat uns geholfen viele Krankheiten zu überwinden, für den Preis nun noch mehr neue Krankheiten zu haben. Unser Glauben, die Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzen zu können ist illusorisch. Wir leben in einem Ökosystem in dem alles was wir tun Folgen hat, die direkt auf uns zurück fallen. Wissenschaft kann uns helfen die Welt zu verstehen, aber sie ist ungeeignet sie zu verändern, da alle von uns vorgenommenen Veränderungen nur oberflächlicher Natur sind, die das ökologische System mit einer Reaktion beantwortet, die uns unserer Lebensgrundlage entzieht. Die Natur bestraft uns nicht, sie versucht nur die Balance in einem Ökosystem zu erhalten, welches wir permanent einseitig verändern. Eine der fatalsten Folgen unserer Wissenschaftshörigkeit ist jedoch die Annahme ihrer Durchführungsgesetze. Eines dieser wissenschaftlichen Gesetzen ist, das eine Annahme solange aufrecht erhalten wird, bis eine gegenteilige Annahme bewiesen wurde. Dieser Gedanke führt dazu das wir auch an dem fatalsten System welches sich der Mensch je erdacht hat, seine jetzige Gesellschafts- und Wirtschaftsform, festhalten werden. Nicht weil wir nicht wüssten, das dieses falsch ist, sondern allein weil uns noch nichts besseres eingefallen ist.Wir halten an dem was unsere Welt, unsere eigene Gesundheit und letztlich unsere gesamte Existenz zerstört fest, weil wir uns nicht eingestehen können, das es ein Fehler war. Es hat uns ja noch niemand bewiesen, das es etwas besseres gibt. Das makabere dieses Gedanken ist seine Konsequenz. Es wird die Bereitschaft sein eine Veränderung erst dann anzunehmen, wenn der Beweis erbracht ist und das ist der unwiederbringliche Verlust unserer Lebensgrundlage innerhalb dieses Ökosystems.

Der Mensch wird die Gegebenheiten, die er auf der Erde vorfindet nicht verändern können. Durch die Begrenztheit seines Lebensraumes auf der Erde, kann auch er nur sein Überleben sicher, wenn auch dieses auf Begrenztheit beruht. Das Maß der Begrenztheit wird nicht von seinen Wünschen bestimmt, sondern von dem Maß der Ressourcen die er auf diesem Planten vorfindet und die er mit allen anderen Lebewesen teilen muss. Die Zukunft der Menschheit ergibt sich daraus, ob es ihm gelingt dieses Gleichgewicht zu finden und zu erhalten, bevor er seine Lebensgrundlage verloren hat.

Viele haben sich die Rettung der Natur, den Schutz der Umwelt und sogar die Erhaltung natürlicher Lebensräume auf ihre Fahnen geschrieben. Viele wollen die Politik verändern und soziale Missstände beseitigen. Viele haben sogar die fatale Wirkungsweise dieses Systems erkannt. Diese Erkenntnisse und Bestrebungen, die auf den ersten Blick erstrebenswert scheinen, sind bei genauer Betrachtung nicht ohne Gefahr, da jene die sich für ihre Durchsetzung einsetzen, diese Veränderung innerhalb des Systems suchen. Sie wollen die Politik verändern und sie menschlicher, vielleicht auch ökologischer machen. Dadurch das sie sich in das politische System, wenn auch mit dem Willen zur Veränderung einbringen, stärken sie dieses System sogar noch und ihre Erfolge verändern nichts, sondern verlängern nur seinen Bestand in dem sie das Leiden durch und innerhalb des Systems abschwächen. In letzter Konsequenz verlängern sie das Überleben des Systems und damit auch den Schaden, der von ihm ausgeht.

