Wiesengleichnis

Mir scheint ich stünde vor einer großen Wiese. Ein Meer von Grashalmen, jeder einzelne ein Wissen, eine Erkenntnis. Der Mensch scheint mir die Kuh. Fortwährend mit gefühlloser Zunge die Halme des Wissens abreißend, um sie unersättlich zu verschlingen und doch die Wurzel nie erreichend. Schwer bekommt dem Tier die Kost, so das sie immer neu hochgewürgt werde, bis sie endlich verdaut wurde, um am Ende als übel riechender Fladen Mist, noch unberührte Halme des Wissens unappetitlich zu begraben.

Vox populi vox dei

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Talk Shows stehen für gewöhnlich nicht in Verdacht Neues über ihre Teilnehmer zu offenbaren. Die Teilnahme an ihnen dient Politikern zur Verbreitung ihrer Botschaften und der Selbstdarstellung, denn jeder Politiker ist heute auch eine Marke, die gepflegt werden will. Provokationen sind Kalkül und Antworten wohl gewägt. So ist es selten, einen Blick hinter die Maske der Polit-Rhetoriker werfen zu können.

Eine dieser Polit Talk Shows moderiert Anne Will und versucht über die Popularität ihrer Gäste einen gewissen Qualitätsanspruch aufrecht zu erhalten. In der aktuellen gestrigen Sendung fanden sich unter anderem Bundesjustizminister Heiko Maas, der österreichische Außenminister Sebastian Kurz, die Parteivorsitzende der Linken, Katja Kipping, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt sowie der slowakische Europa-Abgeordnete Richard Sulík ein. Angetreten zur politischen Wasserstandsmeldung vor dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingsfrage. Business as usual.

Die Vertreter spulten ihre Standpunkte in gewohnter Selbstsicherheit runter und konnten sich an alt bekannten Feindbildern, in Gestalt des rechten slowakischen Politikers Richard Sulik, abarbeiten. Dann aber kam es zu dem Moment, vor dem sich jeder sorgfältig gebriefte Talk Show Teilnehmer fürchtet. Einer jener entlarvenden Unachtsamkeiten in einer Diskussion, die für einen kurzen Moment nicht die wohlfeile Maske, sondern die grundsätzliche Gesinnung dahinter offenbaren. Richard Sulik konterte den Versuch der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Katrin Göring-Eckart, ihn und seine Partei in der Flüchtlingsfrage, als unmenschlich und europafeindlich zu klassifizieren, mit einem einfachen Satz. „Wir tun das, weil das Volk das so will und auch sie müssen tun was ihr Volk will. Das ist ihr Auftrag.“ Frau Göring-Eckart schien sichtlich irritiert und fand kein Wort der Zustimmung, sondern senkte hilflos schweigend ihren Kopf. Der ihr zur Hilfe eilen wollende Bundesjustizminister Heiko Maas, erkannte die Gefahr der Situation zwar, aber war doch von der entlarvenden Einfachheit des Satzes so überfordert, das auch er in das gleiche Fettnäpfchen trat. Er versuchte eine vermeintliche Absurdität in Suliks Äußerung herzustellen, indem er provokativ fragte: „Und was, wenn das Volk Europa nicht mehr will?“ Die Antwort erschütterte ihn derart, das auch er mit einem kleinlauten „ok“ den Kopf senkte. Dabei folgte die Antwort konsequent dem, was doch alle Diskussionsteilnehmer scheinbar so vehement verteidigen wollen. „Dann ist das so“, sagte Herr Sulik und offenbarte den grundsätzlichen Anspruch der Demokratie. Das Volk ist der Souverän und sein Wille ist der Auftrag an die Politik. Ein Anspruch der offensichtlich Polit-Profis sprachlos macht.

Es sind diese Momente, die zeigen woran dieses Land und Europa leidet. Es ist diese politische Gesinnung, die die Menschen sich abwenden lässt und es sind diese Politiker, die ihr Volk bevormunden wollen, weil sie glauben, es vor sich selbst schützen zu müssen.

Als die repräsentative oder parlamentarische Demokratie erdacht wurde, hatte das Volk keine Möglichkeiten mit den Politikern in Kontakt zu kommen. Die Politik setzte als Volkswille das voraus, was sie selbst dachte. Sie repräsentierte ein Volk, das von der politischen Meinungsbildung zum großen Teil abgekoppelt war und lebte quasi stellvertretend, im Parlament demokratische Gepflogenheiten. Immer getragen von der Ansicht, es besser zu wissen als das Volk. Im vierjährigen Turnus ein vage gehaltenes Parteiprogramm absegnen zu zu lassen und dem Volk eine direkte Einflussnahme auf politische Entscheidungen zu verwehren, galt als demokratisch. Doch die Zeiten haben sich geändert. Das Medien Zeitalter offenbart. Es gibt keinen homogenen Volkswillen und es gab ihn auch wohl nie. Die Politik verschanzt sich in einer Wagenburg anachronistischer Gewohnheiten und kanzelt andere Ansichten als antidemokratisch ab. Womit sie recht hat, wenn man aus ihrer Sicht, das Parlament als einzig demokratischen Ort versteht, der als Insel der Glückseligen nun in Gefahr gerät.

Frau Kipping, Herr Maas und Frau Göring-Eckart haben in erschreckender Art und Weise, ihre Ansicht zu Volkes Willen offenbart und sie wissen sich im Schulterschluss mit nahezu allen Parlamentariern und der Bundesregierung. Sie werden umdenken müssen, denn die Strukturen dieser Gesellschaft haben nicht mehr viel gemeinsam, mit ihren politisch-ideologischen Wunschbildern, die in erster Linie dem Erhalt der Strukturen geschuldet sind, die ihren Einfluss schützen. Sie werden sich einer Realität stellen müssen, die nicht neu ist, aber neuerdings offenbar wird. Europa ist ein ideologisches Wunschkind einiger Politiker gewesen, das an der Realität scheitert. Das allein wird Europa nicht zerstören, sondern wäre ein Aufruf etwas zu verändern. Veränderungen jedoch abzulehnen, weil sie politisch nicht in Parteiprogramme und ideologisch nicht in eine Heile-Welt-Vorstellung einiger Politiker passen, wird Europa zerreissen.

Vox populi, vox dei – Volkes Wille ist Gottes Wille. Zumindest in einer Demokratie.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

 

Gesellschaftswandel

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Die Welt ist in Bewegung. Ein permanent wirkender Umstand der für gewöhnlich als natürlicher Wandel des Lebens wahrgenommen wird. Doch manchmal geraten Bewegungen aus dem Takt oder verändern ihr Tempo. Dann besteht die Gefahr, das ein fein austariertes Gefüge, wie eine Gesellschaft es ist, ins straucheln gerät.

Menschliche Gesellschaften sind hoch komplexe Gefüge. Geformt aus ihrer Geschichte und ihrer Kultur, die als Wertekodex ihr Fundament bilden . Nicht Teil einer Gesellschaft selbst, sondern zeitlich befristete Glaubensbekenntnisse, sind Ideologien denen Gesellschaften folgen und Gesetze als ebenso terminierte Durchführungsverordnungen.

Der Wertekodex einer Gesellschaft ist nicht beliebig veränderbar. Als Essenz einer langen Geschichte und Kultur, ist der Beitrag eines menschlichen Lebenszyklus, gemessen an dem gesamten Fundus marginal, so das Veränderungen in Generationen zu messen sind. Der Wertekodex einer Gesellschaft beschreibt einen Konsens der Gesellschaftsmitglieder zu grundsätzlichen Fragen der Philosophie, der Ethik und der Ästhetik.

Ideologien dagegen sind Zeitgeister. Kurzlebig und unmittelbar wirkend. Es sind menschliche Ideen, die auf kurzfristige Veränderungen gerichtet und in den Erfahrungen eines einzelnen oder weniger Idealisten ihren Ursprung fanden. Allein in den letzten hundert Jahren erlebte dieses Land fünf grundsätzlich verschiedene Ideologien. Beginnend mit dem absolutistischen Zentralismus des Kaiserreichs, dem Liberalismus der Weimarer Republik, dem Totalitarismus des dritten Reichs, dem sozialistischen Kapitalismus der BRD, dem kapitalistischen Sozialismus der DDR, bis zum postdemokratischen Neoliberalismus heute. Ideologien bestimmen Politik und Wirtschaft und werden solange von Gesellschaften angenommen, wie sie nicht in Widerspruch zu ihrem Wertekodex geraten. Der Umstand das sich der Wertekodex auf der Reaktionsebene langfristig verändert und Ideologien auf der Handlungsebene kurzfristig agieren, programmiert diesen Widerspruch vor und begrenzt den Wirkungszeitraum einer Ideologie.

