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Vier-Welten-Kreis Modell / Parametärer Realismus

Der Entwurf einer Erkenntnistheorie der Philosophie, auf der Basis des Vier-Welten-Kreismodell, als freigeistige Lebensphilosophie.

Der Parametäre Realismus, ist die Begründung einer Erkenntnistheorie der Philosophie als Grundlage einer freigeistigen Lebensphilosophie und der Versuch eine Brücke zwischen der philosophischen Abstraktheit einer Erkenntnistheorie und den pragmatischen Anwendungsmöglichkeiten einer Lebensphilosophie zu bauen. Daher steht diesem Versuch der Gedanke vor, die Formalien und die Sprache der wissenschaftlichen Philosophie, aber auch moralische und erkenntnistheoretische Dogmen weitest gehend zu vermeiden, um die Einfachheit und universeller Anwendbarkeit auf die grundsätzlichen Fragestellungen des Lebens, im Sinne einer freigeistigen Lebensphilosophie zu gewährleisten.

Der Parametäre Realismus wurde von mir im Juni 2009, als Erkenntnistheorie der Philosophie veröffentlicht. Der philosophische Ausgangspunkt war Sir Carl Popper´s, Kritischer Rationalismus, der wohl bedeutendsten philosophischen Theorie des 20.ten Jahrhunderts. Der kritische Rationalismus vermochte jedoch nur unzureichend das Phänomen der Transzendenzen zu erklären und lieferte auch in der Determinismus – Indeterminismus Fragestellung, keine ausreichend zutreffende Erklärungsmodelle. Obwohl Popper stets versuchte die Einfachheit des kritischen Rationalismus hervor zu heben, gelang es seiner Theorie nicht, sich als Lebensphilosophie zu etablieren. Der wissenschaftliche Anspruch des kritischen Rationalismus stand im Widerspruch zur universellen Anwendbarkeit einer Lebensphilosophie. Somit führte der Versuch den kritischen Rationalismus, dem Anspruch einer Lebensphilosophie anzupassen, zur Neubearbeitung der Theorie und letztendlich zu einer eigenständigen philosophischen Theorie, die ihre Wurzeln im kritischen Rationalismus fand und von den wissenschaftsphilosophischen Vorgaben einer Erkenntnistheorie gelöst ist.

Die Veröffentlichung des parametärern Realismus, führte in der philosophischen Fachwelt zu Kritik, die sich jedoch vornehmlich auf die formelle Fragestellung richtet, ob der Parametäre Realismus eine Erkenntnistheorie oder eine Lebensphilosophie im Sinne der philosophischen Begriffsbestimmung sei. Inhaltlich wurde die Theorie des parametären Realismus nicht widerlegt.

Ich stelle daher frei, die Theorie des parametären Realismus als Lebensphilosophie zu betrachten, oder sie gemäß den formalen Gesetzmäßigkeiten der etablierten Philosophie, als Erkenntnistheorie der Philosophie anzusehen.

Eine philosophische Erkenntnistheorie beschreibt, nach welchen Gesetzmäßigkeiten menschliche Erkenntnis erfolgt und bestimmt dadurch was mit menschlicher Erkenntnis erfassbar ist. Eine Lebensphilosophie soll die individuellen Fragen des Lebens beantworten helfen. Die erkenntnistheoretische Fragestellung, was überhaupt für den Menschen erkennbar sein kann, hat in der Lebensphilosophie eine untergeordnete Bedeutung, da für die Lebensgestaltung nicht eine hypothetische Möglichkeit bestimmend ist, sondern die Benennung des Sinnvollen, in Bezug auf das tatsächlich machbare entscheidend ist. Durch die unüberschaubare und unbegrenzte Anzahl hypothetisch möglicher Wege und Antworten zu einer Fragestellung, ist für eine Lebensphilosophie die Negativabgrenzung entscheidend. Die sinnvolle Beantwortung einer Fragestellung wird nicht von objektiv richtigen Antworten geprägt, sondern von der Vermeidung offensichtlich falscher Antworten. Eine Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit der Unbegrenztheit aller theoretisch möglichen Antworten, während sich eine Lebensphilosophie auf die Vermeidung, der für unsere Lebensführung falschen Antworten richtet. Beide schließen sich nicht gegeneinander aus, sondern bedingen einander, einzig die Gewichtung ist eine andere.

Leitsätze des Parametären Realismus als Erkenntnistheorie

– Es gibt drei Ebenen der menschlichen Erkenntnis:

Wahrheit, Realität und Vorstellung.

– Die menschliche Erkenntnis folgt drei Grundlagen.

  1. Wahrheit ist absolut und als solche mit menschlicher Erkenntnis nicht erfassbar.
  2. Realitäten sind mit menschlicher Erkenntnis erfassbare Anteile von Wahrheiten.
  3. Vorstellungen sind individuelle Beiordnungen zu Realitäten.

Leitsatz des Parametären Realismus als Lebensphilosophie

Menschliche Erkenntnis beschreibt immer Vorstellung, selten Realität und niemals Wahrheit.

  1. Unwahrheiten führen zu Wahrheiten, offenbaren diese aber nicht.
  2. Jede Erkenntnis ist individuell und nicht übertragbar.
  3. Nichts ist das, was es zu sein scheint.

Definition des Parametären Realismus

„Alles Sein ist Wahrheit und Individuell. Wahrheit ist indeterministisch und absolut. Sie umfasst alles Seiende und ist mittels menschlicher Parameter, aufgrund derer Begrenztheit nicht erfassbar.

Realitäten sind mittels menschlicher Parameter erfassbare, deterministische Anteile von Wahrheiten. Definitionen und Regelwerke beziehen sich auf Realitäten und beschreiben ausschließlich den deterministischen Anteil von Wahrheiten.

Vorstellungen sind idealistische, ethische, ästhetische und emotionale Beiordnungen zu Realitäten. Erkenntnis ist das Erfassen von Teilauszügen der Wahrheiten, die auch vor aller Erkenntnis und unabhängig von ihr vorhanden sind.

