Silvester 2015/16, eine Wegmarke


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Die Ausschreitungen zu Sylvester in Köln sind in aller Munde. Zwischenzeitlich fühlt sich auch der letzte Provinzpolitiker berufen, sein Entsetzen zu bekunden und es gibt auch eine offizielle Version der Geschehnisse. Doch diese wirft einige Fragen auf.

Offiziell ist es auch nach nunmehr 6 Tagen nicht möglich der Täter habhaft zu werden.

Was ist geschehen? An einem zentralen und internationalen Verkehrsknotenpunkt, also einem sicherheitsrelevanten Ort dem Kölner Hbf, der seit Jahren flächendeckend von mehreren Dutzend Kameras rund um die Uhr überwacht wird, die nochmal seit der hohen Alarmstufe durch terroristisch vermutete Anschläge verschärft wurde, gelingt es Gruppen von mehreren hundert Tätern über einen Zeitraum von mehreren Stunden hunderte von Straftaten, vornehmlich gegen Frauen zu verüben.
Das wirft Fragen auf. Wozu überhaupt Videoaufzeichnungen? Wieso kann die Polizei Täter nicht auch in der Dunkelheit auf Aufnahmen erkennen, obwohl diese nicht vermummt waren, nach Aussage der Polizei seit längerem bekannt sind und die Kameras speziell für nächtliche Aufnahmen ausgerichtet sind?

Die Kölner Polizei erklärt, die Tätergruppen als auch ihr persönlicher „Modus Operandi“ seien seit längerem bekannt. Wenn dem so ist, wie lässt sich dann behaupten, das solche Taten nicht auch schon vorher, verübt wurden. Die Aussagen widersprechen sich direkt. Ist es nicht realistischer von einer permanenten Gefährdungslage auszugehen?
Der Bundesjustizminister Maas behauptet, es handele sich um eine neue Form der organisierten Kriminalität und nicht um kulturelle oder religiöse Tätergesinnungen. Wenn dem so ist, wie können dann mehrere hundert “ vermeintlich kleinkriminelle Taschendiebe“, ein kriminelles Netzwerk aufbauen und bundesweit zeitgleich Aktionen ausführen kann (In Hamburg, Stuttgart, Siegen, Magdeburg geschah gleiches), ohne das unsere Sicherheitsbehörden auch nur den Hauch einer Ahnung hatten und das obwohl die Täter der Polizei nach eigener Aussage bekannt sind? Die Annahme liegt nahe, das entweder Herr Maas Unsinn geredet hat, oder die Polizei vor Ort.

Der Bundesjustizminister behauptet weiter, das es keine Anhaltspunkte gebe, die darauf schließen lassen, das es sich um Flüchtlinge handelt. Die Überprüften seien alle legal hier. Wer hat eigentlich angezweifelt, das die Täter sich hier legal aufhalten? Ihre vermeintlich legale Anwesenheit scheint doch gerade als ein Grund der Probleme! Hilfreich wäre, wenn Herr Maas erklären würde, wie man in Deutschland an eine Aufenthaltsduldung kommt, mit der sich laut Aussage der Polizei die Überprüften auswiesen, ohne als Flüchtling zuvor einen Asylantrag gestellt zu haben? Der Bundesjustizminister wird einräumen müssen, das es eben doch Flüchtlinge waren und das sich eine ethnische Minderheit als Kollektiv selbst ins Abseits gepöbelt hat.

Auch auf kommunaler Ebene kam es zu bedenkliche Äußerungen. Die Kölner Oberbürgermeisterin hat Verhaltensregeln für Frauen anlässlich des kommenden Karnevals aufgestellt. Unter anderem rät sie zu einen Mindestabstand zu Fremden, von einer Armlänge.
Kommt das nicht einem Karnevals-Bann für Single-Frauen gleich, da es im Kölner Karneval schlicht nicht funktioniert, einen solchen Abstand zu halten. Wer mal zum Karneval in Köln war, weiß das! Rein rechnerisch müsste die Strecke des Karnevalszugs einige hundert Kilometer lang werden, wenn alle Zuschauer diesen „Sicherheitsabstand* zueinander einhalten. Wäre es nicht angebrachter, diesen Abstand von den Tätergruppen zu fordern?
Ich verstehe das Politiker nicht so gerne sagen würden: „Alle nordafrikanischen Besucher der Stadt sind angehalten eine Armlänge Abstand zu Frauen einzuhalten!“ Aber offensichtlich nur um dem politischen Schreckgespenst der AFD nicht in die Arme zu spielen, denn die Kölner Oberbürgermeisterin hat genau diese Verhaltensweise an den Tag gelegt, nur nicht gegenüber den Tätern, sondern gegenüber den Opfern.

