Der Tod

Mein treuester Freund, mein stillster Begleiter,

auf meiner Reise, vom ersten Tag an.

Mein tiefster Gedanke, mein heftigster Streiter,

folgst du mir stetig, bis zu meinem Ende dann.

 

Du warst so leise, auf all meinen Wegen,

du warst schon da, als meine Geschichte begann.

Du warst so gnädig, mit all meinem Streben,

du warst schon da, als meine Geschichte zerrann.

 

So will ich Dir folgen, Du warst immer weise,

was Du mir versprachst, das war immer da.

So will ich Dir folgen, auf dieser Reise,

was Du mir versprachst, das war immer klar.

Heinz Sauren

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Du und Ich

Du willst mein Freund sein? Bist Du es, der bereit ist aufzugeben, was ich nicht einzusetzen wage? Beweise Dich und ich will Dir treuer sein, als Dein ärgster Feind!

Du willst mein Feind sein? Dann will ich mich Dir, nach meinem Besten stellen. Doch schone mich nicht. Dann wärest Du mir, nicht mehr als mein schlechtester Freund und ich will Dich verachten!

Du suchst mir zu gefallen? Was sollte ich zu meinem Gefallen an Dir finden, wenn Du Dir nicht selbst gefielest?

Du willst mich beschenken? Was könntest Du mir schenken, dass ich nicht schon hätte, von dem Moment an dem Du mich beschenken möchtest?

Du erbittest meine Hilfe? Dann will ich Dir helfen in jeder Not, auch wenn es mein Schaden ist. Doch ist Deine Not nur Dein Unwohlsein, will ich mich von Dir abwenden und meinen Schaden gegen Dich richten!

Du willst glauben? Wenn Du es wolltest, tätest Du es!

Du willst Gerechtigkeit? Welche Art von Gerechtigkeit könnte erbeten werden? Nimm Dir Dein Recht und Dir wird Gerechtigkeit widerfahren!

Du willst Freiheit? Bist Du bereit Deine Sicherheit für sie zu opfern und selbstbestimmt genug, um sie eigenverantwortlich zu ertragen? Fordere dieses Wollen mit großer Vorsicht, da es der Wunsch ist die Unfreiheit zu töten und mit ihr alles, was nur in Unfreiheit leben kann!

Du willst verstehen? Was willst Du verstehen? Die Dinge, Dich selbst, oder gar die ganze Welt? Nichts wirst Du verstehen, solange Du es zu verstehen suchst!

Du fürchtest den Tod? Der Tod ist der finale Akt Deines Lebens. Ich will Deine Gesellschaft nicht, da Du verbirgst, was Dich vor Dir selbst fürchten lässt!

Du suchst nach Liebe? Sie ist nichts was Du verschenken, oder von einem Anderen Dir geschenkt werden könnte. Suche Deinen Frieden und Du wirst sie finden!

Du strebst nach Geld, Macht und Ruhm? Dann will ich Dir zuschauen, wie Du Dein Bestes durch Dein Schlechtestes ersetzt, aber ich will Dir nicht folgen!

Du willst meine Vergebung? Warum willst Du mich zu Deinem Richter machen? Ich richte nicht über Dich, daher kann ich Dir auch nicht vergeben!

Du willst über mich richten? Dann urteile wohl bedacht, da ich Dich an Deinem Urteil messen werde!

Du willst mich überzeugen? Bemühe Dich nicht. Ich werde Deine Überzeugung für meine verraten!

Du willst mich beugen? Dann wirst Du mich brechen müssen! Beugst Du mich nur, werde ich mich wieder aufrichten!

Du hast Angst vor der Einsamkeit? Dann will ich Dich nicht ertragen, da Du so wenig Wert in Dir trägst, dass Du Dich nicht einmal selbst ertragen kannst!

Du eiferst Idealen nach? Dann will ich Deine Ideale suchen und von ihnen lernen. Dich aber werde ich meiden, da Du mir zu wenig selbst Ideal bist, als das ich von Dir lernen wollte!

Du forderst Respekt von mir? Dann will ich ihn Dir erbringen, auch wenn Du ihn mir verweigerst. Forderst Du ihn jedoch nicht um Deine Ehre, sondern zu Deinem Vorteil, dann will auch ich meinen Vorteil von Dir nehmen!

Du streitest für Wahrheit und Moral? Bist Du es, der im Besitz der einzigen und absoluten ist? Dann will ich Dich einen Lügner nennen und gegen Dich streiten!

Du glaubst, Du bist schwach, Deine Worte gering? Dann will ich jedem davon berichten, wie stark Du bist, das Du Deine Schwäche erkennst und wie groß Deine Demut ist, das Du Deine Worte für gering erachtest!

Du willst mein Mitleid? Mitleid ist die verratene Freude den Schaden nicht selbst gehabt zu haben. Ich will mich über Deine Trauer nicht erfreuen!

Heinz Sauren

Denkende

Nach Glück und Freiheit wollen wir streben,
mit Fragen und Zweifel, einen Sinn uns geben.
Die brennenden Zweifel, wie Feuer spüren,
mit Hilfe von Fragen, die Flammen schüren.

Was dem Denker ein Glück, wohl seine größte Freud,
ist aus Kleingeistes Blick, wohl sein größtes Leid.
So müht sich der Kleingeist, in all seinem Streben,
zu verbannen die Zweifel, welch sorgloses Leben.

Beschneidet die Freiheit, die Lust am Denken,
im Sinne der Vielen, so kann man sie lenken.
Für Fragen und Zweifel, nur Spott und Hohn,
so lenkt man die Vielen, das ist ihr Lohn.

Nun seht die Gefahr, für jene die denken,
entstanden durch jene, die andere lenken.
Moral und Gesetz, der Erfolg kleiner Geister,
ihr Eifer wird größer, ihr tun immer dreister.

Verbrecher sind nun, die fragenden Denker,
und Richter sind nun, die eifrigen Lenker.
Die Gleichheit der Vielen, sie soll nun verwalten,
nicht Zweifel und Fragen, die Zukunft gestalten.

Die Gleichheit der Braven, der Kleinen, der Laffen,
zu schwach für das Leben, es wird sie wegraffen.
Das Feuer des Glückes, der Freiheit, wird fressen,
an Fragen und Zweifel, wird es sich bemessen.

Die Lenker der Schwachen, die Gleichheit ihr Plan,
das Leben wird richten, sie in ihrem Wahn.
Wer immer versucht hat, die Denker zu richten,
hat schmerzlich gelernt, dass ihre Fragen vernichten.

Heinz Sauren

Des Lebens Freiheit

 

Der Morgen graut, das Leben beginnt,
erzwungen, bevor die erste Stunde verrinnt.
In schamloser Freiheit, als Wille geboren,
schon rinnt die Zeit, das Leben verloren.

Der Kindheit Spiel, soll Hoffnung geben,
manch zaghafter Schritt, ins neue Leben.
Der Wille zu nehmen, was immer es ist,
und ihn zu leben, nur kurz ist die Frist.

Die Schule beginnt, es gibt kein zurück,
zu lernen die Regeln, gar Stück für Stück.
Der Wille zur Freiheit, nun muss er sterben,
Schuld und Scham, das sind seine Erben.

Die Schule beendet, der Wille gebrochen,
der Freiheits Wille, kommt nur noch gekrochen.
Die Freiheit von allen, die der Gemeinschaft,
so zeigt sich der Wille, die neue Geheimkraft.

Werken und Schaffen, die Suche nach Geld,
so scheint er nun, der Nabel der Welt.
Mit ewiger Hast, getrieben durch Jahre,
auf das nur kein Unglück, darin widerfahre.

Beruf und Familie, vielleicht auch noch Kinder,
auch Hab und Gut will zählen nicht minder.
Der Nachbar beeindruckt, der Schein ist gepflegt,
die Freiheit erstorben, das Ansehen gehegt.

Erzwungen das Glück, nicht Willens zu teilen,
verurteilt zu hasten, dem Glück nach zu eilen.
Nicht fähig zu wehren, nicht mündig zu hassen,
nur folgend den Zielen, das Leben in Klassen.

Die Jahre vergehen, die Freiheit verloren,
aus Freiheit und Geist, ward nichts geboren.
Für fleißige Arbeit, manch Lohn noch bekommen,
von falschen Propheten, manch Wert übernommen.

Die Chance vertan, kein zweites Beginnen,
was immer geschaffen, nun wird es zerrinnen.
Der letzte Tag ruft, es droht das vergessen,
so vieles versäumt, nun folgt das Ermessen.

Die Freiheit getreten, der Geist wird sich rächen,
die eigene Zukunft, nun daran zerbrechen.
Wer Freiheit gefordert, den Geist frei entfaltet,
der auch noch im Tode, die Zukunft gestaltet.

Dann schwebt er im Raume, sein Name ist Tot,
bringt Trauer und Pein, so manch große Not.
Er raubt sich das Herz, das Fleisch, die Gebeine,
nur des Geistes Freiheit, sie ist nicht die Seine.

Der eine vergessen, verloren den Seinen,
einzig geblieben, sein Name auf Steinen.
Der andere gesehen, der Freiheit Gesicht,
sein Geist strahlet ewig, gleich gleißendem Licht.

Heinz Sauren