Erkenntnis ist Ausdruck der Individualität und evolutionärer Auftrag an das menschliche Sein. Ontologische, allgemeingültige und verifizierende Aussagen sind aufgrund beständig wirkender, nicht erfassbarer absoluter Wahrheiten, nicht möglich.“

Beschreibung des Parametären Realismus und des Vier-Welten-Kreis Modell

Die Definition des Parametären Realismus, setzt einige als selbstverständlich angenommene Annahmen außer Kraft und ersetzt diese durch solche, die eine unverfälschtere Sicht auf die Dinge ermöglichen. Der Parametäre Realismus setzt sich aus den Begriffen, Parametär und Realismus zusammen, wobei Parametär die Bestimmung ist, dass menschliche Erkenntnis, abhängig von den Parametern der Sinneswahrnehmung ist und Realismus als die Lehre der Ansicht, nach der es Wahrheiten, unabhängig der menschlichen Wahrnehmung gibt, die als tatsächlich existierend zu anzunehmen sind.

Eine Grundlage menschlicher Erkenntnis ist sein bestimmenster Antrieb, das streben nach Wissen. Wissen welches die Welt und ihre Zusammenhänge erklärt und damit das Leben vereinfacht. Erkenntnis, das Wollen zum Wissen ist auf Wahrheit gerichtet ohne sie jedoch erreichen zu können. Die menschliche Unfähigkeit Wahrheiten zu erkennen, ist in der sensorischen und kognitiven Begrenztheit der menschlichen Möglichkeiten begründet.

Wahrheiten, sind unabhängig und vorab menschlicher Wahrnehmung existierend und als solche absolut. Wahrheit umfasst die Menge aller tatsächlichen und möglichen Entitäten, also alles Seiende, seine Zustände, Umstände und Wirkungen. Sie beinhaltet den erfassbaren deterministischen Anteil, als Materie, Energie, sowie biologischer Strukturen und Aktionen aller lebenden Wesen und Artefakten als materielle Substrate menschlicher Kreativität, aber auch einen nicht erfassbaren indeterministischen Anteil. Wahrheit ist absolut, sie ist, oder sie ist nicht, unabhängig dessen ob menschliches Wissen zu ihr besteht oder nicht.

Wahrheit ist jetzt, sie war nicht gestern und wird morgen nicht sein. Diese absolute Bedingung der Gegenwart im Zeit-Wahrheit Verhältnis beruht auf der Erkenntnis, das Zeit und damit Vergangenheit und Zukunft ein Produkt der Vorstellung ist. Es ist eine unrichtige Ansicht, dass es Wahrheiten gegeben hat und zukünftig Wahrheiten geben wird. Alles was nach menschlicher Vorstellung in der Vergangenheit liegt, war als es geschah Gegenwart, sowie auch die Erinnerung die wir an die Vergangenheit haben, in der Gegenwart geschieht. Das gleiche gilt für die Zukunft. Alles was in der Zukunft geschehen wird, wird Gegenwart sein, wenn es geschieht, sowie alle Gedanken und Vorstellungen die wir zur Zukunft haben, im jetzt, also der Gegenwart geschehen.

Wahrheit ist das tatsächliche Sein der Dinge im jetzt, sie ist unteilbar, nicht erfassbar und indeterministisch.

Indeterminismus bedeutet das eine Entität, also eine Wahrheit in ihren Sach-, Zu-, oder Umständen selber, als Begründung ihrer Interaktion oder ihrer Wirkung nicht ausschließlich kausalen Gesetzmäßigkeiten folgen muss, sondern diese auch ganz oder teilweise nicht kausal oder rein zufällig sein können. Die Annahme das Ursache und Wirkung, als Kausalität zwingend ist, trifft im Indeterminismus nicht zu, ohne das dies bedeuten würde, das eine Nichtkausalität oder Zufälligkeit, vorliegen muss, aber sie kann vorliegen und dann in einem unbekannten Anteil. Daher ist mangels Überprüfbarkeit und der gebotenen Wahrscheinlichkeit, bei allen Entitäten voraus zu setzen, dass sie indeterministisch sind. Aufgrund der deterministischen Parameter der menschlichen Wahrnehmung ist die menschliche Erkenntnis auf den deterministischen Teil der Wahrheiten begrenzt. Die parametären Einschränkungen des sensorischen Erfassens, als auch die Grenzen der kognitiven Möglichkeiten führen dazu, dass die von Menschen wahrgenommene Welt immer nur den kausal begründbaren, den deterministischen Teil einer absoluten Welt wieder gibt. Menschliche Wahrheiten sind Teilwahrheiten die dennoch nicht Wahrheit sein können, da sie um dieses zu sein, nicht nur einen Teil sondern alles sie begründende und umfassende einschließen müssten.

Alles Seiende ist in seinem Grunde und im Ganzen indeterministisch, während menschliche Erkenntnis, sich auf den deterministischen Anteil des Seienden, dem kausal begründbaren begrenzt, die Realitäten.

Wie umfassend die erkennbare Realität als erfassbarer Anteil der Wahrheit ist, ist abhängig von der Größe des indeterministischen Anteils und nur annähernd zu bestimmen. Angenommen werden kann diesbezüglich, dass im gesamten Universum ähnliche Grundvorgaben gegeben zu sein scheinen. Nach aktueller Erkenntnislage der Wissenschaft beträgt der indeterministische Anteil des Universums circa siebzig Prozent. Der größte Teil des Universums scheint weder kausal begründbar zu sein, folgt nicht naturgesetzlichen Zwängen und ist weder messbar noch erfassbar. Die Wissenschaft nennt dieses Phänomen dunkle Materie und Energie und es ist davon auszugehen, dass dieser Anteil auf unserem Planeten, als Teil dieses Universums, nicht wesentlich anders ist. Somit sind siebzig Prozent dessen, was eine Wahrheit ausmacht, außerhalb menschlicher Erkenntnismöglichkeiten.

Somit ist anzunehmen, dass alles Wahrgenommene, im größten Teil seines Seins und seiner Wirkung nicht kausalen Zwängen folgt, oder das Produkt des reinen Zufalls sein kann und sobald wir damit für uns erkennbar in Berührung kommen, wir nur den erfassbaren, kausal begründbaren Teil erfahren. Der indeterministische Anteil bleibt verborgen. Der Mensch scheitert an der willkürlichen Komplexität der Wahrheit.

Wahrheit hat eine höhere Komplexität als der Teilauszug aus ihr, die Realität. Zur Erklärung eines Umstandes oder Vorganges, gleich welcher Komplexität, bedarf es eines Systems höherer Komplexität als das zu erklärende. Die Realität kann die Wahrheit nicht erklären.

Was der Erkenntnis bleibt ist die Realität als wahrnehmbare Anteil der Wahrheiten. Der in einer Realität noch wahrnehmbare Anteil der absoluten Wahrheit ist abhängig, von dem deterministischen Anteil der Wahrheit selber, aber auch der persönlichen Sensorik und kognitiven Leistungsmöglichkeiten des erfassenden Individuums. Jede Erkenntnis ist zwingend ein Produkt individueller Parameter ist und beinhaltet damit den Imperativ der Individualität, wonach Erkenntnisse nur unter Berücksichtigung des individuellen Standpunktes und mittels individueller, nicht übertragbarer Lösungswege möglich sind. Die Individualität des Standpunktes gebietet, dass gleiche Lösungswege aus unterschiedlichen Standpunkten, zu differenten Erkenntnissen führen. Dies lässt sich am einfachsten mit zwei Schiffen verdeutlichen, die ihre Fahrt in unterschiedlichen Häfen beginnen. Legen sie beide den gleichen Kurs auf ihrem Kompass an, erreichen sie unterschiedliche Zielorte. Jedes der beiden benötigt einen unterschiedlichen Kurs, oder Lösungsweg um den gleichen Zielort zu erreichen.

Der Mensch hat keine Sensorik für Wahrheit, da er von allem Sein nur das wahrnehmen kann, was den Gesetzen der Kausalität folgt. Er sieht ausschließlich eine deterministische Welt, die indeterministische verschließt sich ihm. Es fehlt im das Bewusstsein für alles was den Gesetzen von Ursache und Wirkung nicht folgt und für die absolute Freiheit des Zufalls. Die Wahrheit aber umfasst alles, auch den Zufall in ihr und ist indeterministisch.

Somit gilt:

  • Erkenntnis ist individuell. Erkenntnis ist nicht ein Erschaffen, Erzeugen oder Hervorbringen, also nicht etwas vom Menschen erstelltes, sondern ein Erfassen von etwas, das auch vor aller Erkenntnis und unabhängig von ihr vorhanden ist, wobei es nur möglich ist Erkenntnisse über Teilauszügen der Wahrheiten, gemäß der eigenen sensorischen und kognitiven Möglichkeiten.
  • Ontologische oder verifizierende Aussagen zu Wahrheiten sind rein spekulativ.
  • Realitäten sind bedingt durch Wahrheiten, aber nicht durch sie begründbar. Realität erklärt nur begrenzt die Wahrheit, wobei nicht bestimmbar ist, in welchem qualitativen und quantitativen Umfang die Realität die Wahrheit beschreibt, oder selbst erfasst werden kann.
  • Wissenschaftliche Theorien und ihre Regelwerke, sind Beschreibung des Zustandes und der Interaktion von Realitäten, dem deterministischen Anteil eines Ganzen. Durch die Unmöglichkeit der Beschreibung der indeterministischen Anteile von Entitäten, sind sie ohne ontologischen Wert.
  • Allgemeingültigkeitsansprüche, gleich welcher Art, sind unberechtigt.
  • Alles Seiende ist in seinem Grunde nicht mit menschlicher Erkenntnis begründbar oder verifizierbar ist und alles was für erfassbar ist, in seinem weiteren Verlaufe, seine Begründbarkeit und Verifizierbarkeit verlieren wird.

Eine weitere Grundlage der menschlichen Erkenntnis ist die Vorstellung. Auch Vorstellungen sind Konstrukte individueller kognitiver Leistungen, als ästhetische, ethische, idealistische, religiöse Ansichten oder wissenschaftliche Theorien und Regelwerke. Vorstellungen dienen als bestimmende Wertungen der persönlichen Lebensführung. Sie sind das Bindeglied zwischen der erfahrbaren Realität und der angenommenen Wahrheit. Werden Vorstellungen als kollektive Normen angenommen, in Form von Gesetzen oder Moral, sind sie individuell nicht mehr korrigierbar und daher dogmatisch. Kollektive Vorstellungen als Dogmen sind neben persönlichen sensorischen oder kognitiven Einschränkungen das größte Hindernis der Erkenntnisgewinnung.

Der Mensch agiert in einer Welt, in der das ihn umgebend Existierende, die Wahrheiten und die davon ausgehenden Wirkungen auf ihn, in seiner Erkenntnis zu einem großen Teil verborgen bleiben. Dies steht nicht im Widerspruch zu seiner Existenz, sondern ist Folge der evolutionären Prozesse, die ihn zu dem machten, was er ist und für die keine Notwendigkeit bestand ihn mit der Möglichkeit von Wahrnehmungen auszustatten, die für seinen Fortbestand als biologische Spezies nicht zwingend sind.

Dennoch haben die evolutionären Prozesse dem Menschen die Befähigung der Erlangung von Erkenntnissen gegeben. Diese phänotypische Besonderheit, ist nicht nur das, was die Interaktion mit der Welt ermöglicht, sondern auch der evolutionäre Auftrag, den es zu nutzen gilt um den Fortbestand zu sichern. Nach Erkenntnis zu streben ist nicht Aufgabe Weniger, sondern wesentlicher Anspruch an menschliches Leben generell. Innerhalb der begrenzten, biologischen Parameter, die die Grenzen der Notwendigkeiten zur Erhaltung des Ichs und des Phänotypen Mensch beschreiben, folgt die Möglichkeit der Erlangung von Erkenntnissen evolutionären Gesetzmäßigkeiten.

Daher ist Erkenntnis kein kollektives Erlebnis, oder ein gemeinschaftlicher Vorgang, sondern ein individueller Akt evolutionärer Entwicklung, der wie jeder andere evolutionäre Prozess, durch Selektion innerhalb der Interaktion mit vielen anderen, erst rückwirkend als erfolgreich bezeichnet werden kann. Bedingung für diesen evolutionären Prozess und seinem Erfolg ist eine möglichst große qualitative und quantitative Unterschiedlichkeit der individuellen Erkenntnisse, die der Interaktion frei gegeben werden. Erkenntnis ist aus evolutionärer Sicht zwingend individuell um die Selektion zu ermöglichen. Kollektive, gemeinschaftliche oder statisch erhaltene Erkenntnis steht in direktem Widerspruch zu den grundsätzlichsten Ansprüchen menschlicher Entwicklung. Die individuelle Erkenntnis ist aus evolutionärer Sicht die Prämisse menschlichen Seins. Gemeinschaften sind kollektive Zweckbündnisse zur Erhaltung oder Abwehr von Umständen und müssen terminiert sein, um den evolutionären Auftrag der individuellen Erkenntnisgewinnung nicht zu gefährden, der innerhalb dieser nur begrenzt, oder nicht möglich ist.

Das Vier-Welten-Kreis Modell als Darstellung des Erkenntnisweges, der Erkenntniswelten und ihre Wirkung aufeinander

VierweltenkreisTP

W1 – Die Welt 1 ist indeterministisch und umfasst alle Zu,- Sach-, und Umständen, sowie Interaktionen und Wirkungen mit oder ohne Wirkursache, als auch die nicht erfassbare dunkle Materie bzw. Energie. Die Welt 1 ist mit menschlichen Parametern nur in Teilen wahrnehmbar. Einzig der deterministischer Anteil der Welt 2 und ihre Wirkungen durch Interaktion auf Entitäten der Welt 3 können können aufgrund deren deterministischen Anteilen wahrnehmbar sein. Die Welten 2, 3 und 4 als auch das Chaos sind Teile der Welt 1.

C – Das Chaos ist der Übergang der indeterministischen Welt 1 zur deterministischen Welt 2. Im Chaos wirken kausale Zwänge der Welt 2 ebenso wie die Freiheit des Zufalls der Welt 1. Hier treffen Wahrheit und Realität aufeinander, treten in Interaktion und bewirken sich gegenseitig. Der Umfang dieser Interaktion bleibt jedoch aufgrund der indeterministischen Anteile unbekannt. Der Umfang des wahrgenommenen Chaos ist abhängig vom indeterministischen und damit nicht wahrnehmbaren Wirkanteilen der chaotischen Entitäten. Je höher der Anteil dieser ist desto chaotischer ist die Wahrnehmung.

W2 – Die Welt 2 ist der deterministische Anteil der Welt 1 und umfasst Materie und Energie in ihren Zu,- Sach-, und Umständen, als auch ihre der Kausalität folgenden und wahrnehmbaren Interaktionen und Wirkungen. Sie ist der mit menschlichen Parametern wahrnehmbare Teil eines Ganzes und im menschlichen Verständnis die Realität.

W3 – Die Welt 3 ist die Welt der Vorstellungen. Sie umfasst die Konstrukte individueller kognitiver Leistungen, als ästhetische, ethische, idealistische, religiöse Ansichten oder wissenschaftliche Theorien und Regelwerke und kollektiven Vorstellungen der Gesetze und Moral.

W4 – Die Welt 4 ist die Welt der individuellen sensorischen und kognitiven Befähigungen, sie ist der Sitz des Bewusstseins und der Ort der aktiven Tätigkeit des Erfassens von Erkenntnissen. Hier gewonnene Erkenntnisse fließen in die Welt 3 ein, von wo sie mit der Realität der Welt 2 und der Wahrheit der Welt 1, in Interaktion treten.

Transzendenzen – Transzendenzen sind direkte Aktionen der Welt 1, in die Welten 3 und 4. Sie sind Durchgriffe der Wahrheiten der Welt 1 auf die Vorstellung, als Glaube in der Welt 3 und dem Bewusstsein in der Welt 4, in Form unvermittelter Erkenntnisse für die es keine Wirkursache zu geben scheint. Transzendenzen sind aufgrund ihrer indeterministischen Anteile weder kontrolier- noch verifizierbar. Im Gegensatz dazu sind paranormale Phänome nicht indeterministischer Natur, sondern erfassbare aber unbekannte Entitäten, die wir innerhalb unserer Erfahrungsmuster und Erkenntnisse nicht zuordnen können.

Auf der Ebene der bewussten Erkenntnissuche beginnt der Weg im Bewusstsein der Welt 4. Dort wird aufgrund der individuellen kognitiven Befähigungen festgelegt wonach gesucht werden kann. Gefiltert durch die persönlichen Vorstellungen der Welt 3 wird festgelegt nach welcher Erkenntiss gesucht werden soll und die sensorischen Befähigungen in der Realität der Welt 2 bestimmt wonach dann noch gesucht werden wird. Das erzielte Ergebnis folgt dann analog der reaktionären Ebene.

Auf reaktionärer Ebene beginnt der Erkenntnisweg in der Welt 1 als absolute Wahrheit, reduziert sich in der Welt 2 auf die Realität, wird dort sensorisch wahrgenommen und auf dem Weg in das Bewusstsein zur individuellen Bearbeitung in der Welt 4, in der Welt 3 durch persönliche Vorstellungen gefiltert.

Menschliche Erkenntnis hat Grenzen, sie sind individuell von den biologisch definierten Parametern der Wahrnehmung und des strukturellen Aufbaus des Gehirns, als Verarbeitungsorgan der Wahrnehmung, aber auch vom indeterministischen Anteil der Entitäten vorgegeben. Solange Erkenntnisse gemacht werden, geschieht das innerhalb menschlicher Parameter. Indeterministischen Entitäten selbst oder indeterministische Anteile erfassbarer Entitäten, liegen außerhalb dieser Parameter und sind für menschliche Erkenntnis unzugänglich. Daher wären sie auch, wenn wir solche Erkenntnisse theoretisch machen könnten, für uns irrelevant, da wir kein Bezugs- oder Verarbeitungssystem für sie hätten. Wir würden also Erkenntnisse machen, ohne sie als solche erkennen oder nutzen zu können.

Die Wahrheit nicht zu wissen, sie nur zu erahnen hat Folgen. Die Folge ist nicht die Suche nach Erkenntnis einzustellen, sondern durch das Wissen niemals in den Besitz der endgültigen Erkenntnis, der Wahrheit kommen zu können, den gemachten Erkenntnissen weniger zu trauen, sie nicht zu dogmatisieren.

Aufgrund der Unmöglichkeit der Wahrnehmung des Ganzen, des Absoluten, was jede Wahrheit ausmacht, fehlt der Ontologie, als der Suche nach den Wahrheiten, in ihrem Grunde die Berechtigung. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse beschränken sich auf eine möglichst zuverlässige Beschreibung der Realitäten. Wissenschaft hat nur dann einen ausreichenden Realitätsbezug, wenn sie sich ontologischer Aussagen enthält und die temporäre Begrenzung ihrer Theorien und Modelle, mittels beständiger Falsifikation, explizit in ihren Thesen sicherstellt und somit Dogmen vermeidet.

