Der Euro und die Wahrung der Währung

eurotitanic

Ein unrühmliches Fazit und eine schlechte Prognose.

Der Euro ist das Symbol eines gespaltenen und rivalisierenden Europas geworden. Der Norden gegen den Süden und Arm gegen Reich. Der einstmals große Traum einer politischen und wirtschaftlichen Einheit und einem Leben in Wohlstand und Sicherheit, ist ausgeträumt. Längst geht es nicht mehr um die Erreichung der versprochenen Ziele und es geht nicht mehr um die Menschen, die dieses Europa ausmachen sollten. Sie sind zum Spielball höherer Interessen geworden, gehetzt von ökonomischen Zwängen und einem einzigen Ziel untergeordnet, dem Erhalt des Euro.

Was in Europa geschieht, wie und von wem es regiert wird, folgt den Zwängen des taumelnden Euro. Europa ist zu einer Gemeinschaft der Ängstlichen geworden. Es ist die Angst derer, die heute schon nicht mehr wissen, wie sie morgen leben sollen und Angst der noch nicht Betroffenen, morgen vielleicht vor diese Frage gestellt zu werden. Lange war Griechenland weit weg, Spanien und Portugal wohl nicht so schlimm, Italien sowieso was ganz anderes und Island und Irland wurden kaum bemerkt. Die Europrobleme der osteuropäischen Staaten wurden schon präventiv, medial unterdrückt. Dennoch war jeder Euro – Krisenstaat ein Pflasterstein auf dem Weg in den Untergang des Euro und an jedem zerbrachen die europäische Ideen und Werte. Keinem Krisenstaat konnte tatsächlich gerettet werden. Den meisten nicht einmal geholfen, sie wurden in einer unausgesprochenen Insolvenz geparkt um dort mit dem Geld aller europäischen Steuerzahler künstlich am Leben erhalten zu werden.

Dabei war jeder dieser Staaten allein Überlebensfähig und wäre es auch wohl noch heute, wenn sie dem Euro nicht beigetreten wären. Dennoch können sie heute ohne Hilfe nicht mehr überleben, doch das Geld geht nicht an sie, sondern an den Finanzmarkt. Er ist die Schlange, die vor den Krisenstaaten lauert und erbarmungslos sein Opfer verschlingen wird, wenn er nicht weiter gefüttert wird. Wir kaufen nur Zeit.  Europa ist ein Konstrukt, in dem der wirtschaftlich stärkere Norden, dem wirtschaftliche schwächeren Süden viel Geld geliehen hat um dessen Konsum anzutreiben, um dann noch mehr Geld an den Zinsen des geliehenen Geldes zu verdienen. Diese Zinsen sind die Probleme der Staaten und wenn sie nicht befriedigt werden, sprechen wir von einer Staatspleite. Die Finanzmärkte haben nicht trotz, sondern wegen der Schieflage ganzer Staaten enorme Gewinne gemacht und sie werden weiter auf ihre Zinsen bestehen.

Das völlig unüberlegte und illusorische Konstrukt des Euro, hat den Traum von Wohlstand und Sicherheit in Europa zerstört. Keinem Land, auch nicht Deutschland geht es heute besser oder nur so gut wie vor dem Euro. Gedacht war der Euro als Bollwerk gegen deutsche Großmachtsbestrebungen, aber geworden ist er zum Hebel einer deutschen Wirtschaftsdiktatur. Diese Ansicht ist in Deutschland unpopulär, aber im gesamten Rest von Europas, einhelliger Konsens. Insbesondere die deutsche Regierung wird auf jeden Fall versuchen, den Euro aufrecht zu erhalten, da im Falle eines Zusammenbruchs, Deutschland am meisten zu verlieren hätte. Die gegebenen Kredite ebenso wie die noch zu erwartenden Gewinne aus Zinsen. Vieles hat die Bundeskanzlerin überstanden, aber das könnte sie politisch nicht überstehen. Sie ist das Symbol des Euro, im In- und im Ausland und sie hat sich selbst dazu gemacht.

Im Zuge der krampfhaften Erhaltung des Euro, sind Gesetze zu ihrem wirtschaftlichen Nutzen gebogen worden, internationale Verträge ignoriert und elementare Grundsätze seiner Konstruktion über Bord geworfen worden. Kein Land wäre dem Euro beigetreten, wenn es geahnt hätte, in welche Gefahr es sich damit begibt. Einige Länder, wie Groß Britannien, Dänemark und Schweden haben die Gefahren erkannt und ihren Beitritt verweigert. Sie wurden als ängstliche Miessmacher bezeichnet und gefragt ob sie nicht die goldenen Zeiten sehen könnten, die der Euro bringt. Sie sahen sie nicht und taten gut daran. Heute sind sie kleine Oasen nationaler Währungsstabilität und zeigen, dass so etwas mitten in Europa möglich ist.

Der Euro ist nicht nur Währung. Er ist auch Wirtschaftsraum, Haftungssystem und politische Erklärung. Der universelle Anspruch über eine Währung hinaus führte in seiner Folge zu einer umfassenden Vernetzung der Eurostaaten und ihren Wirtschaften. Staatspleiten gab es schon immer, aber noch nie waren so viele unterschiedliche Staaten so eng miteinander verknüpft, dass der Sturz des einen, von den anderen unbedingt aufgefangen werden muss, um nicht selber zu stürzen. Eine Kette die nur den Sturz weniger zulässt um nicht alle mit sich zu reißen und zum bersten gespannt ist. Viele sind schon gefallen und nun strauchelt Zypern. Ein kleiner Staat an der Peripherie Europas, mit einem Wirtschaftsvolumen das kaum größer, als dass des Saarlandes ist, könnte nun der eine zuviel sein, der zu fallen droht. Dessen sind sich zumindest die europäischen Regierungschefs bewusst. Die geforderte Teilenteignung der zypriotischen Sparer, durch den Europarat war ein Tabubruch, den kein Regierungsmitglied zuvor gewagt hatte und auch jetzt nicht gefordert worden wäre, wenn das was einzutreten droht, nicht noch um vieles schlimmer wäre.

Auch für Zypern hat Deutschland ein Forderungskonto auf dem Kredite für Waren verbucht sind. Es sind ca. 25 Milliarden Euro und dieses Konto wird in dem Moment auf null gestellt, wenn Zypern sich für zahlungsunfähig erklärt. Es ist eine große Summe die der Finanzminister im Haushalt bereits verplant hat und ein guter Grund für die Bundesregierung, alles zu unternehmen was eine Pleite abwendet. Eine Pleite hätte Folgen und die könnten der Regierung die Wahl kosten. Die Bundeskanzlerin macht Druck auf den Europarat und der gibt den Druck an Zypern weiter. Der Einsatz ist hoch, denn sowohl die zypriotische Regierung als auch die Deutsche spielen mit ihrer politischen Zukunft. Die zypriotische sofort und die deutsche in sechs Monaten. Bei diesem Einsatz sind auch Tabubrüche erlaubt und so zeigt die geforderte Teilenteignung, wie es tatsächlich um Europa bestellt ist. Der Europarat hat alles auf eine Karte gesetzt. Gelingt es Europa die Teilenteignung in Zypern durchzusetzen, wird sie zum ultimativen Druckmittel gegen alle heutigen und zukünftigen Krisenstaaten. Aber auch die Folgen sind vorhersehbar. Wohlhabende und Teile der Wirtschaft werden Europa verlassen um sich einen Ort zu suchen, der sie vor Enteignungen schützt. Diese Kapitalflucht wäre dann die nächste Krise.

Gelingt es aber den Zyprioten sich gegen die Forderung der Enteignung zu behaupten, hat der Europarat nicht nur sein Gesicht verloren. Europa muss dann den anderen Krisenstaaten erklären, warum sie nicht auch gegen das Diktat aufbegehren sollten. Auch hier wartet schon die nächste Krise.

Es ist also zu erwarten das beide Seiten noch ein wenig ihren politischen Stolz präsentieren werden um dann einen Kompromiss zu finden, der jeweils ihrer Klientel glauben machen kann, sich durchgesetzt zu haben. Dem Land und den Zyprioten selber, bleibt dann das Schicksal aller anderen Krisenstaaten. Sie werden von Europa verwaltet und in einer unausgesprochenen Insolvenz geparkt. Bad Banks haben wir schon, Bad Lands schaffen wir uns.

Zu erwarten ist auch, dass die politischen Führungen der Euroländer, auf den wachsenden politischen und gesellschaftlichen Druck reagieren werden und dazu Gegenmaßnahmen einleiten. Es gilt ja schließlich den Euro trotz wachsender Widerstände zu erhalten und unsere Kanzlerin hat die Losung dazu bereits raus gegeben. „Koste es, was es wolle!“

Wie aber kann man politische und gesellschaftliche Widerstände eindämmen, wenn man die Ursache nicht in den Griff bekommt? Politische Aufklärung im Sinne der Erhaltung des Euro wird zwar unternommen, gilt aber eher als langfristige Maßnahme, da sie aus Erfahrung Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen wird, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Zeit die der Euro nicht hat.

Die Politik steht vor einer einfachen Fragestellung und einer schwierigen Antwort. Im Grunde gibt es nur zwei Optionen. Die Aufgabe des Euro und damit auch des europäischen Währungs- und Wirtschaftssystems. Diese Option scheidet nach den Bekundungen der Politik aus. Die zweite ist die Aufrechterhaltung des Euros. Sie ist das erklärte Ziel der Politik. Diese Option gebietet aber auch die Aufrechterhaltung des europäischen Wirtschaftssystems. In diesem Fall müssen Verbindlichkeiten und Zinsen zwingend durchgesetzt werden. Europas Führung hat sich zur Aufrechterhaltung des Wirtschaftssystems entschieden und damit auch, die selbstzerstörerische Schuldenpolitik bedingungslos fortzusetzen. Auch dem Europarat ist klar, dass irgendjemand gefunden werden muss, der die Schulden dann bezahlt. Den Finanzmärkten reicht es zu glauben, dass sie ihr Geld bekommen werden, das ist ihr Geschäft. Sie verdienen während dessen an den Zinsen und verhalten sie sich ruhig.