Aus dem widersprüchlichen Verhältnis der die Gesellschaft bestimmenden Faktoren, Wertekodex und Ideologie, ergeben sich Missverständnisse zwischen Mensch und Gesellschaft. Gesellschaften sind soziologische Organismen und auch wenn ihr Verhalten natürlichen Organismen ähnelt sind sie zu keiner Emotion befähigt. Es fehlt ihnen ein qualitativer Motivator. Während der Mensch eine Emotion nach ihrer Tiefe bemisst, ist der einzige Faktor der für eine Gesellschaft zählt, die Menge, die Quantität der innerhalb einer Gesellschaft aufgetretenen Emotionen. Daher bezeichnen sich Gesellschaften als erfolgreich und gut, wenn vieles ein bisschen erfolgreich oder gut ist. Der Einzelfall ist in der Summe zu vernachlässigen und der Einzelfall ist der Mensch. Qualität und Individualität sind Werte die in direktem Widerspruch zur Gesellschaft stehen.

Es wäre falsch anzunehmen das Gesellschaften sich entwickeln würden. Sie leben nicht, nur weil sie die Summe menschlichen Lebens beschreiben. Sie sind zeitgeschichtliche Momentaufnahmen. Neues wertet in ihnen nicht Altes qualitativ auf, sondern schafft etwas Neues, was dem Alten zwar ähnlich sehen mag, das aber nicht ist. Die letzten hundert Jahre waren nicht die einer Gesellschaft, die sich fünf mal eine neue Ideologie gab, sondern es waren fünf unterschiedliche Gesellschaften, die eines verband. Ein gemeinsamer Wertekodex unter dem nicht nur ein Kaiser und ein Führer goß werden konnten, sondern auch eine freiheitliche Bundesrepublik als auch ein entfesselter Raubtierkapitalismus. Gesellschaften kennen keine qualitativen Werte.

Die marktkonforme Gesellschaft, ist die Bezeichnung der aktuellen Gesellschaft. Ein Modell das den Markt als alles bestimmende gesellschaftliche Kraft propagiert. Im Wesen ist die marktkonforme Gesellschaft eine verbale Verniedlichung des neoliberalistischen Ideologie, die sich friedlich und empathisch gibt und bis vor kurzer Zeit noch unter dem Pseudonym der globalisierten Gesellschaft bekannt war. Diese Gesellschaft besteht seit Ende des kalten Krieges zu Beginn der 1990er Jahre und geht augenscheinlich ihrem Ende entgegen. Wenn eines sicher im Wertekodex einer Gesellschaft verankert ist, dann ist das der Anspruch auf eines friedliches Zusammenleben, eine Sicherung der Existenz durch konfliktfreie Verteilung von Ressourcen und der Schutz vor Willkür. Genau dieses wird aber zunehmend von der aktuellen Gesellschaftsideologie nicht mehr gewährleistet oder in Frage gestellt. Nicht die ideologisch theoretisierte Sichtweise ist entscheidend, nach der es allen zwingend noch viel schlechter ginge, wenn es die aktuelle Ideologie nicht gäbe , sondern die individuelle Sichtweise nach es einem heute schlechter geht, als es ihm in einer Vergangenheit vor der aktuellen Ideologie ging.

Es wird sich eine neue Ideologie etablieren und sie wird das Tagesgeschäft einer neuen Gesellschaft bestimmen. Viele stehen zur Auswahl. Das einzige was sich prophezeien lässt, dürfte der Umstand sein, das diese neue Ideologie aus heutiger Sicht genau so unvorstellbar scheint, wie alle anderen Ideologien auch, aus der Sicht ihrer Vorherigen. Auf dem, was den Wertekodex einer Gesellschaft ausmacht, ist viel Platz für absurde Experimente.

Im Grunde braucht der Mensch keine Gesellschaft. Er ist ein Individuum und die Evolution bestimmte die Individualität als oberste Prämisse des Seins, als Motor jeder Entwicklung. Jeder quantitative Erfolg der Evolution dient nur dem einem Zweck, möglichst viele Individuen zu schaffen, die dann individuelle Qualität in Konkurrenz stellen. Mensch zu sein bedeutet ein Höchstmaß an Individualität zu leben um eine qualitative Entwicklung zu ermöglichen. Damit bedeutet Mensch zu sein auch, in direktem Widerspruch zu Gesellschaften zu stehen, da jede gesellschaftliche Forderung im Widerspruch zur Individualität steht.

Je mehr der Mensch die Quantität seiner Lebensführung steigert, desto mehr bedarf er einer Gesellschaft die ihm das ermöglicht. Die Größe und Macht der Gesellschaften steigt analog dieses Anspruchs. Doch in einer endlichen Welt ist auch diese Spirale nicht unendlich. Der Mensch wird lernen müssen, mit sich und der Welt in der er lebt, in Einklang zu leben. Qualität ist seine Zukunft, Quantität kann in einer begrenzten Welt, auf keine entscheidende Frage die richtige Antwort sein. Solange das dem Einzelnen nicht gelingt, werden Viele Gesellschaften brauchen.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

Silvester 2015/16, eine Wegmarke

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Die Ausschreitungen zu Sylvester in Köln sind in aller Munde. Zwischenzeitlich fühlt sich auch der letzte Provinzpolitiker berufen, sein Entsetzen zu bekunden und es gibt auch eine offizielle Version der Geschehnisse. Doch diese wirft einige Fragen auf.

Offiziell ist es auch nach nunmehr 6 Tagen nicht möglich der Täter habhaft zu werden.

Was ist geschehen? An einem zentralen und internationalen Verkehrsknotenpunkt, also einem sicherheitsrelevanten Ort dem Kölner Hbf, der seit Jahren flächendeckend von mehreren Dutzend Kameras rund um die Uhr überwacht wird, die nochmal seit der hohen Alarmstufe durch terroristisch vermutete Anschläge verschärft wurde, gelingt es Gruppen von mehreren hundert Tätern über einen Zeitraum von mehreren Stunden hunderte von Straftaten, vornehmlich gegen Frauen zu verüben.
Das wirft Fragen auf. Wozu überhaupt Videoaufzeichnungen? Wieso kann die Polizei Täter nicht auch in der Dunkelheit auf Aufnahmen erkennen, obwohl diese nicht vermummt waren, nach Aussage der Polizei seit längerem bekannt sind und die Kameras speziell für nächtliche Aufnahmen ausgerichtet sind?

Die Kölner Polizei erklärt, die Tätergruppen als auch ihr persönlicher „Modus Operandi“ seien seit längerem bekannt. Wenn dem so ist, wie lässt sich dann behaupten, das solche Taten nicht auch schon vorher, verübt wurden. Die Aussagen widersprechen sich direkt. Ist es nicht realistischer von einer permanenten Gefährdungslage auszugehen?
Der Bundesjustizminister Maas behauptet, es handele sich um eine neue Form der organisierten Kriminalität und nicht um kulturelle oder religiöse Tätergesinnungen. Wenn dem so ist, wie können dann mehrere hundert “ vermeintlich kleinkriminelle Taschendiebe“, ein kriminelles Netzwerk aufbauen und bundesweit zeitgleich Aktionen ausführen kann (In Hamburg, Stuttgart, Siegen, Magdeburg geschah gleiches), ohne das unsere Sicherheitsbehörden auch nur den Hauch einer Ahnung hatten und das obwohl die Täter der Polizei nach eigener Aussage bekannt sind? Die Annahme liegt nahe, das entweder Herr Maas Unsinn geredet hat, oder die Polizei vor Ort.

Der Bundesjustizminister behauptet weiter, das es keine Anhaltspunkte gebe, die darauf schließen lassen, das es sich um Flüchtlinge handelt. Die Überprüften seien alle legal hier. Wer hat eigentlich angezweifelt, das die Täter sich hier legal aufhalten? Ihre vermeintlich legale Anwesenheit scheint doch gerade als ein Grund der Probleme! Hilfreich wäre, wenn Herr Maas erklären würde, wie man in Deutschland an eine Aufenthaltsduldung kommt, mit der sich laut Aussage der Polizei die Überprüften auswiesen, ohne als Flüchtling zuvor einen Asylantrag gestellt zu haben? Der Bundesjustizminister wird einräumen müssen, das es eben doch Flüchtlinge waren und das sich eine ethnische Minderheit als Kollektiv selbst ins Abseits gepöbelt hat.

Auch auf kommunaler Ebene kam es zu bedenkliche Äußerungen. Die Kölner Oberbürgermeisterin hat Verhaltensregeln für Frauen anlässlich des kommenden Karnevals aufgestellt. Unter anderem rät sie zu einen Mindestabstand zu Fremden, von einer Armlänge.
Kommt das nicht einem Karnevals-Bann für Single-Frauen gleich, da es im Kölner Karneval schlicht nicht funktioniert, einen solchen Abstand zu halten. Wer mal zum Karneval in Köln war, weiß das! Rein rechnerisch müsste die Strecke des Karnevalszugs einige hundert Kilometer lang werden, wenn alle Zuschauer diesen „Sicherheitsabstand* zueinander einhalten. Wäre es nicht angebrachter, diesen Abstand von den Tätergruppen zu fordern?
Ich verstehe das Politiker nicht so gerne sagen würden: „Alle nordafrikanischen Besucher der Stadt sind angehalten eine Armlänge Abstand zu Frauen einzuhalten!“ Aber offensichtlich nur um dem politischen Schreckgespenst der AFD nicht in die Arme zu spielen, denn die Kölner Oberbürgermeisterin hat genau diese Verhaltensweise an den Tag gelegt, nur nicht gegenüber den Tätern, sondern gegenüber den Opfern.

Wieso darf eine Politikerin öffentlich anraten, die persönlichen Freiheitsrechte der Opfer einzuschränken, anstatt die Täter öffentlich anzusprechen und zu warnen? Ihr Verhalten hat sich zu ändern, nicht das der Opfer! Zu anderen Anlässen rufen Politiker und Polizei sehr wohl auf, an bestimmten Anlässen nicht teilzunehmen und Straftaten zu unterlassen. Die Polizei nennt das konkret Gefährderansprache, die Politik etwas nebulöser Gewissensaufruf. Genau diese müssen nun persönlich und öffentlich an die Tätergruppe richten. An nordafrikanische und arabische Besucher oder Einwohner der Städte Köln, Hamburg, Stuttgart, Magdeburg und Siegen. Natürlich erreicht diese Ansprache auch unbeteiligte Nordafrikaner und Araber, so wie es auch unbeteiligte Dresdner trifft, die nicht zur Pegida Demo gehen und diese Ansprachen bekommen. Das hat man zu ertragen. Vor Gerichten nennt sich sowas, ein allgemeines Lebensrisiko.

Es ist nicht unangemessen direkt von Nordafrikanern und Arabern zu sprechen. Schon aus Respekt vor den Frauen, die dieses Matyrium über sich ergehen lassen mussten. Sie wurden nicht von Zugehörigen ethnischer Minderheiten angegriffen sondern von Menschen mit Gesichtern, die zeigten wer sie waren. Es waren Nordafrikaner und Araber, sowohl die Opfer, wie auch die Polizei, als auch das Bildmaterial beweisen das. Gefährdete Menschen und diese Gefährdung ist offensichtlich bewiesen, brauchen ein klares Bild von der sie bedrohenden Menschengruppe um sich für diese zu sensibilisieren. Das hilft Gefahren im Alltag zu erkennen und einzuschätzen. Es gibt genügend Fachliteratur von Kriminal- Gewaltpräventionsexperten dazu. Gilt dieses Wissen nicht mehr? Nach vollendeten oder versuchten Vergewaltigungen, werden solche Kurse den Opfern angeboten. Gilt auch das nicht mehr, weil sich eine ethnische Gruppe sich als Täter geoutet hat?

Es geht um den Inneren Frieden und wie Polizei und Politik das definiert. Augenscheinlich ist es um den nicht gut bestellt. Anders zumindest lässt sich die politische und mediale Unwilligkeit nicht erklären, mit der man aus dem Augenscheinlichen, nicht auf das Offensichtliche schließen will.

Wir brauchen Lösungen, doch Politik kann schnelle Lösungen nicht liefern, nicht ohne sich selbst in Sinnkrisen zu führen. Sicherlich bastelt auch sie an Lösungen, aber in einem der Politik eigenen Betriebsmodus. Auf Kompromissen beruhende langfristige Umgestaltung der gesellschaftlichen Vorgabe. Politische Theorie in Reinkultur, messbar in Generationen, aber keine Lösung für die Gegenwart.

Eben diese Gegenwart kann nicht warten. Zu schnell und zu groß haben sich Risse in der Gesellschaft aufgetan. Zu groß ist die kulturelle und weltanschauliche Differenz der Mehrheiten der Aufnehmenden und der Aufzunehmenden, als das keine Reibung entstünde. Reibung die von den Menschen nicht gewollt wurde und für jeden betroffenen Einzelnen Verlust, Schmerz, Wut oder Angst bedeutet. Real erlebt und nicht theoretisch politisiert.

Leider gibt es immer noch genug Politiker die trotz der Geschehnisse, in ihrem ideologischen Wahn oder einfach nur aus Hilflosigkeit, von idealisierten Sollzuständen fabulieren. Sie sind Teil des Problems, nicht der Lösung! Niemand sollte sich dem Irrtum hingeben, das jene die ein Problem gegen vielfache Warnungen verursachen, die beste Wahl sind um das Problem zu lösen.

Die Frage, wie dieses Land mit der Massenintegration umgeht wird auf der Straße entschieden und die Geschehnisse zu Sylvester haben genau dort eine Wegmarke gesetzt. Auf der Straße. Nicht von denen, die sich gegen die Massenintegration stemmen, sondern von denen, die sie fordern. Den Tätern von Köln, Hamburg und anderen Städten ist wohl nicht zuzutrauen, auch nur ansatzweise zu überblicken, welchen Nerv sie da getroffen haben, aber sie haben als Botschafter ihrer Sache zwei Dinge erreicht. Frauen werden in Deutschland 2016 nicht so leben, wie sie es 2015 taten und Flüchtling in Deutschland zu sein, wird unangenehmer werden.
Jeder möge über seinen kleinen Beitrag nachdenken, der das letztendlich möglich gemacht hat.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

Massenimmigration – Ein Standpunkt

Flüchtlinge
Die Flüchtlingsfrage ist nicht nur medial allgegenwärtig, sie beschäftigt die Menschen in Deutschland. Doch nicht jede Meinung scheint erwünscht zu sein. Insbesondere die Gegner der aktuellen Asylpolitik der Bundesregierung, erfahren aktuell die ausgrenzenden Wirkung einer zutiefst moralinen „Willkommenskultur“. Wer Bedenken äußert oder offen gegen eine Massenimmigration opponiert, wird schnell als Rechtspopulist oder Rassist diffamiert.
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Unter dem Mantel der Gutmenschlichkeit, werden immer mehr Begriffe zu Unwörtern, deren Gebrauch als politisch unkorrekt gilt. Medien ereifern sich in Selbstzensur und breiten den Mantel des Schweigens über unerwünschte Geschehnisse aus. Die Bundeskanzlerin wiederholt stoisch ihr Mantra „Wie schaffen das“, ohne auch nur einen Moment die Frage zuzulassen, ob ihr Volk das auch schaffen will. Letztendlich wird jeder Bürger dieses Landes das schultern, was die Politik nicht regeln kann oder will.
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Es reicht nicht mehr, zu den Geschehnissen eine Meinung zu haben. Es ist an der Zeit einen Standpunkt zu zeigen. Es geht einfach um zu viel, als das ein Schweigen noch zu verantworten wäre.
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Dies ist mein Standpunkt.

Ich bin der Ansicht, das die Flut von Asylanten, die dieses Land in diesen Tagen überrollt sowohl Qualitativ als insbesondere auch Quantitativ diese Gesellschaft grundlegend verändern wird. Es gibt eine bewundernswerte Kultur in diesem Land, die aufzubauen viel Zeit und Opfer gekostet hat. Ich halte sie für Schützens- und Erhaltenswert. Es geht nicht einmal darum ob Veränderungen zum positiven oder negativen wären, sondern ob sie generell wünschenswert sind und ob es der richtige Weg ist, sie sich von außen aufdrängen zu lassen. Es sind Veränderungen die ich schlicht nicht will und glaube, ich habe sowohl ein Recht auf diese Meinung, als auch darauf sie zu vertreten. Ich halte es für das für ein freiheitlich demokratisches Grundrecht.

Ich greife keine Asylanten an und rufe auch nicht dazu auf. Sie wären die falschen Adressaten. Aber ich benenne Umstände, die mir bekannt werden und geeignet sind möglichst viele Mitbürger von meiner Position zu überzeugen und natürlich bin ich subjektiv in meinen Worten. Schließlich vertrete ich meine Überzeugung.

Ich werde akzeptieren, das meine Meinung populistisch oder sogar rassistisch ist, wenn die Worte auf die ich mich Buchstabengetreu berufe, das ebenso sind.

Ich berufe mich auf geltendes Recht, an das alle Staatsgewalt zwingend gebunden ist, wenn der Staat eine Rechtsstaat sein will. Direkt berufe ich mich auf den Artikel 16 a des Grundgesetzes in seiner gültigen Fassung. Beschlossen und ratifiziert durch den deutschen Bundestag und den Bundesrat. Bestätigt durch das Bundesverfassungsgerichts und elementarer Bestandteil europäischen Rechts, sowie aller innereuropäischen bilateralen Verträge.

In diesem Artikel 16 a des Grundgesetzes steht geschrieben.

(1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. Die Staaten außerhalb der Europäischen Gemeinschaften, auf die die Voraussetzungen des Satzes 1 zutreffen, werden durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmt. In den Fällen des Satzes 1 können aufenthaltsbeendende Maßnahmen unabhängig von einem hiergegen eingelegten Rechtsbehelf vollzogen werden.

Ist es rassistisch die Umsetzung der eigenen Verfassung und die Einhaltung geltenden Rechts zu fordern, weil es politisch plötzlich nicht mehr gewollt ist? Nein, sicher nicht!
Ist populistisch dem medialen Mainstream nicht zu folgen, der die gesamte Asylproblematik verfremdend auf die Moral einer Empathiefrage dezimiert? Nein, sicher nicht!

Jenseits der Moral und außerhalb des Gesetzes stehe nicht ich. Dort stehen die, die versuchen meinen Standpunkt als undemokratisch oder fremdenfeindlich zu diffamieren.

Ich habe auch kein Problem damit, das ich zur Asylfrage eine ähnliche Meinung vertrete wie Pegida oder rechte Gruppen. Das kann meine Ansichten nicht diskreditieren, da ich sie unabhängig und allein verantwortlich begründe. Auch sehe ich mich nicht als geistigen Brandstifter, da ich weder rechtlich noch moralisch für die Ansichten anderer Menschen verantwortlich bin. Mich in eine solche Verantwortung zu zwingen, wäre die Wiedereinführung der Gesinnungs- und Sippenhaft.

Die Menschen dieses Landes sind nicht so dumm wie sie gerne karikiert werden. Nicht jeder der meine Meinung teilt, ist ein Bauernfänger oder Opfer eines solchen. Sie aber so zu bezeichnen ist Populismus. Wer das nicht glauben mag, möge sich mit der Definition von Populismus, in einschlägigen Lexika auseinander setzen.

Wenn Menschen die nichts anderes fordern, als die Einhaltung geltenden Rechts und die Durchsetzung des Grundgesetzes, moralisch an den Pranger gestellt werden und die Gesellschaft nicht darauf reagiert, wird bald der Zeitpunkt kommen, an dem sie auch kriminalisiert werden. Der Bundesjustizminister versucht seit einigen Wochen Vorstöße in diese Richtung.

Dann wird dieses Land auch über einen weiteren Artikel des Grundgesetzes diskutieren. Der Artikel 20 des Grundgesetzes besagt im Absatz 4. „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Ich hoffe das die Bundesregierung es nicht soweit kommen lassen wird, da eine solche Diskussion dieses Land an das erinnern wird, was vor 25 Jahren geschah und zwar nicht in der romantischen Verklärtheit der Wiedervereinigungs-Jubelfeiern. Damals gingen schon einmal die Menschen auf die Straße, weil sie ihre Regierung nicht mehr ertrugen. Schon damals, als der Ruf, „Wir sind das Volk“, durchs Land hallte, wurde jeder der an den Demonstrationen teilnahm, diffamiert, kriminalisiert und als Gefährdung der politischen Macht empfunden. Wie das für die Regierung endete ist allgemein bekannt.

Es wird keine Lösung in der Flüchtlingsfrage geben, weil die Faktoren, die die Flüchtlingströme auslösen, zwischenzeitlich außerhalb des Einflusses der Bundesregierung liegen. Die Frage ist alleinig, wie dieses Land damit umgehen will. Vielleicht werden sich zukünftig Mehrheiten finden, die das Grundgesetz dann ändern. Heute jedoch hat Deutschland eine klar formulierte Verfassung, die umzusetzen oberste Verpflichtung der Bundesregierung zu sein hat. Diese besagt, das nahezu alle Flüchtlinge keinen Asylstatus und damit kein Aufenthaltsrecht in diesem Land erhalten werden. Nicht die Gegner der Masseneinwanderung sind im Zugzwang, sondern die Befürworter der Flüchtlingsströme sind aufgerufen eine gesetzliche Grundlage zu erwirken, sofern sie es können, die ihr Ansinnen ermöglicht. Nach aktueller Gesetzeslage geht das nicht.

Die Aufnahme der Flüchtlinge geschieht rechtlich ausschließlich auf Anordnung der Bundesregierung, also auf Verordnungsebene, die entgegen der öffentlichen Darstellung von untergeordnetem Rechtscharakter ist und der Bundesregierung nur erlaubt, zeitlich und sachlich befristet eine humanitäre Notlage aufzufangen, um dann schnellst möglich den Gesetzesstand wieder herzustellen.

Es ist an der Zeit die Bundesregierung an ihren gesetzlichen Auftrag zu erinnern. Solange und so oft wie es nötig ist, oder sie durch eine neue Regierung ersetzt wurde, die bereit ist sich an Recht und Gesetz zu halten.

Ich verleibe in diesem Sinne
Heinz Sauren

Gesellschaftsvertrag

Demonstranten verbrennen am 08.06.2013 in Frankfurt am Main (Hessen) symbolisch ein Grundgesetz, um gegen die Polizeiaktionen gegen die kapitalismus-kritische Occupy-Bewegung vor einer Woche zu demonstrieren. Sie laufen dabei auf der selben Route, auf der am 1. Juni fast 1000 Menschen von der Polizei aufgehalten und stundenlang eingekesselt worden waren Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Wie frei ist eine Gesellschaft, die es nicht vermag sich vor der eigenen Regierung zu schützen? Wie frei ist eine Gesellschaft, die über kein Instrument verfügt sich ihrer Regierung zu entledigen?

Eine Gesellschaft ist das, unter einem Kultur- oder Staatszweck lebende Volk. Sie wird geeint durch einen Gesellschaftsvertrag, der einen Konsens in Bezug auf die Durchführung und Zielsetzung des gesellschaftlichen Kollektivs beschreibt. Innerhalb einer staatlich definierten Gesellschaft, ist das die Verfassung.

Im Gegensatz zu allen anderen juristischen Normen, die sich im Grunde auf die Sanktionierung von Verstößen, gegen die Verwaltung und Durchführung einer Gesellschaft richten, ist die Verfassung zumindest ihrem Sinn nach, ein direkt vom Volk bestimmtes Regelwerk, dass das Verhältnis des Volkes zu seiner staatlichen Verwaltung bestimmt und die Grenzen staatlichen Handelns definiert. Die Verfassung ist ein Gesellschaftsvertrag, an den die staatliche Verwaltung zwingend gebunden ist und dessen Veränderung einzig dem Volk zusteht.

In Deutschland ist das Grundgesetz, der als vorläufig bestimmte Gesellschaftsvertrag. Das Grundgesetz hat Verfassungsrang, wurde aber terminiert, da seine Entstehung und Proklamation unter Ausschluss eines legitimen Verfassungsgebers stattfand. Nicht das deutsche Volk hat die Regeln dieser vorläufigen Verfassung diktiert, sondern die Siegermächte des zweiten Weltkriegs nach Maßgabe dessen, was sie aus eigenen nationalen Interessen, diesem Volk nach dem verlorenen  Krieg noch zugestehen wollten und wodurch sie die zukünftige Rolle der Deutschen, in dem sich anbahnenden kalten Krieg gesichert sehen wollten.

Die Teilung Deutschlands war das Symbol der ideologischen Teilung der Welt und der Wille der das Grundgesetz diktierenden Siegermächte war, den Deutschen erst mit ihrer Wiedervereinigung, nach der Überwindung der ideologischen Teilung der Welt, das Recht aber auch dann die Pflicht zu übergeben, sich selbst zu definieren und einen eigenen Platz in der Weltgemeinschaft zu finden, indem sie sich eine völkerrechtlich legitimierte Verfassung geben. Dieser im Grundgesetz festgeschriebene Zeitpunkt des Auftrags, sich eine Verfassung zu geben, trat 1990 ein. Die Bundesregierung verweigerte den Auftrag zu dem sie das Grundgesetz verpflichtete und beging damit einen folgenschweren Verfassungsbruch, für den sie sich vor der Geschichte verantworten muss.

Mit dem Rechtsbruch, dem deutschen Volk eine Verfassung zu verweigern, war ein Tabu gebrochen und alle folgenden Bundesregierungen zeichneten sich durch die fragwürdige Freiheit aus, sich das Recht zu nehmen die Verfassung interpretieren und gemäß ihren parteipolitischen Zielen deuten zu dürfen. Der Auftrag der Verfassung wurde so, neu definiert. Das Grundgesetz soll nun nicht mehr staatliches Handeln gegenüber dem Volk einschränken und die Rechte des Volkes gegenüber dem Staat definieren. Die neue Aufgabe der immer noch vorläufigen Verfassung Deutschlands, ist Dogmatisierung der Staatsziele die jede Regierung, nahezu beliebig in das Grundgesetz hinein definiert. Begründet wird das mit der Aussage, die Welt und damit die Anforderungen an staatliche Verwaltung würden sich ändern. Eine Aussage die impliziert, eine Verfassung könne durch eine Regierung etwaigen Anforderungen angepasst werden. Es ist jedoch einer der Grundsätze einer Verfassung, das genau das nicht durch eine Regierung, sondern nur und ausschließlich durch den Souverän, das Volk geschehen kann. Entgegen dem Sinn und dem Auftrag einer Verfassung sind deutsche Regierungen seit 1990 dazu übergegangen, die Deutungshoheit über das Grundgesetz zu beanspruchen und schließen den einzig legitimen Verfassunggeber kategorisch aus, in dem sie jede direkte Mitsprache oder verfassungsgebende Forderung des Volkes verweigert. In welchem Ausmaß die Bundesregierung die Verfassung, nicht als ein sie reglementierendes Regelwerk, sondern als Durchführungsverordnung ohne rechtliche Bindung für sich ansieht, zeigt sie aktuell zur Thematik der Vorratsdatenspeicherung. Sie beschließt diese und ignoriert nicht nur die im Grundgesetz explizit geschützten Rechte des Volkes, sondern auch die höchst richterlichen Urteile des Bundesverfassungsgericht, wonach ein solches Vorgehen verfassungswidrig ist. Die Verfassung, das Grundgesetz ist heute in Deutschland keine Rechtsnorm mehr, von der sich eine Bundesregierung in ihren Vorhaben ausbremsen ließe.

