Psychologie und Psychiatrie


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Die Psychiatrie als Handlung zur Lehre der Psychologie, ist der Wahn eine Vermutung über das Recht zu stellen. Die Psychologie glaubt definieren zu können, was normal zu sein hat und die Psychiatrie wähnt sich in der Befähigung, dass dieser Zustand, an jeder x-beliebigen Person herstellbar sei. Solcherlei Anmaßungen führen zumeist an der Realität vorbei und provozieren zwangsläufig eine große Anzahl nicht therapierbarer Menschen, die dann unbefristet aus der Gesellschaft entfernt und in Hochsicherheitsgefängnissen ähnlichen, psychiatrischen Anstalten weggeschlossen werden.

Die Psychologie berechtigt ihre Existenz, wie jede andere Wissenschaft, durch Aufstellung neuer Thesen und Normen. Bei allen anthropologischen Wissenschaften beziehen diese sich zumeist auf die Festlegung von Soll-Zuständen und der Klassifizierung von Abweichungen daraus. Diese Abweichungen sind definierte Krankheitsbilder und die Anzahl neuer Klassifizierungen, also neu erschaffener Krankheitsbilder, steigt bezeichnender Weise, analog eines gesellschaftlich steigendem Sicherheitsbedürfnisses.

Der klinischen Psychologie, der Psychiatrie kommt die Aufgabe zu, eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz herzustellen. Zum einen gilt es ein diffuses Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Dazu wird die Gesellschaft von der physischen Anwesenheit des Abweichlers befreit und er aus ihr entfernt. Zum anderen ist der Rechtsfrieden wieder herzustellen. Ein Grundsatz des Rechtsfriedens ist: Alle haben die gleichen Rechte, sind vor dem Gesetz gleich und werden für Verfehlungen bestraft. Abweichler von gesellschaftlichen Normen, werden im Rechtsempfinden einer Mehrheit als undankbar und verräterisch empfunden, ein allgemein anerkannt, maßregelungswürdiges Verhalten. Der Widerspruch, das gerade der Grundsatz der Rechtsfriedens den Abweichler von Rechts wegen vor einer Maßregelung schützt, also in die Gesellschaft frei lässt, wird mit einem juristischen Widerspruch in sich, überbrückt. Die Psychiatrie folgert: Wen das Recht nicht richten kann, den darf es auch nicht schützen. Dem Abweichler wird mittels psychiatrischem Gutachten die Schuldunfähigkeit attestiert, damit unausgesprochen entmündigt und aus dem Bereich der Gültigkeit des Gesetzes entfernt. Wer nicht innerhalb des Gesetzes steht, kann sich auch nicht auf Recht und Gesetz berufen. Er ist schutzlos allem ausgeliefert.

Aufgrund des gesellschaftlichen Auftrages an die Psychiatrie und dem eigenen Anspruch der Psychologie an sich als Wissenschaft, steht nicht das Wohl des Einzelnen im Mittelpunkt der Interessen.

Der gesellschaftliche Konsens ist der Motor der Entrechtung von Abweichlern. Es ist der Wunsch nach einem kollektiven, leicht zu beeinflussendem und kontrollierbarem Bewusstsein, als Blaupause für Jedermann. Hilfreich ist die grundsätzlich vermutete Allwissenheit der Psychologie, dem Unfehlbarkeitsglauben der Wissenschaft, als Legitimation Krankheitsbilder zu definieren. Im Ergebnis kann das alles sein, was eine gesellschaftliche Mehrheit nicht nachvollziehen kann und der Gemeinschaft Unannehmlichkeiten bereitet. Der Wille der Masse als Maß der Dinge, ist die offene Positionierung zur Quantität vor Qualität. Die geistigen Gesundheit des Kollektivs, gegeben als naturwissenschaftliches Gesetz, ist eine von der Psychologie zu verantwortende, irrwitzige These, mit der sich alle Kriege und Genozide der Geschichte rechtfertigen lassen. Als ob Idiotie nicht auch ein Massenphänomen sei.

Dieser Frevel an der Individualität, ist ein dunkles Gespinst der Normierung des Geistes, eine Tyrannei gegen fremde Gedanken. Es ist nicht  falsch andere Gedanken und andere Meinungen zu haben und sie werden nicht zu einer Krankheit, nur weil viele andere, eine andere haben.

Die Angst vor fremden Gedanken, hat schon in vielen Gewändern, eine unrühmliche Rolle in der Geschichte gespielt. Es fanden sich immer scheinbar wahnsinnige Menschen deren Gedanken als gefährlich, utopisch und anarchistisch attestiert wurden. Sie wurden verfolgt, eingesperrt, zum widerrufen ihrer Gedanken gezwungen oder getötet. Nur wenige, heute berühmte Opfer, wie Sokrates, Galileo Galilei und Nitszsche, stehen stellvertretend für ein unüberschaubares Heer, an ihrem Geist gefolterter und entrechteter Menschen. Heute übernimmt das die Psychiatrie, als Vollstreckerin der Psychologie, mit Hilfe von Methoden, die von der UN als weiße Folter deklariert werden, wie der Wahrheits- und Einsichtsfindung durch Psychopharmaka, Sinnesentzug, Zwangssedierung- oder Fixierung. Der Anzug ist sauberer geworden, aber das Handwerk blieb schmutzig.