Regelwerke, gleich welcher Art sind keine universellen oder unveränderlichen Größen und haben für die Entitäten keine bestimmender Wirkung. Naturgesetze sind, aus den Interaktionen der Entitäten abgeleitete Regelwerke der menschlichen Erkenntnis, die sich aus den Beschaffenheiten der Entitäten und ihren Interaktionen erfassen lassen und nicht bereits vor diesen existent. Naturgesetze sind auch dadurch als deterministisch erkennbar, das sie als Wirkung, der Ursache Entität folgen. Es ist zweifelhaft, dass unmittelbar nach dem Urknall, bevor Atome entstanden bereits ein Naturgesetz bestand, welches die Chromosomteilung von Eichhörnchen regelt. Dennoch würde die Annahme ewig bestehender Naturgesetze dieses gebieten. Bestimmende und beständige Naturgesetze sind nur in rein deterministischen Gedankenmodellen denkbar, die den Zufall als Ereignis ohne Wirkursache ablehnen. Nach diesem Modellen wäre weder der Kasimir-Effekt der Quantenmechanik, die plötzliche, ohne Wirkursache, Entstehung von Teilchen nicht erklärbar, als auch der Mensch seines freien Willens beraubt, da er nur auf Wirkungen reagieren könnte, die seine Reaktion vorschreiben würden..

Durch das Individualitätsprinzip und die Unmöglichkeit von Wahrheits- und Allgemeingültigkeitsansprüchen, sind Prämissen der Kern aller menschlichen Erkenntnis. Prämissen sind im Gegensatz zur Moral nicht kollektive sondern individuelle Regelwerke die vorab jeder gemeinschaftlichen oder allgemeingültigen Norm ihre Gültigkeit und Anwendung finden. Sie stehen in Übereinstimmung mit den evolutionären Vorgaben des Menschseins als Individuum und basieren auf Werten, die durch persönliche Erkenntnisse, auf der Basis der individuellen Parameter der Wahrnehmung und ihrer kognitiven Verarbeitung, erfasst wurden. Ein Leben nach den Maßgaben der eigenen Prämissen, ist der Garant für ein Leben im Einklang mit sich selbst und den Dingen an sich.

Das Individualitätsprinzip verdeutlicht die Problematik der etablierten Lern- und Erkenntnissysteme, bei denen die Lösungswege statisch sind und die zu vermittelnde Erkenntnis, unter Vernachlässigung der differenten Ausgangspunkte, erreicht werden soll. Das Individualitätsprinzip begründet sich durch die Unterschiedlichkeit der Wahrnehmungsparameter und der kognitiven Fähigkeiten sowie der informellen Verarbeitung, also der Wahrnehmungen und Darstellung. Diese Unterschiedlichkeit basiert auf dem genetisch bedingten, differenten Aufbau des Wahrnehmungsapparat und des Gehirns, mit seinen individuell erlernten Verarbeitungsmustern, die sich als neuronale Netzwerke, aus der Summe aller persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen bilden. Als Folge dessen, führen gleiche Grundannahmen durch individuelle Wahrnehmungen und kognitive Verarbeitung, immer zu differenten Darstellungen. Das ist das Prinzip des menschlichen Lernprozesses. Dieses Prinzip ist bestimmt durch eine immer größere Anzahl von Wahrnehmungen, die kontinuierlich die individuellen Verarbeitungsmuster verändern und dadurch zukünftige einzelne Wahrnehmungen unterdrücken oder verstärken. Dieser fortlaufende Prozess beschreibt die zunehmende Qualität des Lernens im Laufe eines Lebens. Die Quantität ergibt sich aus der genetischen Vorgabe, die eine biologische Grundlage der neuronalen Netze sichert. Das Individualitätsprinzip besagt das menschliche Erkenntnis nicht gelehrt werden kann, da Lösungswege nicht übernommen werden können und somit Erkenntnis das Ergebnis eines individuellen aus freiem Willen beschrittenen Lösungsweges ist. Daraus ergibt sich eine allgemeine gesellschaftliche Pflicht, nicht eine pauschal gleiche Erkenntnisfähigkeit zu unterstellen und das individuelle Recht differente Wege zur Erkenntnisgewinnung zu nutzen, als auch nicht jede Erkenntnis machen zu müssen oder zu können.

Der Parametäre Realismus liefert keine ontologischen Aussagen und ist in diesem Sinne keine klassische Erkenntnistheorie der Philosophie. Durch seinen Aufruf zur Bewusstwerdung des Nichterkennens bietet er ein generelles Arbeitsmodell zu philosophischen und wissenschaftlichen Fragestellungen und ist somit Lebensphilosophie. Eine Lebensphilosophie die Individualität fordert und Erkenntnis sucht, die keinen Anspruch auf Wahrheit erhebt und keine Dogmen duldet.

Als Lebensphilosophie fordert der Parametäre Realismus dazu auf, sich zum Nichtwissen um Wahrheiten zu bekennen. Denken und handeln sollte nicht darauf gerichtet sein, das aus einer nicht erkennbaren Wahrheit abgeleitete Richtige zu tun, sondern das Falsche in der Realität zu erkennen. Dies ist kein Weg zur Wahrheit, bringt aber durch Ausschluss möglichst vieler Unwahrheiten dieser näher.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

© Heinz Sauren

National und Sozialist

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Ich bin ein Linker. Ich bin davon überzeugt das nur ein sozialistisches Gesellschaftssystem, das Leben der Menschen untereinander und auf Dauer, erträglich gestalten kann. Ich glaube das über den Kapitalismus irgendwann einmal in Geschichtsbüchern zu lesen sein wird, das er die brutalste und folgenschwerste Ideologie war, die sich der Mensch je erdachte.

Ich bin ein Liberaler und denke, das nur die individuelle Freiheit jedes Einzelnen, das Menschsein ausmacht. Ich weiß, das es genauso falsch ist, einen Einzelnen für seine Gedanken zu kritisieren, wie das bei Ideologien zu unterlassen. Staaten sind für mich Dienerschaften, die vorübergehend mit Verwaltungsaufgaben betraut sind. Sie haben ein repräsentatives und ordnungsrechtliches Vertretungsrecht, nicht aber ein inhaltliches, das obliegt dem Souverän.

Ich bin ein Rechter. Ich identifiziere mich mit der Geschichte und der Kultur dieses Landes, auch wenn es nicht bequem ist. National ist für mich eine Orts- und Gesellschaftsbestimmung und umschreibt einen geographischen, sowie einen soziokulturellen Raum. Ich sehe darin keine ideologische Aussage oder Staatszugehörigkeit, da der soziokulturelle Raum nicht mit dem Staatsgebiet übereinstimmen muss.

Ich bin also sozialer Liberalnationalist, oder ein nationaler Sozialliberaler, oder ein liberaler Nationalsozialist.