Wieso darf eine Politikerin öffentlich anraten, die persönlichen Freiheitsrechte der Opfer einzuschränken, anstatt die Täter öffentlich anzusprechen und zu warnen? Ihr Verhalten hat sich zu ändern, nicht das der Opfer! Zu anderen Anlässen rufen Politiker und Polizei sehr wohl auf, an bestimmten Anlässen nicht teilzunehmen und Straftaten zu unterlassen. Die Polizei nennt das konkret Gefährderansprache, die Politik etwas nebulöser Gewissensaufruf. Genau diese müssen nun persönlich und öffentlich an die Tätergruppe richten. An nordafrikanische und arabische Besucher oder Einwohner der Städte Köln, Hamburg, Stuttgart, Magdeburg und Siegen. Natürlich erreicht diese Ansprache auch unbeteiligte Nordafrikaner und Araber, so wie es auch unbeteiligte Dresdner trifft, die nicht zur Pegida Demo gehen und diese Ansprachen bekommen. Das hat man zu ertragen. Vor Gerichten nennt sich sowas, ein allgemeines Lebensrisiko.

Es ist nicht unangemessen direkt von Nordafrikanern und Arabern zu sprechen. Schon aus Respekt vor den Frauen, die dieses Matyrium über sich ergehen lassen mussten. Sie wurden nicht von Zugehörigen ethnischer Minderheiten angegriffen sondern von Menschen mit Gesichtern, die zeigten wer sie waren. Es waren Nordafrikaner und Araber, sowohl die Opfer, wie auch die Polizei, als auch das Bildmaterial beweisen das. Gefährdete Menschen und diese Gefährdung ist offensichtlich bewiesen, brauchen ein klares Bild von der sie bedrohenden Menschengruppe um sich für diese zu sensibilisieren. Das hilft Gefahren im Alltag zu erkennen und einzuschätzen. Es gibt genügend Fachliteratur von Kriminal- Gewaltpräventionsexperten dazu. Gilt dieses Wissen nicht mehr? Nach vollendeten oder versuchten Vergewaltigungen, werden solche Kurse den Opfern angeboten. Gilt auch das nicht mehr, weil sich eine ethnische Gruppe sich als Täter geoutet hat?

Es geht um den Inneren Frieden und wie Polizei und Politik das definiert. Augenscheinlich ist es um den nicht gut bestellt. Anders zumindest lässt sich die politische und mediale Unwilligkeit nicht erklären, mit der man aus dem Augenscheinlichen, nicht auf das Offensichtliche schließen will.

Wir brauchen Lösungen, doch Politik kann schnelle Lösungen nicht liefern, nicht ohne sich selbst in Sinnkrisen zu führen. Sicherlich bastelt auch sie an Lösungen, aber in einem der Politik eigenen Betriebsmodus. Auf Kompromissen beruhende langfristige Umgestaltung der gesellschaftlichen Vorgabe. Politische Theorie in Reinkultur, messbar in Generationen, aber keine Lösung für die Gegenwart.

Eben diese Gegenwart kann nicht warten. Zu schnell und zu groß haben sich Risse in der Gesellschaft aufgetan. Zu groß ist die kulturelle und weltanschauliche Differenz der Mehrheiten der Aufnehmenden und der Aufzunehmenden, als das keine Reibung entstünde. Reibung die von den Menschen nicht gewollt wurde und für jeden betroffenen Einzelnen Verlust, Schmerz, Wut oder Angst bedeutet. Real erlebt und nicht theoretisch politisiert.

Leider gibt es immer noch genug Politiker die trotz der Geschehnisse, in ihrem ideologischen Wahn oder einfach nur aus Hilflosigkeit, von idealisierten Sollzuständen fabulieren. Sie sind Teil des Problems, nicht der Lösung! Niemand sollte sich dem Irrtum hingeben, das jene die ein Problem gegen vielfache Warnungen verursachen, die beste Wahl sind um das Problem zu lösen.

Die Frage, wie dieses Land mit der Massenintegration umgeht wird auf der Straße entschieden und die Geschehnisse zu Sylvester haben genau dort eine Wegmarke gesetzt. Auf der Straße. Nicht von denen, die sich gegen die Massenintegration stemmen, sondern von denen, die sie fordern. Den Tätern von Köln, Hamburg und anderen Städten ist wohl nicht zuzutrauen, auch nur ansatzweise zu überblicken, welchen Nerv sie da getroffen haben, aber sie haben als Botschafter ihrer Sache zwei Dinge erreicht. Frauen werden in Deutschland 2016 nicht so leben, wie sie es 2015 taten und Flüchtling in Deutschland zu sein, wird unangenehmer werden.
Jeder möge über seinen kleinen Beitrag nachdenken, der das letztendlich möglich gemacht hat.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

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2 Kommentare zu “Silvester 2015/16, eine Wegmarke”

  1. Hat dies auf HeinTirol's Blog rebloggt und kommentierte:
    Ich verstehe, dass Politiker nicht so gerne sagen würden: “Alle nordafrikanischen Besucher der Stadt sind angehalten eine Armlänge Abstand zu Frauen einzuhalten!” Aber offensichtlich nur um dem politischen Schreckgespenst der AFD nicht in die Arme zu spielen, denn die Kölner Oberbürgermeisterin hat genau diese Verhaltensweise an den Tag gelegt, nur nicht gegenüber den Tätern, sondern gegenüber den Opfern.
    Wieso darf eine Politikerin (OBM Reker von Köln) öffentlich anraten, die persönlichen Freiheitsrechte der Opfer einzuschränken, anstatt die Täter öffentlich anzusprechen und zu warnen? Ihr Verhalten hat sich zu ändern, nicht das der Opfer! Zitatende

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