So wurde der genommen der am wenigsten verstanden hatte und zu unorganisiert ist um sich effektiv dagegen zur Wehr zu setzen, um in seinem Namen das Zahlungsversprechen mit Zwangsvollstreckungsunterwerfung und nichts anderes ist eine Bürgschaft, abzugeben. Es war der Steuerzahler und er wurde durch Unwahrscheinlichkeitsbegründungen und Bagatellisierungen beruhigt. Infolge der inflationären Vermehrung von notwendig gewordenen Bürgschaften ist eine weitere Belastung der Steuerzahler politisch jedoch nicht mehr durchsetzbar. Der nächste Versuch einen Schuldner bestimmen und belasten zu können, zeigte sich in Zypern und war die Forderung nach Teilenteignung. Den Gesetzen der Märkte folgend ist dass, das ideale Mittel zur Bewältigung jeder Krise, da die Privatvermögen der Bürger Europas, alle Staats- und Bankschulden decken. Sowohl die gesamten Schulden als auch alle noch entstehenden Zinsen, wären besichert und könnten nach Bedarf befriedigt werden. Die Bankkundenverträge aller Kreditinstitute in Europa, sind bereits seit 2009 dahingehend geändert worden.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass der Europarat genau das erreichen will und in seinem Verständnis auch erreichen muss, da es die einzig realistische Option ist, an das benötigte Geld zu kommen. Um sich selbst zu erhalten ist Europa gezwungen, seine Bürger in Teilen zu enteignen. Die wirtschaftliche Notlage nötig die Politik, den Zugriff auf Privatvermögen zu ermöglichen, wissend das eine solche Forderung politisch, mit demokratischen Mitteln nicht durchsetzbar ist. Enteignungen und seien sie auch als Sonderabgaben deklariert, sind nicht mehrheitsfähig. Die Politik wird die Durchsetzung der Enteignung gegenüber dem Bürger erzwingen. Politisch begründet und wirtschaftlich gewollt.

Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Euro und das politische Europa noch zu halten sind. Entweder werden wir Enteignungen erleben, dann wird Europa an den gesellschaftlichen Spannungen seiner Wirtschaftsdiktatur zerbrechen und den Euro mit sich ziehen, oder es wird keine Enteignungen geben, dann wird der Euro an seinen wirtschaftlichen und politischen Zwängen zerbrechen und Europa mit sich ziehen.

Mit jedem Schritt den das politische Europa noch macht um seine Währung zu retten, mutet es seinen Bürgern neue Härten zu. Mit jedem Tag den dieses Währungssystem noch länger besteht, wachsen die Verbindlichkeiten, die am Ende des Euros keiner mehr bezahlen wird. Sie bleiben als offene Forderungen der Nährboden für die Konflikte des Europas von morgen.

Am Ende wird ein Scherbenhaufen bleiben und Deutschland wird das Land sein, das wieder einmal europäische Großmacht sein wollte und Europa in den Abgrund gezogen hat.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

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Aphorismen

 

Aphorismen sind Gedankenfragmente und Sinnsprüche.

Sie sind weder Wahrheit noch Beweis. Aphorismen beginnen als Antworten auf Fragen, die das Leben stellt und werden zu Prämissen, die das Leben bestimmen. Ihr literarischer Anspruch ist bedingt durch die rhetorische Geschicklichkeit des Verfassers und ihre philosophische Kompetenz begründet sich aus der Allgemeingültigkeit ihrer Aussage. So sind sie für den einen nicht mehr als schlichte Bauernweisheiten und für einen anderen die Quintessens philosophischer Erkenntnisgabe. Immer aber, sollen sie zum Nachdenken anregen und den Versuch unterstützen, eigene Antworten auf die Fragen zu finden, die das eigene Leben diktiert.

Dies sind meine Aphorismen. Die Antworten auf meine Fragen. Ob sie dem einen nun eine Bauerweisheit und dem andere eine Erkenntnis sind, liegt nicht an den Antworten selbst, sondern an den Fragen die zu ihnen führten. Denn gleiche Fragestellungen führen letztendlich zu gleichen Erkenntnissen.

Sie sind ungeordnet und nicht katalogisiert, sie sind der Kinderstube meiner Prämissen und so wachsen sie, solange ich wachse. Aphorismen sind Nadelstiche des Aufrufs und des Widerspruchs zum eigenen Leben, im den vieles nicht so läuft, wie es doch eigentlich laufen sollte und vieles getan wird, was nicht getan werden muss. Aufrufe zum erkennen des Widerspruchs im eigenen Leben. Sie können Hetze sein oder Trost sprechen, einen Gedanken inspirieren oder die Fantasie beflügeln, aber immer lassen sie denken.

Dies dachte ich.

Garant für ein Leben in Einklang mit sich selbst und den Dingen an sich, ist ein aus freiem Willen geschaffenes, Regelwerk individueller Werte, welches vorab jedem Gesetze und jeglicher Moral, seine Anwendung und bindende Gültigkeit findet.

Die mit zunehmendem Alter größer werdende Sehnsucht und Hingabe zur Natur, liegt begründet in dem näher kommenden Zeitpunkt und der Einsicht zu ihr zurück zu kehren.

Die Quintessenz aus all der Bildung und Erfahrung eines ganzen Lebens lässt sich in zwei Erkenntnissen zusammenfassen. Die erste lautet: Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber auch das weiß ich nicht genau und ist die Weisheit um deren Verständnis kein Leben lang genug ist. Die zweite lautet: In der letzten meiner Stunden werde ich nicht die Dinge bereuen die ich tat, sondern die, die ich nicht tat und ist der Anspruch zu dessen Erfüllung kein Leben lang genug ist.

Die Manifestation des Ich findet zwischen der Mitte des dritten und des fünften Lebensjahrzehntes statt. Davor steht die Erprobung und danach das Resultat des Ichs. Sowie wir vor der Manifestation des Ichs, kein Verständnis um uns selbst haben, müssen wir nach der Manifestation, mit den Früchten leben, die uns das Ich erbracht hat. Manchem mögen diese bitter schmecken und nur wer sich selbst bewahrte, wird sie genießen.

Viele folgen Idealen, Recht und Moral. Ich folge Prämissen. Idealen, Recht oder Moral zu folgen, vermag ich nur wenn diese zuvor durch meine Prämissen begründet wurden.

Ein Philosoph ist jener, der durch seine Erkenntnisse, Moralitäten hinzugewonnen hat. Ein Freigeist ist solcher, der durch seine Erkenntnisse, Moralitäten verloren hat.

In der Gesamtheit seines Wirkens und in des Einzelnen tätig Werk, ist der Mensch dem Mensch kein Freund und noch der Schöpfung größter Feind.

Ehrlichkeit ist zumeist nur ein egoistischer Selbstmitteilungstrieb von hoher zerstörerischer Kraft und Leiden schaffendem Charakter. Immer unter dem Mantel der Wahrheit geführt, jedoch nur selten mit ihr verwandt.

Wissen und Glauben schließen sich nicht gegeneinander aus, sondern ergänzen sich. Je größer das Wissen, desto weniger der Unsinn, an den man glauben muss.

Die Not sich nicht selbst helfen zu können, ist zumeist das Resultat der Angst, die Hilfe nicht zu bekommen, die man von anderen erwartet.

Die meiste Zeit unseres Lebens versuchen wir den Fundus der Dinge zu erweitern, die wir zu können glauben. Wir würden weniger Schaden nehmen, wenn wir mehr Zeit auf die Einsicht um jene Dinge aufbringen würden, die wir nicht können.

Viele haben das Recht auf eine Meinung, aber nur wenige den Mut zu einer Eigenen. Daher sind Meinungen nach dem Mut zu bemessen, der zur Erfüllung dieses Rechtes notwendig war.

Unser Handeln wird für gewöhnlich nicht von dem bestimmt, was wir wollen, sondern von der Vermeidung dessen, was wir nicht wollen.

Der Kampf ist Bestandteil jeglichen Lebens, daher ist Gewalt ein wesentlicher Ausdruck menschlichen Wirkens.

Ziele führen immer auch vorgegebene Wege zur ihrer Erreichung mit sich und verhindern so die Möglichkeit eigener Wege. Eigene Wege beschreiten zu gehen heißt daher auch immer ziellos zu sein.

Von gleicher gefährlicher Ignoranz ist es, die Taten und Gedanken eines Einzelnen zu kritisieren, wie dieses bei Ideologien und Gemeinschaften zu unterlassen.

Moral ist ein Sittengesetz und als solches ein temporär instabiles Gemeinschaftsphänomen. Sie ist weder auf ein Individuum anwendbar, noch begründbar.

Das größte was ein Mensch schaffen kann ist eine Idee. Wenn die Lehre zu einer Idee auf eine Gemeinschaft trifft, dann trägt sie als Ideologie das Potential in sich, die gesamte Welt zu bewegen.

Die meisten Dinge von denen wir glauben, sie nur mit größter Anstrengung zu bekommen, würden unbemerkt eintreten, wenn wir sie nicht erzwingen, sondern zulassen würden.

Die meisten Menschen, die uns ein Stück unseres Lebens begleiten, haben eines gemeinsam. Sie sind länger unser Feind, als sie unser Freund waren.

Die wahre Größe eines Menschen erkennt man an der Größe seiner Feinde und der Loyalität seiner Freunde, aber nie an ihm selbst.

Mitleid ist selbst zugefügtes Leid, als moralische Geißelung der Freude, den Schaden nicht selbst gehabt zu haben.

Ein Kompromiss ist Ausdruck der Schwäche von Standpunkten, die mangels Durchsetzbarkeit aufgegeben werden, um einen neuen Standpunkt einzunehmen der mangels eines konträren Standpunkts seine Festigkeit nicht beweisen muss.