Suchen Sie sich was aus. Ein Nazi bin ich nicht.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

Die Kunst der Wissenschaft

verzweiflung

Die Wissenden glauben sich als Führer der Gesellschaft und ihre Führung wurde ihnen zur Kunst. Eine Kunst die Wissen schafft und so nennen sie diese Wissenschaft.

Sie diagnostizieren, verifizieren und dozieren in solcher Flachheit, das ihnen schon die geringste Erkenntnis, als Beweis ihrer Wissensgabe gilt und letztlich ihrer Allwissenheit zu beweisen scheint. Dieses genügt ihrem Anspruch nach Wahrheit und so glauben sie sich im Besitz dieser.

Von den Wissenden gibt es dreierlei Arten. Die einen die Hoffen zu Wissen, die anderen die Glauben zu Wissen und jene die Wissen zu Wissen.

Jene die Hoffen zu Wissen, sind die Ängstlichen. Im Grunde ihrer selbst erahnen sie ihr Unwissen, doch ihr Antrieb ist die Hoffnung, die sie vor der Dunkelheit ihres Unwissens bewahren soll. Ihr Wissen hat einen schönen Klang und ist von großer Leere, das ist alles was ihr Wissen ist. Sie hoffen, Wahrheiten entfliehen zu können.

Jene die Glauben zu Wissen, sind die Einfältigen. Sie sind von dem was sie zu Wissen glauben so sehr überzeugt, das ihnen jeder Zweifel fremd ist. Jede Kritik an ihrem Wissen, ist ihnen Kritik an ihnen selbst. Ihr Wissen lebt nicht von Erkenntnissen, sondern von der Darstellung ihrer selbst. Ihr Wissen ist das Wissen der großen Reden und Predigten. Sie glauben, Wahrheiten benennen zu können.

Jene die Wissen zu Wissen, sind die Vermessenen. Sie sind die Hohepriester des Beweises und der Beweis ist ihnen das höchste Wissen. Ihr Wissen ist die Begründung, die immer ausladender ist als ihre Erkenntnis. Sie stellen ihr Wissen noch vor die Wahrheit.

Keine Erkenntnis ist ihnen heilig genug, als das sie dieser, nicht die Krone der absoluten Wahrheit über stülpen wollen. Das schaffen von Wissen ist ihnen wichtiger als die Erkenntnis und so schufen sie zu jedem Erkenntnisfeld eine Wissenschaft, da ihnen jede Erkenntnis nur dann genügt, wenn sie eine wissenschaftliche ist.

Lange werden sie brauchen, bis sie verstehen, dass ihre empirische Wissenschaft kein Wissen  schafft, sondern ihr Wissen auf empirische Erkenntnisse begrenzt. Soviel Hochmut steckt in ihrer Wissenschaft, dass sie glauben, ihre von simplen natürlichen Abläufen abgeschaute Welt, sei das Ergebnis ihrer Erfindungsgabe.

Doch kein Element, kein Leben wurde je von Ihnen geschaffen. Sie wähnen ihr Leben in Abläufen, die sie zu kontrollieren glauben. Wie wollen sie kontrollieren, was sie nicht einmal verstehen?  Sie glauben an einen immer währenden Fortschritt. Sie sehen nicht das Fortschritte in geschlossenen Systemen endlich sind. Sie erkennen nicht, dass Demut ihnen ein Verstehen gewähren würde, während ihr Hochmut sie des Verstehens beraubt.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

 

Angst vor Armut

armut
Als Teil der Gesellschaft ist Armut das Stigmata, an dem sie die Wertlosigkeit des Einzelnen für ihre Gemeinschaft erkennt. Die Angst jedes Einzelnen vor Ausgrenzung durch Armut ist so groß, dass jeder sich jedem Joch unterwirft, das ihn vor dieser Ausgrenzung zu bewahren verspricht.

Doch nicht die Armut des Ich, nur die Armut am Mehrwert ist es, was sie fürchten. Nicht wer da arm im Geiste, oder am Gemüt, scheint ihnen in Armut gefangen, nur der Mangel am Geld gilt ihnen als arm.

Ihr ganzes Leben mühen und plagen sie sich, nicht dieser Armut anheim zu fallen und doch ist all ihr streben vergebens, ein jeder von ihnen geht so arm wie er gekommen war. Sie raffen und horten, gieren und neiden, als könne auch nur einer von ihnen mehr als satt essen, oder in mehr als einem Bett schlafen.

Je größer eines jeden Angst, vor diesem Schmerz der Armut, desto einfältiger sind seine Begründungen, dieser Armut zu entrinnen. Sie sind dem Wahn verfallen das Lebensqualität sich in Besitz bemisst und sehen nicht den eigenen Verlust an Leben, den ihr Besitz mit sich bringt.

Gehetzt und geschunden an Geist und Gemüt, zermürbt auf der nie enden wollenden Flucht, vor dem permanent lauernden Abgrund der Mittellosigkeit, ist ihr Leben ein beständiges Leiden, zum Nutzen der Gesellschaft. Sie erkennen nicht, dass viele arm sein müssen, um den Reichtum weniger zu schaffen. Sie verstehen nicht, dass erst die Mittellosigkeit vieler die Maßlosigkeit weniger ermöglicht.

Die Armut des Einzelnen, ist der Reichtum der Gesellschaft.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

Sinn der Arbeit

ChaplinMaschine

Als Teil der Gesellschaft ist der Einzelne nicht mehr als ein Werkzeug ihrer Ziele und ihr Ziel ist das immer mehr. Das Mehr ist ihr Sinn und der Mehrwert sein Ausdruck. So ist das Mehr und sein Mehrwert der Gesellschaft zum Sinn geworden. Arbeit ist ihre Grundlage zur Erreichung der Ziele, der kein Einzelner bedarf doch ihre Gesellschaft braucht. Das Produkt dieser Narretei, der Mehrwert schafft erst den Wert des Einzelnen in ihrer Gesellschaft. Es ist die Knechtschaft des Einzelnen zum Nutzen der Vielen.

Die Gesellschaft erfindet ihre Werte aus dem nichts und nennen dieses Nichts Geld. Doch ihr Geld ist die Schuld dessen, der sich in die Knechtschaft seiner Produktivität begibt. Sie sehen nicht wie sinnlos ein Leben ist, wenn es seinen Sinn aus seiner Produktivität für eine Gesellschaft erfahren muss.

