Fukushima – Eine Katastrophe kehrt zurück


fukushimaozean

Mehr als zwei Jahre nach der Havarie des Atomkraftwerks Fukushima, meldet sich die Katastrophe zurück. Auslaufende provisorische Kühlwassertanks erinnern daran, das sie eigentlich nie weg war, sondern nur aus dem medialen Fokus entrückt. Auch Katastrophen werden ja irgendwann langweilig und manch einer war schon wieder gewillt sie zu verharmlosen. Schließlich trägt der Bürger ja schon genug an den unpopulären Folgen, in Form der steigenden EEG Umlage. Niemand möchte noch über Fukushima sprechen. Im öffentlichen Bewußtsein ist das havarierte Kernkraftwerk ein lokales Problem der Japaner.

Doch Fukushima war nie ein lokal zu begrenzendes Problem und die wahre Katastrophe kommt erst noch. Lange Zeit wurde seitens der Bertreiberfirma Tepco und der japanischen Regierung bestritten, das es eine Kernschmelze gegeben hätte. Heute wissen wir, es gab nicht eine, sondern gleich drei Kernschmelzen in drei Reaktoren. Bis heute wird seitens der Verantwortlichen unisono verkündet, man habe die Lage unter Kontrolle.

Ist das wirklich so? Richtig ist das keine der drei Kernschmelzen bis heute unter Kontrolle gebracht wurden und wahrscheinlich noch Jahrzehnte anhalten werden. Kernschmelzen zu stoppen ist theoretisch möglich, jedoch nicht praktisch und das Ergebnis ist, dass Millionen Tonnen hoch radioaktiv verseuchtes Wasser seit mehr als zwei Jahren ungehindert in den Pazifik fließen. Zwar sammelt Tepco das Wasser, mit dem es versucht die Reaktoren zu kühlen, jedoch nicht die hunderte Tonnen Grundwasser die tagtäglich in die Anlage sickern und von dort ins Meer. Technisch ist seit dem Fiasko nichts passiert. Noch immer wird provisorisch gekühlt und versucht schlimmeres zu verhindern. Nun kann nicht einmal mehr dieser Zustand aufrecht erhalten werden.

Die Wasserbehälter werden von der Radioaktivität so schnell angegriffen, dass sie schon nach zwei Jahren strukturell versagen, obwohl sie unter normalen Umständen Jahrzehnte dicht bleiben müssten. In einem weiteren, schwer beschädigten Gebäude liegen in einem Abklingbecken im 4.ten Stock, mehrere hundert Tonnen hochradioaktive Brennelemente, unter anderem auch Plutonium, die man ebenfalls seit der Havarie verzweifelt zu kühlen versucht. Dieses Gebäude ist so schwer beschädigt, das eine permanente Gefahr des Zusammenbruchs besteht. Es wird mit großer Sicherheit kein weiteres Erdbeben überstehen und auch ohne äußere Einflüsse in absehbarer Zeit zusammen brechen. Die dann zu erwartende Kernschmelze wird nach Ansicht internationaler Atomexperten, einen großen Teil der nördlichen Hemisphäre des Globus kontaminieren.

Nach inoffiziellen Schätzungen haben die Folgen des GAU in Fukushima schon heute mehrere Tausend Menschen getötet und einen großen Teil des nordwestlichen Pazifiks verseucht. Ganze Fischpopulationen sind verschwunden und der Fisch der noch da ist, ist vergiftet. Teile des in Japan gehandelte Fleisch, Fisch und Gemüse ist nur deshalb noch zum Verzehr zugelassen, weil regelmäßig die zulässigen Grenzwerte angehoben werden. In dieses Bild passen auch die jüngsten Bekanntwerdungen, nach denen extrem hohe Strahlenwerte nicht festgestellt wurden, weil die Anzeigegeräte sie schlicht nicht anzeigen konnten. Hier noch Unbeholfenheit anzunehmen wäre wohl naiv.

Die Prognosen für die Zukunft sind düster. Es herrscht immer noch der Glaube das genau die Firma die Probleme lösen soll, die sie erst überhaupt ermöglichte und bis heute alles unternimmt um sie zu vertuschen. Nicht einmal mehr dringend notwendige Fachleute stehen zur Verfügung, da alle die damit beauftragt wurden nicht mehr eingesetzt werden können. Sie haben bereits die höchstmögliche Dosis radioaktiver Strahlung erleiden müssen.

Fukushima ist keine Folge unglücklicher Verkettungen. Fukushima ist eine Folge eines arroganten Wissenschaftsglaubens, nach dem Kernkraft beherrschbar wäre. Der gleiche Glaube beherrscht nun den Umgang mit der Havarie und wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache für eine noch viel größere Katastrophe sein. Es ist nicht mehr die Frage ob sie kommt, sondern wodurch sie offenbar wird. Entweder durch die Ausweitung der Radioaktivität auf alle Weltmeere, was in ca. 10 Jahren eingetreten sein dürfte, oder durch den Zusammenbruch des Abklingbeckens, was schon morgen geschehen kann.

Wer auf die Erkenntnisse der Wissenschaft vertraut, ignoriert die Realität, die zu Komplex ist, als das sie mit einer wissenschaftlichen Formel umschrieben werden könnte.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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