Die grundsätzlichen Probleme der Menschen und der Welt in der sie Leben werden wohl erst dann angegangen werden, wenn jeder Einzelne, unabhängig wie mächtig oder gering er auch sein mag, versteht, das er allein voll umfänglich für den Zustand des Ganzen verantwortlich ist. Dies nicht zu tun, ist die Erbsünde der Menschen, die auf ihnen noch viele Generationen lasten wird.

Freiheit ist nicht tun und lassen zu können, was man will, sie ist nicht tun und lassen zu müssen, was man nicht will.

Freiheit zu erhalten ist schwer. Zu Wissen woher Freiheit stammt, jedoch einfach. Toleranz ist das einzige, was zur Freiheit führt.

Tragisch ist, dass die größte Tugend, der größten Schwäche ähnelt. So wird gelebte Toleranz zumeist als Ignoranz verstanden.

Bei der Betrachtung der Menschen die uns umgeben, können wir feststellen, dass die meisten in höchstem Maße unwichtig für uns sind, wir uns aber nicht von ihnen abwenden, weil sie einen gewissen Unterhaltungswert für uns haben.

Rechtschaffend handeln und rechtschaffen sein könnten von größerer Unterschiedlichkeit nicht sein. Rechtschaffendes Handeln ist die Kunst der Legitimation der eigenen Tat während rechtschaffen zu sein, keine Legitimation benötigt.

Die Grenze der Schwachen heißt Gesetz, die Grenze der Starken heißt Moral. Die Grenze der Freien kennt keinen Namen.

Nicht das Schwert unseres Feindes, sondern das Wort unseres Freundes, fügt uns die größten Narben zu. Dennoch bemühen wir uns mehr unseren Feind abzuwehren, als unserem Freund zu zuhören.

Naivität ist nicht Ausdruck für das Unvermögen Sachverhalte zu beurteilen, sondern Indiz für eine große Nähe zu den Sachverhalten, die verhindert, sie in seiner Gänze überblicken zu können.

Seine Freiheit zu erhalten, ist nicht deshalb so schwer, weil man beharrlich um sie ringen muss, sondern weil es so schwer ist zu erkennen, um was es zu ringen gilt.

Ich verstehe, dass einige Menschen Unglück brauchen um Glück empfinden zu können, so wie sie Wärme nur aus der Kälte heraus empfinden können. Aber warum fügen sie sich so viel Unglück zu? Erwarten sie tatsächlich so viel Glück?

Was macht uns glauben, das wir uns ungestraft eine Moral leisten können?

Hedonismus ist der Motor individueller Lebensgestaltung. Als Gesellschaftsmodell ist er ebenso ungeeignet wie schädlich.

Wenn die Dinge nicht eintreten die wir uns Wünschen, tun wir die Dinge, die andere sich nicht wünschen.

Bei all unserem Bestreben, Schlechtes von uns zu wenden, laufen wir immer Gefahr, durch den Verlust des Schlechten, auch das Gute zu verlieren.

Der Versuch nach Glück zu streben, ist ebenso legitim, wie die Annahme das Glück ein andauernder Zustand sein kann, naiv ist.

Die größte Gefahr in unserer Schnelllebigkeit besteht nicht darin, nicht folgen zu können, sondern in dem Verlust der Möglichkeit rechtzeitig halten zu können, wenn sich ein Abgrund vor uns öffnet.

Wir sollten uns immer bewusst sein, dass alles was wir tun, der Welt in der wir leben oder uns selbst, die Wirkursache dessen ist, was uns widerfahren wird.

Am Ende bleibt Unwohlsein, wenn im Übermaß genossen wurde, dies gilt für ein köstliches Mahl, wie für das Leben selbst.

Jeder Tag den wir erleben ist ein Glücksfall und als solcher ein Geschenk. Die Wahrscheinlichkeit den nächsten Tag nicht mehr zu erleben und die Vielzahl der Gründe und möglichen Ereignisse, die gegen das Erleben des nächsten Tages sprechen, sind so erschreckend groß, dass wir es nicht wagen, uns dessen bewusst zu werden.

Der schmerzliche Verlust an dem eigenen Geiste, die Erkenntnis der Wertlosigkeit in sich selbst, offenbart sich zumeist in der Art diese Leere zu füllen, durch Anhäufung von Dingen, denen wir ersatzweise zumindest noch einen materiellen Wert zugestehen..

Die Frage ist nicht, wie viel der Mensch ertragen kann bevor er zerbricht, sondern vielmehr, wie viel er zerbricht, um sich zu ertragen.

Sicherlich ist es möglich genug Gutes über Menschen zu sagen, für gewöhnlich gelingt das jedoch nur, wenn man ihre Gedanken und Handlungen außer Acht lässt.

Einer der schwersten Wege die wir beschreiten können, ist der sich selbst zu finden, da dieser immer zuerst bedeutet, die Anderen zu verlieren.

Der Verstand wiegt schwer. Schafft er doch das Verständnis um unnötige Umstände, die ertragen werden müssen, weil viele andere sie nicht verstanden haben.

Das gefährliche daran, eine Moral zu besitzen, ist irgendwann an ihr gemessen zu werden.

Es mag sein, dass es nicht notwendig ist sich mit der Philosophie zu beschäftigen, um die Welt zu verstehen. Es ist auch nicht notwendig sich mit der Politik zu beschäftigen, um zu wählen. Beides aber könnte vor folgenschweren Fehlentscheidungen schützen.

Es ist schwer zu erkennen, ob ein Mensch lügt oder nicht. Sicher als Lügner ist ein Mensch nur auszumachen, wenn er behauptet die Wahrheit zu kennen. Der Mensch der von der Wahrheit spricht, kennt sich selbst und die Wahrheit nicht.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens verbietet sich aus sich selbst, da dieser Frage die Annahme zu Grunde liegt, dass Leben sei sinnlos, da einen Sinn nur braucht, was Sinnlos ist.

Sinnvolles getan zu haben, bedeutet nicht, Sinnvolles bewirkt zu haben.

Der Tod ist nicht ein Ereignis, welches das Leben beendet, sondern das finale Ereignis, das uns vom Sterben befreit. Sterben aber ist ein permanenter Vorgang, der beginnend mit der Geburt, in Qualität und Quantität die andere Waagschale befüllt, in gleichem Maße wie wir die eine Waagschale befüllen, die wir Leben nennen. Daher ist das Sterben ein unverrückbarer Bestandteil unseres Lebens und die freie Wahl des eigenen Sterbens, wesentlichster Bestandteil eines selbst bestimmten Lebens

Die meisten Menschen unterliegen dem Irrtum, dass durch Erhöhung der Quantitäten, die Qualitäten zu steigern wären.

Ein freier Geist empfindet Scham, wenn er der Lüge bezichtigt wird. Nicht jedoch wegen einer Untat, die er begangen haben könnte, sondern wegen der Ehre die ihm zuteil wird, da bewusst die Unwahrheit zu sagen zuerst einmal hieße, das er eine Wahrheit gekannt habe.

Wenn ich das Wesen der Lüge betrachte, finde ich Mut und Hoffnung für die Menschheit. Zu Lügen bedeutet, bewusst die Unwahrheit zu sagen und damit die Wahrheit zu kennen. So hat noch kein Mensch gelogen und der dieses einmal zu tun vermag, wird wohl der Weiseste aller sein.

Nichts ist Menschen- und Wahrheitsverachtender als Moral.

Die Menschheit schuf aus ihrer Moral die Schuld und verlor damit für sich selbst die Möglichkeit unschuldig zu sein.

Die Kunst des Erkennens realer Umstände, liegt im Unterlassen der Bewertung in Bezug auf eigene moralische Grundvorgaben.

Der Verlust von Moral bedeutet nicht den Verlust von Werten, sondern den Verlust des Bezuges gemeinsamer Werte. Die Selbstachtung sollte uns also gebieten unmoralisch zu sein, um nicht in der Kleingeistigkeit einer gemeinschaftlichen Moral zu enden.

Die Entwicklungsgeschichte des Menschen offenbart sein Problem. Bisher hat die Menschheit von der Erde gelebt. Von nun an muss sie mit der Erde leben. Geht sie diesen nächsten Schritt nicht, ist ihre Entwicklung beendet.

Die Gleichheit der Menschen anzunehmen, führt zu der erschreckenden Ungerechtigkeit, jeden Einzelnen auf einen gemeinsamen Nenner Aller zu dezimieren.

Ich kann mir keine größere Unfreiheit vorstellen, als die in einer Gemeinschaft zu sein, da nichts die Freiheit eines Einzelnen wirkungsvoller verhindert, als das was der Gemeinschaft dient.

Der Kapitalismus und seine Marktwirtschaft ist in ihrer heutigen Form, sind ein Relikt des 19.ten Jahrhunderts. Ein Besitz vermehrendes und Macht erhaltendes System, einer Zeit der Kolonialisierung und der Industrialisierung. Zeitlich begründet und geprägt im Feudalismus und vor der allgemeinen Akzeptanz der Menschenrechte. Die Basis dieses Modells war der scheinbar unbegrenzte Ressourcenreichtum einer noch zu erobernden Welt. Die Denkweisen des 19.ten bieten keine Antworten, auf die ökonomischen, ökologischen und soziologischen Sachzwänge des 21.ten Jahrhunderts. Der Profit einer Wirtschaftselite und ihrer profitgierigen Klientel darf  keine Begründung mehr sein, dieses anachronistische Regelwerk entgegen besseren Wissens fortzusetzen.

Die heutigen Modelle westlicher Demokratien sind sowohl zeitlich als auch sachlich, bewusst gewählte Verwaltungsformen des Kapitalismus. Die ihnen inne wohnenden Freiheiten, ergeben sich aus der Freiheit des Marktes, der mit Hilfe des freien Konsums eine Maximierung seines Zieles der Gewinnoptimierung gewährleistet sieht. Die Annahme das freiheitliche Rechte das Ergebnis einer humanen Gesellschaftsentwicklung sind, ist schlicht unzutreffend. Dies gilt auch für die Annahme, dass freiheitliche Rechte unabhängig eines marktwirtschaftlichen Nutzens etabliert werden könnten. Innerhalb aller bisher vorliegenden Demokratiemodelle ist der Kapitalismus nicht auflösbar.