Wie wenig muss ihnen ein Sinn sein, wenn sie keinen eigenen finden? Wie wenig ist ihnen ihr Leben, wenn sie die Erfüllung in definierten Arbeitsabläufen finden? Wie wenig Geist ist ihnen geblieben, dass sie ohne Arbeit sich selbst zu viel werden? Wie wenig sind sie ihrer Gesellschaft, wenn ihr Nutzen sie bemisst? Der Weise hält sich von Arbeit fern, da er sein Sein nicht den Zielen der Vielen opfern will.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

Wahrheit

wahrheit

Mit der Wahrheit ist das so eine Sache. Jeder glaubt sie zu kennen und fast jeder ist sich sicher, dass andere Meinungen als die eigene, auf der Unkenntnis um die Wahrheit zurück zu führen sein müssen.

Aber wie kann es sein, das wir persönlich auf wundersame Weise dazu befähigt sind, die Wahrheit zu erkennen, während all die anderen dazu verdammt zu sein scheinen, die Wahrheit nicht erkennen zu können.

Wahrheiten werden zu Problemen, wenn sie auf menschliches Bewusstsein treffen.

Das erste Wahrheitsproblem liegt schon im Gebrauch des Begriffs versteckt. Jeder kennt das Gleichnis des Glases Wasser, welches entweder halb voll oder halb leer ist. Die Wahrheit umfasst alles, sie ist absolut. Auf das Glas Wasser bezogen, käme der Wahrheit näher, annähernd 50% der Gesamtfüllmenge des Glases sind sind mit Wasser und anderen flüssigen Stoffen befüllt und annähernd 50% des Glases mit Sauerstoff, Stickstoff und anderen Gasen. Eine weitere unbekannte Menge ist mit weiteren unbekannten Stoffen befüllt. Der Wahrheit in einer Aussage näher kommen zu wollen erweist sich im allgemeinen Sprachgebrauch als umständlich. So werden der Einfachheit halber, Teilauszüge der Wahrheit als umfassend wahrheitlich, weil der Wahrheit entnommen, dargestellt. Zum Beispiel die Aussage, das Glas Wasser sei halb voll. Das ist eine Realität, ein Teilauszug der Wahrheit. Da aber eine Wahrheit alles sie bestimmende, beinhaltende und umfassende ausmacht, ist ein Teilauszug, der wesentliche Bestandteile ausblendet, keine Wahrheit. Deutlicher wird das im Fall des Glases Wasser wenn andere Teilauszüge gewählt werden. Die Wahrheit umfasst das Gefäß, das Glas und den Inhalt. Die Benennung, nur eines Teilauszuges der Wahrheit kann stark verfälschend wirken, z.B. durch die realistische Aussage, das ist ein Glas. Diese Teilaussage würde im allgemeinen Sprachgebrauch als Wahrheit gesehen werden, ignoriert aber den Inhalt des Glases und ist in Bezug auf das Gesamte, das Glas Wasser, nicht die Wahrheit.

Das zweite Wahrheitsproblem ist der Anspruch, der mit der Wahrheit verbunden ist. Sie ist statisch, nicht veränderbar und kann nicht widerlegt werden. Das ist zwar richtig, aber macht jede Wahrheit für den menschlichen Gebrauch unbrauchbar, da es nicht möglich ist, alle Zu- und Umstände zu einer Sache zu erkennen. Deutlich wird das an einer wissenschaftlichen Erkenntnis. Es ist bekannt das bis zu 70% des Universums nicht mess-, benenn-, oder sichtbar sind. Die dunkle Materie und Energie. Wenn wir die Naturgesetze auch nur annähernd richtig deuten, gelten alle Gesetzmäßigkeiten des Universums, auch für den Teilbereich, den wir Erde nennen. 70% all dessen was uns umgibt, ist damit nicht mess-, benenn- und sichtbar, also auch der größte Teil des Glases Wasser. Wer könnte von einer Wahrheit sprechen, wenn wesentliche Teile der Wahrheit unbekannt sind. Das menschliche Bewusstsein ignoriert das Unbekannte und füllt die Lücken mit bekannten Anteilen. Jede Wahrheit birgt die Gefahr, in dem nicht benannten, unbekannten Anteil eine gegensätzliche Aussage zu treffen, als der offensichtlich wahrnehmbare Anteil vermuten lässt.

Das dritte Wahrheitsproblem ist der menschliche Allwissenheitsanspruch. Seit der Epoche der Aufklärung haben die Wissensschaften den Glauben genährt, das sie alles erklären können und die Bereiche die nicht erklärbar sind, sich nicht generell unserem Wissen entziehen sondern wir auch diese Rätsel irgendwann entschlüsseln werden. Ein Anspruch der sich tief in das menschliche Selbstverständnis eingebrannt hat. Doch Anspruch und Realität klaffen weit auseinander. Seit Darwin sollten wir wissen dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung ist, sondern das Ergebnis seines Lebensraums, an den er sich bestmöglich angepasst hat. Diese Anpassung bestand nicht nur aus einem Hinzugewinn immer weitergehender Fähigkeiten, sondern auch aus dem Verlust nicht notwendiger und dem Weglassen unnötigter Fähigkeiten. Wir verfügen über eine gute Ausstattung, um als Jäger und Sammler in der Biosphäre der Erde zu bestehen, aber über keine besonderen Fähigkeiten als Wahrheitsfinder. Ein solcher bräuchte nicht zwingend unser Gehirn, aber eine wesentlich ausgereiftere und breiter gefächerte Sensorik, da um etwas zu erklären, dieses erst einmal erfasst werden müsste. Menschen erfassen nur einen sehr kleinen Teil des Lichts, des Schalls, der elektromagnetischen Ströme, der Wärmestrahlung oder der kinetischen Energie und haben keinerlei Sensorik für den Makro- und Mikro-Kosmos. Technische Hilfsmittel die mehr Informationen liefern, kaschieren unsere Unzulänglichkeiten und blenden dabei aus, das auch diese aus unserem, mangels Sensorik, fehlerhaften Bewusstsein konstruiert wurden und damit nur eine Erweiterung des bekannten, auf menschliche Sensorik beschränkten Sichtfeldes sein können. Selbst absolute wissenschaftliche Kenntnis, sofern der Mensch sie erlangen könnte, würde zu dem Schluss führen, einen Teil nicht, oder noch nicht erkennen oder erklären zu können. Das Nichtwissen aller Zu- und Umstände zu einer Sache, bedeutet Teile der Wahrheit und damit die Wahrheit die es nur als ganzes gibt, nicht zu kennen.