Nur sehr wenige sind bereit und befähigt tiefer zu denken und den Kern des Übels zu erkennen. Sie werden sich nicht in das System einbringen und auch aus dem System heraus keine Veränderungen erwarten. Sie sind die letzte Hoffnung auf einen Fortbestand der Menschheit, aber zu wenige um eine realistische Hoffnung für den Fortbestand unserer Zivilisation zu sein.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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2 Antworten auf “Ende der Zivilisation”

  1. In einem Beitrag des Deutschlandfunk ueber den Wahlkampf in den USA bezeichnete der Journalist die USA als „unverzichtbare Weltmacht“.
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/1873677/
    Derartiges spricht doch fuer sich.

    »»:««

    STUPID LITTLE DREAMERS.

    They all are stupid little dreamers, little foolish dreamers, stupid foolish dreamers dreaming the dreams of the colour TV,
    running for the next fashion, turning on their own mad movies.
    Dreamers, stupid little dreamers living in a fool’s illusion the american way of life, living in a fool’s illusion the american way of life.
    Fighting and running for money their whole life long.
    Their whole life on the run for the next fun.
    Their whole life on the run for the next fun.
    They all are crying for love, but they have none,
    living in a fool’s illusion the american way of life.
    They all are crying for love,but they have none,
    crying for love, but they have none.
    They all are talking from God, Jesus or the light,
    but they don’t have the holy might of truth and trust inside.
    They all are stupid little dreamers, little foolish dreamers, – illusion-beamers living in a fool’s illusion the american way of life, living in a fool’s illusion the american way of life.
    They all are stupid little dreamers, little foolish dreamers, stupid foolish beamers living in a fool’s illusion the american way of life.
    Yeah, that’s the greatest fool’s illusion, the american way of life.
    Dreamer, – stupid little dreamer, – little foolish dreamer, -illusion-beamer dream your foolish dream from the american way of life.
    Dreamer, – illusion-beamer, -beamer, – foolish dreamer on the american way of life living in a fool’s illusion the american way of life.
    Illusion-beamer…
    Dreamer, – stupid little beamer, -little foolish dreamer, – illusion-beamer walk your way, – dream your foolish dream from the american way to your own ruin.
    There’s no God, no truth, no light.
    Illusion-beamer, foolish dreamer dream your dream to your own final ruin.

    Gustav Staedtler
    2.05.1997

  2. Sehr schöner Text. Irgendwie finde ich hier in diesem Blog, den ich gerade erst entdeckt habe, die Texte die ich gerne schreiben würde, aber wegen meiner mangelnden schriftstellerischen Begabung nicht schreiben kann. (Siehe http://derblickausderferne.blogspot.de/)

    Allerdings muss ich eine Lanze für die Wissenschaft brechen, ihre Rolle entsteht durch die schizophrene Erwartungshaltung unserer Gesellschaft an die Wissenschaft. Es liegt anscheinend an der Natur des Menschen, dass er selbst der Wissenschaft gegenüber einem Wunderglauben anhängt obwohl es gerade die Wissenschaft ist die immer wieder vor den Auswirkungen der Ausbeutung warnt. (http://derblickausderferne.blogspot.de/2012/06/paradox-faith-in-science.html )

    In einer Simpsons Folge wird sehr schön das Problem der Wissenschaft beschrieben

    Springfields Astronomen (und Bart simpson) warnen die Menschen vor dem Herannahen eines Meteoriten der genau Springfield treffen wird.

    Man wendet sich voller Hoffnung an (dubiose) Wissenschaftler die versprechen mit einer Atomrakete den Meteoriten aufzuhalten. Das Unternehmen geht (natürlich) schief, die abgestürzte Rakete zerstört sogar die einzige Brücke über die Springfield evakuiert werden könnte.

    Die Leute von Springfield versammeln sich daraufhin im einzigen Bunker der Stadt, dem von Ned Flanders, der dann selber rausgeworfen wird.

    Ned und Homer (der von Anfang die Astronomen verhöhnt) beobachten als einzige wie der Meteorit harmlos „im dicken Smog der verpesteten Luft Springfields“ verglüht. Die aufgebrachte Menge beschließt daraufhin, dass „so etwas nie wieder geschehen darf!“ worauf der Mob loszieht um das Observatorium der Astronomen zu Verbrennen.

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