Unser ganzes Finanz- und Wirtschaftssystem ruht auf zwei Säulen. Ressourcen und Glauben. Die Ressourcen sind begrenzt und der Glaube ist bisweilen flatterhaft.

Jedes vor dem Zerfall stehende Staats- und Gesellschaftssystem, offenbart sich an den gleichen Auflösungserscheinungen. Es beginnt die fehlende Akzeptanz seines Volkes, durch immer mehr Gesetze und Verordnungen zu erzwingen.

Revolution ist kein Gewaltakt und dient nicht der Wegnahme. Revolution ist ein Prozess der Entwicklung neuer Werte zur Ablösung anachronistischer, mit dem Zwecke der Schaffung neuer Freiheiten. Kein einmaliger Akt, sondern ein unter Umständen langwieriger Prozess des Umdenkens aufgrund der Erkenntnis, dass der bisherige Weg nicht weiter möglich ist. Staatsgefährdend an diesem Umstand ist, zumindest aus der Sichtweise der etablierten Machthaber, dass sie ihre Privilegien nicht mehr historisch begründen und verteidigen können. Sie sind gezwungen soziologische, ökologische und ökonomische Umstände zur Disposition zu stellen. Dies kann das Volk, als Souverän eines Staates erzwingen. Somit ist jede Revolution in ihrem Wesen anarchistisch, da sie auf dem Bruch bestehender Gesetze basiert die genau dies verhindern sollen. Revolutionen sind völkerrechtlich und international durch die Vereinten Nationen anerkannt und legitimiert. Jedes Volk hat das unveräußerbare Recht sich seiner Regierung und seiner Verwaltung zu entledigen, wenn diese ihm nicht dienen.

Anarchie ist kein ordnungspolitisches Gesellschaftssystem oder Prinzip, sondern die bewusst gewollte Aussetzung der ordnungspolitischen Leitwerte und bezieht sich somit auf die Infragestellung und Missachtung bestehender gesetzlicher Normen zum Zwecke der Etablierung neuer Werte. Sie ist ein definierter temporärer Zustandes innerhalb eines revolutionären Prozesses, in dem alte Werte nicht mehr anerkannt und  Neue noch nicht etabliert wurden. Sie ist notwendig, um eine schleichende Übernahme alter Werte zu verhindern.

Ist nicht der Anspruch der Massenmedien: Schwierigstes leicht verständlich; Entferntestes nah; Komplexestes auf dem geringsten Bildungslevel zu erklären; die Einführung der Zensur unter dem Diktat der Dummheit zum Gefallen der Massen?

Die Ökonomie als auch die Ökologie unserer Gesellschaften krankt nur an einer fehlenden Erkenntnis, dass Theorien der Unbegrenztheit in begrenzten Systemen nicht realisierbar sind.

Alle Staaten dieser Erde sind aus Kriegen geboren worden. Daher ist es normal, dass sie sich zu ihren Wurzeln hingezogen fühlen.

Das schöne an Kriegen ist, dass sie die Welt so einfach machen. Wann sonst wird einem schon so genau erklärt, wer gut und wer böse ist.

Es ist eine gesellschaftspolitische Unart, Zielsetzungen von Menschen zu erwarten. Ziele haben immer einen vordefinierten Weg zu ihrer Erreichung, als Grundlage. Dieser aber, ist auch der sicherste Weg neue Erkenntnisse auszuschließen, da solche neue Wege bräuchten.

Eine Gesellschaft, in der ein Fußballspieler höher gehandelt wird als einen Dürer, die Kriege humanitär begründet und für die Gesundung von Banken mehr Geld auszugeben bereit ist, als für den Not leidenden Teil ihrer Bevölkerung, hat Wertlosigkeit zum einem eigenständigen Wert ernannt.

Jede Gesellschaft die den Umstand einen Feind zu haben und die Auseinandersetzung mit ihm, moralischen oder gesetzlichen Regeln unterwirft, tut dieses zum Schutze des Schwächeren. Das fatale daran ist, dass eine Unterwerfung unter die Regeln zum Schutze des Schwächeren, immer auch die Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft zum Schwächeren, bedeutet.

Ein Staat gesteht seinen Bürgern, das kleinst mögliche Maß an Freiheit zu, um seine eigenen Strukturen zu sichern und sein Gelingen zu ermöglichen. Ebenso wie der Bürger die größt möglicher Freiheit in Opposition dazu fordert. Bemerkenswerter Weise gehen aber beide Seiten davon aus, das die eigenen Interessen von der jeweils anderen Seite zu vertreten sein.

Woher ergibt sich meine Pflicht, die Werte einer Gesellschaft zu achten und zu schützen, wenn ich die Teilnahme an dieser weder gewollt habe, noch verhindern konnte. Ist das Recht der Geburt auch die Pflicht zur Gesellschaft und damit die Fortsetzung der Sklaverei mit völkerrechtlichen Mitteln?

Resozialisierung ist ordnungspolitische Augenwischerei, da oftmals erst überhaupt das Fehlen der maßgeblichsten Voraussetzung hierfür, die vorherige Sozialisierung nicht gegeben ist.

Staaten sind völkerrechtliche Wirtschafts- und Machtanspruchskonstrukte und Nationen die moralische Begründung dazu.

Es ist ein ökologische, ökonomische und auch technisch realisierbare Tatsache, das es für den Fortbestand der Zivilisation ausreicht, wenn ein Prozent der gesamten Bevölkerung denkt, zehn Prozent die notwendigen Güter produziert und neunzig Prozent sich gar nichts tun.

Wir leben in einer Gesellschaft, die fordert, dass jeder sein Leben durch Arbeit verdienen muss, um den Ort seines Lebens und seine Nahrung zu bezahlen. Diese Abkehr vom bedingungslosen Existenzrecht jedes Lebens und damit auch unseres eigenen, wird nur noch von der Ungeheuerlichkeit übertroffen, dass wir es für legitim halten.

Gleichheit ist kein natürliches Prinzip, sondern eine naiv sozialromantische Forderung, geboren aus einem minder privilegierten Status.

Der Vorwurf verrückt zu sein, ist wohl das größte Kompliment, welches die Gesellschaft einem Einzelnen machen kann, da sie so erklärt, das man aus ihrer Mitte ver-rückt ist.

Kriege sind das Ergebnis überheblicher Fehleinschätzungen, wobei fünf menschliche Charaktere besonders anfällig dafür sind. Der selbstgefällig humanistische, aus dessen Sicht Kriege zur Niederringung der schlechten Menschen, die immer die anderen sind, legitim ist. Der ambitioniert militärische, für den ein Krieg ein hochdynamischer Prozess, in Folge taktischer Planungen zur Erlangung strategischer Ziele ist. Der rational wirtschaftliche, der in Kriegen eine Periode rasanten Verbrauchs wirtschaftlicher und neu zu produzierender Güter, sowie die Eroberung neuer Märkte erkennt. Der opportunistisch politische, der an Kriege zur Beseitigung mißliebiger ideologischer Kontrahenten zum Zwecke der eigenen Vormachtstellung glaubt und der überzeugt religiöse, der sich als Gottes Werkzeug im Kampf gegen Ungläubige sieht.

Unter Profilneurose versteht man einen rücksichtslosen Willen zu Macht und Geltung. Menschen die darunter leiden werden geächtet, außer sie betreiben ihren krankhaften Gemütszustand professionell, als Politiker. Eine Plage bleiben sie.

Ein Volk, das zehn mal mehr in sein Militär investiert als in seine Bildung, kann sich doch nicht wundern, wenn es häufiger in Konflikte verstrickt ist, als es Nobelpreise bekommt.

Das Jahr 1990 wird nicht als das Jahr der Freiheit in die Geschichte eingehen, in dem die Völker sich von den kommunistischen Systemen befreiten, sondern als das Jahr, in dem sich die Geißel der Menschheit entfesselte und ungezügelt begann die Welt zu umspannen, der Kapitalismus.

Die Geschichte wird zeigen, dass der Kapitalismus in seinen Konsequenzen das schrecklichste und folgenschwerste System war, welches der Mensch sich je erdacht hat.

Um unsere Existenz zu beenden müssen wir nicht die ganze Welt zerstören, sondern nur eine einzige für uns notwendige Ressource, die wir nicht ersetzen können.

Jede Zensur ist in ihrem Grunde, nicht der Versuch das Wort, sondern den Gedanken zu verbieten und als solches ein Eingeständnis, der Ohnmacht gegenüber den Gedanken.

Jede Wahl stützt das System, dass zu ihr aufruft. Die Teilnahme an Wahlen ist daher nur dann eine sinnvolle Entscheidung, wenn eine solche Unterstützung gewollt ist.

Demokratie bedeutet immer auch, das Recht eines Volkes, seine Unfreiheit oder seinen Untergang von einer Mehrheit bestimmen zu lassen und sei sie noch so sinnlos.

Bezeichnend für alle heutigen Gesellschaftssysteme ist, dass der Anteil der Bevölkerung, der in unverdientem Wohlstand lebt, proportional zu dem Anteil der Bevölkerung wächst, der in unverdienter Armut lebt.

Kein Volk hat sich mehr mit dem nicht akzeptablen Teil seiner Vergangenheit beschäftigt als das Deutsche. Täte dies ein Mensch, würde er als neurotisch gelten.

Armut ist wohl kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber sie ist immer die Folge eines solchen.

Es wird wohl kein kapitalistischer Grundsatz so vehement verschwiegen, wie die Tatsache, dass Geld nur dann seinen Wert behält, wenn es einen ausreichend großen Anteil derer gibt, die unter dem Mangel an Geld leiden. Der Reichtum des einen bedeutet immer zuerst, die Armut vieler anderer.

Nichts ist gefährlicher als ein Mensch, der in der einen Hand das Buch seines Glaubens und in der anderen ein Schwert hält.

