Angst vor Armut


armut
Als Teil der Gesellschaft ist Armut das Stigmata, an dem sie die Wertlosigkeit des Einzelnen für ihre Gemeinschaft erkennt. Die Angst jedes Einzelnen vor Ausgrenzung durch Armut ist so groß, dass jeder sich jedem Joch unterwirft, das ihn vor dieser Ausgrenzung zu bewahren verspricht.

Doch nicht die Armut des Ich, nur die Armut am Mehrwert ist es, was sie fürchten. Nicht wer da arm im Geiste, oder am Gemüt, scheint ihnen in Armut gefangen, nur der Mangel am Geld gilt ihnen als arm.

Ihr ganzes Leben mühen und plagen sie sich, nicht dieser Armut anheim zu fallen und doch ist all ihr streben vergebens, ein jeder von ihnen geht so arm wie er gekommen war. Sie raffen und horten, gieren und neiden, als könne auch nur einer von ihnen mehr als satt essen, oder in mehr als einem Bett schlafen.

Je größer eines jeden Angst, vor diesem Schmerz der Armut, desto einfältiger sind seine Begründungen, dieser Armut zu entrinnen. Sie sind dem Wahn verfallen das Lebensqualität sich in Besitz bemisst und sehen nicht den eigenen Verlust an Leben, den ihr Besitz mit sich bringt.

Gehetzt und geschunden an Geist und Gemüt, zermürbt auf der nie enden wollenden Flucht, vor dem permanent lauernden Abgrund der Mittellosigkeit, ist ihr Leben ein beständiges Leiden, zum Nutzen der Gesellschaft. Sie erkennen nicht, dass viele arm sein müssen, um den Reichtum weniger zu schaffen. Sie verstehen nicht, dass erst die Mittellosigkeit vieler die Maßlosigkeit weniger ermöglicht.

Die Armut des Einzelnen, ist der Reichtum der Gesellschaft.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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3 Antworten auf “Angst vor Armut”

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