Die Fiktion eines göttlichen Dialogs


gottdavinci

Kein übernatürliches Wesen, keine höhere Macht und weder Schöpfer noch Sinn dieser Welt ist ein Gott. Götter sind geschaffen von Menschen. Sie sind Symbol der Moral von Kulturen. Götter sind nicht ewig und der Glaube an sie führt in kein Himmelreich. So sind sie nicht weiser, als jene die sie schufen und das göttliche an ihnen, ist allein der Glaube an sie.

Götter haben keine Wirkung und doch sind sie Ursache für menschliches Wirken. Es ist keine größere Geißel im menschlichen Sein als der Glaube an die Allmacht einer Illusion, die von sich glauben macht, bestimmend für das Sein zu sein.

So folgen Götter denen, die sie schufen und ihren Vorstellungen von menschlicher Erhabenheit. Sie schufen den Himmel für alle, die sich dem göttlichen Anspruch ihrer Forderung unterwerfen und die Hölle für alle, die sich der Allmacht ihrer Vorstellung nicht unterwerfen wollen.

Das Wesen eines Gottes zu ergründen, ist nicht blasphemisch. Es ist die Darstellung eines Regelwerkes, das sich seinem Widerspruch am Sein entzog, indem es zu einem Gott wurde.

Gott ist, Grund zu sein, ohne sich begründen zu müssen und göttlich ist die Fähigkeit, Unbegründbares begründen zu können.

So beginne ich, als Freigeist, meine Suche nach einem Gott, dessen Forderungen ein jeder folgt und dessen Ansprüchen ein jeder genügen will und messe ihn an meinen Werten. Ich suche nach der Allmacht einer Moral, die ihre Jünger die Welt führen lässt und die in ihrer Göttlichkeit, ungesühnt und ungezählt, Millionen Leben auf ihrem Altar opfert und werte sie an meinen Fragen. Ich suche den Dialog mit einer Fiktion, die die Menschheit leitet und so ist es die Fiktion eines Gottes, die mir die Antworten gibt.

Mamon:

Ich bin der, der diese Welt geschaffen hat. Ich bin ihr Wille und mein Wille ist ihre Prophezeiung. Alles was ist, ist durch mich geworden und alles was geschieht, wird in meinem Namen geschehen.

Ich bin Mamon, der Herr, Dein Gott.

Freigeist:

Ich kenne viele Götter und bin gekommen den Größten aller zu finden, doch Deinen Namen kenne ich nicht. Ich suche nach dem, der in aller Munde, in allen Köpfen und den letzten Winkel dieser Welt vorgedrungen ist. Es ist der vor dem sich die Könige verbeugen und an dessem prächtigem Geschmeide auch noch der ärmste Bettler hängt. Der Glaube an ihn ist so mächtig, das auch die ärgsten Feinde, die unterschiedlichsten Stände, selbst jene die zu anderen Göttern beten, in ihrem Glauben an ihn einig sind.

Mamon:

Ich bin der den Du suchst. Einst nannte man mich das goldene Kalb. Ich habe so viele Namen wie die Welt Sprachen hat. Es ist mein Glaubensbekenntnis welches die Menschen unter meinem Willen eint und es ist das Symbol meines Glaubens, meine heilige Hostie, die von den Menschen Geld genannt wird. An diesem mächtigen Symbol meiner Göttlichkeit hängt das Schicksal der Welt und jedes einzelnen Menschen.

Freigeist:

Dann bist Du der den ich suche und ich kenne Dich gut. Ich habe Dich studiert. Kein anderer Gott forderte einen gleich hohen Blutzoll, kein anderer brachte mehr Leid und Unrecht über diese Welt. Ich bin nicht gekommen um Dich zu verehren, das tat ich zu lange und der Preis den ich zahlte, war hoch. Ich bin hier um mit Dir zu streiten, ob Du Wahrheit oder Lüge bist.

Mamon:

Ich bin die einzige Wahrheit die Du auf dieser Welt erlangen kannst. Ich bin allgegenwärtig. Keine Handlung kann getan werden, ohne das ich sie begründe. Kein Leben kann gelebt werden, ohne das es gegen das Symbol meines Glaubens, das Geld getauscht würde und kein Tod wird gestorben ohne das ich an ihm verdienen würde. Wie könnte ich Lüge sein?

Freigeist:

Ich gestehe Dir zu, das Du Realität bist. Doch nur die Realität einer Vorstellung scheint mir Dein Wesen. Auch wenn Du wirkst, bist Du doch keine Wahrheit. Du scheinst mir nicht mehr als ein giftiger Gedanke zu sein, der die Menschen befiel. Alle deren Geist Du befallen hast, hast Du in Deinem Namen glauben gemacht, das es ihr Recht sei zu nehmen was nicht ihres ist und sich über alles und jeden zu stellen. Nichts ist Dir wertvoll, außer Du Dir selbst.

Mamon:

Ich bin das wertvollste dieser Welt. Einzig mein Wert ist der universelle Maßstab dieser Welt. Ich bin der Wert, auf dem das Recht geschaffen wurde, der Verlust meines Wertes ist das Unrecht dieser Welt. An mir wird der Wert des Lebens bemessen und nach meinen Forderungen wird die Welt geteilt. Das ist der Beweis meines Wertes.

Freigeist:

Dein Beweis, beweist sich selbst und Deine Forderung fordert sich selbst. Es ist Teil des Unheils, welches Du über diese Welt gebracht hast. Du bist der Gott der Vernichtung und Deine Botschaft ist die Wertlosigkeit.

Mamon:

Ich vernichte nicht, ich schaffe. So wie ich diese Welt geschaffen habe und ihren Wert. Der Glaube an mich ist der Schlüssel zum Reichtum, ich bin der Garant des Wohlstands und der Freiheit.

Freigeist:

Der einzige Wert, der von Dir geschaffen wurde, ist Dein eigener. Den Wohlstand den Du wenigen gibst, bezahlst Du mit der Armut vieler und die Freiheit die Du bietest ist nicht mehr als ein trügerischer Schein Deiner Sklaverei.

Mamon:

Das ist das göttliche Prinzip.Wer an mich glaubt, den werde ich belohnen. Wer an mir zweifelt, den werde ich prüfen und wer von meinem Glauben abgefallen ist, den schicke ich in die Hölle. Wer mich aber predigt, dem schenke ich den Himmel auf Erden. Himmlische Erleuchtung oder irdischer Reichtum, den Menschen scheint es eine leichte Wahl.

Freigeist:

Du bist gleich einem Gott geworden, doch Dir fehlt das Göttliche. Du bist gleich einem mächtigen Strom, der durch die Welt fließt und alle an seine fruchtbaren Ufer lockt. Doch Dir fehlt die Wahrheit, die diesem Strom eine Quelle wäre und so wirst Du versiegen. Deine bitter süße Sklaverei presst aus allen die Dir folgen die rote Fluten, die Dich befüllen und jeder der in sie eintaucht wird vergiftet.

Mamon:

Ich gebe dem Menschen was er sich wünscht und bin ein Gott der Bescheidenheit. Nichts will ich als Lohn für die Errettung der Menschheit. Nur glauben sollen sie an mich und das tun sie gerne.

Freigeist:

Du bist mächtig, beinahe allmächtig auf dieser Welt geworden. Fast könnte man meinen, gegen Dich zu bestehen sei undenkbar. Doch ich bin nicht unvorbereitet zu Dir gekommen. Vieler Deiner Ketten habe ich mich entledigt und die wenigen die noch verblieben sind wirst Du zerreißen, wenn Du mich an ihnen in die Tiefe zerren willst. Was also sollte ich fürchten?

Mamon:

Auch ich kenne Dich. Lange hab ich Dich belohnt und gestraft und war Dein Gott. Du hast mich getäuscht. Du suchst nicht die Lüge in meiner Wahrheit sondern die Wahrheit in Deiner Lüge. Du hast Dich von Deinem Gott getrennt und willst Dich nun von den vielen trennen, die mir folgen.

Freigeist:

Man nennt mich Freigeist und das zu sein, ist meine Erkenntnis mit den meisten, den Vielen und ihren Gemeinschaften, meine gemeinsame, verbindende, mitunter auch schützende Basis gleicher Werte und gleichartiger Wege des Geistes zur Erlangung von Werten, verloren zu haben. Es ist nicht meine Einnahme eines Standpunktes, sondern der Verlust eines jeden, für den Ersatz eines immer nur kurzfristig gültigen und wage erkennbaren Bezugs meiner selbst, auf immer während einwirkende Veränderungen.

Mamon:

Du hast Die Gemeinschaft meiner Gläubigen verlassen und bist nun allein in der Welt meiner Werte. Ich hatte Dir die Leichtigkeit des Seins gegeben und auch Du hast die Folgelosigkeit genossen, ein wenig Göttlich zu sein.

Freigeist:

Deine Welt ist nur ein Trugbild, welches die reale Welt verbirgt. Diese aber ist in ewigem Wandel und hat ewige Werte. Ihre Werte sind von solcher Erhabenheit, dass sie sich jeder Bewertung entziehen und jeder Standpunkt in ihr, ist nicht mehr als der konzentrische Raum des Stillstands. Sie folgt keinen Gesetzmäßigkeiten, sondern schafft diese. So offenbart sie ihre Vollkommenheit durch ihre Wirkung. Ihre Geheimnisse sind nicht mit der Oberflächlichkeit des Verstandes begreifbar, allein das Eingeständnis sie nicht ergründen zu müssen, lässt ihre Tiefe erahnen.

Mamon:

Ich schenke den Mensch das göttliche Recht zu besitzen. Besitz ist Macht und Macht ist Göttlich. Du predigst ein Jammertal der Unsicherheit, des Verzichts und ohne Moral. Ist das die Welt des Freigeistes?

Freigeist:

Nicht der Verlust an Moral oder göttlicher Werte charakterisieren einen Freigeist, obwohl diese sein Denken erst ermöglichen, sondern die Benennung eigener Moral und eigener Werte, oft fernab der überlieferten oder gesellschaftlich dogmatisierten Vorstellungen. Diese nähren den Wunsch, jene Dogmen und Moralien zu entlarven, die zu der eitlen und naiven menschlichen Lebensgestaltung führen, in der der Mensch sich selbst sein schlechtester Freund und seiner Welt der größte Feind ist.

Mamon:

Da ist kein Ort, kein Ding, keine Pflanze und kein Tier, was sie nicht kaufen könnten. Besitz macht die Menschen zu Herren und frei, wie könnten sie dem was ihnen gehört ein Feind sein.

Freigeist:

Du magst glauben, dass alles besessen werden kann, das ist die Schwäche Deines Glaubens, denn es ist nur Glauben und nicht Wahrheit. Ich besitze nicht mehr, weil ich das, was ich besaß verlor, sondern weil ich nicht mehr glaubte es besitzen zu können. So ergeht es allem Besitz. Keine Kette kann ihn halten, kein Vertrag ihn besiegeln und kein Geld ihn erzwingen, wenn der Glaube fehlt besitzen zu können. Besitz ist keine Freiheit, sondern der Glaube an die Unfreiheit dessen, was besessen wird.

Da ist eine Welt die schon war bevor Du wurdest. Sie kennt keinen Besitz und folgt nicht Deiner Moral, da sie weder gut noch böse kennt. Sie ist nicht gut, da sie unfähig ist böse zu sein. Ihre Akzeptanz für alles was sie ist, macht jedes Ideal gewöhnlich und ihre Toleranz ist alles durchtränkend, dass jede Ideologie in ihr verwässert. Sie richtet niemanden und zwingt dadurch jeden seine eigenen Konsequenz zu sein. Sie vergibt alles und beschämt jeden mit den Folgen seines Wirkens.

Mamon:

Diese Welt war einmal und ist nicht mehr. Ich schuf die wahre Bestimmung des Menschen, den Besitz, als Spiegelbild seines wahren Antriebs, der Gier. Es ist die Sicherheit eines Lebens ohne Zweifel und führt alleinig zur Vervollkommnung der Zufriedenheit.

Freigeist:

Du schufst die Sicherheit des Sklaven und die Zufriedenheit des Sklaventreibers. Besitz und Gier ist alles was Dich treibt. Ich aber will mich nicht mehr treiben lassen und suche meine eigene Erkenntnis. Eine Erkenntnis um ihrer selbst willen, die nicht der Historie der Gesetzmäßigkeiten, sondern den Realitäten in Bezug auf mein Dasein als ein Teil eines faszinierenden, unendlich freien aber auch unermesslichen Ganzen, geschuldet ist. Als Freigeist bin ich weder Humanist, noch Idealist oder Theist, sondern allein Realist, da ich nicht den Menschen, noch ein Ideal oder einen Gott, als vorrangig oder höherwertig sehe und mich nicht im Besitz von Wahrheiten wähne. Jede Unsicherheit ist mir Ansporn des Ergründens, jede Sicherheit eine Warnung der Stagnation meines Geistes, der nur lebt , wenn er nicht gebunden ist und sich nur entwickelt, wenn er von dem lässt, was bereits entwickelt wurde. Sich für diese Freiheit zu opfern ist mir als Freigeist Lust und nicht Last. Mein Leben als Freigeistes ist gezeichnet durch erlebtes Unverständnis, erlittene Ausgrenzung und versuchten sowie vollbrachtem, vermeintlich oft gut gemeinten Zwang an mir und der Freiheit meines Geistes. Mein Streben gilt nicht der Größe, sondern der Demut, die mich Größe erkennen lässt und so suche ich nach der Schwäche die mir Stärke offenbart. Ich selbst will mir Richter und Vollstrecker meines Anspruchs noch vor allen anderen sein, so kann ich nicht gerichtet werden und genüge mir selbst, um nicht anderen genügen zu müssen.

Mamon:

Du suchst nach Deinem egoistischen Traum. Doch ich bin kein egoistischer Gott. Mein Wert ist die Quantität, er eint die Schwachen zu Vielen in einer Gemeinschaft und ersetzt die Sorgen des Zweifels. Vereint sind sie stark und verteidigen meinen Wert zu ihrem Schutz. Sie wollen keine Erkenntnis, die den Schutz durch ihre Gemeinschaft bedroht.

Freigeist:

Die Welt ist voller Erkenntnisse, doch keine zwei von ihnen sind gleich. Nicht gleich in ihrem Werte, nicht gleich in ihrer Tiefe, nicht einmal gleich in ihrem Schein. In ihr ist alles von Einzigartigkeit beseelt, mit eigenem Grunde, eigenen Wegen und eigenen Folgen. Es ist eine Welt der Starken, die ihre Stärke in der Individualität ihres Denkens und Handelns finden und es ist eine Welt der Schwachen, die sich zum Schutz der Konformität ihrer Mittelmäßigkeit, ängstlich ihr Denken und Handeln verbieten. Es ist eine Welt des immer währenden Ringens, zwischen den Starken, die immer zu wenige sind um zu siegen und den Schwachen, die immer zu viele sind um zu unterliegen. Dieser Kampf kennt keine Skrupel und auch die abscheulichsten Mittel sind dem Unterlegenen legitim, da er im Glauben an sich selbst verhindern muss, der Verlierer zu sein. Dem Verlierer droht die Selbstaufgabe, welche nichts weniger wäre, als die völlige Aufgabe der eigenen Werte und damit der Suizid des Ich. Es ist der Kampf des Mutes der individuellen Erkenntnis, gegen das Dogma der ängstlichen Ideologie. An keinem Ort und zu keiner Zeit schweigen die Waffen, solange sich die Kontrahenten gegenüber stehen. Das Individuum und seine Gesellschaft.

Mamon:

Kein Individuum ist stark genug die Welt zu beherrschen, der Mensch beherrscht nicht einmal sich selbst. Das wussten jene, die mich schufen. Ich bin kein Gott der aus dem Nichts entstand. Ich wurde geschaffen von den klügsten Köpfen und den brillantesten Denkern, daher bin ich das Ideal meiner Zeit und meine Ideologie ist die, der göttlichen Herrschaft des Menschen.

Freigeist:

Jene, die Dich schufen und einen freien Geist für sich in Anspruch nehmen, nennen sich Philosophen, Freidenker, Freigeister und Wissenschaftler. Jene die sich Philosophen nennen, können auf eine lange erfolgreiche Geschichte zurück blicken, in der sie mitunter die Speerspitze des menschlichen Geistes, als auch letzte Instanz der Vernunft waren. Als sie jedoch ihren, über die Grenzen einzelner Disziplinen hinaus greifenden Anspruch aufgaben und zu einer Wissenschaft wurden, wandelte sich auch ihre universelle Sichtweise, aus der einst ihre großen Erkenntnisse geboren wurden, zu einer disziplinären, in der sich der ursprüngliche Anspruch der Philosophie, die Liebe zur Weisheit in ihrer Ganzheit, nicht mehr verwirklichen lässt. Einstmals hieß, ein Philosoph zu sein, ein nach Erkenntnis Suchender über die Grenzen hinaus denkender Mensch zu sein. Doch es blieb nur ein akademischer Grad als Beweis der Erfüllung der Formalien. Ihre Sicht ist begrenzt durch die Grenzen der Philosophie in sich, die die Ergebnisse ihrer geistigen Exkursionen, nur noch dann anerkennen vermag, wenn diese innerhalb der Formalien ihrer Wissenschaft erreicht wurden. Sie sind Deine Väter und die Totengräber der alten Philosophie.

Jene die sich Freidenker nennen, sind die Knechte der Moral. Sie genießen die wohlige Geborgenheit ihrer Konformität und erkennen nicht, dass ihnen ihr Geist nie eine Erkenntnis gebar. Nie haben sie tief genug gedacht, nie auf den Grund einer Erkenntnis geschaut, weil sie die Dinge schauen, mit den Scheuklappen ihrer Moral. Sie erheben sich auf das Podest ihrer moralischen Unfehlbarkeit, in der sie sich a priori verbieten, die Moral als solche zu hinterfragen. So ist es ihnen verwehrt eine Erkenntnis zu gewinnen, die sich nicht aus ihrer Moral ergibt. Freidenker sind die Propheten der Fehler von gestern, mit den Mitteln von morgen. Sie sind Deine Paten und die Mörder der Philosophie von morgen.

Jene aber, die sich Freigeist nennen, sind jene die die Philosophie um ihrer selbst Willen betreiben, in der Form wie sie betrieben wurde, bevor sie Wissenschaft war. Freigeistige Philosophie bedingt die Überwindung disziplinärer und moralischer Grenzen und befreit sich von Zweck und Ziel gebundenen Formalien. Erst diese Freiheit lässt sie die Welt in ihrem Grunde, in der Tiefe ihres Seins erahnen, da sie schon war, bevor sie Zweck und Ziel wurde. Sie werden Deine Richter sein.

Mamon:

Wie sollten sie mich richten und an was ihr Richterspruch sich bemessen. Diese Welt ist meine Welt und mein Wert ist der, an dem es sich zu messen gilt. Was könnte groß genug sein, den Vielen die mir folgen ein Maß zu sein, was ich nicht bestimmen konnte?

Freigeist:

An der Wahrheit wirst Du Dich messen lassen müssen. Da ist eine Welt, die schon vorab jeder menschlichen Erkenntnis war und unabhängig von ihr bestehen wird. Keine Ideologien beherbergt sie. Sie wurde nicht geschaffen und bedurfte keines Schöpfers. Sie bedarf keines Beweises der Wahrheiten um sie, da nichts in ihr komplex genug ist, um sie in ihrer allumfassenden Gänze zu erfassen und damit nichts in ihr ist, was zum erkennen ihrer Wahrheit befähigt wäre. Sie ist die vollkommene Wahrheit selbst, allein durch ihr Sein und in ihr ist nicht der kleinste Raum für eine Unwahrheit. Diese Wahrheiten sind zu offensichtlich, als das sie leicht erkannt werden könnten und ihre Wirkungen sind zu offenbar um sich ihrer bewusst zu werden. Das Offensichtliche zu sehen und das Offenbarte zu erkennen ist der erhabenste Anspruch an das eigene Sein, in einer Welt deren tragende Gedankenmodelle von denen geschaffen wurden, die dieses nicht vermochten. An diesem Anspruch wirst Du scheitern.

Mamon:

Du nennst meinen Richter, doch zeigst Du nicht sein Gesicht. Du forderst die Abkehr von meiner Wahrheit und bietest keine Neue. Was ist Dein Lohn dafür, dass Du die Konsequenz erträgst, das Ende der Mehrung und des Fortschritts zu fordern?

Freigeist:

Du glaubst das ich einen Lohn fordere? Freigeist zu sein ist nicht das Ergebnis einer Tätigkeit, sondern die unabänderliche Konsequenz einer Lebenseinstellung, die in sich schon so viel Konsequenz ist, das sie nicht die Konsequenz der Amoralität fürchtet. Des Freigeistes Antrieb ist nicht Lohn, sondern Freiheit. Freiheit die aus sich heraus nichts anderes bedarf, als die Freiheit des Geistes und somit auch nur erkannt werden kann, wenn man nichts anderes zu Grunde legt als die Freiheit des Willens. Aus diesem Grunde korrumpiert sich ein Freigeist nicht mit Macht, Geld oder Anerkennung, die jeder für sich einen moralischen Wert und eine amoralische Erwartung mit sich bringen.

Mamon:

Deine Amoralität ist meine Moral. Du kannst mir keine Schuld vorwerfen, wenn der inne wohnende Sinn der Gleiche ist. Gleich wie Du es nennst, ich habe den Menschen einen Sinn gegeben und sie aus ihrem tristen Dasein befreit. Ihre Entwicklung war ich, ihr Leben bin ich und ihre Zukunft werde ich sein. Ich bin der Herr, ihr Gott.

Freigeist:

Du warst ihre Entwicklung und diese zieht sich wie eine Blutspur durch die Geschichte. Du bist auch ihr Leben und wohl im Zenit Deiner Macht. Kaum zwei Jahrhunderte hast Du gebraucht, die Menschheit an ihren eigenen Abgrund zu führen und die Welt gleich mit dazu. Aber ihre Zukunft wirst Du nicht sein, denn dann hätten sie keine mehr. Deine Moral ist die der alten Kirchen. Die Bereicherung und Belustigung derer, die Deine Dogmen leben, durch die Ausbeutung jeden Lebens und der Welt selbst. Das ist der Sinn den Du gabst. Doch Sinn braucht nur, was sinnlos ist. Du gabst ihnen die Gleichheit unter allen und die Erhabenheit über alles und raubtest damit ihre Einmaligkeit. Hast Du nicht gesehen was vorher war? Dieses Leben strahlt seine bewundernswerte Kraft und seine Schönheit durch seine Vielfalt, seine Unterschiedlichkeit und seinen bedingungslosen Willen, sich selbst zu leben, aus. Leben bedarf keiner Ziele und keinem Zweck, da es sein eigenes Ziel und sein eigener Zweck ist. Leben heißt, dem bedingungslosen Willen zu sich selbst zu folgen und seine Einzigartigkeit gegen jedes andere Leben zu behaupten. Kein Leben ist gleich einem anderen und würden sich nur einmal zwei Leben gleichen, geböte die Gesetzmäßigkeit, dass in Folge dessen sich alle Leben gleichen müssten und das Leben selbst würde sein Ende finden.

Du kannst die Vielfalt nicht ertragen. So hast Du die Gesetze der Vielfalt, die das Leben zu seiner Erhaltung schuf, in ihr Gegenteil verkehrt. Durch Dich herrschen in dieser Welt die Gesetze der Einfalt und es wirken die Mechanismen der Einfältigkeit. Politik wird dieser Zustand der Verwaltung von vielen, als wären sie eines, geheißen. Doch Politik ist nicht mehr als eine Idee und ihre Begründung immer eine Ideologie, als Konstrukt ausschließlich gedachter Ziele und Zwecke, die in sich so lebensfremd sind, dass sie die Einfalt einer Gesellschaft bedürfen. Nichts ist grundsätzlich Leben verneinender als die Einfalt, die in Widerspruch zur Vielfalt des Lebens steht und einer Ideologie, als Lehre der Einfältigkeit. Nichts ist Leben verachtender als eine Gemeinschaft oder eine Ideologie damit zu betrauen, das Leben zu schützen und nichts von gefährlicherer Naivität, als zu glauben, dass sie das könne oder wolle.