Die Annahme, dass eine Marktwirtschaft aus sich heraus soziale Ziele unterstützen könnte, ist die naive Verkennung ihrer Zielrichtung.

Wahlen sind deshalb nicht frei, weil man nicht von Freiheit sprechen kann, wenn man eine Orange möchte, aber nur einen Apfel oder eine Birne zur Auswahl hat.

Die größte Gefahr für den Menschen ist der Mensch selber und seine Apokalypse ist die Gesellschaft.

Bücher sind jene mysteriöse Blattheftungen, in denen schon so manches Geheimnis, wirkungsvoll versteckt wurde, da sie den meisten als Beweisobjekte, der Zugehörigkeit zum Bildungsbürgertum gelten und als solche unantastbar sind.

Unsere Gesellschaft hat sich schleichend eine neue Maxime gegeben. Die Privatisierung von Rechten, bei gleichzeitiger Sozialisierung der Pflichten.

Nur einem ist es wirklich verboten, Gewaltfreiheit zu fordern, dem Staate, denn er ist Vollstrecker und Wächter des sich selbst legitimierten Gewaltmonopols.

Der Versuch der Veränderung oder Beseitigung eines Systems, welches ein Gewaltmonopol für sich in Anspruch nimmt, kann nur mit Gewalt vollzogen werden. Diese Gewalt ist als gerechtfertigt anzusehen, da sie nicht Beginn von Gewalt, sondern Reaktion auf das Monopol der Gewalt ist.

Demokratie ist das Prinzip der Mehrheitsbestimmung, daher schließen sie und Minderheitenschutz sich gegeneinander aus. Demokratien versuchen durch Aktionismus den Anschein daran aufrecht zu erhalten.

Als die Demokratie entschied, Sicherheit vor Freiheit zu stellen, stellt sie ihren Erhalt über ihre Werte. Sie wurde unantastbar, unhinterfragbar und unerträglich.

Es gibt eine Pflicht, aber kein Recht auf Widerstand, da von dem Moment an dem Widerstand geübt wird, dies nicht die Ausführung eines gewährten Rechtes, sondern zwangsläufige Folge einer empfundenen Pflicht, ist.

Das verwalten von Menschenmassen unter dem Minimalitätsprinzip, zum Zwecke der Machterhaltung nennt sich Regierung.

Wahlkampf ist ein, unter Ausschluss von Wahrheitsansprüchen geführter populistischer Schaukampf nach dem Opportunitätsprinzip, dessen Sieger die Macht winkt, ihn als Legalitätsprinzip zu deklarieren.

Wahlen sind der dem Volk erlaubte Austausch, vorbestimmter Protagonisten, unter Ausschluss der Gefährdung der Programmatik. Es wäre naiv zu glauben, dass sie substanzielle Veränderungen ermöglichen, da es sie nicht gäbe, wenn sie es könnten.

Das Dilemma der Regierungen in Demokratien besteht darin, ein Volk unter einer Staats tragenden Ideologie zu führen, das sie beauftragt es zu regieren, mit dem zusammen sie aber nicht regieren können und ohne das sie nicht regieren dürfen, aber die Führung begehrt, da es sich nicht zu führen vermag und einer Ideologie bedarf, da es keine eigenen Ideen hat.

Alles was ist, hat aus sich heraus, allein durch das Sein, einen unveräußerlichen Wert in seiner Existenz, unabhängig des Bezuges auf, oder der Interaktion mit Anderem. Dies ist der Wert der Dinge an sich und als solcher, mit menschlichen Parametern, weder erfassbar noch benennbar. Der größte Irrtum dem dieser Wert unterliegt besteht aber darin, dass wir glauben, er sei bezahlbar.

Alles ist in seinem Anfang vollkommen indeterministisch, mit einem morbiden Hang zum Determinismus, der in seiner Vervollkommnung, zum Ende von Allem führt.

Die Dinge an sich sind indeterministisch, werden aber durch Interaktion deterministisch, sowie alle Regelwerke deterministisch sind und durch Interaktion indeterministisch werden. So lässt sich für alles Seiende sagen, das es in seinem Grunde nicht kausal begründbar oder verifizierbar war und alles was geschieht, in seinem Verlaufe, die kausale Begründbarkeit und Verifizierbarkeit verlieren wird.

Es wird keine Zukunft geben, sowie es keine Vergangenheit gegeben hat. Zukunft und Vergangenheit sind erdachte Konstrukte, um uns die Abläufe der Dinge verständlicher zu machen. Alles geschieht einzig in der Gegenwart und das was wir an Zukunft vor uns zu sehen glauben, wird wenn es geschieht Gegenwart sein, sowie auch das was uns aus der Vergangenheit in Erinnerung ist, nicht mehr als Gedanke im Jetzt ist, der ebenfalls Gegenwart war als er geschah.

Der Sinn des Lebens kann als Annahme nur definiert werden, wenn er zum einen auf jede Spezies, als auch auf jedes Individuum innerhalb einer Spezies und alle als hinreichend erstrebenswert angenommen werden kann. Gleichzeitig muss aufgrund der voraus zu setzenden Erkenntnis der Individualität jedes Lebens, auf jede gemeinsame Zielsetzung als zwingendes oder verbindendes Regulativ verzichtet werden. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass der Sinn des Lebens von so grundsätzlicher Universalität sein muss, um sowohl kognitiv als auch intuitiv erfassbar und umsetzbar zu sein, unabhängig davon ob er gemeinsam oder einzeln durch persönliche Präferenz oder biologische Vorgaben zum tragen kommt. Voraus zu setzen ist ebenfalls, das der Sinn des Lebens in Einklang mit den Erkenntnissen der Evolutionstheorie stehen muss um eine maximale Lebensentfaltung zu ermöglichen, ohne die Inter- oder Intraaktion, oder Selektion der Phänotypen zu einzuschränken. Demnach ist anzunehmen das der Sinn des Lebens ist: DAS LEBEN NACH BESTEN WISSEN UND GEWISSEN ZU LEBEN. Dies beinhaltet zwangsläufig, dass der Sinn des Lebens nicht im Einklang mit gesellschaftlichen Idealen oder Werten stehen kann, da diesen der individuelle Charakter fehlt. Zwingend hieraus ist die Schlussfolgerung, dass jede Übereinstimmung mit einer kollektiven Norm, ein sicheres Indiz für den Umstand ist, dem Sinn des Lebens nicht zu folgen.

Zeit ist die physikalische Benennung von Geschwindigkeiten in einer Raumzeit Koordinate. Einen Ablauf von Geschehnissen in Zeit zu messen ist so sinnvoll, wie eine Darstellung nichtlinearer Kreisläufe mittels eines Strahlendiagramms nur sein kann, eben gar nicht.

Chaos ist der kognitiv erfassbare, hoch komplexe Übergangszustand zwischen indeterministischen und deterministischen Entitäten, wobei sich die Erfassbarkeit von chaotischen Entitäten, analog der Zunahme des Deterministischen Anteiles erhöht.

Alles Leben, ob Pflanze, Tier oder Mensch ist die temporär begrenzte, molekulare Zusammenstellung zu einer biotischen Masse. Der Tod ist die Auflösung dieser systematischen und temporären Begrenzung und erhält alle Bestandteile in immer neuer Zusammensetzung.

Die Annahme unsere Erde sei eine Kugel scheint mir eben so unzutreffend, wie die ihr vorausgehende Annahme, sie sei eine Scheibe.

Angenommen, der Urknall war die physikalische Reaktion der Singularität und die Geburtsstunde unseres Universums. Dann wäre die Annahme, es gäbe nur einen Urknall und damit nur ein Universum, gleichbedeutend der nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten unzulässigen Annahme, dass dieses physikalische Gesetz nur ein einziges Mal funktionierte.

Naturgesetze sind entgegen der wissenschaftlichen Meinung, weder statisch noch ewig. Nicht die Dinge folgen den Gesetzmäßigkeiten, sondern diese den Dingen. Naturgesetze sind die Beschreibung der Interaktionen, der Dinge untereinander und verändern sich mit den Dingen selbst. Wären Naturgesetze statisch und ewig, wie die Wissenschaft davon ausgeht, müssten sie seit Beginn des Universums bestehen. Ich kann nicht davon ausgehen, dass vor der Entstehung von Atomen, bereits ein universelles Gesetz zur Weitergabe von Chromosomen bei Regenwürmern vorlag.

Wenn wir nach oben schauen – in den nächtlichen Sternenhimmel, sehen wir alle Vergangenheiten, die unsere Geschichte gehabt hat, aber wenn wir nach unten schauen – auf den Boden, sehen wir unsere einzige Zukunft.

Heinz Sauren

Euro – Notstandsverordnung

Eine bitterernste Satire

merkelDkönigin

Sehr geehrte Bundeskanzlerin, Frau Dr. Merkel

Mit großer Bewunderung verfolge ich die weitsichtige Kühnheit, mit der Sie uns durch die Krisen der letzten Jahre geführt haben. Nur Sie haben schon lange erkannt, dass wir keiner Krise des Kapitals, sondern einer Revolution des Europroletariats trotzen. Einer Revolution der Neider, die uns unseren wohlverdienten Wohlstand missgönnen.

Leider ist es in der letzten Zeit wiederholt zu dem Versuch gekommen, ihre segensreiche Führung in Misskredit zu bringen. Diese defaitistischen Umtriebe müssen gestoppt werden. Sie gefährden das Ansehen ihrer Kanzlerschaft und untergraben ihren präsidialen Führungsstil. In diversen und völlig unangemessenen Hetzkampagnen gegen Sie, konnte der fälschliche Eindruck entstehen, dass Ihre selbstverständlich alternativlosen Maßnahmen, nicht im Einklang mit unsere Rechtsordnung stehen würden.

Dieses Volk hat leider noch nicht verstanden, dass dieser Eindruck natürlich nicht auf ein Fehlverhalten Ihrerseits zurück zu führen ist, sondern nur durch die einengende Kurzsichtigkeit unserer Verfassungsväter entsteht, die gegen ausländisch geführte Revolutionen gegen unseren Wohlstand, keine Maßnahmen im Grundgesetz verankerten.

Ich sehe mich heute im Namen aller Haus- und Mittelklassewagenbesitzer, Mallorcaurlauber und Shopping Mal Enthusiasten aufgefordert, Ihnen eine pragmatische Lösung zur wohlgefälligen Prüfung zu unterbreiten. Natürlich ist mir bewusst, dass mein Vorschlag nicht so ausgereift sein kann, wie die Gesetzesvorschläge der Grossbanken, die Ihnen für gewöhnlich zur Verfügung stehen, aber leider ist offensichtlich durch den Führungswechsel in der Deutschen Bank, ein gesetzgeberisches Vakuum entstanden.

Bitte beachten Sie, dass es nur weniger gesetzlicher Änderungen bedarf, um Ihre unumgänglichen Maßnahmen zu Sicherung unseres Finanz- und Wirtschaftsführungsanspruches, gesetzeskonform zu machen.

Ich empfehle Ihnen daher die nachfolgenden Zusätze und Änderungen zum Grundgesetz und den einschlägigen Einzelgesetzen, als alternativlos. Es wäre zweckdienlich sich bei der Einführung auf einen übergesetzlichen finanziellen Notstand zu berufen. Als finanzielle Notstandverordnung wird keine Zustimmung von Bundestag- und Rat notwendig sein.

Neue Präambel zum Grundgesetz und einer europäischen Verfassung:

„Vor dem Hintergrund des möglichen Zugriffs breiter und unkontrollierter Massen auf  den Reichtum europäischer Wirtschaftseliten, sehen sich die Regierungen Europas verpflichtet die Besitzstände der Wirtschaftseliten zu wahren und zu schützen. Die europäischen Regierungen, getragen von den besonderen Errungenschaften des Euroraums bekennen sich zum Reichtumsgebot, nach dem Reichtum zu seinem Erhalt und seiner Vermehrung verpflichtet. Die Würde des Kapitals ist unantastbar, sie ist Ausdruck der demokratischen Legitimierung der Euro-Nationen.“

Im Weiteren sollten die folgenden notwendigen Ergänzungen, als übergesetzliche finanzielle Notstandverordnung einen weisenden Charakter auf bestehende gesetzliche Einzelnormen haben.

§1 (1) Europa in den Grenzen des Euroraumes ist Verwaltungs- und Erfüllungsgebiet des Eurorechts und damit dieses Gesetzes.

(2) Alle staatlichen Institutionen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts innerhalb des Erfüllungsgebietes sind als Erfüllungsorgane an dieses Gesetz gebunden.

(3) Das Eurorecht ist vorrangig allen anderen Rechtsgütern und Vorschriften.

§2. (1) Demokratische Wahlen sind Ausdruck der Verantwortung und Zugehörigkeit zum europäischen Wirtschaftsraum. Wahlergebnisse haben dem wirtschaftlichen Zweck zu folgen.

(2) Im Falle von nicht wirtschaftlich sinnvollen Wahlergebnissen, setzt der Europarat durch seine ausführende Organe, selbstständig Expertenregierungen ein.

(3)  In den Fällen des Abs.2 sind Wahlen zu wiederholen, sobald ein Wahlergebnis gemäß Abs. 1 möglich erscheint.

§3 (1) Kreditinstitute sind Ausdruck der freiheitlich demokratischen Geldordnung und somit grundsätzlich systemrelevant. Sie zu retten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlichen Gewalt.

(2) Alle Eurobürger sind Teil einer Solidargemeinschaft und haften gemeinschaftlich für Erhalt und die Sicherung der Kreditinstitute, sowie deren Stammkapital.

(3) Kontoinhaber und Anleger von Kreditinstituten sind in besonderem Maße für das Wohlergehen der Kreditinstitute verantwortlich und haften direkt mit ihren Einlagen.

(4) Die Systemrelevanz kann in Einzelfällen aufgehoben werden, wenn dies dem übergeordneten Interesse, der Erhaltung der Haftungsgemeinschaft geschuldet ist.

(5) Eine durchgreifende Haftung gegen die Kreditinstitute selber und ihre geschäftlichen Tätigkeiten, sowie Regress oder Einrede gemäß BGB sind ausgeschlossen.

(7) Alle Kreditinstitute sind verpflichtet auf Anweisung der Erfüllungsorgane dieses Gesetzes, oder in Fällen von Verlusten nach eigenem Ermessen, ihre Tätigkeit gegenüber ihren Kunden einzustellen, sowie erbrachte Einlagen und Guthaben vor privatem Zugriff zu schützen.

(8) Kreditinstitute unterliegen grundsätzlich der Verfolgungs- und Vollstreckungsimmunität.

(9) Die Bestimmungen des §3 sind analog auf alle Börsenunternehmen anzuwenden.

§4 (1) Defaetistische Veröffentlichungen, in Wort, Schrift oder Bild, sowie finanzkraftzersetzende Publikationen sind Hochverat.

(2) Medien und öffentlich Rundfunkanstalten sind in besonderem Maße zur Eigentumssicherung verpflichtet. Ihre Tätigkeit ist im Sinne dieses Gesetzes anzupassen.

Ebenfalls wäre es sinnvoll, die vollkommen kontraproduktive Gesetzgebung der Sozialgesetzbücher I –III, durch das SGB IX zu ersetzen. Dieses stelle ich Ihnen gerne unter dem Arbeitstitel „Arbeit macht frei“ zur Verfügung.

Im Sinne der Gesundung des Eurovolkskörpers, rege ich die Errichtung eines Eurosicherheitshauptamtes (ESHA) an. Eine Anleitung der Strukturierung des Amtes in fiskalpolizeiliche, finanzmilitärische und wirtschaftsgeheimdienstliche Abteilungen, steht in diversen historischen Archiven zur Verfügung.

Ich hoffe Ihnen, verehrte Bundeskanzlerin und unserer gemeinsamen Sache, dem Euro dienlich gewesen sein zu können.

Untertänigst, Ihr

Oberleutnant der Euroreserve a.D.

Ich empfehle mich in gegenteiligem Sinne

Heinz Sauren

Bundestagswahl 2013, die Qual der Wahl

Wahl2013Wahlen sind der Kern einer Demokratie. Alle europäischen Regierungen berufen sich auf diese demokratische Legitimation, so auch unsere Bundesregierung. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen Wahlen Grundvoraussetzungen erfüllen. Ihrem Anspruch nach, müssen sie frei, gleich und unmittelbar sein.

Am 22. September ist Deutschland aufgerufen zu wählen. Es ist eine Wahl in Krisenzeiten, deren Ausgang, mehr als bei allen vorher gehenden Wahlen, nicht nur über das zukünftige Wohl und Wehe dieses Volkes entscheidet, sondern auch die Zukunft gesamt Europas bestimmen wird. Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik, schwebte der Begriff einer Schicksalswahl, so verheißend drohend über einem Urnengang.

Bei dieser Bundestagswahl geht es nicht um Nuancen, kleiner parteipolitischer Auslegungsinteressen. Europa wird bestimmt durch die deutsche Wirtschaftsmacht, die durch die Politik vertreten wird. Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass es die deutsche Politik war, die Europa führte. Nicht Vernunft im Sinne einer Verantwortung für die Menschen, sondern ausschließlich finanz- und wirtschaftspolitische Interessen wurden von der Politik vertreten und Deutschland bewies eine Machtfülle, die viele südeuropäische Staaten an das Dritte Reich erinnerte. Europäische Wirtschaftspolitik ist zu einem Faksimile deutscher Wirtschaftsinteressen geworden. Im Sinne deutscher Großmachtsbestrebungen, wäre eine solche Entwicklung zu begrüßen. Da aber dieser Begriff einen historisch negativen Beigeschmack hat, war zu beobachten, dass die Durchsetzung deutscher Interessen, immer plakativ als europäisches Interesse deklariert wurde. So wurden vielen europäischen Staaten Reformen aufgezwungen, die im Sinne der deutschen Wirtschaftsstrukturen logisch konsequent, für andere Wirtschaftsräume aber fatal desaströs waren. Die kommende Bundestagswahl wird bestimmend sein, ob diese Politik der monetären Doktrination fortgeführt oder beendet wird. Es steht zu befürchten, dass dem Wähler eine solche Fortführung recht sein wird, da sie die Aufrechterhaltung eines vermeintlichen kleinbürgerlichen Wohlstands versprach. Doch ein solches Versprechen kann selbst für die nächste Zukunft nicht mehr gegeben werden. Die Tröge der anderen, an denen sich Deutschland in den letzten Jahren schadlos hielt, sind leer.

Es ist an der Zeit sich einzugestehen, wo wir uns befinden. Wirtschaftlich sind wir auf Gedeih und Verderb in ein gesamteuropäisches Wirtschaftssystem eingebunden. Getragen von einer gemeinsamen Währung in die wir blauäugig, als Gegenversprechen historischer deutscher Großmachtsambitionen, hinein gestolpert sind. Einer Währung die die gesamten europäischen Wirtschaftsstrukturen bestimmt und doch nur auf die der nordeuropäischen Staaten ausgelegt sind. Es ist an der Zeit ein paar falsche Ansichten und Lügen über Bord zu werfen. Die südeuropäischen Länder sind nicht unfähig zu einer vernünftigen Wirtschaftsführung. Sie sind genauso blauäugig dem Euro beigetreten wie wir, jedoch ohne die Wirtschaftsstrukturen die dazu nötig gewesen wären. Es wurde ihnen glauben gemacht, sie könnten die fehlende Infrastruktur und den geringeren Lebensstandart auf Kredit finanzieren. Kredite die ihnen mit jeder Investition gleich mitgeliefert wurden. Sie wurden beschworen ihren Lebensstandart anzuheben um den Konsum zu gewährleisten den wir exportierten. So waren sie verdammt die Dinge zu tun, die sie letztendlich in die Insolvenz führten um innerhalb des Währungssystems überhaupt bestehen zu können. Die heute Not leidenden Länder waren die Märkte an denen die deutsche Exportwirtschaft wuchs, aus den ihnen suggerierten Bedürfnissen generierte Deutschland seine Gewinne. Es gehört wohl zu den Privilegien der Sieger, im Krieg wie in der Wirtschaft, die Geschichte diktieren zu können und diese Sieger sind wir. Europa krankt nicht an der Unfähigkeit seines Südens, sondern an der Maßlosigkeit seines Nordens, vertreten durch seine Industrie- und Finanzwirtschaft.