Es ist ein Irrtum und auch nicht notwendig, auch nur eine Wahrheit kennen zu können. Es ist ausreichend, die bewusst gewordenen Realitäten anzunehmen. Sie sind bestimmend für das Zurechtfinden in dieser Welt. Aber auch diese uns bewusst werdenden Teilauszüge der Wahrheit, haben keinerlei Allgemeingültigkeitsanspruch und sind nicht fehlerfrei, da auch sie mittels unserer persönlichen Sensorik erfasst wurden. Sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen sind das Ergebnis einer individuellen Befähigung und Ausbildung der sensorischen Organe, die zu ganz individuellen Realitäten führen, die jede für sich den gleichen Anspruch auf ausreichende Gültigkeit hat. Individualität bedeutet nicht Alleinigkeit, kann sie aber beinhalten. So individuell Realitäten auch sind, häufen sich Ähnlichkeiten der Wahrnehmung, durch vergleichbare kulturelle und kognitive Konditionierungen.

Realitäten erklären die Welt ausreichend. Menschen handeln vernünftig, wenn sie gelernt haben, die Schnittmengen zwischen ihren und den Realitäten der anderen zu erkennen. Sie sind die Basis jedes Miteinanders. Der Versuch eine Wahrheit zu besitzen, oder die Allgemeingültigkeit der eigenen Realität zu fordern, zwingt andere ihre Realität aufzugeben oder zu verteidigen. Ein sinnloser Kampf, da er die individuellen Wahrnehmung nicht bestimmen kann und als Ergebnis immer die Unterdrückung persönlicher Realitäten fordert. Es ist die Annahme eine persönliche Realität könne wertvoller sein, als eine andere und als solche ist sie diktatorisch.

Stabile soziale Gefüge, ob in großem oder kleinem Maße basieren nicht auf gleichen Realitäten und schon gar nicht auf Wahrheiten, sondern auf dem Zugeständnis der Individualität. Die Zusammengehörigkeit wird nicht durch die Aufgabe individueller Realitäten bestimmt, sondern aus der Größe der Schnittmengen. Sozial stabile Gefüge basieren auf der freien Willensentscheidungen, sie sind nicht zwingend, aber im Einzelfall konsequent.

Der Einsatz vermeintlicher Wahrheiten ist manchmal ein unbewusst eingesetztes Narkotikum, das den Schmerz der Unwissenheit betäuben soll, aber zumeist eine erkenntnisdiktatorische Nötigung. Der Irrglaube an ihren Besitz, war immer der Anlass für die größten Blutspuren durch die Geschichte der Menschheit und der Grund der meisten persönlichen Katastrophen.

Ich verbleibe in diesem Sinne
Heinz Sauren

Der Kompromiss als Verrat an sich selbst

gandhiluther

Kompromisse sind die Schmierstoffe der Gemeinschaft. Geschuldet der möglichst reibungslosen Verwaltung der Gesellschaft generiert der Kompromiss einen imaginären eigenen Willen, der nicht dem Willen der Teilnehmer einer Gemeinschaft geschuldet ist, sondern den gemeinsamen Nenner ihrer Teilnehmer beschreibt, der an inhaltlichen Aussagen analog der Anzahl der Teilnehmer verliert.

Ein Kompromiss ist das Ergebnis der Schwäche von Standpunkten, die mangels Durchsetzbarkeit aufgegeben werden, um einen neuen Standpunkt einzunehmen der mangels eines konträren Standpunkts seine Festigkeit nicht beweisen muss.

Eine ewige Weisheit der Freiheit lautet, dass das, was der Gemeinschaft nutzt, dem Einzelnen schadet. Da bildet der Kompromiss keine Ausnahme,da er die Aufgabe der individuellen Überzeugung fordert und somit die individuelle Entwicklung erschwert oder verhindert. Der gesellschaftlich geforderte Konsens zur Kompromissbereitschaft, ist auch als gesellschaftlicher Ausdruck, einer der Schwäche.

Es war der mangelnde Wille zum Kompromiss und die fehlende Bereitschaft die eigene Überzeugung auf einen Nenner, mit anderen Überzeugungen zu begrenzen, der in der Geschichte der Menschheit die Schritte zu ihrer Weiterentwicklung ermöglichte. Die wenigen die es vermochten, die Menschheit einen Schritt weiter zu tragen, konnten dies nur, weil sie für die Erhaltung ihrer Überzeugung jeden Kompromiss ablehnten und damit das Unverständnis und den Zorn ihrer Zeitgenossen ertrugen.

Der ausdrücklich von ihnen geforderte Kompromiss hätte die Erkenntnisse eines Kopernikus und eines Galileo zunichte, den Kampf eines Gandhi und eines Luther-King unmöglich gemacht und den Durchbruch der Demokratie durch die Französische Revolution als eine Reformation verhindert. Washington hätte durch einen Kompromiss die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung verhindert und ein Kompromiss hätte den zweiten Weltkrieg beendet aber das Nationalsozialistische Deutschland weiter bestehen lassen.

Der Kompromiss ist das süße Gift, das gesellschaftliche Entwicklungen vor Auseinandersetzungen zu schützen verspricht, in dem es jede Spitze der Erkenntnis und Forderung, auf das Schafott eines ängstlichen Friedens zwingt und jede Besonderheit als Ausdruck der Individualität zu leben verhindert.

Doch der größte Verrat den der Kompromiss mit sich führt, geschieht nicht in der Gemeinschaft, sondern in der Intimität des Umgangs der Menschen miteinander. Wenn zwei Menschen sich auf einen Kompromiss einigen, bestimmen sie, zwei individuelle Willen aufzugeben um einen neuen zu bestimmen, der zuvor keinem zu eigen war. Dieser neue Wille leidet an der Schwäche von zwei Menschen getragen werden zu müssen, ohne auch nur einen von ihnen, vorbehaltlos hinter sich zu wissen. Keine Forderung ist versklavender, als die nach der Aufgabe der eigenen Überzeugung, zum Zwecke der vereinfachten Erreichung von Zielen, von denen keines die Aufgabe der eigenen Überzeugung Wert sein kann, wenn die Individualität wertvoll sein soll.

Ein Kompromiss ist das süße, weil betäubende Gift der Schwäche. Es ist die Kunst der Verleugnung eigener Überzeugungen, die nur jenen gelingt, die so wenig von ihr in sich tragen, dass sie das was sie ihre Überzeugung nennen, immer in der Mittelmäßigkeit des Konsens mit anderen wiederfinden. Er wird immer dann gefordert, wenn der Glaube vorherrscht, dass das ängstliche Verharren menschlicher sei, als der Mut zu eigener Entwicklung.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren