Terror einer Ideologie


charliehebdo

Wieder einmal schreckt die Welt auf. In Paris wurden die Redakteure des Satire-Magazins Charlie Hebdo, Opfer eines Massakers. Offensichtlich wurde ihnen ihre offene Kritik, an dem Propheten Mohammed und seiner Religion, dem Islam zum Verhängnis. 12 Menschen bezahlten ihren Mut zur Presse- und Meinungsfreiheit mit dem Leben.

Die Reaktionen waren absehbar. Die Politik und die Verteter des öffentlichen Lebens veruteilen die barbarische Tat, ebenso wie die Vertreter der muslimischen Verbände. Was nun folgt, ist eine Phase der öffentlich vorgetragenen Trauer um die Getöteten, sowie die mediale Zuschaustellung des Mitgefühls für die Hinterbliebenden. Schon bald wird das öffentliche Interesse wieder erlahmen und die politisch schon jetzt eingeleitete Gegenreaktion, das einzige sein was bleiben wird. So war es schon die letzten zwei Jahrzehnte. Islamistische Terroranschläge erschütterten die Völker, aber sie hinterliessen nicht die Trauer um die Opfer, sondern eine Debatte, dass all diese Gräueltaten nichts mit dem Islam zu tun haben können und dürfen.

Der Tenor der gesellschaftlichen Diskussion, aus den Anschlägen in New York, Madrid, London und jetzt Paris lautet einsilbig, dass der Islam eine Religion des Friedens, die Anschläge die Taten verwirrter Einzeltäter sein und das alles, nichts mit dem Islam zu tun habe. Es herrscht Angst, vor einer Ausgrenzung der muslimischen Bevölkerungsanteile und vor gesellschaftlichen Gegenbewegungen.
Angst ist ein schlechter Berater, insbesondere auch in der Politik und so ist es an der Zeit Ross und Reiter zu nennen. Nicht das diese nicht bekannt wären, sie zu benennen ist keine Offenbarung, es fehlt jedoch am Mut sie benennen zu wollen und jeder der es öffentlich wagt, begibt sich in die Gefahr, als brauner Nazi diskriminiert zu werden.

Der Islam ist eine Weltreligion mit nahezu 1,5 Milliarden Gläubigen und steht seit seinem bestehen im 7.ten Jahrhundert in direkter Konkurenz zum Christentum. Die Geschichte beider Religionen ist nicht geprägt von einem friedlichen Miteinander, sondern von gegenseitiger Abgrenzung und offener Feindschaft. Sowohl der Islam, als auch das Christentum, haben mehrfach erfolgreich und blutig, den Versuch des jeweils anderen ihn zu unterwerfen, abgewehrt. Dies ist die historische Begründung der Differenzierung zwischen Morgen- und Abendland. Das ist für die heutige Situation nicht mehr maßgeblich, aber es wäre ignorant es zu vergessen. Niemand sollte seine Geschichte vergessen, sie ist immer auch ein Teil der Begründung für das aktuelle handeln, insbesondere als Gesellschaft. Es gibt kein Gespenst des Kampfes der Kulturen, es ist faktische Realität. Nicht aktuell entstanden, sondern seit vielen Jahrhunderten unterschwellig oder offen ausgetragen und bis heute nicht beendet. Ein Fakt der Aufgrund seiner politischen Sprengkraft, öffentlich nicht eingestanden wird. Den Clash of Cultures weiter zu leugnen, wird ihn weiter erhalten, ihn einzugestehen wäre der erste Schritt ihn zu beenden.

Das gesellschaftliche Grundproblem im Umgang des christlich geprägten Abendlandes mit dem Islam, ist eine nicht ausreichende Differenzierung, zwischen dem Islam als Ideologie und den Muslimen als Gläubigen. Dabei sind es nicht die Islamkritiker, die es an dieser Differnzierung fehlen lassen, sondern die Befürworter des Islam, die jede Kritik an der Ideologie als Angriff auf den oder die Glaubigen werten. Es muss konsequent deutlich gemacht werden. Der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern auch eine Weltanschauung, die weltliche Macht für sich beansprucht. Der Islam ist eine religiöse und eine weltanschauliche Ideologie und die Kritik an dieser Ideologie ist keine Kritik an den Menschen, die an ihn glauben. Jeder Versuch Menschen mit einer Ideologie gleichzusetzen oder zu vermischen, ist der perfide Versuch, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und Kritik zu kriminalisieren. Hier ist insbesondere die Politik anzuklagen, die diese Versuche unterstützt und ihren Bürgern zu unterstellen scheint, nicht differenzieren zu können. Doch sie können das, sie differenzieren sehr genau zwischen ihrem muslimischen Arbeitskollegen, Freund oder dem freundlichen Mann hinter der Theke des Dönerladens und islamistischen Gewalttätern und Hetzern. Der Bürger auf der Straße kennt den Unterschied zwischen muslimischen Mitbürgern und religiösen Ideologen und er verhält sich auch so.

Natürlich waren es verwirrte Einzeltäter. Verwirrt jedoch im weltoffenen Sinne westlicher Weltanschauung und Einzeltäter im Sinne von wenigen direkt Tatbeteiligten. Das Ziel der Aussage, der Ausgrenzung der Täter aus dem Islam geht fehl, da es die islamische Ideologie ist, aus der diese Täter ihre Taten begründen. Das immer wieder zu relativieren, verschleiert ein Gefahrenpotential das den Redakteuren von Charlie Hebdo das Leben kostete.

Der Islam fordert als Ideologie politische Einflussnahme und ein eigenes Rechstsystem, wobei beides im Widerspruch zu geltendem Rechtsgrundsatz der Säkularisierung in Europa steht. Menschen- Frauen- und Freiheitsrechte werden im Islam den Geboten des Koran unterworfen und sind in Teilen mit den Wertesystemen freiheitlicher Demokratien nicht vereinbar. Gemäß den Buchstaben des Grundgesetzes und anderer Rechtsnormen, wäre jeder Politiker verpflichtet und jeder Bürger aufgerufen, sich der Einflussnahme der islamischen Ideologie entgegen zustellen. Der Islam ist nicht mit pluralen und freiheitlichen Demokratien vereinbar, solange er nicht säkularisiert wurde. Nach einer Säkularisierung, die noch vehement von islamischen Gelehrten abgelehnt wird, wird der Islam die gleiche Stellung als Religion einnehmen wie das Christentum, ohne weltliche Ansprüche. Es gibt keine rechtliche Grundlage oder moralische Begründung Kritiker der islamischen Ideologie, für ihre Kritik zu verurteilen, solange sie differenzieren und ihre Kritik an der Ideologie nicht auf den einzelnen Gläubigen als Schuldigen an der Ideologie projizieren.

Es ist offensichtlich das weltweit Gruppen wie ISIS, Boko Haram, Hamas, Hizbollah, Al Quaida und viele weitere, die Begründung für ihre Kriege und den Terror den sie verüben, aus der islamischen Ideologie entnehmen. Das wird ihnen nicht angedichtet, das begründen sie selbst so. Offensichtlich finden sich Begründungen im Koran oder den Hadithen, die eine Radikalisierung wahrscheinlicher macht, je intensiver man sich mit dieser Ideologie beschäftigt. Aus der Sicht der Menschen des sogeannten Abendlandes, sind diese Begründungen menschenverachtend und dumm. Wie kann es nach beinahe zwanzig Jahren des weltweiten islamischen Terrors verwunderlich sein, dass sich eine allgemeine Ablehnung und Furcht gegenüber dieser Ideologie entwickelt? Es wäre verwunderlich wenn es nicht so wäre und die Menschen, die ihre Ablehnung und Furcht in Gruppen wie Pegida artikulieren, haben allen Grund dafür. Wer das nicht so sieht, muss sich fragen lassen, ab wie viel Todesopfern die Bedrohung real genug ist, dass eine Furcht angemessen wäre.