Das wesentlichste Merkmal der Evolution ist die Vielfalt, durch die sich das Leben ausprobiert und neue Wege für die Zukunft sucht. Die bestmöglich angepasste Spezies und das gilt sowohl für physische als auch psychische Merkmale, wird die Zukunft für sich gewinnen. Heute sind wir das, auch als Folge unserer Gedanken und Werte, die nicht von Gesellschaften erfunden, sondern von Einzelnen erdacht wurde. Die das taten, waren zu ihrer Zeit die verrückten Illusionäre, die gefährlichen Querulanten. So gefährlich ihre Gedanken zu ihrer Zeit für die Gesellschaften waren, so grundsätzlich bestimmend sind sie heute. Viele wertvolle Ideen und Gedanken, sind in der Psychiatrien verloren gegangen und je mehr es werden, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, das wir nicht die Gedanken zulassen werden, die unsere Zukunft ermöglichen. Es ist durchaus denkbar, das sich unsere Zukunft, in den unverständlichen Gedankenwelten derer, die wir heute hinter Sicherheitszäunen gefangen halten, versteckt.

Eine forschende Psychologie kann das Verständnis des Menschen um sich selbst erweitern. Eine forensische, begutachtende und damit beurteilende Psychiatrie, steht der psychischen und geistigen Entwicklung des Menschen im Wege. Es sind die skurrilsten und anarchistischsten Weltbilder von heute, die das Morgen bestimmen werden. Tun sie das nicht, wird unser heutiges Verständnis um die Welt, morgen nicht mehr ausreichen, uns in ihr zu erhalten.

Individualität ist der Auftrag der Evolution an das Leben, vielleicht ist sie deshalb der natürliche Feind jeder Gesellschaft.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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3 Antworten auf “Psychologie und Psychiatrie”

  1. Gratulation zum Beitrag!
    Es wird nicht expliziet gesagt, aber gerade die politische, subjektive „Einflußnahme“ (Main Stream + Political Correctness) der Beurteilungen ergeben eine nicht transparente Grauzone, die höchst unwissenschaftlich ist!
    Die Individualität und der kreative Imperativ sind der Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Aber, nur der sogenannte Künstler/Clown darf „verrückt“ sein.
    Was, aber, in keinem Falle diskutiert werden soll, ist die qualitative Dimension des Menschen. Es soll und wird nicht diskutiert, dass der Mensch zwar gleich ist, aber die Leute unterschiedlich. Es gibt eine Gaus’sche Verteilungskurve, deren Erwähnung und Diskussion scharf gegen die Interessen jeder Dominanz, Gleichschaltung, im System ist! Dies bezieht nicht nur auf den, hier, diskutierten Themenkreis

    Die Ausübung der Macht und Dominanz muss und könnte auch Auswirkungen auf das Gesamtverhalten und deren Maxime über die Jahrhunderte haben. Das Verhalten, hat dies auch Eingang im DNA der Menschen!? Bei dieser These braust die „Branche“ auf!

    Es gibt, heute, Untersuchungen, die die Massenpsychose, -neurose zugeben und der gewaltigen kollektiven Fehlverhalten, die daraus entstehen.

    Die menschliche Qualität (hier zaghaft als Individualität bezeichnet) ist nicht Feind der Gesellschaft, sondern der kumulierten Mittelmäßigkeit ! Die Mittelmäßigkeit, ist, in einer Art Vorwärtsverteidigung versucht, bewusst oder unbewusst, die kreative Minderheit zu dominieren (Bürokratenstaat, im weitesten Sinne oder die „Sekten-
    bildung“, heute, in den Parteien , nach dem Motto: ‚Alles für unsere Freunde, nichts für unsere Feinde‘)
    Die Mittelmäßigkeit ist, aber, keine Krankheit! Sondern eine Eigenschaft, die jeder, mehr oder weniger, kennt und lebt. Diese, demütig und selbstkritisch einzuschätzen lernen, wäre der Fortschritt. Die Überdurchschnittlichkeit nicht gegen andere, materiell oder machtpolitisch, auszunutzen, wäre der wahrere Fortschritt in der menschlichen Gesellschaft.
    Die Lebenslüge und der Widerspruch der Psychiatrie und der Psychologie geht Hand in Hand mit diesem Dilemma. Dem Dilemma der Dominanz! Unsere Gesellschaft hat bisher nicht begriffen, dass Dominanz nicht herrschen, sondern überzeugen muss.

    Es wird, zwar, so getan, als ob es um die edle Überzeugung ginge, aber in Wahrheit geht es um die nackte Dominanz, jeder Form, wenn, auch noch so subtil. Opfer sind immer die kreativen, sensiblen Individien oder politisch schwachen Minoritäten.
    Es gibt, in diesem Sinne, keine verlogenere „Steigleiter“ als die der Sozialisten: Wasser predigen und Wein trinken, solange das Geld der anderen reicht! Die Mittelmäßigen sind in der Mehrzahl, ergo, unsere besten Kunden! Die Kapitalisten „rächen“ sich, mit dem FIAT Schuldgeldsystem. Auch beschissen! Die Kommunisten mit der Farce der Einheitspartei. Die Demokraten mit der Verdummung. Die Grünen mit der Ökolüge. Die Diktaturen mit Verfolgung, Entwürdigung und Mord. Die Polit-bankster mit Krieg. Mir fällt nichts mehr ein! Alles Mehl aus dem gleichen Sack!

  2. Was ist schon normal? In der heutigen Zeit, weiß selbst ein „gesunder. Mehr
    Mensch nicht mehr wie auf die eine andere Situation zu reagieren ist. Ich denke, wenn ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann, hat man ihn leben zu lassen, wie er es für richtig befindet.

  3. Psychiatrie hat überhaupt keine wissenschaftliche Grundlage und ist bestenfalls als gefährliche Kaffeesatzleserei einzustufen.

    Zur Psychologie, als Hobbypsychologe weiß ich selbst sehr gut, wie leicht man sich irren und zu Fehlschlüssen verleiten lassen kann. Schon wegen der unüberblickbaren Fülle an Parametern, ist es quasi unmöglich, was sinnvoll zu definieren (nach wissenschaftlicher Methode).

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