Ziel der Handlungen der Bundesregierungen war und ist es ein homogenes Staatsvolk zu schaffen, welches möglichst wenig Sand ins Getriebe der politischen Ziele wirft. Eines dieser Ziele ist die marktkonforme Gesellschaft, der sich die Bundeskanzlerin verschrieben hat. Ein Ziel welches rechtlich nichts weiter als ein politisches Parteiprogramm ist, das es weder in der Verfassung definiert noch mit den Zielen der Verfassung, nach einer freiheitlichen Gesellschaft zu vereinbaren ist, da die maßgeblich bestimmenden Interessen vom Volk auf die Wirtschaft übertragen werden. Allein dieses Ziel zu verfolgen stellt bereits einen Verfassungsbruch derer dar, die geschworen haben die Verfassung zu schützen.

Zweifelsohne braucht dieses Land dringend eine neue Verfassung. Nicht nur weil die Pflicht und die Frist dazu bereits versäumt wurde, sondern auch weil die Handlungen der Regierung, als auch der Wille des Volkes nicht mehr durch die Verfassung wiedergespiegelt werden. Obwohl sich die Regierung, offensichtlich durch ihre Handlungen, selbst eine andere Verfassung wünscht, schreckt sie vor dem längst überfälligen Schritt einer neuen Verfassungsgebung zurück. Sie möchte den Zeitpunkt abwarten, ihre Ziele einer marktkonformen Gesellschaft erreicht zu haben, in der Hoffnung einen Status Quo zu schaffen, der sich dann in einer neuen Verfassung wiederfindet. Noch scheint ihr, der Souverän zu wankelmütig und ihre Ziele gefährdet. Diese Vorgehensweise setzt voraus, das der Glaube vorherrscht, eine homogene, in ihren Zielen gleichgeschaltete Gesellschaft sei ein realistisch zu erreichender Zustand. Entlarvend ist, das eine solche Annahme schon das maßgebliche Grundgerüst jeder diktatorischen Ideologie war.

Eine Gesellschaft kann nicht homogen sein, oder einer gleichschaltenden Ideologie folgen. Sie wäre ein Durchführungskollektiv, gleich einer politischen Partei oder einer befehlsausübenden Armee. Das was eine Gesellschaft ausmacht, ist das genau solche Bestrebungen in ihr Opposition auslösen und sozialpolitische Gegenbewegungen freisetzen. Letztlich sind es die kritischen und das Kollektiv bedrohenden Kräfte am Rande einer Gesellschaft, die sie überhaupt als solche erhalten. Einzig sie erhalten die Freiheit und gewähren, das politische Zielsetzungen von Regierungen nicht kritiklos umgesetzt werden und eine homogene Masse Willenloser umsetzt, was immer eine Regierung verlangt. Wer der deutschen Gesellschaft heute noch eine gewisse Freiheit zusprechen kann, hat das nicht denen zu verdanken, die der Politik der Regierenden folgten, sondern denen die mit aller Kraft versuchten, die Regierenden zu stoppen. Regierungen reagieren nicht auf ihre Anhänger, derer sind sie sich sicher, sie reagieren auf Druck aus der Gesellschaft.

Eine funktionierende Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, das sie die Kraft findet sich eine Verfassung zu geben, mit der sie das Handeln und die Grenzen ihrer Verwaltung, der Politik frei bestimmt. Eine unfreie Gesellschaft ist daran zu erkennen, wie sehr sie dem Diktat einer Regierung unterliegt und wie schwach der sie schützende Gesellschaftsvertrag, die Verfassung ist.

Dieses Volk musste Regierungen ertragen, die es nicht verdient hatte, weil im eine eigene Verfassung verwährt wurde. Heute steht es den schwerwiegendsten Entrechtungsversuchen, seit Ende der nationalsozialistischen Diktatur gegenüber. Es hat sich das Recht und die Pflicht erworben, sich eine Verfassung und damit die grundsätzlichen Fragen seiner Zukunft selbst zu bestimmen und jeder, der es unternimmt die Deutschen weiterhin daran zu hindern, führt sie in die Tyrannei politischer Ideologien, die immer eines nach sich ziehen werden, die weitere Entrechtung und damit Unterdrückung einer freien Gesellschaft.

Deutschland braucht einen neuen Gesellschaftsvertrag, der die Unterschiedlichkeit innerhalb seiner Gesellschaft schützt und die Regierung auf das reduziert, was sie sein sollte. Ein weisungsgebundener Diener seines Souveräns. Wer aber meint, das ein Volk darüber nicht entscheiden sollte, wie auch die Bundesregierung es sieht, weil es nicht die bestmögliche Entscheidung treffen würde, der muss sich vorhalten lassen, das er das Wesen einer Demokratie nicht verstanden hat, oder ehrlich genug sein einzugestehen, das er im Grunde keine Demokratie will.

Demokratie ist nicht die Staatsform der vernünftigsten Entscheidungen, sondern die der mehrheitlichen Entscheidungen, mit dem Recht die falschen zu treffen.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

Vier-Welten-Kreis Modell / Parametärer Realismus

Der Entwurf einer Erkenntnistheorie der Philosophie, auf der Basis des Vier-Welten-Kreismodell, als freigeistige Lebensphilosophie.

Der Parametäre Realismus, ist die Begründung einer Erkenntnistheorie der Philosophie als Grundlage einer freigeistigen Lebensphilosophie und der Versuch eine Brücke zwischen der philosophischen Abstraktheit einer Erkenntnistheorie und den pragmatischen Anwendungsmöglichkeiten einer Lebensphilosophie zu bauen. Daher steht diesem Versuch der Gedanke vor, die Formalien und die Sprache der wissenschaftlichen Philosophie, aber auch moralische und erkenntnistheoretische Dogmen weitest gehend zu vermeiden, um die Einfachheit und universeller Anwendbarkeit auf die grundsätzlichen Fragestellungen des Lebens, im Sinne einer freigeistigen Lebensphilosophie zu gewährleisten.

Der Parametäre Realismus wurde von mir im Juni 2009, als Erkenntnistheorie der Philosophie veröffentlicht. Der philosophische Ausgangspunkt war Sir Carl Popper´s, Kritischer Rationalismus, der wohl bedeutendsten philosophischen Theorie des 20.ten Jahrhunderts. Der kritische Rationalismus vermochte jedoch nur unzureichend das Phänomen der Transzendenzen zu erklären und lieferte auch in der Determinismus – Indeterminismus Fragestellung, keine ausreichend zutreffende Erklärungsmodelle. Obwohl Popper stets versuchte die Einfachheit des kritischen Rationalismus hervor zu heben, gelang es seiner Theorie nicht, sich als Lebensphilosophie zu etablieren. Der wissenschaftliche Anspruch des kritischen Rationalismus stand im Widerspruch zur universellen Anwendbarkeit einer Lebensphilosophie. Somit führte der Versuch den kritischen Rationalismus, dem Anspruch einer Lebensphilosophie anzupassen, zur Neubearbeitung der Theorie und letztendlich zu einer eigenständigen philosophischen Theorie, die ihre Wurzeln im kritischen Rationalismus fand und von den wissenschaftsphilosophischen Vorgaben einer Erkenntnistheorie gelöst ist.

Die Veröffentlichung des parametärern Realismus, führte in der philosophischen Fachwelt zu Kritik, die sich jedoch vornehmlich auf die formelle Fragestellung richtet, ob der Parametäre Realismus eine Erkenntnistheorie oder eine Lebensphilosophie im Sinne der philosophischen Begriffsbestimmung sei. Inhaltlich wurde die Theorie des parametären Realismus nicht widerlegt.

Ich stelle daher frei, die Theorie des parametären Realismus als Lebensphilosophie zu betrachten, oder sie gemäß den formalen Gesetzmäßigkeiten der etablierten Philosophie, als Erkenntnistheorie der Philosophie anzusehen.

Eine philosophische Erkenntnistheorie beschreibt, nach welchen Gesetzmäßigkeiten menschliche Erkenntnis erfolgt und bestimmt dadurch was mit menschlicher Erkenntnis erfassbar ist. Eine Lebensphilosophie soll die individuellen Fragen des Lebens beantworten helfen. Die erkenntnistheoretische Fragestellung, was überhaupt für den Menschen erkennbar sein kann, hat in der Lebensphilosophie eine untergeordnete Bedeutung, da für die Lebensgestaltung nicht eine hypothetische Möglichkeit bestimmend ist, sondern die Benennung des Sinnvollen, in Bezug auf das tatsächlich machbare entscheidend ist. Durch die unüberschaubare und unbegrenzte Anzahl hypothetisch möglicher Wege und Antworten zu einer Fragestellung, ist für eine Lebensphilosophie die Negativabgrenzung entscheidend. Die sinnvolle Beantwortung einer Fragestellung wird nicht von objektiv richtigen Antworten geprägt, sondern von der Vermeidung offensichtlich falscher Antworten. Eine Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit der Unbegrenztheit aller theoretisch möglichen Antworten, während sich eine Lebensphilosophie auf die Vermeidung, der für unsere Lebensführung falschen Antworten richtet. Beide schließen sich nicht gegeneinander aus, sondern bedingen einander, einzig die Gewichtung ist eine andere.

Leitsätze des Parametären Realismus als Erkenntnistheorie

– Es gibt drei Ebenen der menschlichen Erkenntnis:

Wahrheit, Realität und Vorstellung.

– Die menschliche Erkenntnis folgt drei Grundlagen.

  1. Wahrheit ist absolut und als solche mit menschlicher Erkenntnis nicht erfassbar.
  2. Realitäten sind mit menschlicher Erkenntnis erfassbare Anteile von Wahrheiten.
  3. Vorstellungen sind individuelle Beiordnungen zu Realitäten.

Leitsatz des Parametären Realismus als Lebensphilosophie

Menschliche Erkenntnis beschreibt immer Vorstellung, selten Realität und niemals Wahrheit.

  1. Unwahrheiten führen zu Wahrheiten, offenbaren diese aber nicht.
  2. Jede Erkenntnis ist individuell und nicht übertragbar.
  3. Nichts ist das, was es zu sein scheint.

Definition des Parametären Realismus

„Alles Sein ist Wahrheit und Individuell. Wahrheit ist indeterministisch und absolut. Sie umfasst alles Seiende und ist mittels menschlicher Parameter, aufgrund derer Begrenztheit nicht erfassbar.

Realitäten sind mittels menschlicher Parameter erfassbare, deterministische Anteile von Wahrheiten. Definitionen und Regelwerke beziehen sich auf Realitäten und beschreiben ausschließlich den deterministischen Anteil von Wahrheiten.

Vorstellungen sind idealistische, ethische, ästhetische und emotionale Beiordnungen zu Realitäten. Erkenntnis ist das Erfassen von Teilauszügen der Wahrheiten, die auch vor aller Erkenntnis und unabhängig von ihr vorhanden sind.

Erkenntnis ist Ausdruck der Individualität und evolutionärer Auftrag an das menschliche Sein. Ontologische, allgemeingültige und verifizierende Aussagen sind aufgrund beständig wirkender, nicht erfassbarer absoluter Wahrheiten, nicht möglich.“

Beschreibung des Parametären Realismus und des Vier-Welten-Kreis Modell

Die Definition des Parametären Realismus, setzt einige als selbstverständlich angenommene Annahmen außer Kraft und ersetzt diese durch solche, die eine unverfälschtere Sicht auf die Dinge ermöglichen. Der Parametäre Realismus setzt sich aus den Begriffen, Parametär und Realismus zusammen, wobei Parametär die Bestimmung ist, dass menschliche Erkenntnis, abhängig von den Parametern der Sinneswahrnehmung ist und Realismus als die Lehre der Ansicht, nach der es Wahrheiten, unabhängig der menschlichen Wahrnehmung gibt, die als tatsächlich existierend zu anzunehmen sind.

Eine Grundlage menschlicher Erkenntnis ist sein bestimmenster Antrieb, das streben nach Wissen. Wissen welches die Welt und ihre Zusammenhänge erklärt und damit das Leben vereinfacht. Erkenntnis, das Wollen zum Wissen ist auf Wahrheit gerichtet ohne sie jedoch erreichen zu können. Die menschliche Unfähigkeit Wahrheiten zu erkennen, ist in der sensorischen und kognitiven Begrenztheit der menschlichen Möglichkeiten begründet.

Wahrheiten, sind unabhängig und vorab menschlicher Wahrnehmung existierend und als solche absolut. Wahrheit umfasst die Menge aller tatsächlichen und möglichen Entitäten, also alles Seiende, seine Zustände, Umstände und Wirkungen. Sie beinhaltet den erfassbaren deterministischen Anteil, als Materie, Energie, sowie biologischer Strukturen und Aktionen aller lebenden Wesen und Artefakten als materielle Substrate menschlicher Kreativität, aber auch einen nicht erfassbaren indeterministischen Anteil. Wahrheit ist absolut, sie ist, oder sie ist nicht, unabhängig dessen ob menschliches Wissen zu ihr besteht oder nicht.

Wahrheit ist jetzt, sie war nicht gestern und wird morgen nicht sein. Diese absolute Bedingung der Gegenwart im Zeit-Wahrheit Verhältnis beruht auf der Erkenntnis, das Zeit und damit Vergangenheit und Zukunft ein Produkt der Vorstellung ist. Es ist eine unrichtige Ansicht, dass es Wahrheiten gegeben hat und zukünftig Wahrheiten geben wird. Alles was nach menschlicher Vorstellung in der Vergangenheit liegt, war als es geschah Gegenwart, sowie auch die Erinnerung die wir an die Vergangenheit haben, in der Gegenwart geschieht. Das gleiche gilt für die Zukunft. Alles was in der Zukunft geschehen wird, wird Gegenwart sein, wenn es geschieht, sowie alle Gedanken und Vorstellungen die wir zur Zukunft haben, im jetzt, also der Gegenwart geschehen.

Wahrheit ist das tatsächliche Sein der Dinge im jetzt, sie ist unteilbar, nicht erfassbar und indeterministisch.

Indeterminismus bedeutet das eine Entität, also eine Wahrheit in ihren Sach-, Zu-, oder Umständen selber, als Begründung ihrer Interaktion oder ihrer Wirkung nicht ausschließlich kausalen Gesetzmäßigkeiten folgen muss, sondern diese auch ganz oder teilweise nicht kausal oder rein zufällig sein können. Die Annahme das Ursache und Wirkung, als Kausalität zwingend ist, trifft im Indeterminismus nicht zu, ohne das dies bedeuten würde, das eine Nichtkausalität oder Zufälligkeit, vorliegen muss, aber sie kann vorliegen und dann in einem unbekannten Anteil. Daher ist mangels Überprüfbarkeit und der gebotenen Wahrscheinlichkeit, bei allen Entitäten voraus zu setzen, dass sie indeterministisch sind. Aufgrund der deterministischen Parameter der menschlichen Wahrnehmung ist die menschliche Erkenntnis auf den deterministischen Teil der Wahrheiten begrenzt. Die parametären Einschränkungen des sensorischen Erfassens, als auch die Grenzen der kognitiven Möglichkeiten führen dazu, dass die von Menschen wahrgenommene Welt immer nur den kausal begründbaren, den deterministischen Teil einer absoluten Welt wieder gibt. Menschliche Wahrheiten sind Teilwahrheiten die dennoch nicht Wahrheit sein können, da sie um dieses zu sein, nicht nur einen Teil sondern alles sie begründende und umfassende einschließen müssten.

Alles Seiende ist in seinem Grunde und im Ganzen indeterministisch, während menschliche Erkenntnis, sich auf den deterministischen Anteil des Seienden, dem kausal begründbaren begrenzt, die Realitäten.

Wie umfassend die erkennbare Realität als erfassbarer Anteil der Wahrheit ist, ist abhängig von der Größe des indeterministischen Anteils und nur annähernd zu bestimmen. Angenommen werden kann diesbezüglich, dass im gesamten Universum ähnliche Grundvorgaben gegeben zu sein scheinen. Nach aktueller Erkenntnislage der Wissenschaft beträgt der indeterministische Anteil des Universums circa siebzig Prozent. Der größte Teil des Universums scheint weder kausal begründbar zu sein, folgt nicht naturgesetzlichen Zwängen und ist weder messbar noch erfassbar. Die Wissenschaft nennt dieses Phänomen dunkle Materie und Energie und es ist davon auszugehen, dass dieser Anteil auf unserem Planeten, als Teil dieses Universums, nicht wesentlich anders ist. Somit sind siebzig Prozent dessen, was eine Wahrheit ausmacht, außerhalb menschlicher Erkenntnismöglichkeiten.

Somit ist anzunehmen, dass alles Wahrgenommene, im größten Teil seines Seins und seiner Wirkung nicht kausalen Zwängen folgt, oder das Produkt des reinen Zufalls sein kann und sobald wir damit für uns erkennbar in Berührung kommen, wir nur den erfassbaren, kausal begründbaren Teil erfahren. Der indeterministische Anteil bleibt verborgen. Der Mensch scheitert an der willkürlichen Komplexität der Wahrheit.

Wahrheit hat eine höhere Komplexität als der Teilauszug aus ihr, die Realität. Zur Erklärung eines Umstandes oder Vorganges, gleich welcher Komplexität, bedarf es eines Systems höherer Komplexität als das zu erklärende. Die Realität kann die Wahrheit nicht erklären.