Mamon:

Was Du Einfalt nennst, nenne ich Priorität. Auch der Mensch unterliegt meinen Gesetzen und passt sich ihnen an. Ein Gott, ein Glaube und ein Wille ist nicht Einfalt sondern Klarheit. Massensuggestion ist der Motor meiner Evolution und menschliche Synergien ersetzen die Selektion. Die Menschen halten sich an den heiligen Pakt, den sie mit mir schlossen. Den Pakt der Überzeugung. Er macht sie zu meinen Knechten und ich gebe ihrer Gemeinschaft die Herrschaft über die Welt dafür.

Freigeist:

Ich kenne Deinen Menschen nur zu gut. Als Freigeist zu leben, bedeutet umgeben zu sein von ihnen, den Gemeinen. So heiße ich sie, die Gemeinschaft brauchen noch vor sich selbst. Gemeinschaft mit anderen, aus der sie zu schöpfen suchen, was sie sich selbst nicht sein vermögen, als könne man werden, was man nicht ist.  Gemeinschaft mit den Vielen, um zumindest als Teil eines Großen bedeutend zu sein, so versuchen sie ihre Unbedeutsamkeit  zu vergessen. Gemeinschaft die sie Staat und Gesellschaft heißen, die ihnen Verwaltung  gibt, da sie sich nicht selbst verwalten können und ihnen Recht benennt, da sie selbst nicht vermögen Recht zu erkennen. Was immer ihnen widerfährt, was immer sie erfassen oder erkennen, alles suchen sie ihrer Gemeinschaft zu offenbaren, da ihnen nichts einen Wert hat, was der Gemeinschaft nicht offenbart wurde. Sie vermögen nicht ihre kleinen Wahrheiten bei sich zu halten und zu bewahren, um den Keim der Weisheit wachsen zu lassen. Sie entblößen ihr Wissen, ihr Empfinden, sogar ihr Innerstes selbst, weil nur die völlige Entblößung ihnen die Gleichheit in der Gemeinschaft verspricht. Sie Fragen nicht, schon die gegebenen Antworten scheinen ihnen genug. Allein dass etwas aus ihnen selbst heraus, ein Gedanke oder eine Erkenntnis, geschieht, ist ihnen schon Grund zum Zweifel. Sie weisen und richten, so zeigen sie ihre Unfähigkeit, es über sich selbst zu tun. Die Gemeinschaft bestimmt ihre Werte, allein als ein Wert in ihr. Freiheit und Recht ist ihnen das, was ihnen als solches benannt und gegeben wurde. Ihre Welt ist der Schein, nicht das Sein, daher lieben sie die Unwahrheit, die ihren Schein erhält und hassen die Wahrheit, die ihr Sein offenbart. Sie fürchten den Tod, da er sie ihrer Gemeinschaft entreißt sowie auch die Freiheit, die aus der Individualität ihre Gemeinschaft bedroht. Sie sind getrieben von Angst und Selbstzweifel. Ihre Welt ist die, der erhofften Unveränderlichkeit, in der der Geist des Wandels, das Krebsgeschwür in ihrer Beständigkeit ist. Ihre Vermessenheit endet nicht einmal davor zu glauben, dass Freiheit und Recht von so niederem Range seien, dass sie es selbst erschaffen konnten. Ihr Misstrauen gilt allem, was sie nicht zu erfassen vermögen. Das Unerklärliche ist ihnen das Unaussprechliche, da in ihrer Gemeinschaft nichts sein kann, was nicht sein darf.

Mamon:

Es ist die Welt, die ihnen die leichteste ist, so bekamen sie was sie wollten. Kein Knecht wäre mir lieber als dieser. Sie schmieden sich Ketten aus Recht und Moral, um mir ihre Treue zu beweisen. So huldigen sie mich als ihren Herrn und Gott.

Freigeist:

Es sind Ketten der Angst, nichts mehr zu sein, wenn Du ihnen Deine Gunst entziehst. Doch würden ihre Ketten zerschlagen, würden sie eine Welt erkennen, die frei von Angst ist, da sie schon war bevor ihre Moral geschaffen wurde. Eine Welt die keinen Selbstzweifel kennt, da das Sein und die Erkenntnisse daraus unzweifelhaft sind. Sie zeigt sich dem, der noch den Mut hat die grausame Reinheit ihrer Schönheit anzuschauen und offenbart ihre Geheimnisse dem, der noch die Kraft hat die empathielose Konsequenz ihrer Wirkung zu ertragen. Doch wer seinen eigenen Zweck, seine eigenen Ziele mit sich führt, dem bleibt sie verschlossen. Nicht weil sie sich ihm verschließen würde, sondern weil ein fremder Zweck, ein anderes Ziel das Empfinden um sie verhindert. Es ist eine Welt, die den Verstand braucht um sie zu beschreiben, aber das Gefühl um sie zu erklären.

Mamon:

Was mühst Du Dich? Sie werden Deine Welt nie sehen. Zu süß sind die Früchte meines Baumes und zu eng sind sie in meinem Geäst verfangen. Deine Welt ist ihnen eine Träumerei. Ihr Glaube an mich ist so groß, dass sie Deine Welt noch nicht einmal zu denken wagen, denn ich bin ihr Herr und Gott.

Freigeist:

Zu wenig göttliches ist in Dir, als das Du ein Gott sein könntest. Du siehst nicht was geschieht in ihren Reihen. In der Dunkelheit ihres Geistes, aus ihrer Mitte heraus, beginnt der Weg der Freien, die nicht frei waren, bevor sie es lernten zu sein. Die Freien, die der Gemeinschaft Teufel und Pest in einem sind und deren Wille es ist, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben. Die Freien, die ihre Freiheit schätzen und bewahren, da sie erkennen, dass ihre Freiheit nicht durch, sondern vorab jeder Gemeinschaft gegeben war. Den Freien, denen ihre Freiheit ein unwiderrufliches Recht ist, für das sie streiten und wagen, hoffen und fordern. Misstrauisch werden sie beäugt von jenen, denen ihr Ich zu wenig Wir ist, in einer Welt in der ihr Wir ihr Alles ist. Die Gemeinen mögen meinen dass ihr Ich in die Obhut der Gemeinschaft gehöre und die vielen Ich, die ihre Gesellschaft beherbergt, schlussendlich sogar ein eigenes Selbst seien. Doch das Ich, das Eigene, das Selbst  ist nicht ein Vieles und  existiert nur in der Geborgenheit eines alleinigen Seins, es ist der Wert des Seins. In ihrer Gemeinschaft wird aus einem Ich ein Wir, ein Unser und das Unsrige, ein formalistischer Teil einer Menge, eine beliebig befüllbare Bestimmung der Quantität.

Doch Freiheit ist die Selbstbestimmung des Willen, als Bestimmung des Selbst, die Formung und Schaffung des Ich. Freiheit ist kein bestimmter Freiraum der Gemeinschaft, innerhalb dem einem Ich Freiheit gewährt wird, sie ist die Ausgestaltung einer Persönlichkeit in all ihren Facetten, allein begrenzt durch das Individuum selbst. Freiheit ist nichts, was eine Gemeinschaft erfassen könnte, da diese als ein Wir keinen Wert für ein Ich besitzt und kein Ich sein kann. Eigenverantwortlich will der Freie sich selbst gegenüber sein und sein eigenes Ich verantworten. Es ist das Verständnis um die Individualität des Ich und der Wille die Konsequenzen der eigenen Qualitäten zu akzeptieren. Kein Wir vermag hierüber zu Gerichte sitzen, da jedes Wir ein Vieles ist, welche aus sich heraus die Freiheit des Ich ausschließt. Was Wir ist, kann nicht Ich sein sowie ich nicht sein kann, was wir ist.

Sie, die ihr Sein ihrem Wollen unterwerfen, die Freiheit nicht als zugestandenen Freiraum, sondern Freiheit a priori, in allem Leben gegeben sehen, beschreiten einen langen und steinigen Weg ohne Anerkennung und Ziel.

In der Mitte der Gemeinen sind die zu erkennen, die sich auf diesen Weg machen, noch nicht wissend, dass sie bereits die ersten Schritte auf diesem Weg gehen. Sie werden die Zweifler genannt. Sich selbst erkennen sie an der Empfindung, welches das allseits Normale in ihnen hervorruft. Noch sind sie erfüllt von den Werten, die ihnen gegeben wurden, daher zweifeln sie zuerst an sich selbst. Sie erkennen noch nicht die Fremde, die sie umgibt und so glauben sie selbst fremd zu sein. Sie erheben sich noch nicht gegen die Werte, dennoch erkennt die Gemeinschaft bereits ihr Zögern. Sie suchen nach Antworten, noch ohne Fragen zu können. Viel zu lange haben sie die große Regel des Wissens der Gemeinschaft gelernt: Es gibt keine Fragen außerhalb der Gemeinschaft, weil es keine Antworten außerhalb von ihr geben darf.
Für viele endet hier bereits der Weg in die Freiheit, angesichts der Allmacht der Gemeinschaft. Manchen mag es gelingen zu vergessen, dass sie an die Grenze der Gemeinschaft stießen, für sie ist der Weg zurück ein leichter. Jedoch denjenigen die nicht vergessen können, bleibt nur der Zweifel an sich selbst.

Diejenigen aber die verstehen, dass Antworten außerhalb der Gemeinschaft denkbar sind, finden Fragen. Fragen auf die die Gemeinschaft keine Antworten zu liefern vermag. Unverständnis und Misstrauen begleiten sie von dem Tag, an dem sie Kritiker genannt werden. Das Gefühl der Fremdheit ist ihr Antrieb und doch spüren sie, dass nicht sie es sind, die fremd sind. Sie vermögen noch keine Antworten zu geben und ihr Zweifel weicht der Wut. Alles verkehren sie ins Gegenteil, aus ihrer Demut wird Übermut. Stolz verkünden sie das, was sie tun, sie üben Kritik und verstehen noch nicht den Unterschied zum Kritisieren. Sie erkennen ihre Unterschiedlichkeit zur Gemeinschaft, aber sie wollen nicht erkennen wie sehr sie noch Teil von ihr sind.
Hier endet für einen weiteren Teil von ihnen der Weg in die Freiheit angesichts der Allmacht der Gemeinschaft, an der ihre Wut zur Ohnmacht wird, in der sie gefangen bleiben. Ihnen bleibt die Unzufriedenheit.

Diejenigen aber, denen es gelingt ihre Wut zu verlieren, werden Antworten finden und von da an, wo sie Antworten finden auf Fragen, die die Gemeinschaft nicht stellte, werden sie Denker genannt. Sie sehen wie fremd sie selbst und die Gemeinschaft ihnen ist. So sehr sie ihre Fremde als ihre eigene verstehen, so sehr kehren sie der Gemeinschaft den Rücken. Ihre Antworten zerstören die Werte der Gemeinschaft ohne jedoch neue zu schaffen. Nicht das Erbauen ihrer Freiheit, sondern das Zerstören ihrer Unfreiheit ist ihr Antrieb. Sie treiben zwischen der Gemeinschaft, deren Ketten ihre Antworten zersprengten und dem vermeintlichen Ufer der Freiheit, ohne Halt und Hoffnung. Freiheit scheint ihr Ziel, aber sie verstehen nicht, dass Freiheit kein Ziel und das Ufer unerreichbar ist. Für viele von diesen Wenigen endet hier der Weg in die Freiheit, angesichts der Allmacht der Freiheit, an dem Willen etwas zu vollenden, was nicht zu vollenden ist. Ihnen wird die Suche zum Ziel.

Diejenigen aber, die alleinig durch die Kraft ihrer eigenen Gedanken verstehen, dass der Weg des Wissens nicht zu ihrem oder irgendeinem Besitz führt, werden Freigeister genannt. Sie verlieren das Ziel, das Ufer der Freiheit aus den Augen. Ihnen ist es bestimmt ihre eigenen Wege zu wählen, da sie keine Ziele kennen. Ihre Wege bestimmen sich durch die Fragen, die sie stellen und die Antworten, die sie geben, jedes Mal aufs Neue. Sie sind nicht mehr an Wege gebunden, die ihnen benannt wurden oder an Zielen, die sie sich einst gaben. So unbestimmt wie ihre Fragen sind ihre Antworten, denen sie folgen, ohne von etwas abweichen zu müssen. Sie sind selbstbestimmt, da sie die Fragen selbst bestimmen. Sie sind eigenverantwortlich, da sie ihre Antworten selbst verantworten und dadurch frei diesen zu folgen. Sie handeln und urteilen nicht in der Gemeinschaft, da sie mit ihr nichts gemein haben. Sie zeigen keine neuen Ufer, da sie keine Kenntnis um diese haben. Sie verlassen alle Wege, da sie keine Ziele haben.

Mamon:

So sind es nur wenige, die sich meiner entziehen und gegen die Heerscharen, die ich aufbringe sind sie machtlos. Sie sind betört durch die Pracht und die Erkenntnis, die ihnen offenbart wurde und sie sind beschämt durch ihr Wissen, zulassen zu müssen, was sie nicht verhindern können. Ihnen ist es nicht gegeben als Könige die Gemeinen zu führen und es bleibt ihnen verwehrt als Fürsten die Gemeinschaft zu leiten. Sie leben in der Mitte der Gemeinen und es ist ihr Schicksal, die Gemeinschaft ertragen zu müssen. Wer sollte sie beneiden, wer ihnen folgen?

Freigeist:

Ja, Du bist mächtig. Die Größe Deiner Macht bestimmt die infantile Ignoranz Deiner Gemeinschaft, die sich im Großen gegen das Leben selbst und im Kleinen gegen jeden Lebenden richtet und dem Freigeist das Leben eine immer währende Prüfung werden lässt. Prüfung an sich selbst, nicht der Versuchung zu erliegen, zu offenbaren was ihm offenbar wurde. Der Lüge würde man ihn bezichtigen, falls ihm nicht schlimmeres widerfährt. Sie, die Gemeinen nennen alles Lüge, was ihre Gemeinschaft ihnen nicht als Wahrheit offenbart hat oder gegen ihre Regeln verstößt, und den, der ihre Wahrheit nicht annehmen will, einen Lügner. So sehr fürchten sie die Wahrheit, die nicht die Ihre ist, dass sie nicht davor zurück schrecken, den mit Strafe zu bedrohen, der nicht ihrer Wahrheit folgen will. Im ersten Schritt ihrer Strafe nennen sie ihn Lügner. Von da an ist der so Benannte aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen und alles, was er sagte und sagen wird, wird für sie unwahr sein. Nichts darf die Wahrheit der Gemeinschaft  in Frage stellen oder das wirksamste Gift gegen die Einfalt, den Zweifel sähen. Ihre Gemeinschaft sucht Schutz vor der ihr fremden Wahrheit, indem sie sie ausschließt. Reicht es aber nicht aus die fremde Wahrheit auszuschließen oder hat sie bereits den Zweifel genährt, hält die Gemeinschaft Gericht über den, der ihr die fremde Wahrheit gebracht hat. Diese fremde Wahrheit, die keinen Anspruch erhebt, gemessen zu werden an den Regeln der Gemeinschaft, wird nun genau an diesen Regeln bemessen. Bestraft soll sie werden in den Augen der Gemeinen, in dem Maße in dem sie gegen die Regeln der Gemeinschaft und ihrer Wahrheit aufbegehrte. Das Auge der Gemeinschaft ist bereits so trübe, dass sie nicht zu erkennen vermag, dass jenes Fremde nicht an ihren Regeln messbar ist, da sich die Fremdheit erst daraus ergibt nicht sie zu sein. Nichts was der Gemeinschaft nicht eigen ist, vermag an ihren Regeln zu bestehen, so wie ihre nicht an fremden Regeln bestehen könnten. Sollten die Strafen, die ihr Gericht verhängt nicht ausreichend sein, den zum Schweigen zu bringen, der ihre Wahrheiten nicht akzeptiert, erkennen sie endlich seine Fremdartigkeit. In einer Gemeinschaft, deren Anspruch der Besitz der einzig richtigen Wahrheit ist, ist Fremdartigkeit keine Deklaration der Andersartigkeit, sondern das Stigmata eines Zustandes, der zum Schutze der Gemeinschaft zwingend geändert werden muss. In den Augen der Gemeinschaft scheint es nicht möglich außerhalb von ihr zu stehen, zu handeln oder auch nur zu denken, fremd zu sein. In der Logik der Gemeinschaft, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, ist jener, der ihre Wahrheit nicht als die seine will, vor sich selbst zu schützen. Gleich einem an seinem Geiste erkranktem, wird der Freigeist nun entrechtet auf das er sich der Behandlung nicht mehr entziehen kann, einer Behandlung, die sobald sie begonnen hat nur noch zwei Wege offen lässt entweder die Entsagung dessen, was die Gemeinschaft für falsch erkannte oder für den Fall dass dieses nicht gelingt, die dauerhafte Ruhig – Stellung dessen, der die Wahrheiten der Gemeinschaft leugnet.

Mamon:

So schützen sie ihren Glauben und sie tun gut daran. Denn es ist allein ihr Glauben an mich, der ihre Gemeinschaft stärkt, der sie besitzen lässt, was nicht zu besitzen ist und ihre Seelen von dem Zweifel reinigt, den ihre Taten mit sich bringen. Was mehr, könnte ein Glaube ihnen geben? Was mehr, könnte ich als Gott ihnen sein?

Freigeist:

Du blendest sie noch in ihrem Untergang, lässt ihre Lügen wie Wahrheiten erscheinen. Doch da ist eine Welt, die Du nicht bestimmst und die die Fremdartigkeit der Gemeinschaften erkennt. In der Ideologien Theorien bleiben und die Quantität nicht der Qualität gleichsetzt. Eine Welt die sich der Verkehrtheit widersetzt und Freiräume schafft, in der die Ursprünglichkeit des Lebens sich wieder findet, seine Gesetzmäßigkeiten entfaltet und Erkenntnisse offenbart. Sie scheint unscheinbar und ist doch überall. Immer dann, wenn die Gesetzmäßigkeiten der gemeinschaftlichen Ideologien nicht greifen, wenn Dogmen der Gemeinschaft ihren Widerspruch offenbaren, wenn ein Sein weder einem Zweck noch einem Ziel zu folgen scheint, wenn das törichte Treiben der Gemeinen Wut oder Trauer hervorrufen, ist das Tor zu dieser Welt geöffnet. In dieser Welt gibt es kein Streben, das Bessere sein zu wollen, um nicht das Schlechtere sein zu müssen, das Gute ist in ihr kein Zwang das Böse zu vertreiben. Keine Regeln bestimmen in ihr die Wege und keine Urteile verbieten sie. Es ist die Welt des Alleinseins mit sich selbst, in der die reinsten Erkenntnisse geboren, die umfassendsten Gedanken entwickelt und die tiefsten Gefühle empfunden werden. Niemals erfahren wir das Leben intensiver, freier und klarer als in der Zeit, in der das Ich sich der Unbegrenztheit seiner Alleinigkeit bewusst wird. Doch den Gemeinen ist diese Alleinigkeit eine schmerzliche Einsamkeit, da sie nichts weniger ertragen als sich selbst.

Mamon:

Deine Welt ist so klein wie ihre Wirkung auf die Menschen. Was kann sie schon ausrichten gegen meine Welt, die ihnen ein Immer- mehr, den ewigen Fortschritt und die beruhigende Folgelosigkeit verspricht.

Freigeist:

Mögen die Gemeinen auch glauben, das ihr Handeln richtig sei, so sehen sie doch nicht, dass jene, denen sie ihr Handeln widerfahren lassen, weit lieber ihr Wohl und ihr Sein aufgeben als das, dessen sie so unbedingt beraubt werden sollen, ihren freien nicht der Gemeinschaft und ihren Regeln folgendem Denken und Handeln, dem freien Geist, der sie zu dem machte, was die Gemeinschaft so sehr fürchtet, dass sie schon die Existenz dessen alleine zu beenden sucht.

Dabei sind sie es in ihrer Gemeinschaft gleich einem Fisch im Wasser, als Lügner die beständig umgebende Lüge aufsaugen. In einer Gemeinschaft in der derjenige als wertvoll erachtet wird, der mit Wissen und Wollen die Unwahrheit sagt, sofern er dieses tut, um die Gemeinschaft vor unangenehmen Wahrheiten zu schonen, ist die Lüge akzeptiert als Mittel des Erhaltes des Gemeinwohls. Wie aber lässt sich dann sagen, dass eine solche Gemeinschaft auf dem Werte der Wahrheit basiert. Eher ließe sich doch wohl sagen, dass die Gemeinschaft auf dem Allgemeinwohl als auf der Wahrheit basiert. Wenn aber das Gemeinwohl vor aller Wahrheit steht, wie ließe sich dann jemand richten, der dieser Gemeinschaft nicht angehört und sein für Wahr-Halten nicht aufgeben will. Was kann überhaupt als richtig gelten, wenn niemand zu wissen vermag wie viel schonende Unwahrheit darin verborgen ist.

Mamon:

Ich habe großes vollbracht. Ich habe die Menschen vom Zweifel der Unwahrheit befreit. Ich habe sie gelehrt, dass jeder sich seine eigene Wahrheit schaffe und damit den nagenden Irrtum in ihnen verbannt. Ich bin der Herr, ihr Gott.

Freigeist:

Du bist ihr Verführer, ihr Fährmann ins Verderben. Auch die Gemeinen leben in dieser Welt und es ist die Welt der absoluten Wahrheiten. Sie umfassen alle Zu-, Sach- und Umstände einer Entität. Diese Wahrheiten sind oder sie sind nicht und sie sind keine Frage eines Standpunktes, eines Bemessungssystems oder der persönlichen Präferenzen eines Betrachters. Wahrheiten sind als Momentaufnahmen absolut, aber sie sind nicht statisch. Wie alles in dieser Welt interagieren sie unaufhörlich mit anderen Wahrheiten und verändern sich dadurch permanent. In dieser Welt ist das Wissen um Wahrheiten auf die Parameter ihrer Erfassbarkeit – die Begrenztheit der erfassenden Sensorik beschränkt. Es sind Teilauszüge von Wahrheiten, die erkennbar sind. Sie bestimmen als Realitäten den erfassbaren Teil dieser Welt, können aber selbst keine Wahrheit sein, da sie nicht alle eine Wahrheit ausmachenden Aspekte umfassen. In dieser Welt ersetzten Vorstellungen den unbekannten Teil der Wahrheiten. Es sind Vorstellungen der Ästhetik, der Ethik und insbesondere der Moral, aber auch das, was zu einer Entität zu wissen geglaubt wird, die die Dogmen einer vermuteten Wahrheit ausmacht.

Mamon:

Du redest von Wahrheiten und kennst nicht eine. Wie kannst Du über Wahrheiten reden, wenn Du sie nicht erfassen kannst?

Freigeist:

Es wundert mich nicht, dass Du es nicht verstehst. Du magst glauben, dass die Wahrheit zu kennen, sich ihrer sicher sein zu können bedeutet. Doch der Wahrheit die Ehre zu geben, heißt nicht sie zu kennen, sondern sich zu dem Nichtwissen um sie zu bekennen. So sicher wie es Wahrheiten gibt, so sicher ist auch, dass ich von ihnen nicht viel weiß. Wahrheiten können für mich nicht diese selbst sein, sondern nur der Teil den ich von ihnen kenne und den ich für wahr halte. So kann ich nicht sagen, das auch wahr ist was ich für wahr halte. Jedoch kann ich mich zu dem, was ich für wahr halte bekennen, wenn ich daran glaube, dass das von mir für wahr gehaltene, auch wahr sein kann. So handele ich nach bestem Wissen und Gewissen.

Die Wahrheiten nicht erkennen zu können ist die Unfähigkeit, die mich die Welt verstehen lässt. Diese Unfähigkeit ist in ihrem Grunde eine Fähigkeit und die Ungewissheit ist meine Gewissheit, da durch sie die Unwahrheit erkennbar wird.. Immer dann, wenn mir eine vermeintliche Wahrheit offenbar wird, weiß ich um ihre Unwahrheit. Immer dann, wenn ich aufgefordert werde die Wahrheit zu sehen, spüre ich, dass ich mich einer Unwahrheit zuwenden soll. Immer dann, wenn ich auf jemanden treffe, der von sich behauptet die Wahrheit zu kennen, erkenne ich, dass er die Unwahrheit sagt.

Mit Hilfe von Kritik hinterfrage ich Wahrheiten, die dann oft zu Unwahrheiten werden. Kritik ist der Weg, der es mir ermöglicht Unwahrheiten zu erkennen. Es ist der Zweifel der den himmlischen Funken der Wahrheit in sich trägt. Zweifel kann keine Wahrheit zeigen, aber er bringt mich dieser näher, indem er mich von Unwahrheiten entfernt. Unwahrheiten haben nicht die Einmaligkeit von Wahrheiten, sie entstehen zumeist zum Wohle dessen der sie erschuf. Sie sind mit einem Zweck beseelt und dieser ist ihr Grund und ihr Gift. Ich habe das Recht meinen Geist und meine Erkenntnisse, die mein Ich ausmachen zu schützen und daher auch das Recht die Unwahrheiten zu erfahren, die mich nur, wenn ich sie erkenne, vor falschen Wahrheiten schützen können. Erkannte Unwahrheiten sind für mich ungefährlich, da ich nicht glaube was ich für unwahr halte. Nicht erkannte Unwahrheiten jedoch, sind falsche Wahrheiten und das für wahr halten von Unwahrheiten. Sie führen dazu Dinge zu tun, die mit dem Wissen um den unwahren Teil nicht getan werden würden.

Mamon:

Unwahrheiten sollen Dir Wahrheiten zeigen, die Du dann selbst nicht erkennen kannst. Ein guter Prophet schafft keine Fragen, er beseitigt sie. Du bist ein schlechter Prophet.

Freigeist:

Zum Propheten taugt der Freigeist wahrlich nicht, daher benennt er die Unwahrheiten, aber schweigt zu den Wahrheiten. Zum einen da es leicht ist die Unwahrheiten in ihrer Offensichtlichkeit zu erkennen aber unendlich schwer in den Besitz einer Wahrheit zu kommen und zum anderen da er wissend genug um seine Unvollkommenheit ist, um nicht zu glauben, dass ihm die Wahl leicht fallen würde, wenn man ihn und seinen Geist gegen seine Freiheit, vielleicht sogar sein Leben in die Waagschale zwingt. Leichter ist es ihm, seine Wahrheit wie einen Schatz zu hüten und dafür Spott und Ausgrenzung zu ertragen. Auch will er nicht die Welt erklären, da ihm die ungeheure Komplexität dieser Welt bewusst ist, die zu erklären, zwingend ein System noch höherer Komplexität bedürfte, welches er nicht sein kann.

Mamon:

Du sagst, da sei eine einzige Welt. In ihr sei alles was ist, für immer unbekannte absolute Wahrheiten, die das Sein und das Leben bedingen und bestimmen. Es sei eine Welt in der alles ein unauflösbarer Teil von Wahrheiten ist und mit ihr an die Flüchtigkeit eines Momentes, der Gegenwart gebunden. Du bist der Räuber von uns beiden. Du raubst den Menschen die Hoffnung auf die letzte Vergebung, am Ende ihres Weges.

Freigeist:

Es ist nicht leicht ein Räuber zu sein, sowie ein Freigeist zu sein, mir nicht eine selbst gestellte Aufgabe ist, nichts was man tun kann. Es ist etwas was mir widerfährt und dessen ich mir erst bewusst werde, wenn es mir bereits widerfahren ist. Bewusst durch die Sicht, die ich auf die Dinge, sowie die Menschen und ihr Handeln habe. So raube ich wohl aus Überzeugung.

Mamon:

Das rauben habe ich die Menschen gelehrt und Du warst mir ein guter Schüler. So bin ich Dir ein Freund geblieben und nicht der Feind den Du beschwörst.

Freigeist:

Du willst mir ein Freund sein, bist Du des Gott sein überdrüssig? Es geschieht das die Antworten, die ein Freigeist findet, eine gewisse Zustimmung erlangen. Dies ist unabhängig ob im kleinen oder großen Kreise, nicht dem Wunsch geschuldet, verstanden zu sein, sondern ein Produkt jener Antworten die von großer Einfachheit geprägt sind und damit auch ohne in ihrem ganzen Ausmaße verstanden zu sein, eine gewisse Leere in den Köpfen der Zweifler und Kritiker zu füllen vermögen. Dies führt zu der Erlangung von Zustimmern, die sich bisweilen Freunde nennen. Man mag streiten, was ein Freund sei und wie man ihn erkenne, doch dieser Streit ist überflüssig, da die solcherart inspirierten, sich selbst so bezeichnen. In kaum etwas steckt eine größere Unsicherheit und Gefahr, als in einem  selbst ernannten Freunde. Diese Freundschaft nährt sich aus Sympathie, als Dank für die Inspiration aus gegebenen Antworten. Genau so unsicher wie es sich sagen lässt, wie man sich eine Freundschaft zugezogen hat, in gleichem Maße unsicher sind die Kriterien die dazu führen diese Sympathie wieder zu verlieren. Die Wahrscheinlichkeit gebietet, dass die Sicherheit des Verlustes der Sympathie, analog dem Zeitraum steigt, der Sympathie verletzende Handlungen möglich macht. Was bleibt ist ein verlorener Freund, der mindestens in gleichem Maße Feind wird, wie er zuvor Freund war. Daher vermeidet der Freigeist Freundschaften, da diese ausschließlich zu Feindschaften führen. Doch es gibt Freundschaften die nicht nur ein Etikett der Sympathie ist, sondern der seltene und wertvolle Ausdruck für eine Seelenverwandtschaft zu der man sich nicht bekennen muss, weil man sich ihrer nicht entziehen kann. Diese Freundschaften sind kein Beziehungsstatus, sondern Ausdruck tiefer Zuneigung, die mit Respekt erhofft erwidert zu werden, ohne dieser Erwiderung jedoch zu bedürfen. Nein, ich will Dir kein Freund sein.

Mamon:

Ich sehe Du zweifelst an mir. Doch ich will Dir die Vollkommenheit meiner Ideologie vorführen. Wer könnte dazu besser dienen, als jene die das Wissen um die Perfektion meines Seins haben.

Freigeist:

Ich kenne Sie, Deine Wissenden. Von ihnen gibt es drei. Die einen die Hoffen zu Wissen, die anderen die Glauben zu Wissen und jene die Wissen zu Wissen.

Jene die Hoffen zu Wissen, sind die Ängstlichen. Im Grunde ihrer selbst erahnen sie ihr Unwissen, doch ihr Antrieb ist die Hoffnung, die sie vor der Dunkelheit ihres Unwissens bewahren soll. Ihr Wissen hat einen schönen Klang und ist von großer Leere, das ist alles, was ihr Wissen ist. Sie hoffen, Wahrheiten entfliehen zu können.

Jene die Glauben zu Wissen, sind die Einfältigen. Sie sind von dem was sie zu Wissen glauben so sehr überzeugt, das ihnen jeder Zweifel fremd ist. Jede Kritik an ihrem Wissen, ist ihnen Kritik an ihnen selbst. Ihr Wissen lebt nicht von Erkenntnissen, sondern von der Darstellung ihrer selbst. Ihr Wissen ist das Wissen der großen Reden und Predigten. Sie glauben, Wahrheiten benennen zu können.

Jene die Wissen zu Wissen, sind die Vermessenen. Sie sind die Hohepriester des Beweises und der Beweis ist ihnen das höchste Wissen. Ihr Wissen ist die Begründung, die immer ausladender ist als ihre Erkenntnis. Sie stellen ihr Wissen noch vor die Wahrheit.

Drei Wissen vereinen sie, ohne eines zu verstehen.

Dennoch sind die Wissenden die Führer der Gemeinen und ihre Führung wurde ihnen zur Kunst. Eine Kunst die Wissen schafft und so nennen sie diese Wissenschaft. Sie diagnostizieren, verifizieren und dozieren in solcher Flachheit, das ihnen schon die geringste Erkenntnis, der Beweis ihrer Allwissenheit ist. Dieses genügt ihrem Anspruch Wahrheit zu sein und so glauben sie sich im Besitz dieser. Keine Erkenntnis ist ihnen heilig genug, als das sie dieser, nicht die Krone der absoluten Wahrheit über stülpen wollen. Das schaffen von Wissen ist ihnen wichtiger als die Erkenntnis und so schufen sie zu jedem Erkenntnisfeld eine Wissenschaft, da ihnen jede Erkenntnis nur dann genügt, wenn sie eine wissenschaftliche ist. Lange werden sie brauchen, bis sie verstehen, dass ihre empirische Wissenschaft kein Wissen  schafft, sondern ihr Wissen auf empirische Erkenntnisse begrenzt. Soviel Hochmut steckt in ihrer Wissenschaft, dass sie glauben, ihre von simplen natürlichen Abläufen abgeschaute Welt, sei das Ergebnis ihrer Erfindungsgabe. Doch kein Element, kein Leben wurde je von Ihnen geschaffen. Sie wähnen sich in Kreisläufen die sie zu kontrollieren glauben. Wie wollen sie kontrollieren, was sie nicht einmal verstehen.  Sie glauben an einen immer währenden Fortschritt. Sie sehen nicht das Fortschritte in geschlossenen Systemen endlich sind. Sie erkennen nicht, dass Demut ihnen eine Zukunft schenkt, während Hochmut sie ihrer beraubt.

Deine Wissenden überzeugen mich nicht.

Mamon:

Du willst Dich dem Wissen und den Wissenden verweigern und sprichst doch von dem Wissen um den Zauber dieser Welt. Dein Nichtwissen ist es, was Dich an mir zweifeln lässt. Jene die Wissen zweifeln nicht, denn ich bin der Herr, ihr Gott.

Freigeist:

Du schaust zu kurz großer Gott. Ich suche das Wissen wo immer ich kann. Doch nicht das Wissen selbst, sondern der Umgang mit ihm, bestimmt seinen Wert. Wissen ist nicht mehr als eine bloße Information, eine Beschreibung ohne Wirkung und erst wenn es auf einen Glauben oder einen Willen trifft, entfaltet es seine Möglichkeiten. So ist die Einfalt der Information an die Vielfalt der individuellen Emotion gebunden und bildet die Basis, der Freiheit des Geistes.

Den rechten Umgang mit Wissen, haben die Gemeinen verlernt, da Deine Einfalt sie lehrte, sich vor der Vielfalt zu fürchten. Selbst die eigene, die ihnen angeborene ist ihnen so verräterisch,

das sie eine Wissenschaft dazu ersannen. So benennen sie alles als krank, was nicht ihrer Norm entspricht. Diesen Frevel an der Vielschichtigkeit ihres eigenen Gemüts nennen sie Psychologie. Ein dunkles Gespinst der Normierung des Geistes, ist diese Tyrannei gegen fremde Gedanken. So ist dieser orakelnde Pragmatismus ihr schärfstes Schwert, gegen die Freiheit des Geistes.

Auch dort wo das Wissen das Nicht-Wissen sein sollte, fühlen sie sich berufen Wissen zu schaffen und sehen nicht das ihre Wissenschaft der Philosophie, jeglichen Anspruch einer Philosophie verloren hat. Nicht oft genug kann man es sagen. Philosophie ist keine Wissenschaft, vielmehr ist sie eine Geistestätigkeit die Wissen, durch ihren ausgeprägten spekulativen Charakter ausschließt. Sie ist bestrebt das Wesen des Seienden zu ergründen und beschäftigt sich so mit dem was hinter den Grenzen des wissenschaftlichen Wissens liegt. Sie versucht sich an einem sinnvollen Einsatz des Nichtwissens, eben den Bereichen in denen ihre Wissenschaften keine Antworten zu geben vermögen. Wahre Philosophie verfügt nicht über eigenes Wissen zu den Dingen, sie will nicht mehr sein als eine Methodik zu dem Nichtwissen um die Dinge sein.

Aus dem Irrglauben Wissen um Wahrheiten besitzen zu können wurde die Philosophie gespalten, in eine Wie-Philosophie, eine theoretische Philosophie die zu erklären sucht wie Erkenntnis erfolgt. Hierzu zählen die Erkenntnistheorie, die Wissenschaftstheorie und die Sprachphilosophie und dem Gegenüber eine Was-Philosophie, jene praktische Philosophie die zu erklären sucht, was sie vermeintlich erkannt werden kann und doch nur Produkt einer Vorstellung ist. Das ist das Wesen der Ethik, der Rechtsphilosophie, der Geschichtsphilosophie, der Kulturphilosophie und der Sozialphilosophie. Erhaben, als Gralshüter der Wahrheit sieht man die Philosophen sezieren, filetieren und analysieren, niemals jedoch sieht man sie philosophieren, da sie um dieses zu vermögen zuerst über die Teilung hinweg schreiten müssten, die sie Philosophie nennen.

Mamon:

Der Mensch ist schwach, sonst könnte er mein Sklave nicht sein. Doch sein streben selbst göttlich zu sein ist groß. So gab er sich die Wissenschaft und ich ließ ihn gewähren, da sie ihm meine Größe zeigt und den Funken seiner Göttlichkeit beweist. Nichts erhofft er sich mehr und ich erfülle seine Wünsche. Ich bin der Herr, sein Gott.

Freigeist:

So hast Du Dir Deine Priester geschaffen. Sie wollen leiten, doch sie verleiten nur, die Diener der Wissenschaft denen ihr treiben eine Religion wurde. Wie so vieles menschliches Treiben unter Dir als Gott zur Religion aufstieg. In ihrer Welt, die ihren Fortschritt an der Mechanisierung und Digitalisierung misst, sind ihre Wissenschaftler die dieses ermöglichen, in den Stand der Hohe Priester erhoben. Nicht ihre Lehren, die kaum jemand in ihrer Gänze versteht, machen sie populär, sondern die scheinbar alles erklärende Wissenschaft, denen sie vorstehen, erzeugen das Bild der Allwissenheit. Fragen nach dem tieferen Sinn des Seins, dem Ursprung der Dinge, den universellen Werten werden mit ihrer Hilfe, aus physikalischen Parametern heraus orakelt und ein empirisches Weltbild mittels physikalischer Wirkmuster zu einer pseudoreligiösen Allwissenserklärung postuliert, in dem jeder von ihnen, nicht mehr als die Summe seiner physikalischen Muster und die Wirkung Deiner Ideologie ist.

Würden sie erkennen, jeder für sich, was offenbar ist, so würden sie sich abwenden von ihrer Gemeinschaft. Ihre Gemeinschaft deren Regelwerk der Rationalität huldigt und vergisst, dass jedes Individuum nicht nur rational, sondern auch immer emotional agiert. All ihre Ideologien, die Geburten ihrer versuchten Rationalität, sind sterbende Konstrukte des infantilen Wunsches, den perfekten Teilhaber ihrer Gemeinschaft zu kreieren. Jeglicher Beweis einer individuellen Bewertung, der emotionalen Reaktion des Einzelnen selbst, ist ihnen Beweis der Schwäche und so erkennen sie nicht, dass die Ratio und die Emotion nur in gemeinsamer Interaktion, erst das kreiert, was Mensch sein ist. Wie sollte je ein gemeinschaftliches System erschaffen werden, dass den gewollten Zufall der individuellen Emotion, in einem allgemein bindenden Regelwerk vereint. Wie sollte je eine Definition, die unbegrenzte Anzahl möglicher Reaktionen, als individueller Ausdruck der Sichtweise eines Einzelnen, in sich vereinen. Niemals wird die Gemeinschaft den evolutionären Willen und seine Notwendigkeit, der sich erst in individueller Entscheidung äußert, zulassen.

So geschieht es das der Freigeist als verrückt gescholten wird. Die so sprechen sind die Verwirrten. So sehr sie sich in ihrem Wir ver-wir-ren, so wenig erkennen sie das Lob, aus ihrem Wir ver-rückt zu sein, aus ihrer Mitte, die das Große schmäht und das Geringe lobt. Ihre ver-wir-te Welt ist die Gemeinschaft der Wertlosen, da ihr ich von eigenen Werten gelöst sein muss um gemeinschaftliche Werte zu loben.

Mamon:

Ich bin der Gott der Vielen, sie sind mein Ich und ich bin ihr Wir.

Freigeist:

So sehr sie sich auch bemühen ihr Ich zu blenden, gelingt es ihnen doch nicht ihr ver-wir-tes Ich zu beruhigen und so leiden sie unter ihrem Wir so sehr, dass ihnen Glück zur Droge des Vergessens um ihr eigenes Ich geworden ist. Ihre Gemeinschaft ist hedonistisch und jeder unter ihnen stellt all sein Denken und Handeln unter einen Zweck, der Erfüllung von Wünschen die sie sich selbst geben, zur Erlangung von Glück. Ihr Wir hat ihnen Glauben gemacht, Glück sei ein Wert in sich und könne durch Erfüllung ihrer Oberflächlichkeit erlangt werden, schlimmer noch, überhaupt nur durch sie erreicht werden. So wenig Tiefe haben sie in sich, das sie glauben, die Dinge an sich seien jene die sie besitzen oder kaufen könnten. Sie erkennen nicht, dass Glück kein Wert, sondern die Frucht des Einklangs mit den Dingen an sich ist und so wundern sie sich in der Leere ihres scheinbaren Glücks, wie kurzlebig ihr Glück doch ist. Nie vermögen sie es zu halten, nicht einmal zu fassen, da es ihnen immer nur an den Werten ihrer Gemeinschaft haftet, die erlangt werden müssen, um das Glück zu erlangen. Von der Wiege bis zur Bahre hasten sie ihrem Glück hinterher, das ihnen immer neu und schemenhaft gleich einer Fata Morgana von ihrer Gemeinschaft benannt wird, um am Ende ihres Weges sich zu trösten, ihr Glück doch noch im Tode zu finden. Ihre Gemeinschaft schuf ihnen ihr Glück, zur Erhaltung ihres immer währenden Antriebs, zum nutze der Vielen. In einer Gemeinschaft der Vielen kann auch ihr Glück, nur ein Vieles sein. So ist ihnen die Quantität das höchste Gut und die Qualität nur eine Norm zur Veredelung von Massen. Sie aber sind gefangen im Unglück, dem Zustand des nicht erlangten Glücks und wähnen sich in kurzen Momenten des Glückes, welche doch nicht mehr sind als kurze Abwesenheiten ihres Unglücks, wenn sie sich einen Wunsch erfüllt haben, den ihre Gemeinschaft benannte, bevor ihnen ein neuer benannt wird. Der Freigeist aber erfährt ihr Unglück nicht, da er nicht nach ihrem Glück strebt.

Mamon:

Das Streben nach Glück ist dem Menschen Bestimmung. So habe ich ein einziges Glück für alle bestimmt und ihm die Suche erspart, nach dem was Glück sei. Das Geld. Ein gleiches Glück für alle und ein einiges Streben danach ist ihre Basis ihre Fehler zu ignorieren. So lehre ich sie Toleranz.

Freigeist:

Du bist ein schwacher Gott. Du konntest sie die Toleranz nicht lehren. Sie die Gemeinen, rühmen sich ihrer Toleranz, die doch nur Intoleranz ist. Toleranz vermögen sie nur gegen Großes zu verüben. Nicht Einsicht in das Wesen der Toleranz führt sie dazu, sondern ihre kleingeistige Angst, die sie lehrte jede Konsequenz zu meiden und so das Große zu fürchten. Im Kleinen aber strafen sie die geringsten Verfehlungen gegen ihr Regelwerk, da das Kleine ihnen kein Angst bereitet, hierfür zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Darum meidet der Freigeist die Toleranz der Gemeinen, die immer dort endet wo sie ihre Angst vor der Konsequenz verlieren.

Schon bevor Du ihr Gott wurdest, hatten sie Götter und sie flüchteten in den Glauben an sie, die ihnen ihr Heil nach dem Tode versprechen, da sie ihr Heil im Sein nicht fanden. Nichts anderes konnten sie ihnen versprechen, denn auch sie waren geschaffen von ihnen selbst und die, die sie schufen, kannten das Geheimnis um sie. Es ist die Botschaft aller Götter, wie auch die Deine und sie lautet: Zweifel nicht, Glaube.
Darum hütet sich der Freigeist vor dem Glauben an Götter, die ihn vom Zweifeln befreien wollen.

Mamon:

All das, was Du bezweifelst, alles was Du nicht glauben willst, glauben die Menschen dennoch und dieser Glaube an mich bestimmte ihre Entwicklung. Durch mich und meine Regeln, geschah ihnen die Freiheit der Vielen, die Demokratie.

Freigeist:

Ein böses Spiel hast Du mit Ihnen getrieben. Die Demokratie die Du ihnen gabst, ist Deine Herrschaftsform. Die Freiheiten die Du sie glauben lässt, sind die Deiner Märkte. Du bist es der diese Freiheiten braucht und es sind Deine Gewinne die diese Freiheiten sichern. Sie sind verblendet in ihrem Glauben, das ihre freiheitlichen Rechte das Ergebnis ihrer humanen Gesellschaft seien, doch sind es nur die Rechte des freien Handels. Du hast sie glauben gemacht das der Handel ein Gottesdienst der Freiheit ist und machst sie weiter glauben das kaufen und verkaufen die einzig wahre Freiheit selbst sei. Nie wirst Du ihnen eine Freiheit geben die nicht die Deiner Märkte ist.

Nur ihre eigene Unrichtigkeit haben sie verstanden, von dem was Du sie lehrst und so achten sie das Ich gering und loben das Wir so sehr, das ihnen Mehrheit das höchste Ziel, die Legitimation all ihres Handelns ist. Mehrheit und mag sie noch so sinnlos sein, reicht ihnen zur Herrschaft, sie nennen das Demokratie. Allein die Quantität ist ihr Maß, die Qualität ihnen nur Bürde. Allein die Vielzahl ist ihnen Recht genug, sich jeder Minderheit zu bemächtigen. Die Macht der Masse gibt ihnen das Recht zu richten, zu strafen und die Welt mit Tod und Vernichtung zu überziehen, um jeglichen Wert und Sinn mit ihrem Gesetz der Quantität zu überziehen. Darum meidet der Freigeist die Demokratie, da er sein Ich nicht der Diktatur der Massen opfern will.

Mamon:

Demokratie ist den Menschen der Beweis, gutes schaffen zu können und sie bringt dieser Welt den Frieden. Ich bin der Gott der Friedfertigkeit.

Freigeist:

Dein Frieden ist nur ein Schein, sowie Deine Gemeinschaften ihre Friedfertigkeit nur heucheln. Frieden ist Dein Wort für freie Handelswege und so begründet Deine Gemeinschaft selbst den Krieg mit Deinem Frieden. Sie nennen ihr töten und rauben, Befriedung, so wie sie glauben machen wollen, das ihre Armeen und Bomben den Frieden bringen. Doch niemals brachte Feuer das Wasser und Krieg nur immer den Krieg. Sie glauben ihr töten sei gerecht, so das daraus das Recht entstünde Krieg zu führen. Sie sehen nicht, wer um die Erhaltung einer Ideologie tötet, stellt eine Idee über das Leben und ist der skrupelloseste aller Mörder. Sie mögen ihre Kriege verklären und ihre Mörder mit Orden zu Helden machen, doch nie werden sie die Hülle von dem Inhalt befreien, den Krieg vom Mord.

Der Glaube an Dich, gebar die Selbstüberschätzung des Menschen und als Folge die Kriege die sie führen. Fünf Arten von Menschen machen den Krieg möglich und jeder von ihnen begründet sich mit Dir, oder dem Profit aus Deiner Lehre. Der selbstgefällig humanistische, aus dessen Sicht Kriege zur Niederringung der schlechten Menschen, die immer die anderen sind, legitim ist. Er ist der, der Deine Lehre missioniert. Der ambitioniert militärische, für den ein Krieg ein hochdynamischer Prozess, in Folge taktischer Planungen zur Erlangung strategischer Ziele ist. Er ist der, der an die Überlegenheit Deiner Wissenschaft glaubt. Der rational wirtschaftliche, der in Kriegen eine Periode rasanten Verbrauchs wirtschaftlicher und neu zu produzierender Güter, sowie die Eroberung neuer Märkte erkennt. Er ist der, der Deine reine Lehre vertritt. Der opportunistisch politische, der an Kriege zur Beseitigung mißliebiger ideologischer Kontrahenten zum Zwecke der eigenen Vormachtstellung glaubt. Er ist der, der Dich verteidigt. Der überzeugt religiöse, der sich als Gottes Werkzeug im Kampf gegen Ungläubige sieht. Er ist der, der Dich am tiefsten verehrt, da er seinen eigenen Gott für Dich verrät. Der Freigeist entzieht sich dem Kriege, der immer nur den Handel erzwingt. Es schreckt mich nicht das töten, aber kein Leben ist so gering, dass es für die Rechtfertigung einer Gemeinschaft, zu töten angemessen wäre.

Mamon:

Wer den Menschen Gott sein will, muss ihre Leidenschaften kennen. Ich gebe den Menschen Ziele. Es ist der Besitz nach dem sie trachten, es ist mein Mehrwert den sie suchen. Ich gab ihnen einen Sinn in dem ich sie erkennen ließ, das Arbeit diese Ziele erreichen lässt.

Freigeist:

Deine Lehre ist so fragwürdig, dass sie sich selbst in Frage stellt. Der Besitz nach dem die Gemeinen so sehr trachten, ist eine Illusion. Alles was Du ihnen glauben machst, das sie besitzen können, wird bereits besessen und auch Du kannst nichts Neues schaffen. So ist in dieser Welt der Besitz des einen, immer zuerst der Verlust des anderen. Du predigst den Besitz und heiligst so den Verlust. Deine Lehre war einmal die des Besitzes. Nun aber, ist sie eine Lehre des Mehrwertes, der sich aus Besitz ergibt. Du hast nie Werte, die nicht Deine eigenen waren zugelassen. Nun aber, hast Du auch die Gegenwerte zu Deinem Geld abgeschafft und Dein Geld wurde zur Absurdität eines Glaubenspiels der Macht. Einstmals hast Du Dein Geld mit falschen Werten besetzt, doch nun hast Du Dein Geld von jedem Wert befreit. Es wird geschaffen aus dem Nichts und es ist nichts außer der verzweifelte Glauben daran. Deine Gemeinschaft ist die der Verzweifelten, einig in ihrer Verzweiflung, der ihr Glauben an das Nichts ist. Du nennst es Mehrwert, doch ich nenne es Lüge. Dies ist eine Welt in der nichts hinzu kommt oder verschwindet und so kann auch Dein Geld nicht unbegrenzt hinzu kommen, sich vermehren, ein mehr an Wert gewinnen. Noch gibt es den Glauben an Deine Ziele und den Zielstrebigen sind Deine Ziele unentbehrlich, so das all ihr handeln auf sie gerichtet ist. Sie sehen nicht, das die Benennung eines Ziels, immer zuerst die Bestimmung eines Weges ist. Sie sehen nicht, dass die Bestimmung eines Weges, immer zuerst der Ausschluss aller anderen Wege ist. Sie erkennen nicht, dass erst die unbegrenzte Anzahl möglicher Wege, die Vielfalt des Lebens ausmacht und begrenzen diese Vielfalt durch Ziele. Der Freigeist folgt keinen Zielen, da er sich nicht zu wissen anmaßt, welche Wege die richtigen sind.

In Deiner Gemeinschaft ist der Einzelne nicht mehr als ein Werkzeug der Ziele und das Ziel ist das immer mehr. Das Mehr ist der Sinn und der Mehrwert sein Ausdruck. So ist das Mehr und sein Mehrwert den Gemeinen zum Sinn ihres Lebens geworden. Arbeit ist die Grundlage zur Erreichung der Ziele, der kein Einzelner bedarf doch ihre Gemeinschaft braucht und ihr Produkt, der Mehrwert schafft erst den Wert des Einzelnen in ihrer Gemeinschaft. Es ist die Knechtschaft des Einzelnen zum Nutzen der Vielen. So sind sie nicht nur Deine Knechte, sondern auch noch Knechte ihrer selbst. Sie sehen nicht wie sinnlos ein Leben ist, wenn es seinen Sinn aus seiner Produktivität für eine Gemeinschaft erfahren muss. Wie wenig muss ihnen ein Sinn sein, wenn sie keinen eigenen finden? Wie wenig ist ihnen ihr Leben, wenn sie die Erfüllung in definierten Arbeitsabläufen finden? Wie wenig Geist ist ihnen geblieben, dass sie ohne Arbeit sich selbst zu viel werden? Wie wenig sind sie ihrer Gemeinschaft, wenn ihr Nutzen sie bemisst? Der Freigeist hält sich von Arbeit fern, da er sein Sein nicht den Zielen der Vielen opfern will.

Mamon:

Es ist das natürliche Streben des Menschen, sich von Armut zu befreien. Da nur Wohlstand zur Freiheit führt.

Freigeist:

Wohl eher ist es die Angst vor dem Teufel den Du schufst. Doch auch er ist ein Trugbild, wie alles was aus Dir entstand. In Deiner Gemeinschaft ist die Armut das Stigmata, an dem sie Wertlosigkeit des Einzelnen für ihre Gemeinschaft erkennen. Die Angst der Gemeinen vor der Ausgrenzung durch Armut ist so groß, dass sie sich jedem Joch unterwerfen, das sie vor dieser Ausgrenzung bewahrt. Doch nicht die Armut des Ich, nur die Armut am Mehrwert ist das was sie fürchten. Nicht wer da arm im Geiste, oder am Gemüt ist, scheint ihnen in Armut gefangen, nur der Mangel am Gelde gilt ihnen als arm. Ihr ganzes Leben mühen und plagen sie sich, nicht dieser Armut anheim zu fallen und doch ist all ihr streben vergebens, ein jeder von ihnen geht so arm wie er gekommen war. Sie raffen und horten, gieren und neiden, als könne auch nur einer von ihnen mehr als satt essen, oder in mehr als einem Bett schlafen. Je größer eines jeden Angst, vor diesem Schmerz der Armut, desto einfältiger sind seine Begründungen, dieser Armut zu entrinnen. Sie sind dem Wahn verfallen das Lebensqualität sich in Besitz bemisst und sehen nicht den eigenen Verlust an Leben, den ihr Besitz mit sich bringt. Gehetzt und geschunden an Geist und Gemüt, zermürbt auf der nie enden wollenden Flucht, vor dem permanent lauernden Abgrund der Mittellosigkeit, ist ihr Leben ein beständiges Leiden, zum Nutzen der Gemeinschaft. Der Freigeist aber, fürchtet sich nicht vor der Unbequemlichkeit der Armut, da er sich an einem Reichtum nährt, der nur in Armut entsteht.

Mamon:

Ich belohne die Strebsamen, ihr Lohn ist meine Anerkennung.Ich bin ein großzügiger Gott.

Freigeist:

In Deiner Gemeinschaft ist das Streben nach Anerkennung, ein nie enden wollender Akt der Selbstaufgabe, so das der Besitz dessen was sie zum Leben brauchen, nicht Grund zur Einhalt ihres selbst zerstörerischen Strebens ist. Eitelkeit ist die Triebfeder ihres Wahnsinns nach immer mehr. Geschürt durch die Eitelkeit der Gemeinschaft vermag die Eitelkeit des Einzelnen kein Maß zu kennen. So ist es der drohende Verlust der Prestigehandlungen und -güter oder neidbesetzter Erfolgsdevotionalien welcher ihnen so zusetzt. Sie sind die Territorialmarken ihrer Loyalitätsstandpunkte innerhalb ihrer Gemeinschaft. Sie sehen nicht wie wenig sie noch Mensch sein dürfen um Teil ihrer Gemeinschaft sein zu können. Der Preis ihres Besitzes bleibt ihnen verborgen. An jeden ihrer Besitztümer hat ihre Gemeinschaft Ketten der Solidarität zu ihr geschmiedet, so können sie nur besitzen wenn dies nach den Regeln ihrer Gemeinschaft geschieht. Jedes Gut muss von der Gemeinschaft oder ihren Vertretern erworben werden, ein Umstand den sie erreicht, indem sie einem jedem Gut das Recht der Existenz außerhalb oder ohne Zweck für sie aberkennt und alles was noch nicht erworben ist, ihrem Eigentum unterstellt. Doch selbst gesetzt dem Falle, dass ein Gut im Besitze übergeht, so bleibt es doch immer im Recht der Gemeinschaft, da sie den Gebrauch des Gutes, auch im Weiteren, nur im Sinne und zum Zwecke ihrer Vorgaben gestattet. Hieraus bildet die Gemeinschaft ihr scheinbares Recht jeglichen Besitz und damit auch seinen Besitzer zu kontrollieren. Sie sehen nicht was ihr Besitz gebiert. Aus jedem Besitz ergibt sich eine Anzahl derer, die diesen Besitz nicht haben und ihn somit neiden, als auch eine Anzahl derer, die diesen Besitz nicht wollen und somit bemitleiden. Neid aber führt zu boshaften Taten, sowie Mitleid zu boshafter Hilfe führt und beides verhindert die Freiheit eines Miteinanders.
Der Freigeist ist aber bemüht, frei und unvoreingenommen zu sein und sein Wunsch ist, dass ihm gleiches widerfahre. Daher versucht er Besitz zu vermeiden um seine Freiheit zu erhalten. Ist ein Besitz aber nicht zu vermeiden, so sucht der Freigeist ihn zu verbergen, so das der Nutzen aus ihm, nicht durch die Übel aus ihm, vergällt werden.

Mamon:

Ich schuf eine Gemeinschaft der Solidarität, in ihr schützen die Starken die Schwachen. Ich bin der Gott der Gerechtigkeit.

Freigeist:

Nicht Gerechtigkeit hast Du geschaffen sondern Verantwortungslosigkeit. In Deiner Gemeinschaft bestimmen sich die Gemeinen Vertreter und ihre Vertreter sind das, was sie sich nicht trauen zu sein. So lassen sie für sich sprechen, streiten und auch regieren, auf das jeder Konflikt und jede Konsequenz ihnen erspart bleibe. Leicht kann reden, wer sein Wort nicht erheben muss. Leicht kann richten, wer nicht vollstrecken braucht und auch der Schwächste vermag zu streiten, wenn er sich nicht einsetzen muss. So ist ihre Gemeinschaft, die der großen Reden, der schnellen Urteile und des immer währenden Streits. Die Vertreter sind die Stärksten unter den Gemeinen und es ist ihnen leicht ihre Stärke zu zeigen, da sie ihr Handeln mit dem Auftrag anderer begründen und somit selbst keine eigene Verantwortung für das tragen, was sie tun. Sie erkennen nicht das ein Handeln ohne Verantwortung immer verantwortungslos ist. Der Freigeist aber meidet die große Reden, sowie das schnelle Urteil und den Streit, da er nicht Vertreter der Vielen sein will.

Mamon:

Meine Weisheit ist ihr Fortschritt. Meine Überlegenheit ist ihre Sicherheit. Ich bin der Herr ihr Gott.

Freigeist:

Ihnen magst Du ein Gott sein, der Welt aber bist Du eine Geißel. Deine Gemeinschaft ist die der Schwäche und der Rücksichtslosigkeit. Der Glauben der Gemeinen ist, dass diese Welt, allein ihrem Nutzen dient und dieser Nutzen Grund genug für jede ihrer Handlungen ist. Für sie ist Fortschritt Wohlstand und sie wähnen ihr Wohlergehen als grenzenlos. Ihre Gier ist ebenso maßlos wie die Einfältigkeit mit der sie diese rechtfertigen. Sie erkennen nicht das jede ihre Handlungen die Ursache für das ist, was ihnen widerfahren wird. Sie suchen den Schutz der Vielen die ihre Stärke sind und ihre Angst lähmt jeden ihrer Schritte. Ihnen ist Sicherheit das höchste Gut und die Macht ihrer Gemeinschaft das höchste Glück. Sie lieben die beruhigende Lüge und verachten die offenbarende Erkenntnis. Nichts hat ihnen soviel Recht, als das sie nicht ein höheres hätten. Keine Leben ist ihnen so wertvoll, als das ihres nicht wertvoller wäre. Keine Pflanze und kein Tier hat ihnen einen höheren Wert, als der Nutzen aus ihnen. Nichts was ist, ist ihnen mehr als ihr Nutzen daraus. Kein Sein ist ihnen erhaben genug, als das sie es nicht glauben, es ihrem Wollen unterwerfen zu können. Wo sie sind, bleibt für alles andere nur Knechtschaft, Leiden und Tod. Sie erkennen nicht den Wahn der darin liegt und glauben an sich, als die Krönung der Schöpfung. Der Freigeist aber meidet Deine Gemeinschaft, da ihn ihr Wahn erbost und ihre Schwäche beschämt. Er sucht das Sein, welches unbefleckt von ihrem Treiben, die Antworten auf seine Fragen zu geben vermag.

Mamon:

Ich bin Gott, ich bin der Sinn des Seins.

Freigeist:

Alles willst Du mit Deinem Sinn beseelen, auf das es Dein Sein beweist. So ist es immer der Sinn Deiner Lehre mit denen die Du Dinge behaftest. Doch ich sehe, dass der Sinn, den Du den Dingen gibst, immer nur Deinem Zwecke dient und Deinen Zielen folgt. Du siehst nicht, dass die Dinge schon Sinn waren bevor Du ihnen Deinen gabst. Ewig ist Deine Frage, nach dem Sinn. So haftest Du an Deinen Vorstellungen, mit den Du die Realitäten befüllst, gleich so als seien Deine Vorstellungen mehr als ein Gespinst Deiner Wünsche. Du nennst das Ideale, Ethik, Moral und Ästhetik und so wie Du wünschst, das diese Wahrheiten wären, so belegst Du sie mit Dogmen. Um nicht den Zweifel des Nichtwissens in sich tragen zu müssen, ist Dir ein für wahr halten, schon Wahrheit genug. Du erfasst nicht, dass Deine Vorstellungen nur beruhigendes Blendwerk sind und verstehst nicht, dass keine Wahrheit so gering ist, dass Du sie mit Deiner Vorstellung ergreifen könntest. So lässt Du nicht von immer neuen Erklärungen, die immer nur die der Rechtfertigung Deiner selbst, Deines Seins und Deiner Gemeinschaft sind und versuchst Dich sich selbst zu erklären und mitunter auch die ganze Welt, als sei Deine Rechtfertigung die Erklärung der Dinge an sich.

Mamon:

Du magst Dich gegen mich erheben, doch wie willst Du mich besiegen? Deine Wahrheit wird mich nicht besiegen. Vielleicht vermag Deine Wahrheit zu überzeugen, doch wir reden von Menschen und die haben ihre Überzeugung schon immer für ihren Besitz verkauft.

Freigeist:

Und doch ist es die Wahrheit die Dich besiegen wird. Sie schafft die Erkenntnisse der Besitzenden und derer die nicht besitzen. Deine Macht und der Glaube an Dich ist groß in den Reihen der Besitzenden, doch schwach bei denen die nicht besitzen. Je mächtiger Du die machst, die an Dich glauben, je schwächer machst Du die, die nur auf Dich hoffen können. Sie haben nur Hoffnung und die Wahrheit kann ihre Hoffnung neu besetzen. Es ist Dein Fluch, dass Dein Besitz die Besitzlosen bedingt und diese werden sich gegen Dich erheben. Sie erheben sich nicht gegen Dich direkt, da sie Dich noch nicht erkannt haben. Sie erheben sich gegen das, was Du in ihrer Welt bist. Deine Regeln, Deine Machtstrukturen und Deine Gesellschaftssysteme. Sie werden das, was Dich hinweg fegen wird, Revolution nennen. Gegen alles was Du bist wird es Gewalt sein und doch ist es kein Gewaltakt. Alles was die, die an Dich glauben besitzen, wird ihnen genommen und doch wird es kein Raub sein, da es kein Unrecht ist, sondern nur die Befreiung von einem Unrecht, welches Du ihnen bist. Diese Revolution wird die Entwicklung neuer Werte zur Ablösung Deiner anachronistischen sein, mit dem Zwecke der Schaffung neuer Freiheiten für jene, denen Du nur die Hoffnung gelassen hast. Du wirst ihren Beginn nicht erkennen, da Du kein Auge für die Hoffnungslosen hast, so wie Du ihr Verlangen nach Gerechtigkeit nicht gehört hast, da Du keine Ohren für die Hoffnungslosen hast. Du erkennst den schleichenden Prozess des Umdenkens in den Köpfen der Menschen nicht, weil Deine Aufmerksamkeit auf die gerichtet ist, die in der satten Zufriedenheit ihres Seins keinen Zweifel ertragen. Die an Dich glauben werden ihre Privilegien nicht mehr historisch begründen und verteidigen können, sondern einem kritischen Dialog ausgesetzt sehen. Dieser wird nicht Deinem Glauben sondern der Sinnvolligkeit für gegebene soziologische, ökologische und ökonomische Umstände folgen. So wird das Recht, das aus Dir geschaffen wurde, Deinen Untergang besiegeln, da die Weigerung derer, die an Dich glauben, dem Volk der Hoffnungslosen, dem Souverän Deiner Gesellschaft und Deines Staates, das Recht gibt dieses auch gegen den Willen Deiner Gläubigen, den wirtschaftlichen und politischen Eliten zu erzwingen. Anarchie wird der Boden sein, auf dem die Revolution gegen Dein Leben vernichtendes und Dein die Unfreiheit beschwörendes Bekenntnis sein. Nicht ich werde Dich zu Grabe tragen. Ich schaffe nur ein Bewusstsein um Dich und bin daher Dein größte Feind. Nichts fürchtest Du mehr als erkannt zu werden. Nichts fürchten Deine Gläubigen mehr als die Entzauberung Deiner vermeintlichen Göttlichkeit, denn sie ist, die Dich allem Zweifel entzieht und dich vor der Wahrheit schützt. Die Wahrheit aber wird Deine Ungerechtigkeit gegen die Menschen und alles Leben offenbaren und ihnen das unantastbare Recht verleihen, sich gegen Dich zu erheben.

Mamon:

Ich bin ewig, denn ich bin Gott.

Freigeist:

Auch Dein Sein ist begrenzt und die Schamlosigkeit Deines Tuns ist endlich. So ängstigst Du Dich auch vor der Zeit. Die Zeit scheint Dir zu entrinnen und droht Deinem Treiben ein Ende zu setzen. Jämmerlich sind Deine Versuche das unablässige Wirken der Dinge zu messen, zu teilen, zu planen. Du willst nicht verstehen, dass die Zeit nichts ist, was Du fassen könntest, sondern an den Dingen haftet, die auf Dich wirken. Zeit macht Dich glauben, das die Dinge sich verändern und so glaubst Du Herr der Zeit zu werden, wenn Du sie veränderst. Doch Du irrst und erkennst nicht, das nichts sich verändert sondern unaufhörlich alles neu geschaffen ist. Du erkennst nicht das Zukunft und Vergangenheit, Konstrukte Deiner Vorstellung sind, dass das Sein nur im Jetzt existiert und es damit keine Ewigkeit gibt in die Du Dich retten könntest. Du wirst vergehen, wie alles nicht mehr sein wird, was sein Sein und sein Heil an diese Welt bindet. Einer Welt in der die schwachen Lehren kleiner Götter, die Schwachen zu Starken und die Starken zu Schwachen verkehren können und sich die Gemeinen zu Herren der Welt aufgeschwungen haben.

Mamon:

Ich bin die Ratio, die Vernunft des menschlichen Seins und gebiete das nicht sein kann, das ich nicht mehr bin. Aus mir entsteht der Kompromiss, die Brücke aller Erkenntnis, die alle Widersprüche überwindet und der mich auch in jedem Neuen wiederfinden lässt.

Freigeist:

Deine Kompromisse offenbaren letztendlich, die wahre Schwäche Deines Seins. Ein Kompromiss ist Ausdruck der Schwäche von Standpunkten, die mangels Durchsetzbarkeit aufgegeben werden, um einen neuen Standpunkt einzunehmen der mangels eines konträren Standpunkts seine Festigkeit nicht beweisen muss. Nicht mehr bist Du den Menschen, als die Schwäche die sich in der eigenen Selbstverleugnung noch erhält. Das Leben selbst verbietet jeden Kompromiss. Differenzierung und Selektion ist der Antrieb des Lebens. Ein Kompromiss ist die Aufwertung des Schwachen zum Untergang verurteilten, durch die Abwertung des Starken zum Leben bestimmten. Niemals könnten zwei Leben, die sich der Einmaligkeit ihres Seins und dem natürlichen Zwang ihrer Erhaltung bewusst sind, einen Weg gehen der beiden nicht gerecht wird und alle Kraft und Mühe fordert um etwas zu schaffen, was aus sich allein nicht bestehen kann. Kompromisse bestehen nur zwischen Schwachen, die Mangels der Kraft einen eigenen Weg zu gehen, versuchen einen Weg gemeinsam zu bestehen. Es ist eine Not, die so groß ist, dass sie sogar den Verlust des eigenen Weges in Kauf nimmt. Ich erkenne wie wenig Göttliches in Dir ist. Wie willst Du die Stärke eines Gottes haben, wenn Du der Mittel der Schwächsten bedarfst.

Mamon:

Was ist aus all dem geworden, was ich Dich lehrte? Was ist geworden, aus Deiner Bekenntnis zu mir? Wie kannst Du mit der Ungerechtigkeit leben die Du mir, der Dein Leben bestimmt und es ermöglicht hat, antust? Ich bin Gott ,der Herr. Auch wenn Du glaubst, ich sei nicht mehr Dein Gott, werde ich Dir beweisen wie groß meine Macht auch über Dich ist und werde Dich für Deinen Frevel an mir strafen.

Freigeist:

Du bist der Herr einer Idee, die einmal Gott sein wollte. Ich empfinde keine Pflicht vor den Gemeinen, wie sollte ich sie vor ihrer Ideologie empfinden. Du forderst noch immer und zum Schluss die Moral. Doch ich kenne sie nicht mehr. Was drohst Du mir mit dem Ausschluss aus Deiner Gesellschaft? Habe ich nicht lange genug geredet, als das Du nicht erkennen konntest. Du kannst nicht ausschließen, wer Dich bereits verlassen hat. Der Verlust den Du mir prophezeist ist die Rückkehr meines Lebens, bevor Du davon Besitz ergriffen hattest.

Ich habe einen Gott verloren und einen Glauben gewonnen.

Ich glaube an die Erkenntnis um das eigene Sein, in einer Welt die als Wahrheit so absolut ist, so dass sie in ihrem Umfang und ihrer Wirkung weder benennbar noch erfassbar ist.

Ich bekenne mich zu einer Realität, die mein einziges Sein ist und doch nicht Wahrheit sein kann.

Ich weiß um die eigene Schwäche, die das fehlende Wissen um das absolute und Ganze, mit meinen Vorstellungen ersetzt, die keiner Wahrheit aber meinen Wünschen geschuldet sind.

Ich zu sein, bedeutet keinen Widerspruch in mir, aber einen Widerspruch an mir, in der Gemeinschaft.

Ich bin der, der ich bin.

Heinz Sauren

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