Es muss eine Veränderung im Islam geben, wenn das Morden ein Ende haben soll. Diese Veränderung besteht nicht, in immer weiterer Toleranz gegenüber dem Islam, der gesellschaftpolitisch einer Unterwerfung unter eine gewaltbereite Ideologie wäre. Diese Veränderung muss aus dem Islam heraus kommen, er muss sich säkularisieren um einen gleichberechtigten Platz unter den Religionen einzunehmen. Islamisten und Terror sind die Wirkung, nicht die Ursache. Die Ursache ist die Ideologie, mit der sich der Islamismus und der Terror begründen lassen. Wenn nun muslimische Verbände auf die Straße gehen und ihrerseits gegen den Terror zu protestieren, dann muss ihnen die Halbherzigkeit vorgeworfen werden, sich nicht mit der Ursache beschäftigen zu wollen und nur die Wirkung zu bedauern. Es sind die muslimischen Verbände die nun gefordert sind zu handeln und dieser Gesellschaft zu zeigen, dass sie ernsthaft ihre Religion von der weltanschaulichen Ideologie trennen wollen und die Säkalarisierung des Islam einleiten. Offen und öffentlich, das ist die Bringschuld gegenüber den Opfern. Sie würden sofort eine breite Zustimmung, eine steigende Akzeptanz und eine Abnahme der Furcht vor ihnen erreichen. Es ist jedoch zu befürchten, das die muslimischen Verbände, diese Diskussion umgehen werden und es ist zu hoffen, das die Gesellschaft darauf die Frage nach dem warum stellen wird. Aber auch andere Fragen stehen im Raum. Der Staat musste schon mehrfach Moscheen schließen, die sich zu kriminellen Zellen entwickeln und Treffpunkte von Islamisten wurden. Warum greifen die muslimischen Verbände dort nicht ein, obwohl sie wesentlich eher und leichter um das treiben dort wissen könnten? Warum kümmern sie sich nicht um die Opfer der Anschläge, die in ihrem Namen geschahen? Warum lassen sie weiter Hasspredigten in den Moscheen zu? Es gibt vieles zu tun, wenn sie es wollen und genau daran werden die muslimischen Verbände zu messen sein. Den Nährboden des Hasses und Terrors in ihren eigenen Reihen, nicht nur zu beklagen, sondern zu bekämpfen. So wie es von jedem Bürger, jedem Verband und jeder Religionsgemeinschaft in diesem Land erwartet werden kann.

Gehört der Islam zu Deutschland? Als säkularisierte Religion, ja. Wie jede andere Religion der Bürger Deutschlands auch. Nicht säkularisiert, als weltanschauliche Ideologie mit politischen oder gesellschaftlichen Ansprüchen? Nein!

Der aktuelle Anschlag in Paris, aber auch alle anderen vorher, folgen dem Kalkül der Angst. Einschüchterung ist das Ziel. Die Gesellschaft und ihre Werte, sind das Ziel der Anschläge und es kann nur eine Antwort geben. Jetzt erst recht! Kritische Fragen müssen lauter, offener, öfter und frecher gestellt werden. Diskussionen müssen provoziert und Antworten hinterfragt werden, denn vor nichts fürchten sich die Islamisten mehr, als vor Menschen, die sich ihre Gedanken nicht verbieten lassen und sich die Freiheit nehmen sie in Wort, Schrift und Bild zu äußern. Das ist der Kampf einer offenen Gesellschaft gegen eine totalitäre Ideologie.

Ich verbleibe in diesem Sinne
Heinz Sauren

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Ein Kommentar zu “Terror einer Ideologie”

  1. Hat dies auf Longcolt rebloggt und kommentierte:
    Gehört der Islam zu Deutschland und wenn ja wie?
    „Gehört der Islam zu Deutschland? Als säkularisierte Religion, ja. Wie jede andere Religion der Bürger Deutschlands auch. Nicht säkularisiert, als weltanschauliche Ideologie mit politischen oder gesellschaftlichen Ansprüchen? Nein!“
    Heinz Sauern lässt uns an seinen Gedanken zum Islam teilhaben und ich kann mich denen nur anschließen. Wir haben zwar noch eine (kleine) Verbindung von Kirche und Staat, doch ist die Kirche in unserem Land hauptsächlich damit beschäftigt sich um das Seelenheil ihrer Anhänger zu kümmern als um die weltlichen Dinge die sie beschäftigen.

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