Was der Erkenntnis bleibt ist die Realität als wahrnehmbare Anteil der Wahrheiten. Der in einer Realität noch wahrnehmbare Anteil der absoluten Wahrheit ist abhängig, von dem deterministischen Anteil der Wahrheit selber, aber auch der persönlichen Sensorik und kognitiven Leistungsmöglichkeiten des erfassenden Individuums. Jede Erkenntnis ist zwingend ein Produkt individueller Parameter ist und beinhaltet damit den Imperativ der Individualität, wonach Erkenntnisse nur unter Berücksichtigung des individuellen Standpunktes und mittels individueller, nicht übertragbarer Lösungswege möglich sind. Die Individualität des Standpunktes gebietet, dass gleiche Lösungswege aus unterschiedlichen Standpunkten, zu differenten Erkenntnissen führen. Dies lässt sich am einfachsten mit zwei Schiffen verdeutlichen, die ihre Fahrt in unterschiedlichen Häfen beginnen. Legen sie beide den gleichen Kurs auf ihrem Kompass an, erreichen sie unterschiedliche Zielorte. Jedes der beiden benötigt einen unterschiedlichen Kurs, oder Lösungsweg um den gleichen Zielort zu erreichen.

Der Mensch hat keine Sensorik für Wahrheit, da er von allem Sein nur das wahrnehmen kann, was den Gesetzen der Kausalität folgt. Er sieht ausschließlich eine deterministische Welt, die indeterministische verschließt sich ihm. Es fehlt im das Bewusstsein für alles was den Gesetzen von Ursache und Wirkung nicht folgt und für die absolute Freiheit des Zufalls. Die Wahrheit aber umfasst alles, auch den Zufall in ihr und ist indeterministisch.

Somit gilt:

  • Erkenntnis ist individuell. Erkenntnis ist nicht ein Erschaffen, Erzeugen oder Hervorbringen, also nicht etwas vom Menschen erstelltes, sondern ein Erfassen von etwas, das auch vor aller Erkenntnis und unabhängig von ihr vorhanden ist, wobei es nur möglich ist Erkenntnisse über Teilauszügen der Wahrheiten, gemäß der eigenen sensorischen und kognitiven Möglichkeiten.
  • Ontologische oder verifizierende Aussagen zu Wahrheiten sind rein spekulativ.
  • Realitäten sind bedingt durch Wahrheiten, aber nicht durch sie begründbar. Realität erklärt nur begrenzt die Wahrheit, wobei nicht bestimmbar ist, in welchem qualitativen und quantitativen Umfang die Realität die Wahrheit beschreibt, oder selbst erfasst werden kann.
  • Wissenschaftliche Theorien und ihre Regelwerke, sind Beschreibung des Zustandes und der Interaktion von Realitäten, dem deterministischen Anteil eines Ganzen. Durch die Unmöglichkeit der Beschreibung der indeterministischen Anteile von Entitäten, sind sie ohne ontologischen Wert.
  • Allgemeingültigkeitsansprüche, gleich welcher Art, sind unberechtigt.
  • Alles Seiende ist in seinem Grunde nicht mit menschlicher Erkenntnis begründbar oder verifizierbar ist und alles was für erfassbar ist, in seinem weiteren Verlaufe, seine Begründbarkeit und Verifizierbarkeit verlieren wird.

Eine weitere Grundlage der menschlichen Erkenntnis ist die Vorstellung. Auch Vorstellungen sind Konstrukte individueller kognitiver Leistungen, als ästhetische, ethische, idealistische, religiöse Ansichten oder wissenschaftliche Theorien und Regelwerke. Vorstellungen dienen als bestimmende Wertungen der persönlichen Lebensführung. Sie sind das Bindeglied zwischen der erfahrbaren Realität und der angenommenen Wahrheit. Werden Vorstellungen als kollektive Normen angenommen, in Form von Gesetzen oder Moral, sind sie individuell nicht mehr korrigierbar und daher dogmatisch. Kollektive Vorstellungen als Dogmen sind neben persönlichen sensorischen oder kognitiven Einschränkungen das größte Hindernis der Erkenntnisgewinnung.

Der Mensch agiert in einer Welt, in der das ihn umgebend Existierende, die Wahrheiten und die davon ausgehenden Wirkungen auf ihn, in seiner Erkenntnis zu einem großen Teil verborgen bleiben. Dies steht nicht im Widerspruch zu seiner Existenz, sondern ist Folge der evolutionären Prozesse, die ihn zu dem machten, was er ist und für die keine Notwendigkeit bestand ihn mit der Möglichkeit von Wahrnehmungen auszustatten, die für seinen Fortbestand als biologische Spezies nicht zwingend sind.

Dennoch haben die evolutionären Prozesse dem Menschen die Befähigung der Erlangung von Erkenntnissen gegeben. Diese phänotypische Besonderheit, ist nicht nur das, was die Interaktion mit der Welt ermöglicht, sondern auch der evolutionäre Auftrag, den es zu nutzen gilt um den Fortbestand zu sichern. Nach Erkenntnis zu streben ist nicht Aufgabe Weniger, sondern wesentlicher Anspruch an menschliches Leben generell. Innerhalb der begrenzten, biologischen Parameter, die die Grenzen der Notwendigkeiten zur Erhaltung des Ichs und des Phänotypen Mensch beschreiben, folgt die Möglichkeit der Erlangung von Erkenntnissen evolutionären Gesetzmäßigkeiten.

Daher ist Erkenntnis kein kollektives Erlebnis, oder ein gemeinschaftlicher Vorgang, sondern ein individueller Akt evolutionärer Entwicklung, der wie jeder andere evolutionäre Prozess, durch Selektion innerhalb der Interaktion mit vielen anderen, erst rückwirkend als erfolgreich bezeichnet werden kann. Bedingung für diesen evolutionären Prozess und seinem Erfolg ist eine möglichst große qualitative und quantitative Unterschiedlichkeit der individuellen Erkenntnisse, die der Interaktion frei gegeben werden. Erkenntnis ist aus evolutionärer Sicht zwingend individuell um die Selektion zu ermöglichen. Kollektive, gemeinschaftliche oder statisch erhaltene Erkenntnis steht in direktem Widerspruch zu den grundsätzlichsten Ansprüchen menschlicher Entwicklung. Die individuelle Erkenntnis ist aus evolutionärer Sicht die Prämisse menschlichen Seins. Gemeinschaften sind kollektive Zweckbündnisse zur Erhaltung oder Abwehr von Umständen und müssen terminiert sein, um den evolutionären Auftrag der individuellen Erkenntnisgewinnung nicht zu gefährden, der innerhalb dieser nur begrenzt, oder nicht möglich ist.

Das Vier-Welten-Kreis Modell als Darstellung des Erkenntnisweges, der Erkenntniswelten und ihre Wirkung aufeinander

VierweltenkreisTP

W1 – Die Welt 1 ist indeterministisch und umfasst alle Zu,- Sach-, und Umständen, sowie Interaktionen und Wirkungen mit oder ohne Wirkursache, als auch die nicht erfassbare dunkle Materie bzw. Energie. Die Welt 1 ist mit menschlichen Parametern nur in Teilen wahrnehmbar. Einzig der deterministischer Anteil der Welt 2 und ihre Wirkungen durch Interaktion auf Entitäten der Welt 3 können können aufgrund deren deterministischen Anteilen wahrnehmbar sein. Die Welten 2, 3 und 4 als auch das Chaos sind Teile der Welt 1.

C – Das Chaos ist der Übergang der indeterministischen Welt 1 zur deterministischen Welt 2. Im Chaos wirken kausale Zwänge der Welt 2 ebenso wie die Freiheit des Zufalls der Welt 1. Hier treffen Wahrheit und Realität aufeinander, treten in Interaktion und bewirken sich gegenseitig. Der Umfang dieser Interaktion bleibt jedoch aufgrund der indeterministischen Anteile unbekannt. Der Umfang des wahrgenommenen Chaos ist abhängig vom indeterministischen und damit nicht wahrnehmbaren Wirkanteilen der chaotischen Entitäten. Je höher der Anteil dieser ist desto chaotischer ist die Wahrnehmung.

W2 – Die Welt 2 ist der deterministische Anteil der Welt 1 und umfasst Materie und Energie in ihren Zu,- Sach-, und Umständen, als auch ihre der Kausalität folgenden und wahrnehmbaren Interaktionen und Wirkungen. Sie ist der mit menschlichen Parametern wahrnehmbare Teil eines Ganzes und im menschlichen Verständnis die Realität.

W3 – Die Welt 3 ist die Welt der Vorstellungen. Sie umfasst die Konstrukte individueller kognitiver Leistungen, als ästhetische, ethische, idealistische, religiöse Ansichten oder wissenschaftliche Theorien und Regelwerke und kollektiven Vorstellungen der Gesetze und Moral.

W4 – Die Welt 4 ist die Welt der individuellen sensorischen und kognitiven Befähigungen, sie ist der Sitz des Bewusstseins und der Ort der aktiven Tätigkeit des Erfassens von Erkenntnissen. Hier gewonnene Erkenntnisse fließen in die Welt 3 ein, von wo sie mit der Realität der Welt 2 und der Wahrheit der Welt 1, in Interaktion treten.

Transzendenzen – Transzendenzen sind direkte Aktionen der Welt 1, in die Welten 3 und 4. Sie sind Durchgriffe der Wahrheiten der Welt 1 auf die Vorstellung, als Glaube in der Welt 3 und dem Bewusstsein in der Welt 4, in Form unvermittelter Erkenntnisse für die es keine Wirkursache zu geben scheint. Transzendenzen sind aufgrund ihrer indeterministischen Anteile weder kontrolier- noch verifizierbar. Im Gegensatz dazu sind paranormale Phänome nicht indeterministischer Natur, sondern erfassbare aber unbekannte Entitäten, die wir innerhalb unserer Erfahrungsmuster und Erkenntnisse nicht zuordnen können.

Auf der Ebene der bewussten Erkenntnissuche beginnt der Weg im Bewusstsein der Welt 4. Dort wird aufgrund der individuellen kognitiven Befähigungen festgelegt wonach gesucht werden kann. Gefiltert durch die persönlichen Vorstellungen der Welt 3 wird festgelegt nach welcher Erkenntiss gesucht werden soll und die sensorischen Befähigungen in der Realität der Welt 2 bestimmt wonach dann noch gesucht werden wird. Das erzielte Ergebnis folgt dann analog der reaktionären Ebene.

Auf reaktionärer Ebene beginnt der Erkenntnisweg in der Welt 1 als absolute Wahrheit, reduziert sich in der Welt 2 auf die Realität, wird dort sensorisch wahrgenommen und auf dem Weg in das Bewusstsein zur individuellen Bearbeitung in der Welt 4, in der Welt 3 durch persönliche Vorstellungen gefiltert.

Menschliche Erkenntnis hat Grenzen, sie sind individuell von den biologisch definierten Parametern der Wahrnehmung und des strukturellen Aufbaus des Gehirns, als Verarbeitungsorgan der Wahrnehmung, aber auch vom indeterministischen Anteil der Entitäten vorgegeben. Solange Erkenntnisse gemacht werden, geschieht das innerhalb menschlicher Parameter. Indeterministischen Entitäten selbst oder indeterministische Anteile erfassbarer Entitäten, liegen außerhalb dieser Parameter und sind für menschliche Erkenntnis unzugänglich. Daher wären sie auch, wenn wir solche Erkenntnisse theoretisch machen könnten, für uns irrelevant, da wir kein Bezugs- oder Verarbeitungssystem für sie hätten. Wir würden also Erkenntnisse machen, ohne sie als solche erkennen oder nutzen zu können.

Die Wahrheit nicht zu wissen, sie nur zu erahnen hat Folgen. Die Folge ist nicht die Suche nach Erkenntnis einzustellen, sondern durch das Wissen niemals in den Besitz der endgültigen Erkenntnis, der Wahrheit kommen zu können, den gemachten Erkenntnissen weniger zu trauen, sie nicht zu dogmatisieren.

Aufgrund der Unmöglichkeit der Wahrnehmung des Ganzen, des Absoluten, was jede Wahrheit ausmacht, fehlt der Ontologie, als der Suche nach den Wahrheiten, in ihrem Grunde die Berechtigung. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse beschränken sich auf eine möglichst zuverlässige Beschreibung der Realitäten. Wissenschaft hat nur dann einen ausreichenden Realitätsbezug, wenn sie sich ontologischer Aussagen enthält und die temporäre Begrenzung ihrer Theorien und Modelle, mittels beständiger Falsifikation, explizit in ihren Thesen sicherstellt und somit Dogmen vermeidet.

Regelwerke, gleich welcher Art sind keine universellen oder unveränderlichen Größen und haben für die Entitäten keine bestimmender Wirkung. Naturgesetze sind, aus den Interaktionen der Entitäten abgeleitete Regelwerke der menschlichen Erkenntnis, die sich aus den Beschaffenheiten der Entitäten und ihren Interaktionen erfassen lassen und nicht bereits vor diesen existent. Naturgesetze sind auch dadurch als deterministisch erkennbar, das sie als Wirkung, der Ursache Entität folgen. Es ist zweifelhaft, dass unmittelbar nach dem Urknall, bevor Atome entstanden bereits ein Naturgesetz bestand, welches die Chromosomteilung von Eichhörnchen regelt. Dennoch würde die Annahme ewig bestehender Naturgesetze dieses gebieten. Bestimmende und beständige Naturgesetze sind nur in rein deterministischen Gedankenmodellen denkbar, die den Zufall als Ereignis ohne Wirkursache ablehnen. Nach diesem Modellen wäre weder der Kasimir-Effekt der Quantenmechanik, die plötzliche, ohne Wirkursache, Entstehung von Teilchen nicht erklärbar, als auch der Mensch seines freien Willens beraubt, da er nur auf Wirkungen reagieren könnte, die seine Reaktion vorschreiben würden..

Durch das Individualitätsprinzip und die Unmöglichkeit von Wahrheits- und Allgemeingültigkeitsansprüchen, sind Prämissen der Kern aller menschlichen Erkenntnis. Prämissen sind im Gegensatz zur Moral nicht kollektive sondern individuelle Regelwerke die vorab jeder gemeinschaftlichen oder allgemeingültigen Norm ihre Gültigkeit und Anwendung finden. Sie stehen in Übereinstimmung mit den evolutionären Vorgaben des Menschseins als Individuum und basieren auf Werten, die durch persönliche Erkenntnisse, auf der Basis der individuellen Parameter der Wahrnehmung und ihrer kognitiven Verarbeitung, erfasst wurden. Ein Leben nach den Maßgaben der eigenen Prämissen, ist der Garant für ein Leben im Einklang mit sich selbst und den Dingen an sich.

Das Individualitätsprinzip verdeutlicht die Problematik der etablierten Lern- und Erkenntnissysteme, bei denen die Lösungswege statisch sind und die zu vermittelnde Erkenntnis, unter Vernachlässigung der differenten Ausgangspunkte, erreicht werden soll. Das Individualitätsprinzip begründet sich durch die Unterschiedlichkeit der Wahrnehmungsparameter und der kognitiven Fähigkeiten sowie der informellen Verarbeitung, also der Wahrnehmungen und Darstellung. Diese Unterschiedlichkeit basiert auf dem genetisch bedingten, differenten Aufbau des Wahrnehmungsapparat und des Gehirns, mit seinen individuell erlernten Verarbeitungsmustern, die sich als neuronale Netzwerke, aus der Summe aller persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen bilden. Als Folge dessen, führen gleiche Grundannahmen durch individuelle Wahrnehmungen und kognitive Verarbeitung, immer zu differenten Darstellungen. Das ist das Prinzip des menschlichen Lernprozesses. Dieses Prinzip ist bestimmt durch eine immer größere Anzahl von Wahrnehmungen, die kontinuierlich die individuellen Verarbeitungsmuster verändern und dadurch zukünftige einzelne Wahrnehmungen unterdrücken oder verstärken. Dieser fortlaufende Prozess beschreibt die zunehmende Qualität des Lernens im Laufe eines Lebens. Die Quantität ergibt sich aus der genetischen Vorgabe, die eine biologische Grundlage der neuronalen Netze sichert. Das Individualitätsprinzip besagt das menschliche Erkenntnis nicht gelehrt werden kann, da Lösungswege nicht übernommen werden können und somit Erkenntnis das Ergebnis eines individuellen aus freiem Willen beschrittenen Lösungsweges ist. Daraus ergibt sich eine allgemeine gesellschaftliche Pflicht, nicht eine pauschal gleiche Erkenntnisfähigkeit zu unterstellen und das individuelle Recht differente Wege zur Erkenntnisgewinnung zu nutzen, als auch nicht jede Erkenntnis machen zu müssen oder zu können.

Der Parametäre Realismus liefert keine ontologischen Aussagen und ist in diesem Sinne keine klassische Erkenntnistheorie der Philosophie. Durch seinen Aufruf zur Bewusstwerdung des Nichterkennens bietet er ein generelles Arbeitsmodell zu philosophischen und wissenschaftlichen Fragestellungen und ist somit Lebensphilosophie. Eine Lebensphilosophie die Individualität fordert und Erkenntnis sucht, die keinen Anspruch auf Wahrheit erhebt und keine Dogmen duldet.

Als Lebensphilosophie fordert der Parametäre Realismus dazu auf, sich zum Nichtwissen um Wahrheiten zu bekennen. Denken und handeln sollte nicht darauf gerichtet sein, das aus einer nicht erkennbaren Wahrheit abgeleitete Richtige zu tun, sondern das Falsche in der Realität zu erkennen. Dies ist kein Weg zur Wahrheit, bringt aber durch Ausschluss möglichst vieler Unwahrheiten dieser näher.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

© Heinz Sauren

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