Militärische Friedenssicherung


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Braucht ein Land eine Armee? Braucht Deutschland die Bundeswehr?

Bereits seit 1869 unterhält Island keine Armee mehr. Auch der Beitritt zur Nato 1949 geschah nur unter dem Zugeständnis, keine Armee einrichten zu müssen. Island verpflichtete sich im Gegenzug, Nato-Partnern im Bedarfsfall kostenlos Land zu verpachten.

Costa Rica, Grenada, Haiti, Liechtenstein, Monaco und Panama haben sich in ihrer Geschichte demilitarisiert und unterhalten keine Armeen mehr. Auch Japan hat keine Armee, unterhält aber nicht angriffsfähige Selbstverteidigungsstreitkräfte. Weitere 18 Länder wurden ohne Armee gegründet. Bezeichnender Weise wurde keines dieser Länder in seinem armeelosen Zustand in einen bewaffneten Konflikt verwickelt oder bedroht.

So friedlich ist Deutschland nicht. Die Bundeswehr ist zum Zeichen eines außenpolitischen Anspruchs geworden. In Deutschland gibt es achtundsechzig Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs eine parlamentarische Mehrheit, die die Ansicht vertritt, andere Gedankenmodelle mit militärischen Mitteln zur Einsicht zwingen zu dürfen. Wie würden wir eigentlich reagieren, wenn die Anderen die Stärkeren wären? Zur Zeit stehen 5800 deutsche Soldaten in 15 Ländern, zumeist ohne die nationale oder nur mit einer minderheitlich nationaler Zustimmung, begleitet von Zerstörern, Kampfflugzeugen und Panzern.  Ein Widerspruch für eine Verteidigungsarmee, wie sie im Grundgesetz gefordert wird. Die Wiederbewaffnung Deutschlands durch Gründung der Bundeswehr unter Konrad Adenauer war unnötig, wie das Beispiel Islands zeigt und damit ein politischer Fehler. Die Aufrechterhaltung eines politischen Fehlers ist in zeitgeschichtlicher Rückschau immer ein historisches Versagen.

Aus militärischer Sicht kann durch den Fortschritt der Waffentechnik, der immer, wenn auch begrenzt, beiden Kriegsparteien zur Verfügung steht, kein Angriffskrieg mehr gewonnen werden, als auch kein Land durch seine Armee wirkungsvoll verteidigt. Der Einsatz von Armeen lässt maximal politische Erfolge zu und führt immer zu zerstörten Lebensräumen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Keine Armee kann heute noch Frieden schaffen oder erhalten.

Historisch betrachtet hat jede Armee dem Volk, das sie aufstellte, geschadet. Entweder weil sie sich gegen das Volk wandte, zu seiner Unterdrückung beitrug oder in Bündniskonflikte verstrickte und somit das Volk spaltete.

Auch oder gerade Deutschland braucht keine Armee.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

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Ein Kommentar zu “Militärische Friedenssicherung”

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