Die kommende Bundestagswahl ist eine Richtungsentscheidung. Entweder werden wir den bisherigen Weg fortsetzen oder einen neuen wählen. Wohin dieser Weg geführt hat ist offensichtlich. Europa steht davor, sich an den sozialen Verwerfungen, die sich aus diesem Weg ergaben, zu spalten. Eine Spaltung die kaum von der gleichen Euphorie und Friedlichkeit getragen werden wird, wie einst seine naive Vereinigung der Wirtschaftsräume. Den Anspruch Europa in den allgemeinen Wohlstand zu führen haben wir verspielt. Wohlstand ist heute keine Frage mehr der Zugehörigkeit zu Europa, sondern der Kompatibilität zu bestimmenden deutschen Wirtschaftsansprüchen. Auch die Richtung dieser Ansprüche wird in der Bundestagswahl bestimmt. Jede wirtschaftliche und politische Veränderung in Deutschland wird einen bestimmenden und weisenden Charakter für ganz Europa haben, aber nicht jede wird in eine, die Existenz sichernde und friedvolle Zukunft weisen.

Es ist jedem selbst überlassen, welche Richtung er für wünschenswert hält, aber im Sinne der Menschen die schon heute unter dem deutschen Wirtschaftsdiktat leiden, und das sind Millionen in ganz Europa und Deutschland selbst, ist ein neuer Weg unumgänglich.

Doch wer könnte für einen neuen, so dringend benötigten Weg stehen? Welche Partei könnte einen solchen Weg beschreiten? Bei dieser Frage wird es dunkel in Deutschland. Einig sind sich zwar alle Parteien, das dringendster Handlungsbedarf herrsche, doch einig sind sich auch alle das sich daraus keine Richtungsänderung zu begründen sei. So gibt es keine Veränderungen im Kern der Wahlprogramme der Parteien, sondern nur kosmetische Korrekturen, die allesamt darauf ausgerichtet sind nicht den Grund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen, also das Wirtschaftssystem, sondern seine Auswirkungen, die sozialen Ungerechtigkeiten abzufedern. Die Fassade neu zu streichen wird jedoch nur kurzfristig Linderung verschaffen, wenn der Kern marode ist. Alle etablierten Parteien haben das gemeinsame Anliegen die Wirtschaft zu stützen und zu schützen und damit den Status Quo aufrecht zu erhalten. Kaum eine findet den Mut auszusprechen, dass die Maßnahmen die dazu führen sollen, also Konsolidierung und Wachstum der einzige und tatsächliche Grund für die Ungerechtigkeiten und die Verarmung sind.

CDU/CSU, SPD, FDP, DIE GRÜNEN und DIE LINKE werben um die Stimmen der Wähler. Jede dieser Parteien behauptet von sich den Weg aus dieser Sackgasse zu kennen und verschweigt, dass sie bestimmender Teil des Weges in diese Sackgasse waren. Die CDU/CSU hat sich auf einen Mehrheitsbeschaffungsverein der Kanzlerin und ihren Regierungsstil reduziert. Ihre Attribute sind Machtoportunismus, Richtungsbeliebigkeit und die kaltschnäuzige Hinnahme jeglicher Konsequenz, für die Wahrung politischer Unangreifbarkeit. Sie hat dieses Land durch die vermeintlichen Wirtschaftskrisen geführt, die sie selbst mit provoziert hat. Die SPD verspricht eine neue Gerechtigkeit und einen wirtschaftlichen Wandel mit den Köpfen, die sich um den ehemaligen Kanzler Schröder die Agenda 2010 und damit die sozialen Ungerechtigkeiten und die Verarmung durch Arbeit, ausgedacht haben. Die FDP entschied sich, ihre angestammten freiheitlich liberalen Werte gegen eine neoliberale Wirtschaftsdoktrin zu tauschen und wurde damit zu einer existenziellen Bedrohung für jeden, der sich vorstellen kann einmal nicht auf der Gewinnerseite der ungezügelten Märkte zu stehen. Die GRÜNEN sonnen sich in einer Aura moralischer Unfehlbarkeit und überziehen alle anders Denkenden mit einem Regulierungs- und Bestimmungswahn. Die LINKEN sind sich einig in ihrer Uneinigkeit. Kernthemen wie Marktwirtschaft und Gerechtigkeit werden sachgerecht durch wenige Vordenker besetzt, während der Rest der Partei sich durch Machtgezänk, Postenschieberei und teilnahmsloser Unbedarftheit profiliert.

Welcher dieser Parteien wäre ein politischer und wirtschaftlicher Richtungswechsel zu zutrauen? Keiner. Zumindest nicht dann, wenn das Ergebnis nicht noch verheerender werden soll, als es ohnehin schon ist.

Die PIRATEN schienen für einen kurzen Augenblick eine Hoffnung zu sein. Doch sie entschieden sich dagegen die Politik zu machen, für die sie angetreten waren. Sie gefallen sich nunmehr in der öffentlichen Darstellung ihrer eigenen Demontage. Neu auf dem Parkett der Bewerber für die Bundestagswahl ist die AVD, die Alternative für Deutschland. Der Kern ihres Programms ist die Abschaffung des Euro und die Rückkehr zur DM. Was auf den ersten Blick wie die Rückkehr zu einer gerechten Wirtschaft und Politik anmutet, ist jedoch gefährlicher Schein. Die Gründer der Partei haben eines gemeinsam. Sie sind gut situiert und fürchten um ihren Wohlstand. Es ist nicht die Wirtschaftspolitik die sie verändern, sondern nur der Euro den sie abschaffen wollen. Dies soll einen möglichen Durchgriff südeuropäischer Schulden auf ihren Besitz verhindern, bei Beibehaltung des europäischen Wirtschaftssystems. Das Ergebnis wird eine weitere Verarmung des europäischen Südens sein und die Verarmung durch unterbezahlte Arbeit in den nordeuropäischen Staaten beschleunigen. Europäischer Reinkapitalismus mit Wohlstandssicherungsgarantie der Profiteure wäre die Folge.

Unabhängig dessen was die Politiker dieser Parteien anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl, geschuldet ihren Parteiprogrammen und Machtansprüchen versprechen werden, wird es nur zwei Weg geben, die vom 22. September an möglich sein werden.

Der erste ist der, der im Grunde von allen Protagonisten beworben wird. Die Beibehaltung des bereits eingeschlagenen Weges. Es ist der Weg der wirtschaftlichen und sozialen Ungerechtigkeit, die sich immer weiter zuspitzen und letztendlich auch den Frieden in Europa gefährden wird. Der zweite Weg wäre ein Neuer. Ein gesamteuropäischer Schuldenschnitt, eine Beschneidung wirtschaftlichen Einflusses und wirtschaftlicher Gewinnmöglichkeiten wären Schritte auf diesem Weg. Er würde die Härten aus den Folgen exzessiver Märkte auf die Menschen, europaweit verteilen und damit die zerstörerischsten Spitzen nehmen. Es wäre ein Weg der begrenzten Härten für alle, um unbegrenzte Härten für nur einen Teil zu verhindern. Es wäre die Solidarität die immer gefordert aber nie geboten wird.

Zurzeit ist keine politische Kraft Willens diesen Weg zu gehen. Zu groß ist die Angst kleingeistiger Wähler, vor einem Teilverlust ihres vermeintlichen selbst und hart erarbeiteten Wohlstands und zu wenig weitsichtig ist ihr Futterneid besetztes Denken, dass sie nicht erkennen lässt, dass das was heute ihren Status zu schützen scheint, ihn tatsächlich in aller Konsequenz bedroht. Nur eben nicht heute, sondern erst morgen.

Die Politik beruft sich auf ihre Legitimation durch den Wähler. Unabhängig welche Partei man selbst wählt und unabhängig ob diese der Wahlgewinner-, oder Verlierer sein wird, legitimiert jede abgegebene Stimme die zukünftige Regierung. Das ist das Wesen einer demokratischen Wahl, die der Mehrheit und sei sie noch so sinnlos zur Macht verhilft. Daher sind sich alle politischen Parteien einig, wenn sie eine hohe Wahlbeteiligung erhoffen. Wenn aber alle zur Verfügung stehenden Parteien kein Programm bieten, welches man selbst unterstützen möchte, wird auch eine zukünftige Regierung keine Politik machen, die man selbst will. Daher gibt es in einem solchen Fall nur eine Alternative, die selber nicht zu wählen und damit der zukünftigen Regierung die persönliche Legitimation zu verweigern. Nicht zu wählen ist nicht undemokratisch, es ist ausschließlich die Verweigerung der persönlichen Legitimation, die unsere Verfassungsväter ausdrücklich für uns offen gelassen haben, in dem sie sich einer Wahlpflicht verweigerten.

Politische Populisten führen gegenüber Nichtwählern gerne das Argument, dass der Nichtwähler auch das Recht auf Kritik verwirkt habe. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade der Nichtwähler hat sich das Recht auf Kritik bewahrt, da er sie mit der Verweigerung seiner Legitimation bereits begründet hat. Schwerer ist die nachträgliche Kritik des Wählers zu begründen, der mit seiner Stimmabgabe die Wahl der Alternativlosigkeit bestätigte und gemäß den Regeln einer demokratischen Wahl im Falle das seine Wahl nicht gewinnt, seine Stimme dem Gewinner unterordnet.

Nicht zu wählen führt nicht zu einer qualitativen Verbesserung einer zukünftigen Regierung im Sinne des Nichtwählers. Aber seien wir doch ehrlich zu uns und den politischen Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit. Es wird in Europa keine Regierung geben, die nicht den etablierten und damit wirtschaftlichen Zielrichtung entspricht. Griechenland und insbesondere Italien haben gezeigt, dass davon abweichende Wahlergebnisse schlicht ignoriert werden. In solchen Fällen werden Regierungsbildungen durch den politischen Druck der anderen Euroländer verhindert und nicht demokratisch legitimierte, eurohörige Technokraten als Ersatz eingesetzt. Was wäre also konsequenter, als einer Demokratie die Legitimation zu verweigern, wenn sie durch ihr Handeln beweist, dass sie keine mehr ist.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

Der Tabubruch der Enteignung

euroenteignung

Ein finanztechnischer Tabubruch ist es in jeden Fall und ein politischer Dammbruch wohl auch. Zwangsenteignung sind ab heute ein legitimes Mittel europäischer Politik. Die Regierungschefs Europas haben beschlossen dem notleidenden Zypern Kredit in Höhe von 10 Milliarden Euro zu gewähren, unter der  Auflage die Privatkonten  teil zu enteignen. 6,75 % vom Kontoguthaben bis 100.000,- Euro und darüber hinaus 9,99 %, werden mit sofortiger Wirkung eingefroren um eine Kapitalflucht zu verhindern, um sie dann anschließend auf staatliche Konten zu transferieren.

Finanztechnisch ist hier eine heilige Kuh geschlachtet worden, das Tor ist nun offen. Politisch ist der Beweis erbracht worden, dass jedes Konto in jedem Land zu jeder Zeit gesperrt und geplündert werden kann, ohne Schuld und ohne Ermittlung, einfach auf Geheiß der Regierung, wenn sie es für nötig erachtet. Auch der Einwand, dass es für so etwas eine gesetzliche Grundlage geben müsse, gilt nicht mehr. Es gab in Zypern keine gesetzliche Grundlage, aber bevor in Zypern der erste Bankschalter öffnet, wird es sie geben. Sie wird mal eben während eines Wochenendes durchgepaukt.

Jeder Bürger in Europa sollte diese Botschaft verstehen, denn morgen kann es sein Konto sein, egal in welchem Land er lebt. Niemand kann sich, von heute an, seines Geld auf einem Konto sicher sein. Das vollmundige Versprechen von Frau Merkel, dass in Gesamteuropa jedes Sparguthaben geschützt und mit staatlicher Besicherung garantiert sei, wurde von ihr nicht nur aufgehoben, sondern ins Gegenteil geführt. Einlagensicherung war gestern.

Dabei war das Ergebnis abzusehen. Die EZB hatte ihren Zinssatz auf null gefahren, um Banken die Möglichkeit zu geben, sich billiges Geld zu verschaffen. Das taten die Player im Finanzcasino und investierten das Geld, was sie sich zu null Prozent geliehen hatten, in europäischen Krisenländern, um Märchenzinssätze von sieben Prozent zu bekommen. Zyperns Banken ersticken förmlich im Geld internationaler Anleger, können aber die Zinsen ihrer Gläubiger nicht erwirtschaften. Ein gutes Geschäft für den Anleger, welches zwangsläufig mit der Pleite der Bank endet. Auch diesmal tragen die Investoren und Anleger kein Risiko. Sie können auf ihren Einfluss in der Politik zählen und so werden diesmal die Privatkunden teilenteignet. Es wurde offensichtlich bei der Formulierung sorgsam darauf geachtet, dass keine Geschäfts- und Investmentkonten betroffen sind. Das aber, wären die Verursacher – die Investoren und Anleger gewesen.

Um diesem gigantischen Regierungsbankraub wenigstens halbwegs einen ehrenvollen Anschein zu geben, werden russische Oligarchen und ihre vermuteten Schwarzgeldkonten angeführt, die vom Steuerzahler nicht auch noch vor Verlusten geschützt werden könnten. Diese Argumentation verdeutlicht die ihr zu Grunde liegende Aussage. Zyperns Banken wird in jedem Fall geholfen, natürlich alternativlos. Das die Sparer zahlen müssen ist sicher, ob und wie viele russische Oligarchen davon betroffen sind, bleibt auch für den Europa-Rat vorerst spekulativ.

Zur Rettung des Finanzsystems und des Euros haben wir gesehen, wie bestehende Vereinbarungen ignoriert und Gesetze zurecht gebogen oder schlicht gebrochen wurden. Wir haben erlebt, dass Regierungen ohne demokratische Legitimation abgesetzt und durch eurohörige Technokraten ersetzt wurden. Wir mussten miterleben, wie der südliche Teil Europas entrechtet wurde und an Sanktionen verarmte. Nun wurde die Enteignung legitimiert. Auch ein Freibetrag könnte darüber nicht mehr hinweg täuschen.

Wie viel muss noch gebogen, gebrochen und ertragen werden, bevor den Eurokraten das Handwerk gelegt wird? Es ist offensichtlich, dass der Euro und sein gesamtes Finanzsystem nur noch mit Mitteln aufrecht erhalten werden kann, die allesamt noch vor wenigen Jahren strafbar gewesen wären. Europa belebt einen alten Rechtskanon wieder, der schon überwunden schien. Was gestern Unrecht war ist heute Recht.

Europa wird genau gehört haben, dass auch diesmal Deutschland der Initiator war.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

Militärische Friedenssicherung

BWabzeichen

Braucht ein Land eine Armee? Braucht Deutschland die Bundeswehr?

Bereits seit 1869 unterhält Island keine Armee mehr. Auch der Beitritt zur Nato 1949 geschah nur unter dem Zugeständnis, keine Armee einrichten zu müssen. Island verpflichtete sich im Gegenzug, Nato-Partnern im Bedarfsfall kostenlos Land zu verpachten.

Costa Rica, Grenada, Haiti, Liechtenstein, Monaco und Panama haben sich in ihrer Geschichte demilitarisiert und unterhalten keine Armeen mehr. Auch Japan hat keine Armee, unterhält aber nicht angriffsfähige Selbstverteidigungsstreitkräfte. Weitere 18 Länder wurden ohne Armee gegründet. Bezeichnender Weise wurde keines dieser Länder in seinem armeelosen Zustand in einen bewaffneten Konflikt verwickelt oder bedroht.

So friedlich ist Deutschland nicht. Die Bundeswehr ist zum Zeichen eines außenpolitischen Anspruchs geworden. In Deutschland gibt es achtundsechzig Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs eine parlamentarische Mehrheit, die die Ansicht vertritt, andere Gedankenmodelle mit militärischen Mitteln zur Einsicht zwingen zu dürfen. Wie würden wir eigentlich reagieren, wenn die Anderen die Stärkeren wären? Zur Zeit stehen 5800 deutsche Soldaten in 15 Ländern, zumeist ohne die nationale oder nur mit einer minderheitlich nationaler Zustimmung, begleitet von Zerstörern, Kampfflugzeugen und Panzern.  Ein Widerspruch für eine Verteidigungsarmee, wie sie im Grundgesetz gefordert wird. Die Wiederbewaffnung Deutschlands durch Gründung der Bundeswehr unter Konrad Adenauer war unnötig, wie das Beispiel Islands zeigt und damit ein politischer Fehler. Die Aufrechterhaltung eines politischen Fehlers ist in zeitgeschichtlicher Rückschau immer ein historisches Versagen.

Aus militärischer Sicht kann durch den Fortschritt der Waffentechnik, der immer, wenn auch begrenzt, beiden Kriegsparteien zur Verfügung steht, kein Angriffskrieg mehr gewonnen werden, als auch kein Land durch seine Armee wirkungsvoll verteidigt. Der Einsatz von Armeen lässt maximal politische Erfolge zu und führt immer zu zerstörten Lebensräumen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Keine Armee kann heute noch Frieden schaffen oder erhalten.

Historisch betrachtet hat jede Armee dem Volk, das sie aufstellte, geschadet. Entweder weil sie sich gegen das Volk wandte, zu seiner Unterdrückung beitrug oder in Bündniskonflikte verstrickte und somit das Volk spaltete.

Auch oder gerade Deutschland braucht keine Armee.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

Habemus Papam

franziskus

Ein Papst dessen Namensgebung ein Versprechen ist. Egal wie anachronistisch das Konklave auch anmutete, durch die Wahl von Franziskus bewies es Zeitgeist. Sein Name steht für freiwillige Bescheidenheit, sein Einsatz gilt den Armen und Verlierern der Marktwirtschaft. Er fühlt sich seinem Namenspatron Franz von Assisi verpflichtet, der als erster Tierschützer gilt und bekennt sich damit offen zu natürlichen Rechten jeglichen, auch nicht menschlichen,  Lebens und dem Streben nach Glück und Liebe sowie dem individuellen Recht, sein Leben leben zu dürfen. Ehrenvolle Anliegen, die den Problemen der Zeit Rechnung tragen.

Es wird ein Papst der Erneuerungen werden, die in Europa nicht ankommen. Er ist Oberhaupt der Katholiken und damit ist seine Kirche nur zu einem unbedeutenden Teil europäisch. Die von der europäischen Kirche angemahnten Veränderungen stehen im Widerspruch zu den Forderungen der Weltkirche, die überwiegend keine Liberalisierung, sondern den Erhalt konservativer Werte will. Mißbrauch und Zölibat sind untergeordnete Fragestellungen der Weltkirche. Ob er sich gegen interne Machtstrukturen der Kurie durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.
Die von vielen Europäern nicht mehr ernst genommene verstaubte katholische Kirche hat einen Papst gewählt. Seine erste Handlung war ein Statement und damit die wage Offenbarung eines neuen Kurs. In Europa wird dieser Kurs kaum wahrgenommen werden, doch für 1,2 Milliarden Menschen ist dieser Mann eine moralische Instanz. Es wäre ignorant zu glauben, dass das, was er tut und sagt, kein Gewicht mehr habe. Ich zumindest höre ihm genau zu und ich bin nach der herkömmlichen Einteilung der Religionszugehörigkeiten, Agnostiker

und empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren